Bürger erzwingen Prüfung über Tempo 30 in der Kisdorfer Straße/Dorfstraße | Henstedt-Ulzburger

Bürger erzwingen Prüfung über Tempo 30 in der Kisdorfer Straße/Dorfstraße

Andre Martin (am Mikrofon) stellte am Dienstag den erfolgreichen Tempo 30 Prüfantrag

Andre Martin (am Mikrofon) stellte am Dienstag den erfolgreichen Tempo 30 Prüfantrag

Diese Anordnung kommt vom Volk. Die Einwohnerversammlung hat sich gestern nahezu geschlossen für Tempo 30 auf Henstedts Durchgangsstraße Nummer Eins ausgesprochen. Das Kommunalparlament muss jetzt über einen entsprechenden Prüfauftrag an die Verwaltung abstimmen. Die Temporeduzierung auf Kisdorfer- und Dorfstraße soll vom Knotenpunkt Bürgermeister-Steenbock-Straße/Kisdorfer Straße bis zum Netto-Kreisel eingerichtet werden fordert das Bürgergremium, bis jetzt gilt auf einem Teilstück der Strecke nur ein Tempolimit für Laster. Als zweite Maßnahme für mehr Sicherheit auf dem Streckenabschnitt sollen Querungshilfen eingerichtet werden. Auch dafür gab es am Dienstag eine fast absolute Mehrheit im großen Saal des Bürgerhauses.

Erstmals seitdem die HU-Nachrichten über das Gemeindegeschehen berichten, haben Bürger damit am Dienstag die Chance von Einwohnerversammlungen genutzt und schicken jetzt direkt Anträge auf die Tische der Ortspolitiker im Gemeindeparlament.

Für die Verwaltung ist das Neuland. Ortsplaner Volker Duda und Bürgermeister Stefan Bauer erklärten gestern unmittelbar vor den Abstimmungen, man könne auch schriftliche Eingaben einreichen, wie man es aus Bebaungsplanverfahren kenne, die schriftlich eingegangenen Anregungen würden gleichwertig behandelt. Allgemeinmediziner Holger Weihe zog daraufhin seinen Antrag zurück, er hatte gefordert ein gerade erst eingeführtes Parkverbot in der Bahnhofstraße (Teilstück Kirchweg/Kammerloh) aufzuheben. Seit Einführung des Parkverbots fallen dort parkende Autos als Hindernisse auf der Fahrbahn aus, es werde jetzt viel zu schnell gefahren, so der Arzt.

Heute präzisierte nun der Bürgermeister gegenüber den HU-Nachrichten das Umgehen mit den Versammlungsbeschlüssen: Ende Januar werde das Verkehrsstrukturgutachten öffentlich ausgelegt, inklusive der Beschlüsse aus den Einwohnerversammlungen – in der kommenden Woche folgen ja noch zwei – nach Abschluss der vierwöchigen Auslegungsphase würden dann alle Anregungen und Stellungnahmen im Umwelt- und Planungsausschuss beraten. Über die Anregungen aus den Einwohnerversammlungen werde anschließend  auch in der Gemeindevertretung abgestimmt. Damit würde den Regularien entsprochen, so Verwaltungschef Stefan Bauer.

Dazu muss man wissen: Der Hauptsatzung der Gemeinde ist zu entnehmen, dass Anregungen und Vorschläge aus Einwohnerversammlungen, die von mindestens 50 Prozent der anwesenden Einwohner unterstützt werden, der Gemeindevertretung vorzulegen sind.

Das heißt gleichzeitig:  Nie war es für die Bürger der Großgemeinde so einfach wie jetzt, sich Gehör zu verschaffen und Anliegen direkt im Ortsparlament zu platzieren. Bei Einwohnerversammlungen reicht dafür die Zustimmung von 50 Prozent der anwesenden Bürger, am Dienstag waren 40 Personen anwesend. Zum Vergleich: Wer ansonsten Anträge im Kommunalparlament platzieren will, braucht in Henstedt-Ulzburg Unterstützerunterschriften von etwa 1000 Einwohnern.

Am kommenden Mittwoch und Donnerstag finden nun noch zwei weitere Einwohnerversammlungen statt. Vorgegebenes Thema ist das Verkehrsgutachten, die Versammlung kann aber  zu jeder beliebigen Angelegenheit Beschlüsse fassen.

cm

7. Januar 2015

14 Kommentare zu "Bürger erzwingen Prüfung über Tempo 30 in der Kisdorfer Straße/Dorfstraße"

  1. H.Rahmer sagt:

    Wenn es um die Einwohnerversammlung am Dienstag geht, waren doch wohl bei dieser Veranstaltung am Dienstag gerade mal 40 Personen anwesend (ich war leider verhindert). Hoffentlich nehmen an den weiteren Einwohnerversammlungen mehr Henstedt-Ulzburger teil, um repräsentativere Abstimmungsergebnisse zum Wohle aller zu erzielen. Werden eigentlich auch Protokolle dieser Versammlungen zeitnah veröffentlicht ?

