380kV-Ostküstenleitung – Henstedt-Ulzburg bekräftigt Ablehnung der Trassenführung durch die Großgemeinde | Henstedt-Ulzburger

380kV-Ostküstenleitung – Henstedt-Ulzburg bekräftigt Ablehnung der Trassenführung durch die Großgemeinde

Mitteilung aus dem Rathaus

Die Gemeinde Henstedt-Ulzburg lehnt die Trassierung der 380kV-Ostküstenleitung durch den Ort weiterhin ab. Dies bekräftigten Bürgermeisterin Ulrike Schmidt, die Fraktionsvorsitzenden sowie die beiden Henstedt-Ulzburger Landtagsabgeordneten Stephan Holowaty (FDP) und Ole-Christopher Plambeck (CDU) nach einem gemeinsamen Gespräch. Seit 4. Januar sind die Planfeststellungsunterlagen im Internet einsehbar und liegen in den betroffenen Kommunen in den Rathäusern aus.

„Die Planungen der Tennet sehen weiterhin einen Verlauf der Ostküstenleitung durch Henstedt-Ulzburg und den Bau eines Umspannwerks im Bereich Beckershof vor“, bedauert Bürgermeisterin Ulrike Schmidt. „Wir vertreten den Standpunkt, dass die Ostküstenleitung entlang der zukünftigen A20 geführt werden sollte. Eine Zusammenführung von Autobahn und Stromtrasse ergibt Sinn, weil dort Emissionen gebündelt werden und hierdurch geringere Raumwiderstände ausgelöst werden, als durch eine Trassierung quer durch eine 28.500 Einwohner starke Großgemeinde“, so Bürgermeisterin Schmidt.

Bis zum 3. März 2020 haben betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie die Träger öffentlicher Belange Zeit, eine Stellungnahme in das Planfeststellungsverfahren einzubringen. Die Gemeinde Henstedt-Ulzburg befasst sich bereits intensiv mit den Planungsunterlagen und wird ihre Einwände im Verfahren geltend machen.

Nach einer ersten Sichtung bezweifelt die Gemeinde Henstedt-Ulzburg die Belastbarkeit der Planfeststellungsunterlagen und damit die Rechtmäßigkeit der Trassenführung durch Henstedt-Ulzburg insgesamt. Konkret stellt sich außerdem die Frage, inwieweit eine Erdverkabelung im Pinnau-Biotop mit naturschutzrechtlichen Belangen in Einklang zu bringen ist.

Die Planfeststellungsunterlagen zur Ostküstenleitung können im Online-Portal der Planfeststellungsverfahren in Schleswig-Holstein unter https://planfeststellung.bob-sh.de/ öffentlich eingesehen werden. Bei Fragen zu den Unterlagen können Sie sich hierfür direkt an das Unternehmen Tennet wenden.

Amsprechpartner: Peter Helms Referent für Bürgerbeteiligung | Schleswig-Holstein

T +49 (0)431 7858-7188

M +49 (0)151 18879960

E. peter.helms@tennet.eu

Damit Einwände im Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werden, reicht eine Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen Tennet allerdings nicht aus. Bürgerinnen und Bürger, deren Belange durch das Bauvorhaben berührt werden, haben hierfür bis einschließlich 3. März 2021 schriftlich die Möglichkeit, zum Aktenzeichen: AfPE 14 – 667-PFV 380-kV-Ltg Segeberg – Lübeck Einwendungen gegen die Planungen zur Ostküstenleitung erheben. Schriftliche Einwendungen sind zu richten an das:

Ministerium für Energiewende Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein; Amt für Planfeststellung Energie (AfPE)

Mercatorstraße 3 24106 Kiel

pm

9. Januar 2021

17 Kommentare zu "380kV-Ostküstenleitung – Henstedt-Ulzburg bekräftigt Ablehnung der Trassenführung durch die Großgemeinde"

  1. Rolf Michelsen sagt:

    Rundfrage an und in die Fachwelt vor Ort: 380 Kv-Leitung entlang einer Autobahn – wo kann man sich das mal anderweitig vor Ort ansehen um sich ein scnärferes Bdild machen zu können ? Ich habe das zumindest nirgends gesehen oder davon gehört. Würde mich interessieren !
    Man möge mich korrigieren: entstand dieser Plan seitens Tennet weil es wegen Bebauung hier in H-U keine andere Lösung gab ?
    Spielt bei dem Erdkabel das Baugebiet „Pinnau-Wiesen“ eine entscheidende Rolle, weil dadurch die Neubautätigkeit massiv leiden könnte ?
    Landwirtschaft ist hier m.E. leider – kein großes Betätigungsfeld mehr, höchstens Umwandlung in Bauland.
    Pro Tag werden in S-H ca. 3 ha Land versiegelt. Das soll bis 2030 auf ca. 1 ha reduzieret werden aus Umweltgründen.
    Nun ja, nun baut EDEKA frisch in NMS Nord sein neues Zentrallager….

    • Christian Schäfer sagt:

      Hallo Herr Michelsen,

      380 KV Masten finden Sie gar nicht weit weg, nämich an der Mittelachse, die in wesentlichen Teilen entlang der A7 verläuft.

      Das von der TenneT durchgeführte Verfahren wies für die jetzt vorliegende Fassung den gerinsten „Raumwiderstand“ aus. Verwaltung und Politik sind sich hier einig, dass die Schutzgüter hier nicht sinnvoll gegeneinander abgewogen wurden und ein Verlauf an der A20 weiter die zu bevorzugende Variante sein sollte.

      Das Erdkabel ist letztlich ein Angebot, um die Akzeptanz der Gesamtmaßnahme zu erhöhen. Aber natürlich hat die Frage Auswirkungen auf eine Bebauung der Pinnauwiesen.

      Ich hoffe, Ihre Fragen damit zumindest grob beantwortet zu haben.

      • Rolf Michelsen sagt:

        Vielen Dank für die Info. Mir ging es darum(weil ich es nicht weiß) ob ggf. bei einer seitlichen oder Mittel-Leitungsführung eine Gefahr besteht bei großen Unfällen: ob die Elektronik der Fahrzeuge (4m-Funk, div. Überwachungsysteme in den neuen Autos) beeinrächtigt werden. Aber auch ob Einsätze von RT-Hub gefährlicher werden für die Besatzung bei schlechter Sicht und Witterung.
        Es gibt aber – wenn auch nur wenige – Menschen die nervös bei Starkstrom- leitungen reagieren.
        Verkehrsflugzeuge nutzen in Notfällen, wenn auch selten, die Autobahn als Landebahn.
        Ob sich bei Überbrücklung von Nebenstrecken aller Art über die BAB Probleme ergeben könten.
        Wie verhält es sich dann bei Eisenbahnbrücken, wo die Züge mit Oberleitungen fahren müssen ?
        Aber auch darum, wo – was wohl nicht zu erwarten ist – ob Bäume entfernt werden müssen.

    • A. Grimm sagt:

      Hallo Herr Michelsen,
      ich weiß nicht, inwiefern Sie mal die A24 nach Berlin gefahren sind. Dort läuft zwischen den AS Hornbek und Zarrentin die 380 kV Leitung von 50Hertz Transmission. Der Wald rechts der A24 wurde gerodet und die Leitung mit 2 Systemen (wegen der n-1 Sicherheit) dort verlegt. Thema Kabel: Mit der grabenlosen Verlegung von 380 kV Kabeln tut man sich noch etwas schwer. So hat Berlin z.B. damals bei der Verbindung von Ost nach West für 2 x 380 kV Systems einen Tunnel gebaut, in dem Sie spazieren gehen könnten. Auch hier ist jedoch die Technik weiter fortgeschritten.
      Ich kann Ihnen auch gerne den Artikel zum einem Projekt des ÜNB Amprion empfehlen: https://www.amprion.net/Presse/Presse-Detailseite_2316.html

      • Rolf Michelsen sagt:

        Hallo A, Grimm – danke für die Info.
        Die BAB nach Berlin bin ich jahrelang gefahren – kenne die Leitungen – habe sie aber nicht als 380 Kv erkannt. Nur was da an Wald gerodet wurde – enorm. Allerdings auch wenig Bebauung.
        In wieweit dann hier auch gerodet werden muss – ggf. auf Gebiet, daß anderen Gemeinden gehört kann ich nicht genau abschätzen.
        ABER: Strom, der hier durch Windkraft-Anlagen-Ausbau erzeugt wird muss auch in den Süden transportiert und genutzt werden, sonst klappt das Zusammenspiel zwischen Energiebedarf und Umweltschutz nicht.
        Strom, der hier erzeugt aber nicht abgenommen werden kann, müssen wir als Kunden mitbezahlen…und das schon einige Zeit.
        Nutzung zur Erzeugung von Wasserstoff scheint mir noch im Ausbau bei Brunsbüttel. Das könnte derzeit die Strompreise positiv beinflussen.
        Klagen in Sachen Planfeststellungsverfahren laufen immer sehr lange.
        Unter politischer Führung der CDU und FDP-Minister für Anfang der 20-iger Jahre fest zugesager Weiterbau der A 20 ab Bad Segeberg – still ruht der See. Da rollt immer noch kein Bagger. Inzwischen war ein Datum von 2030 mal im Gespräch im Raum des Elbtunnels bei Glückstadt / Wischhafen..

  2. T. Jäger sagt:

    Was ich bis heute nicht verstehe: Die gesamte Politik einer „Kleinstadt“, dokumentiert durch gemeinsame Plakate, stellt sich gegen ein Projekt eines Privatunternehmen
    und kann es nicht verhindern? Oder geht es doch nur um Bauland und eine entsprechende Entschädigung für dessen Eigentümer? Gab es zu den Pinnauwisen nicht auch einen Bürgerentscheid?

  3. Hans Bliedung sagt:

    Die naturschonenste Lösung ist doch die Gleichstrom Trasse
    Kein Elektrosmog und nur alle 700Km eine Konverterstation.Dabei genügt ein Kabel,egal ob in der Erde oder als Freileitung

  4. Uwe Köhlmann-Thater sagt:

    Meine Herren,

    bitte acht Jahre zurückdenken!

    1. Der Bedarf, auch unter Berücksichtigung des europäischen Verbundnetzes und der Energiewende, wird von der BNA (Bundes-Netz-Agentur) festgestellt (Auftaktveranstaltung der Konzepte / Netz-Entwicklungs-Plan war 2012), und muss von den Ländern umgesetzt werden!!!

    2. Das Land SH musste folglich mit TenneT 2014 eine Realisierungsvereinbarung abschließen!!!

    3. Die Trasse der A20 ist noch nicht Planfestgestellt, daher nur schwer als Planungsgrundlage verwendbar.

    4. ferner hieß es in den Dialogverfahren: „Möglichst dicht an die alte Bestands-Trasse.“

    5. Der Erdkabelvorschlag kam aus der Politik HU!!!!

    6. Das alles ist aufwendiger als hier diskutiert werden kann. Dialogverfahren habe ich noch ca. 70 Dateien aufbewahrt, Das aktuelle Planfeststellungsverfahren sind über 800!! (alternativ 32 Aktenordner).

    MfG Uwe Köhlmann-Thater
    (Ex Gemeindevertreter, Ex B90Gr Kreisgeschäftsführer, Ex 13 Jahre Bauausschussmitglied)
    Und Heute erstmalig hier im Chat.

  5. Thomas Joost sagt:

    Sehr geehrter Herr Köhlmann Thater,
    danke Ihnen für die Info, mir war es gar nicht so bewusst und kann mir jetzt eine Meinung dazu bilden……P.S. Ist kein Ballon…SMILE

  6. Britta de Camp-Zang sagt:

    Lieber Uwe,
    Dein Kommentar zeigt, über welches Fachwissen Du verfügst! Danke für diese Infos!
    Das alles kann man nur wissen, wenn man den Vorgang über die vielen Jahre hinweg begleitet hat. Zu Deinen Ausführungen habe ich einige Fragen. Vielleicht kannst Du sie beantworten:

    1. Erfolgte der Vorschlag für eine Erdverkabelung in HU auf politischen Beschluss im Planungs- und Bauausschuss? Falls ja, warum spricht sich die Politik jetzt mehrheitlich dagegen aus? Die TenneT ist doch auf die Wünsche der Gemeinde HU eingegangen, obwohl das unterirdische Verlegen der Leitungen erheblich teurer ist als eine oberirdische Verlegung.
    2. Ist es richtig, dass eine Erdverkabelung im Bereich der Pinnau-Wiesen dazu führt, dass dieses Gebiet nicht mehr als mögliches Baugebiet zur Verfügung steht? Könnte auch dies einer der Gründe für eine Ablehnung sein? Ich habe gehört, dass es noch immer Bestrebungen gibt, dass dort gebaut wird, obwohl sich die Bürger*innen gegen eine Bebauung ausgesprochen haben.
    3. Wir alle wollen die Energiewende. Die Ostküstenleitung ist beschlossene Sache. Es gibt doch sicherlich Vertragsunterlagen des Bundes / Landes S-H (?) mit der TenneT. Geht aus ihnen hervor, was geschieht, wenn die Trasse mit der Erdverkabelung durch HU nicht verwirklicht wird? Werden dann oberirdische Bestandstrassen umgebaut? Solche verlaufen doch auch durch HU – ich denke da an die Habichtstraße. Wird dann dort „aufgerüstet“ (60m hohe Strommasten)? Und wurde nicht mal versprochen, dass die oberirdischen Leitungen im Gebiet Reiherstieg ganz verschwinden könnten? Das wird dann doch auch nicht geschehen?!

    Ich bin nicht vom Fach, habe nur den letzten Vortrag der TenneT im Planungs- und Bauausschuss verfolgt. Mir kommt es so vor, als führe die Ablehnung der Erdverkabelung, das meines Wissens weder durch bebautes Gebiet noch unter dem Waldkindergarten verlegt werden soll, zu viel schlimmeren Folgen für viele Bürger*innen Henstedt-Ulzburgs, da diese dann weiter mit oberirdischen Stromleitungen leben müssten bzw. da bei ihnen vorhandene oberirdische Leitungen mit erheblich stärkeren Stromleitungen inkl. höherer Masten ausgebaut werden würden. In welchen „sauren Apfel“ will man beißen?
    Die A20-Trasse wurde von der TenneT geprüft und als nicht weiter verfolgungswürdig bewertet. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass diese Trasse aufgrund der Einwände aus HU doch noch einmal in Erwägung gezogen wird, bedeutet das dann nicht, dass Henstedt-Ulzburg das „Problem“ zwar los ist, man aber den Menschen in anderen Gemeinden durchaus eine gesundheitlich belastendere, oberirdische Trassenführung zumutet?
    Vielleicht liege ich mit meinen Gedanken ja völlig falsch – freue mich, wenn Du mich diesbezüglich aufklären kannst!

    PS: Und wie sieht es mit der von Herrn Bliedung vorgeschlagenen „naturschönsten“ Lösung, einer Gleichstromtrasse aus? Ich habe gelesen, dass es hier zu erheblich weniger Übertragungsverlust kommt. Wurde eine solche Trasse je angedacht?

    • Uwe Köhlmann-Thater sagt:

      Liebe Britta,
      Antwort zu 1: ich erinnere mich, dass das Thema Erdkabel auf den Dialogveranstaltungen hochkam und dann von der TenneT und Robert Habeck (damaliger Minister) aufgegriffen wurde.
      Richtig ist, dass auch Vertreter der WHU, das Thema angesprochen haben, auch um die damalige Trasse im südlichen Bereich zu verhindern (Waldkindergarten/ Habichtstraße).
      Robert Habeck hat sich dann auch in Berlin dafür eingesetzt, dass auch für ein H-U ein Pilotprojekt “Erdkabel“ aufgesetzt wurde.
      ——
      Antwort zu 2: Der B-Plan 96 Pinnauwiesen war vorher schon reduziert worden. Allerdings klagt Manke immer noch dagegen, er will beide Flächen bebauen und sieht in der Reduzierung der Baumassen einen Eingriff in die Eigentümerrechte.
      Während des Planfeststellungsverfahren der jetzt angedachten Trasse gilt in allen betroffenen Bereichen eine Veränderungssperre. Ob die Gerichte sich auch daran orientieren, bleibt abzuwarten.
      Tennet und die Genehmigungsbehörden werden sicher gegen Gerichtsentscheide pro Manke – die ihre Planung behindert- gegen an gehen.
      ——
      Antwort zu 3: Die Realisierungsvereinbarung mit SH-Land beschreibt nur den Ablauf.
      Der Rest ist Sache des Planfeststellungsverfahrens. Das ist wie bei der Elbvertiefung, es ist dann nur noch ein Verwaltungsakt/ – verfahren.
      Letztlich entscheidet die Genehmigungsbehörde (Amt für Planfeststellung, Kiel) nach der jetzt erfolgten Anhörung und der Nachbearbeitung der Anmerkungen der privaten Eigentümer und der Gemeinden den Plan.
      Dabei ist wichtig zu wissen, dass politischer Einfluss der Ministerien in dem aktuellen Bearbeitungsstand nicht nur unerwünscht sind, sondern ggf, das Verfahren auch belasten könnten.
      (Verletzung Neutralitätsverpflichtung im Verfahren)
      —–
      Antwort zu Ablehnung der Erdverkabelung:
      Wenn die Trasse durch H-U gehen muss, dann ist das Erdkabel wohl das kleinere Übel.
      Hier ist keine Wohnbebauung betroffen. Und wer würde sich nicht freuen, wenn über Dammstücken das 220 kV Kabel abgebaut wird und eine „Aufrüstung“ der Habichtstraße vermieden werden kann.
      Knackpunkt ist ja auch das Umspannwerk. Das kommt und muss angebunden werden. Das wissen Politiker eigentlich auch aus nichtöffentlichen Unterlagen (Sicherheit vor Totalausfall Norderstedt etc.)
      —–
      Antwort zur Gleichstrom Trasse: Das ist keine Lösung. Trasse bleibt Trasse.
      Aufgrund der nötigen Konverter Stationen erst ab größerer Entfernung sinnvoll.
      Und Elektrosmog (Elektostatisches Feld) gibt es hier auch.
      —–
      LG Uwe

  7. Britta de Camp-Zang sagt:

    Hallo Herr Welp,
    Sie haben soeben auf meinen Kommentar zur heute veröffentlichten Pressemitteilung von Bündnis 90/Die Grünen geantwortet und da möchte ich die Gunst der Stunde nutzen :-):
    Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) setzte sich in seiner Zeit als Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Berlin für eine Erdverkabelung der 380 kV-Ostküstenleitung ein – auch für die Trasse durch Henstedt-Ulzburg.
    Auf den Plakaten gegen die 380 kV-Ostküstenleitung ist nun auch das Logo Von Bündnis 90/Die Grünen zu sehen. Im Bericht hier heißt es außerdem, dass die Verwaltung, die aus Henstedt-Ulzburg stammenden Landtagsabgeordneten sowie ALLE Fraktionsvorsitzenden eine Trassierung der 380 kV-Ostküstenleitung durch HU ablehnen.
    Vertritt der Ortsverband hier eine andere Meinung als der Kreis- und Landesverband es tun? Die Energiewende ist eines der großen Ziele von Bündnis90/Die Grünen. Mich interessiert deshalb, welche Gründe die Fraktion zu diesem Beschluss bewegt haben und ob – wie es bei Bündnis90/Die Grünen im Ortsverband üblich ist – die Mitglieder*innen in diese Entscheidung eingebunden wurden.

  8. Kurt Göttsch sagt:

    Ein interessantes Interview mit der TenneT, das zum gesamten Verfahren der Ostküstenleitung und des Erdkabels durch H-U mehr Informationen bietet, ist hier zu hören/ zu sehen.

    https://www.facebook.com/stadtmagazin.de/videos/724233371561174

    Den Ausführungen ist auch zu entnehmen, dass die von der HU Politik geforderte A20 Trasse so betrachtet wurde, als wenn es sie schon gäbe.
    Damit hat die TenneT ein Versprechen eingehalten, auch diese Trasse zu bewerten.
    Diese (noch nicht gerichtlich festgestellte Trasse) ist bei der Abwägung der Alternativen durch die TenneT durchgefallen.
    Dazu haben unsere Politiker die umfangreichen Begründungen vorliegen.

    Leider haben wir von der Politik/ Verwaltung bisher keine Details erfahren, was die Stromleitung als Erdkabel durch unbebautes Gebiet unmöglich machen soll und welche Fehler bei der Betrachtung der A 20 Trasse in den Planfeststellungsunterlagen gemacht wurden.

    Wer glaubt denn, dass die Landtagsabgeordneten Plambeck/ Holowaty die A 20 Trasse politisch in den Fraktionen/ Regierung durchboxen werden ?
    Ich nicht.

