Vandalismus im Pfadfinderwald im Forst Endern | Henstedt-Ulzburger

Vandalismus im Pfadfinderwald im Forst Endern

Mitteilung der Pfadfinder

Traurige Pfadfinder vom Stamm St. Johannes vor dem umgestürzten Turm

Am Montag nach dem Himmelfahrtswochenende bot sich den Pfadfinderinnen und Pfadfindern des Stamms St. Johannes Henstedt von der Kirchengemeinde Henstedt-Ulzburg ein Bild der Zerstörung und Verwüstung im Pfadfinderwald im Forst Endern.

Traurig standen die Wichtel, die jüngsten Pfadfinderinnen und Pfadfinder, vor einer stattlichen Fichte, die mutwillig mit einem Beil verletzt wurde. Tränchen standen in den Augen von einem kleinen Wichtel, denn diese Fichte war nicht die einzige. Es wurden mindesten fünf weitere Fichten angehackt. Neben den Flurschäden im Wald wurden auch die kleineren Bauten und Unterstände mutwillig zerstört und eines der Kompostklos, welches auch als Lagerraum für Werkzeug diente, aufgebrochen und das Dach runtergerissen. Gefährlicher Schaden entstand, indem die Randalierer den Turm umgeworfen hatten, in dem das alte Kompostklo untergebracht war.

Über den Platz im Wald wurde reichlich Müll verteilt, zwei Badewannen, die die Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Wald aus einem Bachlauf geborgen hatten, wurden in einem der beiden Teiche versenkt. Aber damit war noch nicht genug angestellt worden. Die wohl gefährlichste Aktion war das Spiel mit dem Feuer. Die Randalier hatten ein Lagerfeuer entzündet, in dem jede Menge Müll und vor allem Plastik verbrannt wurde. Die Plastikbrandreste fanden sich im Umkreis von mehreren Metern um die Lagerfeuerstelle verteilt. Bei dem zuletzt nassen Wetter ging davon nur eine geringe Gefahr aus. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Randalierer keine Erfahrung im Umgang mit Feuer haben. Und vor allem das leichtsinnige Spielen mit dem Feuer kann im Wald schnell zu einem Waldbrand führen. Pfadfinderinnen und Pfadfinder hingegen lernen den Umgang mit Feuer und vor allem, dass das Spielen mit Feuer sehr gefährlich ist.

Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Kirchengemeinde sind seit mehr als 16 Jahren in ihrem Pfadfinderwald im Forst Endern aktiv. Diesen hat die Kirchengemeinde von einer Privatperson mit entsprechenden Nutzungsrechten gepachtet.

In Deutschland werden im Bundesnaturschutz- und Bundeswaldgesetz der Erholungswert von Natur und Landschaft betont und Betretungsrechte auf eigene Gefahr auch für Privatwälder gewährt. Das Landeswaldgesetz S-H definiert den Wald als „eine unverzichtbare Lebensgrundlage der Menschen, der in seiner Gesamtheit zu schützen und in seiner Lebens- und Funktionsfähigkeit dauerhaft zu erhalten ist. Jeder Mensch darf den Wald zum Zwecke der naturverträglichen Erholung auf eigene Gefahr betreten.

Auch Nichtpfadfinder sind somit herzlich eingeladen, im Pfadfinderwald Erholung und Ruhe zu suchen. Gerade nach dem vergangenen Jahr und vor allem in der Zeit der Pandemie war und ist der Wald einer der möglichen Rückzugs- und Erholungsorte. Für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Henstedt ist der Wald aber mehr, er ist ein Zuhause.

Auch in diesem Jahr kann kein gewohntes Sommerlager stattfinden und die Pfadfinderinnen und Pfadfinder dürfen immer noch nicht in ein großes Zeltlager fahren. Darum sind sie umso mehr auf ihren Pfadfinderwald angewiesen. Im Rahmen der Pfadfinderarbeit wird den Kindern und Jugendlichen ein besonderer Ort, ein grünes Kinder- und Jugendzimmer, angeboten. Dort darf es auch mal etwas unordentlich sein, aber Pfadfinderinnen und Pfadfinder lernen in der Natur zu leben und sich in ihr entsprechend einzufügen.

Betroffen sind sie jetzt vom inakzeptablen der Menschen, die die Natur und das Eigentum anderer zerstören und verwüsten. Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder wünschen sich, dass sie in ihrem Pfadfinderwald auch zukünftig ohne Angst vor Vandalismus und Zerstörung leben und lernen können.

Dazu laden sie herzlich ein. Der Stamm St. Johannes Henstedt ist offen für neue Mitglieder. Ansprechpartner ist der Henstedter Diakon und Stammesleiter Oliver Harder.

pm

4. Juni 2021

4 Kommentare zu "Vandalismus im Pfadfinderwald im Forst Endern"

  1. Arne Tornieporth sagt:

    Leider kein Einzelfall – gerade heute morgen ein „Zeltlager“ mitten im Wald Meeschensee in der Wildruhezone entdeckt. Bierzeltgarnitur, Plastikstühle, offene Feuerstelle mit verbrannten Plastikstühlen, abmontierte Verkehrsschilder und Müll, soweit das Auge reicht…

    Leute – bleibt auf den Hauptwegen, verhaltet euch ruhig, leint eure Hunde an und nehmt euren Müll mit. Dann haben alle was davon 🙂

  2. Heike Kock sagt:

    Diese Meldung macht uns unfassbar traurig – auch unser Sohn hat mit großer Begeisterung viel Zeit im Pfadfinderwald verbracht und die Kinder haben dort mit viel Herzblut die nun zerstörten naturnahen Bauten erstellt. Was geht in den Köpfen solcher Vandalen vor, das Werk von Kindern zu zerstören? Wahrscheinlich leider nicht viel… 🙁
    Die Frage ist nun, wie man den (ohnehin finanziell nicht so gut ausgestatteten) Pfadfindern helfen kann und solche Taten zukünftig verhindert. Unsere Spende ist ihnen sicher – wie man zukünftigen Vandalismus dort verhindern kann, da gibt es wohl keine andere Lösung als hoffen…

    • Rolf Michelsen sagt:

      ….ich hätte mich gefreut, wenn das eine oder andere Unternehmen / Pesönlichkeit sich zu dem Thema mit HIlfsangebot / Unterstützung in den Medien gemeldet hätte….

  3. R. Finsterbusch sagt:

    😡

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