Gisa Casties ist tot | Henstedt-Ulzburger

Gisa Casties ist tot

Gisa Casties

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Ihr Tod reißt eine Lücke in Henstedt-Ulzburgs Kulturlandschaft: Gisa Casties, die Frau mit den vielen Facetten, lebt nicht mehr.

Gisa Casties starb wenige Tage vor ihrem 72. Geburtstag – nach schwerer Krankheit, die sie lange zu verbergen verstand. Die kleine Frau mit der großen Persönlichkeit hat sich am Sonntagabend für immer verabschiedet. Ihr Sohn tröstete alle, die nun um seine Mutter trauern: „Sie war nicht allein. Wir haben sie begleitet. Es geht ihr gut.“ Das harmonische Verhältnis zu ihrem Sohn und seiner Familie, die Freude an ihren beiden Enkelkindern prägten vor allem die letzten Jahre ihres Lebens, wo sie oft und gern zu Gast war.

Die Nachricht vom Tod der Gisa Casties löste bei allen, die sie kannten und schätzten, tiefe Betroffenheit aus. Wir haben einige ihrer Weggefährten befragt, was sie am meisten an ihr geschätzt haben, was sie beeindruckt hat und wie sie sie als Mensch erlebt haben.

Dazu Ingrid Wacker vom Trödelhöker, die sich jetzt schon wieder auf die Zusammenarbeit mit Gisa Casties für die Vorbereitungen der Kunst- und Kulturwoche (KuKuHU) gefreut hatte. Und die nun ohne ihre Kreativität und ihren Ideenreichtum im Orga-Team auskommen muss. „Durch diese Zusammenarbeit hat sich in den letzten vier Jahren eine richtige Freundschaft entwickelt, die uns und der Sache sehr gut getan hat. Sie kam als Künstlerin zur KuKuHU, stieg nach zwei Jahren ins Kümmerer-Team ein und wechselte dann ins Orga-Team. Dass sie so plötzlich aus unserer Mitte gerissen wurde, hat uns alle sehr erschüttert.“ Und sie erinnert sich an ihren Besuch am vergangenen Dienstag bei ihr im Krankenhaus, „wo wir sogar gelacht haben. Heute wollte ich wieder hin – da erreicht mich diese schlimme Nachricht!“ Es war ihre entwaffnende Offenheit, die die meisten an ihr schätzten. „Von ihr bekam man immer eine ehrliche Antwort. Denn was sie sagte, hatte Hand und Fuß. Sie wollte auch keine Künstlerin sein, sondern bezeichnete sich immer als Handwerkerin“ , fasst Ingrid Wacker zusammen. „Sie hat auch KuKuHU ihren Stempel aufgedrückt. Wirklich – ein sehr großer Verlust …“

Auch Gemeindevertreter Carsten Schäfer wurde von der Nachricht überrascht. „Mich hat das sehr getroffen“, gibt er zu und sinniert: „Da sitze ich hier in meinem Büro und schaue gegenüber in ihre Wohnung, wo am Fenster noch die Friedenstaube hängt. Ich mochte ihre Art zu reden, in der sich immer ein Hintersinn oder eine Spitze verbarg. Sie war einfach unverzichtbar, ein immer interessanter Farbtupfer. Deshalb habe ich auch gern das Gespräch mit ihr gesucht. Ihr Tod reißt eine Lücke in Henstedt-Ulzburg.“

Vor etwa zehn Jahren lernte die Künstlerin und Dozentin Sabine Helgesson (Galerie Bildwerk) Gisa Casties kennen. „Sie kam zu mir in die VHS und hat sich für den Kurs für absolute Anfänger eingetragen. Dabei schlummerte schon damals ein außerordentliches Talent in ihr. Bis vor eineinhalb Jahren hat sie meine Zeichenkurse besucht, obwohl sie längst auch zu Hause zeichnete. Außerdem hat sie beeindruckende Porträts gezeichnet.“ Frau Helgesson bewunderte auch die Fotografin Gisa Casties, die ihre Motive immer aus einem ganz speziellen Blickwinkel sah, „sozusagen durchs Schlüsselloch. Sie wollte keine Postkartenmotive, suchte immer das Besondere, Außergewöhnliche. So waren auch ihre Fotos. Sie hat uns alle bereichert und uns gezeigt, die Dinge ganz anders als üblich auszudrücken. Darin war sie einmalig. Sie wird uns auf jeden Fall fehlen.“

Dazu Dr. Jochen Brems von der Volkshochschule, bei dem Gisa Casties nunmehr seit drei Jahren selbst Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene in „Bleistiftzeichnungen“ gab: „Sie war sehr belesen und kulturell hoch motiviert, was sich auch vor allem in ihrer Mitarbeit bei KuKuHU zeigte, wo sie von Anfang an sehr aktiv eingestiegen war. Sie war in jeder Hinsicht sehr engagiert und dabei zugleich sehr bescheiden.. Ich habe unsere Begegnungen immer sehr geschätzt, weil von ihr gerade kulturell sehr positive Impulse kamen. Ein echter Verlust für Henstedt-Ulzburg.“

Die Beisetzung findet statt am Donnerstag, 23. Januar um 14 Uhr in Ahrensburg, auf dem neuen Teil des Ahrensburger Friedhofs Bornkampsweg 14, bei der neuen Kapelle.

Gabriele David

22. Januar 2014

3 Kommentare zu "Gisa Casties ist tot"

  1. Gisa Casties wird eine ziemlich große Lücke in unserem Ort hinterlassen. Wir sind sehr traurig!

  2. Gisa war eine ganz besondere Persönlichkeit, immer authentisch, ehrlich und direkt, ohne Schnörkel und Allüren. Sie hatte immer ihren eigenen Standpunkt und ist sich selber treu geblieben in einer Zeit, in der das nicht immer selbstverständlich ist. Sie war darüber hinaus eine außergewöhnlich begabte Zeichnerin und hatte auch als Fotografin einen ganz unverkennbaren Stil. Sie wird uns allen fehlen!

  3. Kristina Hamann sagt:

    Bin tief betroffen. Habe 2 Kurse Bleistiftzeichnen besucht und sehr viel von Gisa gelernt.
    Eine tolle ,außergewöhnliche Frau hat uns verlassen.

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