Mehr Reitwege – Spaziergänger sollen doch zusehen, wo sie dann bleiben…

Wer im bayrischen Feldafing am Starnberger See durch den Stadtpark spaziert, für den gibt es statt Entspannung eher Nervenkitzel, berichtete gestern unser Urlaubsrückkehrer Christian Meeder. Denn der dortige Stadtpark ist zugleich auch Golfplatz, und so muss jederzeit mit umherfliegenden Golfbällen gerechnet werden. Damit Spaziergänger nicht so einfach von diesen getroffen werden können, wird ihnen geraten, in Gefahrenzonen nicht stehenzubleiben…

Ähnliche Gefährdungen argloser Spaziergänger sind in Henstedt-Ulzburg zum Glück unbekannt: Wer nicht gerade in der Dämmerung durchs Unterholz schleicht, wenn die Grünröcke auf ihren Hochsitzen Reh und Hase nachstellen, braucht normalerweise keine unliebsamen Überraschungen zu befürchten.

Das könnte sich allerdings in vier bis fünf Jahren ändern. Gut möglich, dass dann an einigen Wanderwegen in Henstedt-Ulzburg die Spaziergänger ebenfalls zum zügigen Marschieren angehalten werden. Nicht weil eisenharte Golfbälle Leib und Leben bedrohen könnten, sondern vielmehr um das Risiko zu vermindern, unter Umständen mit einem Pferd zu kollidieren.

Denn das vor der Sommerpause von der Politik einstimmig verabschiedete 300.000-Euro-Reitwegekonzept sieht nicht in jedem Fall den Bau von neuen Reitwegen vor. Teilweise ist auch vorgesehen, Wanderwege in Reitwege umzuwandeln. Das gilt beispielsweise für den Verbindungsweg zwischen Quellenweg und Hein-Tim-Weg an der Alsterquelle. Die Reitwegekomission kommt zwar zu dem Schluss, dass dieser Weg „für eine Mehrfachnutzung zu schmal“ sei, traut sich aber offenbar nicht, die Fußgänger von ihrem angestammten Alster-Wanderweg fernzuhalten. Auf eigene Verantwortung sollen diese auch zukünftig den schmalen Weg mitbenutzen dürfen: Jeder solle selbst entscheiden, ob der Weg für ihn vertretbar erscheine, heißt es im Reitwegekonzept.

H-UN

3.8.2012

4 thoughts on "Mehr Reitwege – Spaziergänger sollen doch zusehen, wo sie dann bleiben…"

  1. Ich denke die diversen Pferdehöfe in der Umgebung zahlen jede Menge Gewerbesteuer ein wieso dann noch zusätzlich eine Pferdesteuer ?-Das dazu
    Ein Reitwegenetz ist an sich Sinnvoll um auch Reittouristen in unsere schöne Region zubringen oder den zahlreichen Freizeitreitern eine möglichkeit zu geben in sicherer Umgebung abseits vom Straßenverkehr ihren Sport nachzugehen ohne dabei sich oder andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.
    Im Allgemeinen wird mit Sicherheit so geritten das Fußgänger nicht nennenswert belästigt werden ist auch im Sinne des Reiters damit sein teures schreckhaftes Sportgerät nicht durchgeht.
    zum Kommentar oben – mit Reitwegen denke ich würde dies etwas weniger werden .Aber es gelten dieselben Gesetze wie mit Hundekot Verursacher muss beseitigen. Für einen Reiter bestimmt etwas umständlich
    zu handhaben 😉 .Könnten aber bestimmt auf den Grünstreifen ausweichen.
    Bin übrigens kein Pferdehalter oder Reiter finde aber diese Tiere gut

  2. Ich meine: Ohne Pferdesteuer kein Reitwege!

    Es gib im Kreis Segeberg sicherlich sehr viele Pferde und damit auch Reiter aber mit Sicherheit gibt es noch mehr Fußgänger, Jogger und Walker.

    Und passend zu diesem Thema meine Frage: Warum soll die Allgemeinheit für die Reinigung der Straßen und Wege zur Kasse gebeten werden?

    Es grenzt jetzt zeitweise schon an einen Hindernisslauf, wenn man beispielsweise von Götzberg kommend auf dem Fußweg Richtung Henstedt auf der Götzberger Straße joggt; so vielen Pferdeäpfeln muss man zuweilen ausweichen.

  3. Pferdesteuer

    … wäre nicht , wenn man ernsthaft über ein mit öffentlichen Mitteln finanziertes Reitwegenetz nachdenkt , auch zu überlegen , die Kosten an die Reiter in Form einer „Pferdesteuer“ weiterzureichen ?
    Ich wäre übrigens dagegen , die von mir über Jahrzehnte für meinen „Haus- u-.Hofdackel“ an die Gemeindekasse entrichtete Hundesteuer
    für diese Baumaßnahme zu verwenden .

    In diesem Sinne : U.Lembcke

  4. Ich sehe kein Reitwegekonzept. Ich sehe nur 300.000,- die besser in Kitas, Schulen, Radwegen, Parkplätzen oder auch einfach nur in den Schuldenabbau investiert wären.
    Nicht die Allgemeinheit profitiert von solch aberwitzigen Projekten, sondern eine vergleichsweise kleine Clique. Die Allgemeinheit zahlt nur wieder die Zeche. Obendrein werden die Bürger mit Einschränkungen in ihrer gewohnten Bewegungsfreiheit belastet.

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