  2. Dirk Meissner sagt:

    auch wenn die Versammlung nicht groß besucht wurde, so hatte sie doch ein unheimlich positives Ergebnis erzielt und ein Zeichen für “ echte“ Demokratie“ gesetzt der Bürger konnte direkt, ohne großes Tamtam, etwas bewegen, klasse! Und dies wird sich herumsprechen und sicherlich werden es mehr Bürger bei der nächsten Versammlung sein und sich aktiv für ihre Gemeinde einsetzten, denn der Spruch:
    Da kannst eh nichts dagegen machen, die da ober machen was sie wollen, sollte in HU nun nicht mehr gelten, Top ..

  3. Rolf Michelsen sagt:

    Oh, wie herrlich ist das Autofahrerleben in der Großgemeinde ! Wir stehen vor dem absoluten Kollaps auf den Straßen und kluge Anwohner finden die Lösung: Tempo 30. Ob das die Menge der Fahrzeuge reduziert und damit die Lärm-und Geruchsentwicklung ist wohl mehr als nur fraglich. Dann fahren die LKW’s eben langsam mit etwas mehr Ruß durch die Straße. Fehlt jetzt nur noch der Vorschlag mit Stolperschienen oder Blumenkübeln zum Zickzackfahren.Aber niemand macht sich ernsthaft Gedanken, wie eine Umgehungstraße entstecken könnte bevor das 23. Jahrhundert da ist. Die Gemeindevertreter samt Parteien übrigens samt Bürgermeister in den letzten 3o Jahren auch nicht. Viel einfacher: machen wir es doch wie in den Niederlanden: Kreisverkehre an allen Einmündungen und ohne Ende, keine Vorfahrtsberechtigung mehr – dann haben wir doch auch wenigstens überall 30 – als Höchst- oder als MIndestgeschwindigkeit ?

    • Jan Kirmse sagt:

      Hallo Herr Michelsen, man kann Ihrem Beitrag deutlich entnehmen, daß Sie nicht anwesend waren! Es hilft nicht, daß Sie eine einzelne Maßnahme, die seit über 20 Jahren überfällig ist, relativ ausführlich diskutiert wurde und absolut nichts mit dem Verkehrsfluß zu tun hat, von Ihnen jetzt so lächerlich gemacht wird. Es ging ausschließlich um die Sicherheit sämtlicher Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich (die Straße ist schmal, kurvig, stellenweise sehr schlecht einsehbar, die Bürgersteige sind extrem schmal und es gibt keine Möglichkeit der Verbreiterung, obendrein gibt es im Bereich Dorfstraße dann noch Altenheim und Kindergarten). Es war eine gute Möglichkeit, das Thema anzuschneiden, auch wenn es vorrangig darum gehen sollte, die Vorschläge der Verkehrsplaner zu diskutieren.

      Das Thema Umgehungsstraße gab es gar nicht, da dies keine ortsteilbezogene Maßnahme ist (es ging, wie angekündigt, ausschließlich um Einzelmaßnahmen in Henstedt und Ulzburg).

      Aber falls Sie das evtl ein wenig beruhigt: die meisten Anwesenden (so schien es mir) glauben weder daran, daß HU jemals eine Fahrradgemeinde wird, egal wie viele Fahrradwege man baut (außerdem ist der Zug mit der Sanierung der Hamburger Straße (zumindest in dem Bereich) sowieso für die nächsten 10-15 Jahre abgefahren, da hat auch der Präsentator keinen Hehl draus gemacht), noch, daß es die Verkehrssicherheit erhöht, wenn die Fahrradfahrer auf der Straße fahren.

      • H. Sazmann sagt:

        „noch, daß es die Verkehrssicherheit erhöht, wenn die Fahrradfahrer auf der Straße fahren.“

        Was der Bauer nicht kennt… 🙂

        H-U wäre auch keine Autofahrergemeinde geworden, wenn

        – auf Hauptachsen die Straßen ganze 2,60 m breit wären
        – jedenfalls da, wo keine Hecken einen halben Meter reinragen würden
        – man an Ampeln aussteigen und Grün anfordern müsste
        – man an der Kreuzung Beckersberg/Hamburger Str. aussteigen und das Auto schieben müsste, weil es anders nicht erlaubt wäre
        – vor wichtigen Zielen wie dem REAL-Markt nur 1/3 der nachgefragten Parkplätze vorhanden wäre

        Für Radfahrer pure Realität.

