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Rewe: Wohlstand für Euch! | Henstedt-Ulzburger

Rewe: Wohlstand für Euch!

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Blick in den Ratssaal am Montagabend

Mit einer Wohlstandsbotschaft hat Rewe am Montag die Mehrheit der Ortspolitiker überzeugt. Das Unternehmen hat angekündigt für gefüllte Kassen bei Verwaltung, Vereinen und Gewerbetreibenden zu sorgen.

Nach Angaben von Rewe-Vertreter Andreas Persigehl könne etwa das Rathaus positive Steuereffekte erwarten. Das Aufkommen der Einkommenssteuer und der Gewerbe- und Grundsteuer werde durch die Ansiedlung der Supermarktkette steigen, erklärte der Rewe-Mann. Profitieren von einer Ansiedlung würden zudem auch Henstedt-Ulzburgs Gewerbetreibende. „Dienstleistungen beschaffen wir regional“, insbesondere das Handwerk könne mit Aufträgen rechnen, so Persigehl weiter.

Persigehls Kollege Matthias Bär machte darüber hinaus klar, dass sich Henstedt-Ulzburgs Vereine und Verbände über einen neuen spendierfreudigen Großsponsor freuen dürften. Das Rewe sichtbarer in der Gemeinde sei, habe mit dem geplanten Standort zu tun, erklärte der Rewe-Geschäftsführer in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses. Bär nannte Veranstaltungen wie das Public-Viewing, die das Unternehmen unterstützt habe. Das werde auch nach Fertigstellung des Logistikzentrums so bleiben, kündigte Bär an.

Die Wohlstandsbotschaft überzeugte am Montag CDU und SPD, die beide die Hoffnung haben, dass für den vielen Schwerverkehr, den das Logistiklager mit sich bringen wird, noch ausreichend Platz auf der Hamburger Straße ist. Rewe will vom Gewerbegebiet aus sämtliche Supermärkte der Kette in Schleswig-Holstein, die meisten Hamburger sowie zahlreiche Märkte in Mecklenburg mit Waren beliefern. Wie viel Verkehr die Versandfabrik tatsächlich erzeugen wird, ist dabei unklar, Rewe selber spricht von 888 Lastern und 2072 Autos, die täglich zum, bzw. vom Rewe-Verteilzentrum wegfahren. Für mehr Klarheit soll ein unabhängiges Gutachten sorgen, dass demnächst in Auftrag gegeben werden soll. Das soll insbesondere die Frage beantworten, ob Henstedt-Ulzburg mit Rewe eine zweite Versandfabrik vertragen kann. Denn gleich neben dem angedachten Rewe-Grundstück zieht die Edeka-Tochter Netto ein Warenverteilzentrum hoch, der Baubeginn dort hat bereits stattgefunden. Die LKW-Schätzungen für das Netto-Zentrum reichen von 460 bis 715 Lastern am Tag.

Mit Verweis auf das ausstehende unabhängige Gutachten – dass auch die Wohlstandsversprechen von Rewe unter die Lupe nehmen soll – und auf noch fehlende Untersuchungen, ob die Kreuzungen der Hamburger Straße den durch die Logistikzentren verursachten Mehrverkehr auch bewältigen können, lehnten WHU und BFB am Montag den Rewe-Bebauungsplan-Entwurf ab.

Ob Rewe am Ende wirklich kommen darf, bleibt aber weiterhin offen, das mehrstufige Bebauungsplanverfahren steht noch ganz am Anfang. Möglich, dass die endgültige Ansiedlungsentscheidung bis zur Kommunalwahl im Frühjahr 2018 offen bleibt  – und die Bürger der Großgemeinde an der Wahlurne das letzte Wort haben werden.

Christian Meeder

17. Januar 2017

43 Kommentare zu "Rewe: Wohlstand für Euch!"

  1. Ben Osswald sagt:

    Warum nicht einfach ein Verbot für Lkw-Durchgangsverkehr ab 12t im Ort? Dann fahren die alle über die Autobahn. Auch Norderstedt würde davon profitieren…

    • Stefan Schneider sagt:

      Oder wir siedeln Rewe in der Nähe des neuen TenneT-Umspannwerks an, und zwar mit einer eigenen (!) Autobahnauffahrt, die NUR zum Logistikgelände führt und abseits gesperrter Feuerwehrzufahrten ohne Anbindung an die Straßen Richtung HU-Ortschaft. Dann MÜSSEN sie ja erstmal auf die A7. Lieferungen für die Rewe-Filialen in HU oder Kaki werden dann sicherlich dennoch via A7-Auffahrt HU und Zubringer durch HU rollen, aber sie sind dann ja auch kein Durchgangsverkehr, sondern für HU bestimmt.
      Und wenn das Gelände voll auf HU-Gemeindegebiet liegt, landen evtl. Gewerbesteuern bei uns. Häuser kann man da eh nicht mehr bauen, wer will schon neben all dem Stromgeraffel wohnen…
      Auch die Mitarbeiter müssten dann via A7 zur Arbeit fahren: Von Süden oder aus Norderstedt/HH: via A7-AS Quickborn, von Norden via A7-AS HU. Dazwischen (bei uns/Kisdorf/Alveslohe/Kaki); Ruhe. Dann haben doch alle, was sie in dem Fall wollen. Die Auffahrt dürfte Berlin ja keine Bauchschmerzen bereiten, da die LKW, die dort verkehren, ohnehin nahezu alle dem ortsübergreifenden Verkehr zuzuordnen sind, dafür sei die Autobahn ja da (weshalb man keinen Anschluss bei Alveslohe haben wollte laut DEGES-Vertreter).

  2. Koßmehl sagt:

    Woran ich denken musste -und mir ist schon bewusst, dass HUN-Artikel etwas gefärbte Meinung wiedergeben- eine kleine Analogie:
    —-
    Kommt ein schlauer Mann zum Bauern und sagt: „Bauer, tausch all dein Land gegen diese Gans. Es ist eine besondere Gans, denn sie wird goldene Eier legen!“ Der Bauer denkt, das ist aber ein guter Tausch. So muss ich nicht den ganzen Tag arbeiten und kann ein schönes Leben führen und tauscht all sein Land gegen die Gans.
    Nach einiger Zeit hat die Gans immer noch keine goldenen Eier gelegt und der Bauer und seine Familie hungern, da kein Land mehr bestellt werden kann. Der Bauer geht zum schlauen Mann und fragt, warum die Gans denn keine goldenen Eier legt? Und ob er vielleicht etwas Land zurückbekommen könnte, damit er seine Familie ernähren kann?
    Der schlaue Mann aber sagt „Bauer, wir haben einen Vertrag geschlossen und du hast mir all dein Land gegen diese Gans getauscht. Deine Hoffnung ein ruhiges Leben führen zu können war nicht vereinbart und das du ohne Land deine Familie nicht mehr ernähren kannst….das war doch vorher abzusehen!“

    ..Ach was soll’s … REWE sponsort mit 500€ neue Trikots im Verein und alles ist Gut !

  3. Jens Daberkow sagt:

    Es war ein informativer Abend.Was mir fehlt ist auch die Zahl der PKW fahrten bei Netto.Ebenso fehlte es an Informationen über Radabstellanlagen für Rewe Mitarbeiter in der Präsentation.

    Es könnte hier auch die Möglichkeit für eine Leihradstation bestehen mit Rewe als Sponsor.

    • Jens Böhm sagt:

      Herr Daberkow, war klar, dass Sie wieder mit dem Fahrrad um die Ecke kommen.

      Nur eine Frage sei gestattet, wann lassen Sie uns endlich mit Ihrer Fahrradleiher in Ruhe. So langsam nervt dies,

      • Jens Daberkow sagt:

        In welcher Form auch immer Herr Böhm es kann nicht nur immer der PKW Verkehr gefördert werden.Da diese kleinen Radfahrer keine Große Autolobby hinter sich haben muss leider immer wieder darauf hingewiesen werden auch wenn es manchen nervt.Es ist nun mal ein Teil einer mobilen Welt.

  4. R. Finsterbusch sagt:

    Zitat Otto von Bismarck: „Ein Staat regiert sich nicht nach Parteiansichten.“

    Hat man sich einmal gefragt, welchen Bürgern in HU die Ansiedlung von Logistikzentren „nützt“ und welche davon „benachteiligt“ werden?

    Hat man nicht auch bei dem Projekt „Pinnauwiesen“ festgestellt, dass die etablierten Parteien nicht den Zuspruch der Einwohner bekommen haben, obwohl sie meinten in deren Interesse zu handeln?

    Und wie sieht es mit der Gewerbeansiedlung der Logistikzentren aus? Bei deren Auswirkungen, die ja alle Bürger betreffen, ist ein Bürgervotum doch unerlässlich. Also unabhängiges Gutachten abwarten, Info-Veranstaltung abhalten und dann bei der nächsten Kommunalwahl den Bürger entscheiden lassen!

    • Stefan Schneider sagt:

      Wer den Bürgerwillen respektiert, bereitet das nur derart auf, das man das auf ja oder nein verkürzen kann und legt zum nächsten Wahltermin noch einen Stimmzettel dazu.

    • Jens Böhm sagt:

      Ich sehe das nicht so. Wir brauchen nicht zu jedem Thema ein Bürgerbegehren.
      Wir haben die Vertreter in den Gemeinderat gewählt, egal was der/die Einzelne gewählt hat, und somit dem Gemeinderat einen Auftrag gegeben.
      Bei den Pinnauwiesen habe ich damals nur da gegen gestimmt, weil nicht genug Sozialwohnungen gebaut worden wären, sondern wieder nur für Besserverdiener.

      • Stefan Schneider sagt:

        Wir wählen die GV, aber nicht in der Erwartung, uns potentiell den endgültigen Verkehrskollaps plus exorbitante Straßenerhaltungslasten einzubrocken. Sondern in der Erwartung, in einem normalen kommunalen Handlungsrahmen die typischen Aufgaben einer Gemeinde abzudecken. Ginge es um denselben Fall Rewe, aber ohne das Risiko zahlreicher LKW-Ortsdurchfahrten (wie z.B. das Hermes-Logistikzentrum bei Magdeburg: Da geht alles über Bundesfernstrassen raus, plus tw. Bahnanschluss und Binnenschifffahrt) und ohne wegbereitende Vorabinvestitionen, läge der Rewe-Fall für mich in diesem Rahmen. Was in HU aber ansteht, kann die Lebensqualität von uns allen massiv beeinträchtigen (Stau, Dieselruss, Verschuldung um Rewe-Lastern neue Straßenbeläge zu finanzieren, damit sie wieder was zum Kaputtfahren haben). Dann brauchen wir uns um die restliche Gemeindeentwicklung keine Gedanken mehr machen, da das Minus durch Rewe dann eh keine Spielräume mehr lässt.
        Im Grunde müssten sie auf eigene Kosten eine Umgehung direkt entlang der A7 bauen und auch selbst unterhalten. Bis ran an die Kotla-Järve-Straße in Norderstedt. Dann wärs wieder OK.

        • Koßmehl sagt:

          +1
          —-
          REWE hat wohl von Netto gehört, das in HU keine detaillierte Prüfung stattfindet.
          REWE will Profit machen und (nicht Wohlstand für Euch). Darum wird ein Dummer gesucht…. nochmal: Gibt es IRGENDEINEN anderen Ort, der sich um die REWE-Logistik bewirbt ???

          REWE bringt auch Vorteile mit der Verwaltung, etc. – aber Logistikverkehr+HH-Str. Problem machen den Deal wahrscheinlich nicht interessant.

          Naja – wenn die Politik/ Verwaltung andere Interessen hat, dann wird das Ganze halt durch ein Bürgerbegehren gestoppt und die nächste Kommunalwahl wird auch gehörig aufräumen.

          Bürgerbegehren:
          JA – Ich möchte REWE Logistikzentrum und zur Finanzierung des Unterdeckung im Haushalt die Einführung einer Sonderabgabe je Haushalt von 1.200 €. Auch werde ich die HH-Str. nicht mehr befahren, damit REWE LKW freie Fahrt haben.

          NEIN – Ich möchte kein REWE Logistikzentrum. Die Verkehrsproblematik ist zu einschneidend. Ansiedlung von rein Verwaltung & Schulung ist positiver zu beurteilen und könnte separat besprochen werden.

          Gibt es auf Kreis oder Landesebene nicht Fachkreise, die hier ebenfalls korrigierend eingreifen könnten? Man kann doch eingeschränkt erfahrene Kommunen nicht mit einem Megakonzern verhandeln lassen…

  5. Peter Borchert sagt:

    Die Diskussion über die Ansiedlung Rewe nur auf HU beziehen zu wollen, ist grundsätzlich verständlich aber mir zu kleinteilig.
    Die Politik in D ist mehrheitlich von Berlin über Kiel bis HU auf Wachstum ausgerichtet, nicht zuletzt aufgrund des Bevölkerungswachstums in D um rd. 3,5 Mio Einwohner von der „Wende“ 1989 bis 2016 von rd. 79 Mio auf rd. 82,5 Mio Einwohner plus ungezählte illegale Ein- oder Zuwanderung. Weitere Zuwanderung erfolgt heute und wird auch künftig zu verzeichnen sein, denn D ist faktisch ein Einwanderungsland. Dafür werden Wohnungen und Arbeitsplätze benötigt, die naturgemäß in den Metropolen und Metropolregionen stattfanden und künftig stattfinden werden, also auch in der Metropolregion HH zu der HU zählt. Die Bürgerinitiative HU gegen weitere Bebauung von Grünflächen wird es künftig schwierig haben, ihr Ansinnen durchzusetzen.
    Einwohner erfordern Wohnungen und Wohnungen erfordern Gewerbe mit Arbeitsplätzen oder auch umgekehrt erzeugt Gewerbe mit Arbeitsplätzen auch Wohnungen. Und damit wird zwangsläufig der Verkehr zunehmen, der Individualverkehr, der Wirtschaftsverkehr wie auch der Verkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln, ob das nun individuell gefallen mag oder nicht sei dahingestellt.
    Entsprechende Verkehrsausbaumaßnahmen sind daher rechtzeitig einzuleiten.
    Und damit bin ich bei einer Westumgehung (die ich persönlich nicht befürworten kann) zur Entlastung der Hamburger Str.
    Aus Äußerungen von Mitgliedern der CDU und SPD (auch FDP) habe ich entnehmen können, dass man einer Westumgehung nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber steht und schon eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben wollte.
    Man soll sich doch nichts vormachen, durch die Gewerbeansiedlungen und die Ankurbelung des Wohnungsbaus wird die Einwohnerzahl bald über 30.000 steigen und entsprechend das Verkehrsaufkommen der Hamburger Str., dass der öffentliche Druck auf Verkehrsentlastung stark ansteigen wird und damit der Ruf nach einer Entlastungsstraße.
    Ein Stadtbus oder die Elektrifizierung der A1 und Ausbau der P+R-Plätze und Radwege werden weder einzeln noch als Paketlösung die Hamburger Straße spürbar entlasten können. Die Westumgehung ist (leider!) trotz aller Schwierigkeiten technisch und finanziell machbar, wenn „Macher“ dahinterstehen, die gewohnt sind „dicke Bretter zu bohren“.
    Ich gehe davon aus, dass die CDU mit der SPD mit ihren Zustimmungen zur Ansiedlung von Rewe und dem Wohnungsbau das von mir dargestellte Szenarium klar vor Augen haben und daher 2018 oder 2019 mit der Planung der Westumgehung begonnen werden wird.
    Öffentliche Erklärungen der Ansiedlungsbefürworter, dass das Planungsverfahren Rewe noch nicht abgeschlossen und damit die Ansiedlung nicht in trockenen Tüchern sei, nehme ich als politisch übliches Beschwichtigungsprozedere und Beruhigungspille für die Einwohnerschaft wahr. Faktisch wird die Maßnahme doch stetig „step by step“ durchgezogen, ob das mir gefällt oder nicht……….

