Verwaltung weist WHU-Recherchen zurück: Keine neuen Stromleitungen durch Henstedt-Ulzburger Wohngebiete!

Direkte Reaktion der Gemeindeverwaltung auf die WHU-Stromtrassen-Recherche: „Keine neuen Stromleitungen durch Henstedt-Ulzburger Wohngebiete“ ist eine aktuelle Pressemitteilung überschrieben. Wie berichtet, hatte vorvergangene Woche die Wählervereinigung herausgefunden, dass nach dem neuen „Netzentwicklungsplan Strom“ der Bundesnetzagentur eine 380-Kilovolt-Leitung quer durch den Ort geplant ist. Auf der aktuellen 220-Kilovolt-Freileitung, die nach Angaben des Stromnetzbetreibers Tennet abgebaut werden soll, sobald die neu geplante Trasse entlang der Autobahn fertig gestellt ist.

Die Verwaltung leugnet das Auftauchen der neuen Trasse im Netzentwicklungsplan der Bundesbehörde zwar nicht, spricht dem Papier aber jegliche Relevanz ab. So sehe das laufende Planfeststellungsverfahren für die neue Verbindung entlang der Autobahn vor, die bestehende 220-Kilovolt-Freileitung nach dem Bau der Autobahntrasse nicht nur abzubauen: Grundstückseigentümer hätten zugleich den Anspruch auf Löschung der im Grundbuch eingetragenen Leitungsdienstbarkeit. „Hierdurch ergeben sich dann bezüglich der Grundstücksnutzung neue Gestaltungsspielräume. Eine erneute Inanspruchnahme für die Verlegung von Stromleitungen ist somit grundsätzlich nicht mehr möglich“, schreibt die Verwaltung.

Für Bauamtsleiter Jörn Mohr, der sich am Donnerstag vergangener Woche vor Pressevertretern zum Thema äußerte, würde die im Netzentwicklungsplan aufgetauchte Trasse zudem an der Größe des Umspannwerkes in Henstedt-Rhen scheitern. Eine Erweiterung dort sei wegen der dichten Bebauung schlicht nicht möglich.

Bleibt bei der Sachlage die Frage, wie der Trassenverlauf der zusätzlichen 380-Kilovolt-Leitung denn überhaupt in den Netzentwicklungsplan gelangen konnte. Mohr empfahl den Henstedt-Ulzburger Nachrichten zur Beantwortung der Frage, doch mal bei der Bundesnetzagentur in Bonn durchzuklingeln. Der Netzbetreiber Tennet habe damit jedenfalls nichts zu tun, sagte Mohr.

Christian Meeder

17. November 2013

 

One thought on "Verwaltung weist WHU-Recherchen zurück: Keine neuen Stromleitungen durch Henstedt-Ulzburger Wohngebiete!"

  1. Ich frage mich nur, was denn wäre, wenn die 220KV-Leitung abgebaut und die Leitungsrechte aus den Grundbüchern getilgt sind, sich dann aber irgendeine Entwicklung auftut, die einen erneuten Aufbau einer Stromleitung dort als großes öffentliches Interesse nötig machen soll. Da gibts ja schon Möglichkeiten, das -wenn auch gegen Entschädigung- zwangsweise durchzudrücken. Kann das dann abgebogen werden, mit dem Argument, es wurden ja bereits gehabte Leitungsrechte hergegeben, weggegangen-Platz vergangen? Ohne Würdigung eines heute nicht absehbaren öffentlichen Interesses? Ist das dann unter wirklich allen Umständen „verbrannte Erde“ für Leitungen? DA wäre ich irgendwie schon sehr mißtrauisch.

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