        • Jan Kirmse sagt:

          Ich wollte das auch nicht werten sondern nur Herrn Michelsen eine Zusammenfassung dessen liefern, was ihn interessieren könnte (basierend auf seinen Beiträgen der letzten Tage). 😉

      • Peter Borchert sagt:

        Hallo Herr Kirmse, hinsichtlich der unübersichtlichen, engen Kurvigkeit, der viel zu schmalen kombinierten Geh-Rad-Wege, der anliegenden Senioren-Wohnanlage und der Kita stimme ich Ihnen als Begründung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30Km/h voll zu. Ich bin gespannt, mit welchen (fundierten?) Begründungen ein entsprechender Antrag der Gemeinde, wenn es dazu überhaupt kommt, von der Polizei und dem Kreis abgelehnt werden sollten.

        • Jan Kirmse sagt:

          Ja, eine gewisse Aussichtslosigkeit wurde dem Thema ja in Aussicht gestellt…aber den Versuch ist es ja trotzdem wert.

    • Jan Kirmse sagt:

      Herr Michelsen, speziell noch für Sie: die Umgehungsstraße, die besprochen wurde, war „die Kleine“, also Verlängerung „Am Bahnbogen“ an die Westerwohlder Straße ran. Der Diskussion konnte man zwei Dinge entnehmen: der Nutzen wird angezweifelt und bei knapp 2 Mio. Kosten wird das Thema anscheinend auch eher abgelehnt, bzw bezweifelt, daß die Gemeinde das zahlen wird.

  4. Kurt Göttsch sagt:

    @ Herr Kirmse, ich kann nicht für „die“ Politik sprechen, gehen Sie aber – siehe mein Redebeitrag auf der Versammlung – davon aus, dass das Projekt Bahnbogen in meiner Fraktion – auch wegen der vielen positiven Auswirkungen auf das „Quartier“ zwischen Kadener Ch./ Kirchweg / Westerwohlder Str. eine hohe Priorität hat.

    • Jan Kirmse sagt:

      Das zweifel ich auch nicht an. Aber ich hatte das Gefühl, daß das Kosten/Nutzenverhältnis in Frage gestellt wird.

  5. Wolfgang Martens sagt:

    Hallo Herr Götsch,
    „Quartier“ Kadener Ch./ Kirchweg / Westerwohlder Str.?!? Habe ich da etwas verpasst? Und was soll diese Straße denn für positive Auswirkungen haben, außer für die Autofahrer, die dann noch eine Möglichkeit haben den Weg durch H.U. abzukürzen und durch Wohngebiete zu rasen? Diese neue Verbindungsstraße mündet direkt auf die Westerwohlder Str. und dann würden die Autos über Schulstr. und Usedomer Str. wieder auf die Hamburger Str. gelenkt werden (durch Wohngebiete in denen 30km/h gilt und die direkt an Kindergarten und Grundschule vorbeiführen). Und kommen Sie bitte nicht mit dem Unsinn, dass diejenigen Autos, die nach Alveslohe etc. wollen dadurch nicht mehr über den Kirchweg oder Hamburger Str. fahren müssten. Davon gibt es nämlich verhältnismäßig viel zu wenig und die meisten nutzen sowieso schon illegalerweise den Heideweg. Außerdem würden sie damit eine weitere Schneise durch die Natur schlagen und alle Anwohner dort mit zusätzlichem Verkehr belasten, der Nutzen und Kosten bei weitem nicht kompensiert.
    Aber ich bin auf ihre „vielen“ positiven Auswirkungen gespannt, die sie mir vielleicht einmal hier darlegen könnten.
    Besten Dank…

    • Jan Kirmse sagt:

      Laut Verkehrsgutachter wäre die Straße im wesentlichen tatsächlich für täglich 200-400 Alvesloher gedacht. 😉

  6. jens Daberkow sagt:

    Würde es als Ulzburger sinn machen einen langen Bogen schlagen um von Real in die Schulstrasse zu kommen ? Ich denke nicht da bin Ich doch eher in Richtung von Hr.Göttsch das die Strasse von Leuten genutzt werden die aus Richtung Alveslohe kommen. Und immer daran denken dann gehören da diese Neumdischen Dinger Names Radweg hin ;D

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