    • Koßmehl sagt:

      Westumgehung – waren da nicht mal 50Mio € in den Raum gestellt? ( hoffe ich erinnere mich total falsch….)

      Jedenfalls, meine Sorge ist, dass mit Rewe, Netto diese zwingend kommen muss. Damit ist die Wirtschaftlichkeit der Ansiedlung von Rewe ( Netto ist ja durch) nicht unbedingt gegeben.
      Herr Böhm….sie wollen ja unbedingt Rewe aus Einnahmegründen. Wie rechnet sich das bei 50Mio € Minus?

      • Stefan Schneider sagt:

        50 Mio. € Minus als Einmalinvestition + laufende hohe Mehrkosten für Straßendeckenerneuerungen. Auch auf einer Umgehung fahren die Laster alles schneller kaputt.“

      • Jens Böhm sagt:

        Hier hat die Gemeinde es versäumt, die Umgehungsstrasse mit in den Bundesverkehrswegenetzplan, zu beantragen. Für Ortsumgehungen können auch Gelder beim Bund, Land und der EU beantragt werden und man bezieht die Nachbarorte mit ein, da auch diese spürbar entlastet werden.
        Wenn man sich sich Satelitenbilder an sieht könnte man ein Ortsumgehung ab der S-H-Strasse in Richtung Kisdorf und dann mit einer Anbindung an die Strasse Kisdorf-Feld. Diese würde um Kisdorf verlaufen aber leider müsste sie zwischen Henstedt und Götzberg oder zwischen Götzberg und Wakendorf II laufen.

        • Koßmehl sagt:

          langsam wird mir deutlich, wie Sie „wirtschaftlich“ rechnen.
          Bei Ihnen wird aus 50 Mio € Ausgaben plötzlich eine Mehreinnahme, weil Gelder von Bund, Land und EU auch noch als „Einnahme“ gerechnet werden…aha!
          —-
          HU Profit and Grundstücksverkauf = 0 € (hoffentlich, wahrscheinlich verkalkuliert und doch gar ein Minus…. wenn das Abwasserbecken 900k € kostet und Netto sich mit 30k € beteiligt???)

          Gewerbesteuereinnahme= + 300k€

          Kosten Strassenbau- und erneuerung= ??

          Umgehungsstrasse = – 50 Mio €

          Arbeitslose Lageristen in 10-15 Jahren

          • Jens Böhm sagt:

            Um zu profitieren, muss man investieren. Dies gilt nicht nur für Firmen, sondern auch für Städte und Gemeinden.

        • Peter Borchert sagt:

          Hallo Herr Böhm, die Gemeinde kann nicht versäumt haben, die Umgehungsstraße, also die „Westumgehung“, die nur eine Teilortsumgehung wäre, zum Bundesverkehrswegeplan anzumelden; denn der Bundesverkehrswegeplan beinhaltet naturgemäß nur Maßnahmen in der Baulast des Bundes, wie Bundesautobahnen, Bundestraßen und Bundeswasserwege. Die Hamburger Straße ist eine Landesstraße und die „Westumgehung“ wäre eine Gemeindestraße für die die Gemeinde Zuschüsse aus dem „Topf“ des Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetzes beantragen könnte. Land-und Kreis wären an einer Einstufung in ihre Baulast nicht interessiert.

  6. K. Honerlah sagt:

    Ja, ca. 50 Mio. € wird HU allein für eine Umgehungstraße bezahlen müssen, aber ob man sie bauen kann, ist noch eine weitere Frage, die unsere Nachbarn Ellerau, Quickborn, Alveslohe beantworten werden, denn es ist keine Variante einer Umgehungstraße bekannt, die allein auf unserem Gebiet ohne Zuhilfenahme und Belastung von Nachbarflächen erfolgen kann. Diese exorbitante Verschuldung muss auch politisch getragen werden und zu rechtfertigen sein.
    Das Ende der Wachstumsphase erklären Demographen auch in Metropolregionen schon als bald greifbar. Der Bedarf an zukünftigem und zusätzlichem Wohnraum ist quantifizierbar und nicht unendlich. Endlich sind aber unsere gemeindlichen Einnahmequellen, insbesondere wenn große Gewerbeflächen quasi zu kaum wahrnehmbaren Gewerbesteuern vergeben werden, die dann deutlich unter derzeitigem Durchschnitt liegen. Verkehrsintensive Gewerbebetriebe – wie insbesondere Lebensmitteldiscounter oder -Vollsortimenter, die sternförmig komplett SH mit Lebensmitteln versorgen, sind an einem Autobahnschnittpunkt wie ihn Bad Bramstedt demnächst haben wird, deutlich besser angesiedelt als in einem Ort, der jetzt schon unter Verkehrsproblemen ächzt und keinen zusätzlichen Schwerlastverkehr innerorts verkraftet.
    Zauberstablösungen „keine Durchfahrt für LKW durch Henstedt-Ulzburg“ funktionieren leider garantiert nicht. Wir können Bundes-, Landes oder Kreisstraßen (die aus den entsprechenden Töpfen gebaut wurden) nicht nach eigenem Gusto sperren, weil es uns plötzlich so gefällt.

    • Koßmehl sagt:

      Mir ist eine „Lösung“ eingefallen: entlang der HH-Strasse alle Zufahrten baulich verändern. d.h. zumachen. Damit kann REWE ungehindert die HH-Str nutzen und auch sonstiger Durchgangsverkehr fließt besser.

      Mancher Bürger wird sich vielleicht beschweren, aber wenn es politisch gewollt ist REWE zu holen, dann ist die Politik auch verantwortlich alles zu tun, damit REWE nicht im Stau steht und die LKW flott rumfahren können. Prioritäten sind nun mal dazu da Zeichen zu setzen.

      Zur Erinnerung – REWE schon gefragt, was die E-Commerce Logistikkonzepte für Hamburg vorsehen? REWE braucht nördlich von Hamburg einen verkehrstechnisch gut gelegenen Standort, um von dort hunderte Transporter loszuschicken, die im Norden von Hamburg Online-Bestellungen ausliefern.
      …Oder hat REWE noch nicht zugegeben, dass HU in 5 Jahren dieser Standort wird??
      Ok, faktisch betrachtet ist der Beschluß noch nicht gefasst – aber Erweiterungsfläche ist ja im eingereichten Plan schon enthalten….

  7. Rolf Michelsen sagt:

    Das zu erwartende Stauchaos wäre minimiert, wenn die Parteien, besonders zwei nicht ständig und über Jahrzehnte Neubaugebiete „durchgewunken“ hätten.
    Bei der AKN-Tunnelversion hat das geklappt hier Gebiete frei zu halten. Hier wurde es schlichtweg von der Politik verschlafen, und das über Jahrzehnte. Das ist nicht Sache der Gemeinde, aber in jedem Fall dem jeweiligen Bgm. ebenfalls mangels Vorausschau anzulasten. Das Gejammer nützt jetzt aber nichts mehr.
    Herr Meschede / CDU hat hier ja schon einmal angedeutet, daß er die Fehler der Vergangenheit bedauert. Das nützt uns in Sachen REWE und NETTO nichts mehr.
    Das Thema Umgehungsstraße läuft hier seit ca. 40 Jahren im Kreis – und nun düfte es sicht aufgrund enormer Kosten in Millionenhöhe wohl erledigt haben.
    Warum „ködert“ jetzt wohl REWE mit Vesprechungen für Spenden auf verschiedenen Ebenen ? Andere Standorte sind wohl bei REWE nicht im Verhandlungsstadium. Nirgends war zu erfahren, wo REWE sich gleichzeitig beworben hat.
    Keine Gemeinde in der Umgebung hat versucht den vermeintlich „dicken Fisch“ an Land zu ziehen. HU bekommt also für ein Maximum an Fläche ein Minimum an Gewerbesteuer. Dafür aber ersatzweise an Maximum an Kosten für die Instandhaltung der Infrastruktur.
    Im Klartext: wenn jetzt schon Gelder für Radwegsanierungen u.v.a.m. fehlen, wird sich das in Zukunft noch verschärfen. Die Ausgaben werden steigen, die Einnahmen nicht im gleichen Prozentsatz.
    Aber das sieht hier ja so mancher nicht – nur die Aussicht um Ausbildungsplätze, Arbeitsplätze im unteren Lohnbereich (ignorierend, daß es hier nicht genügend preisswerten Wohnraum gibt) und später durch Automation entfallen in einigen Jahren die Arbeitsplätze schon wieder.
    Die techn. Entwiclung der Fahrzeugsteuerung ist erst in den Anfängen. Weiter denken an die Zukunft – das vermisse ich hier in der Politik und Verwaltung.
    Norderstedt will jetzt bis 2035 planen – HU ist da doch weit von entfernt, die Politik auch.
    Hut ab vor den REWE-Leuten – excellentes Verhandlungsteam. Und hier ?

  8. Benno Colmorgen sagt:

    Warum schäumt denn hier schon wieder der „gesunde Menschenverstand“ ? Wer behauptet, es wäre bereits beschlossener politischer Wille, REWE anzusiedeln, irrt. Es wurde lediglich beschlossen, das mehrstufige Bebauungsplanverfahren anzustoßen. Nach meinem Wissen können sich erst dann beispielsweise andere Träger öffentlicher Belange ( z. B. Kisdorf, wo die mögliche Ansiedelung sicher kritisch gesehen wird ), aber auch die Bürger Henstedt-Ulzburgs einbringen. Erst danach wird politischer Wille zum Tragen kommen.
    Zum Thema Umgehungsstrasse: Die Lösung Verlängerung der SH-Strasse durch die Alsterwiesen ist schon lange mausetot, da die Strasse durch ein Naturschutzgebiet führen müsste. Daneben ist lange bekannt, daß ein Großteil des Autoverkehrs in der Gemeinde durch innerörtliche Fahrten verursacht wird, die durch eine Umgehung nicht reduziert werden könnten. In der näheren Zukunft wird es durch die Einführung autonom fahrender Autos gravierende Änderungen im Verkehrsfluß geben, auch werden immer weniger Menschen ein eigenes Auto besitzen wollen. Ein erster Schritt dazu ist durch die Möglichkeit von car-sharing in H-U geschaffen worden.

  9. Peter Borchert sagt:

    Hallo Herr Colmorgen, Sie haben Recht, dass nur das B-Planverfahren eingeleitet wurde und demgemäß natürlich noch kein Feststellungsbeschluss vorliegen kann. Aber, im Flächennutzungsplan ist bereits die grundsätzliche „Weichenstellung“ für Gewerbeansiedlung erfolgt und die Verwaltung und die Mehrheit der Politik würden kein B-Planverfahren einleiten, wenn sie nicht von davon überzeugt wären, das Verfahren natürlich in einem Beteiligungs- und Abwägungsprozess mit den Einwohnern und TÖB in ihrem Sinn zum Abschluss bringen zu können.
    Ich gehe davon aus, dass die Verwaltung in einer grundsätzlichen Abstimmung mit der Landesplanung „grünes Licht“ von dort für die Ansiedlung bekommen hat; denn HU liegt auf der landesplanerisch präferierten Entwicklungsachse HH-Kaltenkirchen in der Metropolregion HH. Außerdem befindet sich der Ansiedlungsstandort dicht an der A7 und entspricht somit zusätzlich landesplanerischen Empfehlungen/Vorgaben.
    Mögliche Einwendungen von Kisdorf werden das Vorhaben nicht verhindern können, da eine unmittelbare Betroffenheit nicht gegeben ist. Da Kaki mit Ansiedlungen überregionaler Bedeutung wie Dodenhof, Ohlandcenter und aktuell stärkerer wohnlicher und gewerblicher Entwicklung (Jungheinrich) als HU sich auch als Entwicklungsschwerpunkt sieht, dürften von dort auch keine Einwendungen zu verzeichnen sein.
    Abgesehen von einigen Kommentatoren an dieser Stelle ist von einer breiten mehrheitlichen Ablehnung der Einwohner HU zu dieser Ansiedlung und deren Auswirkungen kaum etwas zu bemerken.
    Herr Colmorgen, von einer Umgehung durch die Alsterwiesen wird schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr ernsthaft gesprochen. Im Verkehrsstrukturplan 2014 wird von den Verkehrsplanern eine Westumgehung vorgeschlagen, die allerdings nur eine Teilortsumgehung mit Entlastung der Hamburger Str. beinhaltet, und wie ich bereits dargestellt hatte, im Rahmen der weiteren Wohn- und Gewerbeentwicklung und der damit verbundenen Verkehrsentwicklung wieder auf die Tagesordnung kommen wird, insbesondere wenn jetzt auch noch über Tempo 30 auf Teilabschnitten der Hamburger Str. diskutiert wird.
    Tempo 30 auf der Hamburger Str. würde einen Push für die Westumgehung ergeben. Ob die Bürger alle diese vielschichtigen Zusammenhänge des Pro und Kontra insgesamt abwägend erkennen werden?
    Autonomes Autofahren kann und wird nicht zu einer Verkehrsentlastung führen, eher das Gegenteil, weil dann das Auto noch mehr zum „Wohnzimmer“ und „Büro“ genutzt werden wird.
    Car-Sharing wird in Großstädten wie HH schon seit einigen Jahren praktiziert und hat weder zu einer Reduzierung des fließenden, noch des ruhenden Verkehrs geführt, wie in Stadtteilen mit hoher Wohndichte wie Eimsbüttel, Winterhude und Eppendorf leicht zu erkennen ist. Nach aktuellen Pressemitteilungen haben die Kfz-Zulassungszahlen und die Motorisierungsdichte in HH weiter zugenommen.
    Ich würde mir eine andere Entwicklung wünschen, aber unsere Gesellschaft benötigt für eine entsprechende Einsicht zur Änderung wohl noch den Zeitraum mindestens einer Generation.

  10. R. Finsterbusch sagt:

    Hallo Herr Borchert,

    ich schätze Ihre Fachkommentare, aber zu dieser Ausführung habe ich mal eine andere Wahrnehmung:

    „Abgesehen von einigen Kommentatoren an dieser Stelle ist von einer breiten mehrheitlichen Ablehnung der Einwohner HU zu dieser Ansiedlung und deren Auswirkungen kaum etwas zu bemerken.“

    Wenn man davon ausgeht, dass sich in den „HUN“ nur „die Spitze vom Eisberg“ zu der REWE-Ansiedlung geäußert hat, dann doch mehr gegen als für dieses Projekt! Dieses Ergebnis spiegelt sich auch in meinem Umfeld so ab. Gut, das mag ja nicht repräsentativ sein, ebenso wenig wie Ihre Ausführungen. Ich glaube, viele hier im Ort haben auch die klaren Ergebnisse zu „Gemeinde oder Stadt“ oder „Pinnauwiesen“ nicht vorhergesehen.

    Der mündige Bürger sollte daher hierzu befragt werden, ansonsten ist das Projekt „IGEK“ nur ein Farce.

    ——————————————————————————————————————–

    P.S.: Vor 2 Jahren stand hier zu lesen (die Problematik ist allerdings schon länger bekannt):

    „Ein von der Verwaltung in Auftrag gegebenes Hilfsfrist-Prüfgutachten wurde am Dienstag in der Feuerwache vorgestellt. Danach kommen die Brandbekämpfer weder in Ulzburg-Süd noch auf dem Rhen im Notfall rechtzeitig am Einsatzort an. Dasselbe gilt für das Gewerbegebiet.

    Macht man sich denn in RHen keine Gedanken, welchen Einfluss der zunehmende Verkehr auch Auswirkungen auf die Hilfsfrist der Feuerwehr haben könnte? In Ulzburg-Süd warten wir bereits seit 4 Jahren auf eine Lösung!

  11. Rolf Michelsen sagt:

    Die Gemeinde HU wächst und damit auch der Individualverkehr. Ein guter ÖPNV findet hier nicht statt. Eine Westumgehung ist für die Gemeinde nicht finanzierbar. Bundes-, Kreis- oder Landesmittel sind nicht möglich.
    Das Thema REWE ist angeschoben. Bei den derzeitigen politischen Mehrheiten auch nicht mehr zu stoppen, nur eine Frage der Zeit.
    Es bleibt abzuwarten, wie die nächsten Kommunalwahlen hier etwas verändern.
    Bei den Pinnau-Wiesen war die Politik und Verwaltung über das Ergebnis der Bürgerbefragung überrascht. Die Wähler werden durch Mehrheiten und die Programme der Parteien und Haltung zu diesem Projekt entscheiden ob die Mehrheit das will oder nicht.
    Nicht einmal eine Anbing an die A 7 bei Alveslohe ist zu erwarten. NMS hat 3 dicht aufeinanderfolgende A 7 – Zufahrten. In Kiel lehnt man soetwas ab, weil formell der Abstand zwischen den A 7 – Auffahrten HU und Kaltenkirchen zu gering wäre. Nur die Olympiade in Hamburg hätte das geändert (Golf auf Gut Kaden), aber das kann HU nicht.
    Fragt sich nur, warum das Eine geht und das Andere nicht.
    HU hat einfach kein Gewicht in Kiel.
    Warum geht REWE nicht nach Bad Bramstedt, obwohl dort eine Anbindung an die A 20 kommen wird ? Ideal fpr Transport Richtung Osten nach Mec-Pom etc. Bad Bramstedt macht keine Anstalten REWE zu locken. Warum wohl ?
    Auch dort will man den LKW-Verkehr nicht im Ort haben und ist sich der Folgekosten für die Instandhaltung der Straßen bewußt. Norderstedt hätte Gelände, aber es erfolgt kein Angebot an REWE. Warum wohl ? Immerhin, Norderstedt hat sich TESA / Beiersdort geholt als guten Gewerbesteuerzahler. HU nur REWE und Netto, keine Gewebesteuerzahlen in der Form.
    LKW von REWE / Penny rollen ab Oststraße durch Nordestedt in alle Richtungen.
    Es gibt keinen Ortsentwicklungsplan für HU, was Norderstedt hat und jetzt erweitert. Es gibt keine Antwort auf die Frage, wie weit HU noch bevölkerungmässig wachsen soll und kann.
    Aber es wird innerörtlich Bauverdichtung angestrebt. Altbauen weg und höher die Bebauung.
    Aber wir sind eben nur Gemeinde,keine Stadt. Aufbauachse Nord-Süd, hin oder her.

