Eichen abgeholzt | Henstedt-Ulzburger

Eichen abgeholzt

Wie ein Lauffeuer sprach es sich unter den Bewohnern der Olivastraße herum: Auf dem Gelände des alten „Sporting Palace“ werden sechs  alte Eichen abgeholzt! Die mächtigen Bäume stehen offenbar dem Neubau von 16 Reihenhäusern im Weg und damit auch den Interessen des Investors.

Sofort am Tatort waren mehrere Mitglieder der Wählergemeinschaft Henstedt-Ulzburg (WHU), unter ihnen auch Bürgervorsteher Carsten Schäfer. Er war von entsetzten Bürgern alarmiert worden. Sein Kommentar: „Mit Baumschutzsatzung wäre das wohl nicht passiert.“ Wie sich bei Recherchen der WHU herausstellte, waren die Eichen einst als „ortsbildprägend“ unter den besonderen Schutz der gemeindlichen Satzung gestellt worden, dieser Schutz entfiel jedoch mit Ende der Baumschutzsatzung im Jahr 2002.

Die Bäume hätten mit Änderung des Bebauungsplanes 2005 als „zu erhalten“ festgesetzt werden können. Das unterblieb aber nach Angaben von WHU-Fraktionschefin Karin Honerlah – auch nach unterbliebenen Hinweisen des damaligen Bürgermeisters Volker Dornquast (CDU). Demnach wurde den zuständigen Ausschussmitgliedern nicht einmal ein Auszug aus dem bis dahin geltenden B-Plan zur Verfügung gestellt, in dem die Bäume aufgeführt waren. „Statt dessen“, so Honerlah, „hat uns damals Bürgermeister Dornquast versichert, der alte Baumbestand sei nicht schützenswert“.

Auch wenn die Eichen in der Olivastraße nun nicht mehr zu retten sind, will die WHU jetzt am Thema dranbleiben und in der Gemeinde nach weiteren Baumbeständen suchen, die von Fällaktionen bedroht sind, so Karin Honerlah. Carsten Schäfer: „Wir brauchen dringend einen Schutz dieser Bäume, damit unser Ort seinen Charakter nicht ganz verliert. Das sind wir den nächsten Generationen schuldig.“ Auch im benachbarten Norderstedt ist die mögliche Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung in Gespräch.

Jörg Schlömann

4 Kommentare zu "Eichen abgeholzt"

  1. Rainer Schwarz sagt:

    Die Wiedereinführung der Baumschutzsatzung halte ich für dringend notwendig, da das Abholzen von zum Teil sehr alten Bäumen begründet werden muss. Es gibt sicherlich immer wieder Notwendigkeiten, aber es Bedarf meiner Meinung nach einer „Kontrolle“, da der Sinn und Zweck von Bäumen nicht jedem klar zu sein scheint…

  2. Scholz sagt:

    Habe schon seit vielen Jahren auf die Abholzung der Gemeinde hingewiesen.(Umschau) Dieses Jahr wurden u.A. wieder Bäume im Park am Schwimmbad abgeholzt, im Biotop jedes Jahr sowieso, Timmhagen, und schauen Sie doch mal in die Privatgärten: vor zwei Jahren stand im Kirchweg 33 noch eine stattliche Hängebuche im Vorgarten,dann die ganzen verschnittenen zu Krüppeln gemachten Bäume. Maurepass Str.(Wohnungen vom Kaltenkirchener Wohnverein) usw. Wenn ich durch Ulzburg gehe, kann ich nur heulen!!!

  3. Kurt Göttsch sagt:

    “ Ich war selbst überrascht, dass diese Bäume gefällt wurden. “ wird Bürgermeister Thormählen in der Umschau zitiert., „Der Bebauungsplan setzt die Bäume nicht fest. Warum das so entschieden wurde, ist für mich nicht mehr nachprüfbar..Unwissenheit möchte ich dabei (fast) ausschließen, denn die Bäume waren, so denke, jedem bekannt“.

    Diese Kritik an seiner Verwaltung und den EX- Bürgermeister Dornquast ist für den sonst sehr um Ausgleich bemühten Bürgermeister schon sehr deutlich.
    Aber er hat doch Recht.

    Und wenn die Aussage der WHU unwidersprochen bleibt, wonach die ehrenamtliche Politik von dem ehe. Bgm. Dornquast nicht richtig informiert und eingebunden wurde, dann sagt das in Verbindung mit der Thormählen Aussage viel über die Art der der Problemlösung in HU in der Vergangenheit aus.

    Hier ging es um wirtschaftliche Interessen, möge doch keiner was von morschen Bäumen, nicht erhaltenswert , Gefahr durch herabfallende Äste etc. sagen.
    10/12 Häuser auf dem Grundstück bringen eben weniger Gewinn ein..
    16 Häuser bringen einen größeren Profit .
    So einfach ist das .
    Es wäre zu wünschen , dass Herr Thormählen seiner Verwaltung künftig solche Fehler nicht mehr erlaubt .

  4. Delphine Jungclaus sagt:

    Zitat:…“will die WHU jetzt am Thema dranbleiben und in der Gemeinde nach weiteren Baumbeständen suchen, die von Fällaktionen bedroht sind, so Karin Honerlah.“
    Heißt das konkret, Mitgleider der WHU gehen ‚rum + notieren , wo welcher Baum stehenbleiben soll? Wird noch Hilfe gebraucht ? An wen können sich (parteilose) Gemeindemitglieder wenden, wenn sie einen Baum für schützenswert halten…?

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