    Was ist denn die Alternative ? Erdkabel oder Bestandstrasse Habichtstraße ?

    Was mich irritiert ist auch die Frage der Kosten. Ein km Freileitung soll angeblich 10 Mio €uro kosten, ein Erdkabel soll angeblich 6-8 fach teurer sein. Warum werden die Bedenken der Bürger*innen in H-U gegen eine Freileitung in Ulzburg-Süd so ernst genommen, dass ein Erdkabel durch unbebautes Gebiet – bei solchen Kosten – vorgeschlagen wird?

    Wann erfahren wir mehr, was die Gemeinde in den Planfeststellungunterlagen für Fehler der bewertung der A 20 entdeckt hat und welche Chancen/Risiken eine Ablehnung des Erdkabels bestehen?

    Weitere Informationen zur TenneT Planung lesen sie hier
    https://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/ostkuestenleitung/

  9. Bliedung sagt:

    Wenn man Gleichstrom nicht als Alternative sieht
    und nur über 380kV redet ist doch nur etwas für Sabbelbütel
    bezüglich tecnischem Unverstand

    • Uwe Köhlmann-Thater sagt:

      Herr Bliedung, sie haben am 11.1. schon Mist geschrieben, jetzt wieder.
      Frage, wer ist hier der Sabbelsnuut mit technischem Unverstand???
      Ich habe keine Lust das tiefer zu erklären und werde in
      Zukunft so ein Mist auch nicht mehr kommentieren.

  10. Britta de Camp-Zang sagt:

    Zunächst einmal herzlichen Dank, Uwe, für die informative Beantwortung meiner Fragen!
    Es hat etwas gedauert, aber nun habe ich mich in die umfangreichen Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren eingelesen und auch mit Herrn Peter Helms, Referent für Bürgerbeteiligung in Schleswig-Holstein / TenneT, gesprochen. Schade, dass es zu so einem wichtigen Thema keine Einwohner*innen-Versammlung gegeben hat.
    Wenn ich alles richtig verstanden habe, verhält es sich wie folgt: Lt. Planungsunterlagen wurden drei Korridore geprüft und hierzu vorab Gespräche mit der Öffentlichkeit geführt (Dialogverfahren) – entweder habe ich da etwas nicht mitbekommen oder damit sind die Termine von Vertretern der TenneT im Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde HU gemeint.
    Die mögliche Variante an der A20, so steht es in den Unterlagen, wurde so geprüft, als sei die A20 bereits fertiggestellt. Bestehende Siedlungen, Einzelhäuser, Umwelt- und Sozialbelange, technische Aspekte, Privateigentum und die Wirtschaftlichkeit des möglichen Trassenverlaufs wurden bei Prüfung aller drei Varianten berücksichtigt und abgewogen. Als Vorzugskorridor, also als räumliche Variante, die unter Abwägung aller Belange den konfliktärmsten Korridor darstellt, ergab sich die Trassenführung durch Henstedt-Ulzburg.
    Das Amt für Planfeststellung Energie (AfPE) beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) in Kiel hat die Unterlagen geprüft und danach die öffentliche Auslegung veranlasst. Die Abwägung mit dem Resultat, die Vorzugstrasse verläuft durch Henstedt-Ulzburg, wurden somit vom AfPE als richtig befunden. Hätte man hier einen Fehler entdeckt, wären die Unterlagen zur erneuten Bearbeitung zurück an die TenneT gegangen. Ich denke, ein Einspruch gegen den Trassenverlauf durch HU ist daher aussichtslos.
    Bleibt noch der Einspruch gegen das Erdkabel durch das Naturschutzgebiet. In den Telefonaten mit Herrn Helms sprach ich die Bodenbeschaffenheit an, da das Kabel ja per Bohrung unter den Pinnau-Wiesen hindurch verlegt werden soll – Findlinge wie beim AKN-Bau könnten im Boden liegen. Hier hat die TenneT keine Bedenken. Auf meinen Einwand, ob das Erdkabel, falls eine Bohrung doch unmöglich wäre, dann etwa konventionell, also per Grabung verlegt werden würde, antwortete Herr Helms, dass eine Renaturierung des Naturschutzgebietes nach einer solchen Grabung sehr wahrscheinlich viel zu teuer wäre…
    Das hieße, man weicht in diesem Fall auf die Bestandstrasse in HU aus, also entlang der Habichtstraße, und rüstet hier die vorhandenen Freileitungen auf (u.a. bedeutend höhere Masten, dazu das 380 kV-Kabel). Davor wird es wohl eine erneute Auslegung der Planungsunterlagen geben, Grunddienstbarkeiten auf betroffenen Grundstücken bestehen aber bereits. „Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Nutzung der Bestandstrasse möglich ist, ohne den Vorgaben des Im-missionsschutzrechts zuwider zu laufen. Es ist eine Beeinträchtigung der Wohnlage zu erwarten, aber keine unzumutbare erdrückende Wirkung.“, so TenneT (vgl. https://planfeststellung.bob-sh.de/).
    Wenn die Verlegung an der A20 sowieso nicht mehr zur Debatte steht, sollte dann in HU nicht auch eine Abwägung stattfinden? Erdkabel = weniger Belastung für die Bürger*innen oder Freileitungen = erheblich größere Belastung für die betroffenen Bürger*innen. Folgt das AfPE dem Einspruch gegen eine Erdverkabelung, bedeutet dies zwangsläufig das Ausweichen auf die Habichtstraße – ob die Anwohner*innen darüber informiert wurden?
    In meinem Kommentar vom 11.01.2021 fragte ich: „Ist es richtig, dass eine Erdverkabelung im Bereich der Pinnau-Wiesen dazu führt, dass dieses Gebiet nicht mehr als mögliches Baugebiet zur Verfügung steht? Könnte auch dies einer der Gründe für eine Ablehnung sein? Ich habe gehört, dass es noch immer Bestrebungen gibt, dass dort gebaut wird, obwohl sich die Bürger*innen gegen eine Bebauung ausgesprochen haben.“
    Für diese Frage möchte ich mich entschuldigen, denn sie gehört nicht in eine sachlich geführte Diskussion. Ich habe hier leider ein Muster aus der Vergangenheit übernommen, indem ich, ohne das Kind beim Namen zu nennen, einen Zusammenhang zwischen der Ablehnung der Trasse durch die CDU und den Wünschen von Herrn Manke herstellte. Sollte Herr Manke weiterhin die Absicht hegen, die Pinnau-Wiesen zu bebauen, wird er sicherlich selbst einen Einwand im Planfeststellungsverfahren einreichen.
    Die Bundesnetzagentur hat die Erdkabelabschnitte übrigens noch gar nicht genehmigt, da der notwendige Umfang erst mit Abschluss des Planfeststellungsverfahrens feststehen wird.
    Ich hoffe, damit wichtige Infos für die am Thema Interessierten zusammengetragen zu haben. Falls ich irgendwo falsch liegen sollte, bitte ich um Berichtigung.

