WHU informiert: Abwasser darf nicht durch Mikroplastik und Medikamente weiter belastet werden

Mitteilung der WHU

Anfang Dezember wurde bei der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes Südholstein, dem größten Klärwerksbetreiber Schleswig-Holsteins, eine wichtige Kampagne gestartet. Sie hat das Ziel, künftig den Anteil von Mikroplastik und Medikamentenresten im Abwasser zu verringern. Mikroplastik lässt sich derzeit gar nicht aus dem Abwasser entfernen und landet somit in der Elbe bzw. in der Nordsee. Medikamentenreste zu entfernen, ist ausgesprochen schwierig und kostenintensiv und geht nur mit zusätzlichem Aufwand. Grund genug, beide Arten der Verunreinigungen weitestgehend und schnell zu vermeiden!

Verena Grützbach unterzeichnet die Resolution
Verena Grützbach unterzeichnet die Resolution

Zudem sind die Folgen für die Meeresbewohner und damit letztlich auch über die Nahrungskette für uns ALLE jetzt schon unübersehbar.

Verena Grützbach, die als Gemeindevertreterin aus Henstedt-Ulzburg schon seit Jahren Verbandsvertreterin im AZV ist, stellte Anfang 2018 einen entsprechenden Resolutionsantrag an Landes- und Bundesumweltminister. Darin wird das Verbot von Mikroplastik z.B. in Kosmetika gefordert und ein Aufruf an die Bürger/innen gestartet um Verunreinigungen zu vermeiden, wo immer es geht.

Alle 45 Städte, Gemeinden und sonstige Mitglieder des Zweckverbandes zwischen Wedel, Kaltenkirchen und Elmshorn haben einstimmig dieser Kampagne und Resolution zugestimmt. Ein schöner Erfolg, der hoffentlich positive Spuren hinterlässt. Als Verbraucher kann man sich hier informieren, in welchen Produkten das schädliche Mikroplastik enthalten ist. (https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_mikroplastik_einkaufsfuehrer.pdf) (https://www.codecheck.info/news/In-diesen-Kosmetikprodukten-versteckt-sich-Mikroplastik-295241)

Auch beim AZV finden sich nützliche Hinweise: https://www.azv.sh/wasser-wissen/

pm

16. Dezember 2018

10 thoughts on "WHU informiert: Abwasser darf nicht durch Mikroplastik und Medikamente weiter belastet werden"

  1. Niemand diskutiert hier über die Ausscheidung von Medikamenten durch den Menschen in das WC und damit in die Kanalisation, Flüsse und Meere.. Weiß man das nicht, oder will man das nicht wissen. Natürlich scheidet der menschliche Körper die Medikamente „nach getaner Arbeit“ derselben wieder aus.
    Im Artikel und auch Frau Grützbach verhalten sich in dieser Hinsicht sehr unbestimmt. Natürlich gehören Medikamentenreste nicht ins WC, aber das ist das kleinere Problem. Das Hauptproblem sind insbesondere die Ausscheidung von Schmerzmitteln und Ovulationshemmern (Anti-Baby-Pille), die auch schon in Fischen nachgewiesen werden.
    Hier ist dringend die Forschung und Politik gefordert nach Möglichkeiten im ergänzenden Klärprozess zu suchen, um die ökologische Beeinträchtigung zu minimieren oder besser zu eliminieren.

  2. Der Artikel beschreibt das medikamentöse und Mikroplastik-Problem der Schmutzwasserkanalisation und Schmutzwasserklärwerke und damit die Belastung von Flüssen und Meeren und der Nahrungskette.

    Ein ähnliches Problem haben wir mit dem Regenwasser der Regenwasserkanalisation, das vor der Einleitung in die Flüsse keine Klärung erfährt, sondern nur eine zeitweilige Rückhaltung bei Starkregen. Eine Reinigung erfolgt also nicht. Regenrückhaltebecken verfügen nur zum Teil über funktionierende Leichtflüssigkeitsabscheider (Öl).
    Straßengullys und damit die Regenwasserkanalisation werden als Abfallbehälter für Müll wie Zigarettenkippen, Waschwasser, Farbreste, Hundekot etc. missbraucht und müssen mit dem Regen Kfz-Tropföle, Feinstaub von Bremsbelägen, Gummi- und Kunststoffabrieb von Kfz-Reifen und Streusalz aufnehmen und in die Flüsse ableiten. Eine umfassende Klärung wird aus Kostengründen von der Politik und der Gesellschaft nicht erwogen.

    1. ……und das mit den Gullys, Regenwasser, Kfz.-Tropfölen wird also durch das Super-Abwasserrohr in Sachen REWE und NETTO unter dem A 7 – Zubringer entsorgt……
      Und das wurde so von der Politik und Gemeinde abgenickt ? Das Super-Abwasserohr hat ja sehr viel Geld gekostet……das Foto vom Bgm. erinnere ich noch sehr genau…..
      Toll ? Oder nicht ?

  3. …..wie ist denn der aktuelle Stand – für 2019 – wie man Rest-Medikamente verantwortungsvoll entsorgen kann ? Die müssten als Sonderabfall eigentlich durch die „thernische Wiederverwertung“ in speziellen Verfahren beseitigt werden. Die Restmülltonnen sind genau wie die WCs dafür keine umweltfreundliche Lösung. Wird aber sehr oft doch gemacht…..
    Aus den Apotherkreisen höre ich nur: bitte ohne (Papp-) Verpackungen….

    1. Hallo Herr Michelsen, Restmedikamente kann man schon immer in der Apotheke, abgeben oder in die Restmülltonne werfen, da der Müll nicht mehr auf Deponien entsorgt, sondern in die Verbrennung (thermische Verwertung) gelangt mit entsprechenden Abgasreinigungssystemen wie Dioxinfilter etc..

  4. Gutenh Tag Frau Grützbach.
    Deswegen habe ich meinen kleinen Text mit „alles richtig, alles gut“ angefagen. Ich bewundere den EInsatz in der Sache, In der bundesweiten Diskussion über das Thema kommt mir aber das globale Problem zu kurz. Und das ist ist gravierend. Wie man in den kleinen Beispielen sieht. Danke

  5. Alles richtig, alles gut. Das waste dumping ist aber bekanntermaßen ein globales Mega-Problem und muß irgendwie der Öfffentlichkeit deutlich gemacht werden. Während der Urlaubsreisen könnte man zB lokal darauf aufmerlsam machen. https://www.forbes.com/sites/hannahleung/2018/04/21/five-asian-countries-dump-more-plastic-than-anyone-else-combined-how-you-can-help/#7c654b912349- oder dieses hier https://www.youtube.com/watch?v=wVnMBGXVVUI
    Wenn man das gesehen hat, dann behaupte ich mal, hier in D haben wir kein Problem.

    Gruss M.

    1. Hallo, Herr Ram, wir können doch nur hier vor Ort das machen, was wir eben können. Und eine Resolution an die Politik in Berlin, Mikroplastik zu verbieten, und die Menschen darauf hinzuweisen, es zu vermeiden, wo immer es geht, ist doch zumindest hier bei uns ein erster Schritt.
      Irgendwo auf der Welt ist sicher alles immer schlimmer als bei uns…
      Aber sollten wir es dann einfach bei uns dabei belassen und nichts mehr tun?
      Das wäre nicht mein Weg.

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