Verteilung von Brötchentüten am „Tatort Wohnzimmer“ im CCU

Tatort Wohnzimmer vor Kaufland
Tatort Wohnzimmer vor Kaufland

„Darf ich Ihnen ein Brötchen anbieten?“ So oder so ähnlich wurden Bürgerinnen und Bürger am vergangenen Donnerstag im CCU zum Thema „Häusliche Gewalt“ angesprochen. „Ja, das hab ich auch erlebt…“ oder „Vor vielen Jahren bin ich mit meinen beiden kleinen Kindern ins Frauenhaus geflüchtet…“ oder „Ich kenne eine Frau in der Nachbarschaft…“ waren nur einige der Antworten. Mit mehr als 200 Personen kamen Gleichstellungsbeauftragte Svenja Gruber, Polizeibeamtin Suzanne Pjede, Frauenfachberaterin Karen Demuth und Nina Mehlert vom Weissen Ring ins Gespräch, nicht alle hatten Gewalterfahren, aber viele kannten betroffene Frauen in ihrem näheren Umfeld. Neben Informationsmaterial zu Beratungsstellen und Flyern mit der bundesweiten Rufnummer des Hilfetelefons 08000 116 016 wurden bei der Aktion die von den Bäckereien Wagner und Rathjen gespendeten Brötchen unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilt.

„Wir haben viel Zuspruch für unsere Aktion bekommen“, berichtet Karen Demuth von der Frauenfachberatungsstelle Kaltenkirchen, „auch von Männern. Das wichtigste ist, über das Thema zu sprechen und es nicht zu tabuisieren, denn es gibt Hilfsmöglichkeiten.“

Schlechtwetterbedingt hatte Svenja Gruber den „Tatort Wohnzimmer“ spontan vom Marktplatz ins CCU verlagert: „Center-Betreiber Erich Lawrenz ist selbst Mitglied beim Weissen Ring und hat die Aktion sofort genehmigt“, freut sich Svenja Gruber über die Unterstützung.

Erheblicher Risikofaktor für Frauen, Opfer von häuslicher Gewalt zu werden, ist eine Trennung oder Trennungsabsicht vom Partner, aber auch eigene Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend erhöhen die Gefahr.

pm

28. November 2019

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert