Corona aus Sicht eines Jugendlichens | Henstedt-Ulzburger

Corona aus Sicht eines Jugendlichens

Der Autor besucht die neunte Klasse des Alstergymnasiums

Das Coronavirus macht das Leben aller Menschen besonders schwer. Ich beziehe mich heute allerdings vor allem auf die Jugendlichen und wie das Virus die Kindheit und das mentale Wohlsein der Jugendlichen beeinflusst. Die letzten Wochen sah ich immer wieder das Thema in den Medien, dass immer mehr Kinder und Jugendliche von negativen mentalen Problemen sprachen und es auch so langsam nicht mehr zuhause aushalten würden. Ich aus meiner Sicht kann diese Aussagen nur bejaen, denn eines ist klar: Das Virus macht müde.

So wie für die Meisten ist das Leben schon lange zu Einheitsbrei geworden. Als Jugendlicher steht man morgens auf, schaltet den PC an und klinkt sich in die Videokonferenzen seiner jeweiligen Schule ein. Irgendwann ist es dann fast Nachmittag und man ist fertig mit der „Schule„. Auch wenn diese Videokonferenzen inhaltlich fast das gleiche wiedergeben, wie der eigentliche Unterricht in der Schule, fühlt es sich nur ermüdend an. Man ist eben nicht bei seinen Klassenkameraden, macht eben keine Witze, sieht nun mal nicht seine Lehrer, welche man schnell noch etwas fragt um die Aufgabe besser zu verstehen. Auch dieser ´´Unterricht´´ fühlt sich einfach nicht richtig an. Motivation dann noch etwas für die Schule zu tun fehlt eigentlich andauernd. Wer sich auch wirklich an die regeln hält sieht dazu dann nur einen Freund/*in, was natürlich schonmal was ist aber ich denke die meisten haben dann doch mehr als nur eine Person, die man sehen will und mit welcher man zeit verbringen möchte. Es ist einfach super frustrierend zu wissen, dass man vielleicht die Beschwerden freieste Zeit und vielleicht auch die schönste Zeit seines Lebens verpasst, weil es ein Virus gibt, welches diese Zeit zerstört. Wenn man dann jemanden fragt, wann diese Zeit denn irgendwann vorbei sei, kommen Antworten wie: Bald, in ein paar Monaten, nächsten Sommer usw.

Ich finde diese Antworten beschreiben die Gefühle von fast jede*/m/r. Ungewissheit. Jeder ist glaube ich ungewiss wann es aufhört, wie es aufhört, wie es weitergeht und wer sich am Ende darüber freuen darf, dass es aufhört. Leider muss ich zugeben, dass die Regierung den Menschen nicht wirklich bei dieser Ungewissheit hilft. Wichtige Politiker und wichtige Parteien, die uns, der Bevölkerung, eigentlich helfen sollten, trumpfen leider momentan von Kontroversen, Skandalen und Korruption. Misstrauen baut sich immer weiter auf und das wahrscheinlich zurecht. Was nicht nur die Jugend, sondern generell Deutschland braucht ist Klarheit. Das diese schwer in einer Zeit von Pandemie schwer zu erreichen ist, ist mir zwar klar, trotzdem denke ich, dass die Regierung trotzdem mehr klare Ansagen und Forderungen an die Bevölkerung äußern sollte, anstatt dauernd um den heißen Brei herumzureden.

Im Moment heißt es für Jugendliche, so wie für alle anderen auch: Durchhalten und so lange es geht gesund bleiben. Ich hoffe dieser Beitrag regt auch einige Erwachsene dazu an sich Gedanken darüber zu machen, dass die Jugend mental leidet und jede Unterstützung und Hoffnung gebrauchen kann. Dies soll nicht heißen, dass Erwachsene nicht weniger unter mentalen Problemen leiden, jedoch denke ich, dass vor allem wir jungen Menschen besonders darunter leiden.

H-UN

18. April 2021

2 Kommentare zu "Corona aus Sicht eines Jugendlichens"

  1. Axel Grimm sagt:

    Ich bin beeindruckt über die Offenheit der Schilderung und kann die emotionale Situation der Kinder und Jugendlichen gut nachvollziehen. Leider fällt mir nichts Aufmunterndes ein, da die Schilderung der Situation meinen eigenen Beobachtungen entspricht.

  2. G. Willsch sagt:

    Ein ausgezeichneter Situationsbericht, der die Tatsachen punktuell widerspiegelt.
    Insbesondere auch ein Hilferuf nach der Freiheit, die jedem unbescholtenem Menschen in einer funktionierenden Demokratie zusteht.
    Gleichauf lese ich den Vorwurf an die Politik heraus, die ihnen zugewiesenen und verantwortungsvollen Aufgaben deutlich gewissenhafter wahrzunehmen, wie auch sich persönlich stärker zu disziplinieren.

    Soviel Wahrheit aus der Feder eines Heranwachsenden, der so früh mit so viel frustrierenden Dingen konfrontiert wird, sollte besonders der Politik schwer zu denken geben. Und das nicht nur in Zeiten, die von dem bösen Wort mit ‚C‘ geprägt sind.

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