    • Uwe Köhlmann-Thater sagt:

      Moin Britta,

      Ja, gern. Hier kurzgefasst meine Stellungnahme.

      1. Die Dialogverfahren und Ergebniskonferenzen waren öffentlich.
      Es waren keineswegs Veranstaltungen nur für die Ausschussmitglieder bzw. Verwaltung.
      Ferner wurde die Veranstaltungen Abschnittsweise durchgeführt, um den Betroffenen der jeweiligen Region/Örtlichkeiten mehr und gezielte Fragezeit zu ermöglichen.

      2. Die Erdkabel Variante entstand während des Dialogverfahrens
      Einspruch gegen das Erdkabel ist eine theoretische Option, aber: siehe Kommentar von Kurt!

      3. Ob die Bundesnetzagentur diesen Erdkabelabschnitte genehmigen muss, kann ich nicht sagen.

      4. Die Gemeinde Henstedt-Ulzburg befasst sich bereits mit den Planungsunterlagen und wird ihre Einwände im Verfahren geltend machen. Zu so einem wichtigen Thema wäre eine Einwohner*innen-Versammlung sicherlich sinnvoll, mal sehen ob da was kommt, bevor die Gemeinde eine Stellungnahme abgibt.

      5. Auch die Politik könnte und sollte hier für mehr Transparenz sorgen. Leider liest man dazu hier und auf den FB Seiten der Parteien und der Wählergemeinschaften nichts, sehr schade.
      Bei einem so wichtigen Thema sich nicht äußern ist wahrlich unverständlich.

      LG Uwe

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