  12. R. Finsterbusch sagt:

    Man kann die „Sonntagsreden“ zu einer (Teil-)Umgehungsstraße schon nicht mehr hören.

    Die EINEN wollen sie, die ANDEREN hingegen halten sie für nicht finanzierbar/umsetzbar. Und da, wo Einigkeit besteht, passiert nichts:

    November 2014:

    „CDU, SPD und FDP wollen Umgehungsstraße durch Henstedt-Ulzburgs Natur … Liberale fordern Bürgerentscheid … Köhlmann-Thater signalisiert WHU-Zustimmung zu Volksbefragung!“

    „WHU-Gemeindevertreter Köhlmann-Thater zum FDP-Vorschlag für Bürgermitbestimmung in Sachen Straßenbau: „Warum nicht, wenn die FDP den Antrag stellt, werde ich bestimmt nicht mit Nein stimmen. Warum sollte man eine Volksabstimmung verweigern, das ist ja Quatsch.“

    Dezember 2016:

    „… Kahle abschließend: „Wir bedauern es, dass die anderen Fraktionen unseren Antrag, mit einer Machbarkeitsstudie endlich Klarheit darüber zu schaffen, ob eine westliche Umgehungsstraße für Henstedt-Ulzburg machbar und vorteilhaft wäre, abgelehnt haben. Damit scheidet diese langfristig denkbare Maßnahme als dritter möglicher Schwerpunkt in 2017 leider aus.“

    ——————————————————————————————————————–

    Also kommt noch was? oder wird das ein Dauerbrenner, der alle paar Jahre wieder aufgewärmt wird?

    • Rolf Michelsen sagt:

      Sie haben Recht, Herr Finsterbusch. Das Thema Umgehungsstraße wird seit ca. 40 Jahren regelmässig wieder „aufgewärmt“. Passiert ist nichts. Viel politische Zeit vergeudet.
      Stillstand ist Rückschritt. Wenn eine Sache nicht vorangeht, dann ist es dieses Thema.
      In diesem Fall: bis bald – schließlich sind ja Wahlen, wo das wieder aufgewärmt wird und man schon vorher wei?: viel Lärm um nichts. Lärm nur auf und in den Straßen.
      Hurra REWE und Netto – und ein paar Trikots für den Sportverein.

  13. Koßmehl sagt:

    …. gibt es (hier) jemanden, der eine Aussage treffen kann WARUM 134 LKW in der Planung durch die HH-Str. fahren werden?

    Wenn ich mir die Strassenverbindungen ansehe – so verstehe ich, die LKW durch Kisdorf gehen wohl Richtung Bad Oldeslohe, vielleicht Bargteheide.
    Richtung Segeberg wird ja wohl besser über die A7/206 laufen.

    sind die 134 LKW durch die HH-Str. für Wandsbek (HH-Nord-Osten) & vielleicht Richtung Barmstedt?
    …aber für jedes dieser Ziele bietet sich die A7 mit Abfahrt Quickborn, Norderstedt, Schnelsen-Nord an.

    Oder wäre die A7 Auffahrt HU und oben genannten überlastet, wenn der gesamte Transport über die A7 geleitet wird???

  14. Hans-Jürgen Maass sagt:

    Zum Thema REWE & Co. empfehle ich u.a. den Besuch dieser Veranstaltung:

    Neue Wege in der Zustelllogistik
    (Veranstalter: Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft)


    Donnerstag, 26. Januar 2017 von 18:00 – 20:00 Uhr
    Ort: HKIC, Adolphsplatz 6, 20457 Hamburg (ggü. der Handelskammer)
    Referentin: Daniela Kirchner, Senior Strategy & Innovation Manager, Hermes Germany GmbH

    Anmeldung erforderlich!!! siehe: http://www.hamburg.dvwg.de/veranstaltungen/veranstaltungskalender.html

    Ob Paketroboter oder Lieferdrohnen: Fast alle Logistikunternehmen testen momentan die automatisierte Zustellung. Amazon experimentiert mit unbemannten Fluggeräten, die Post hat den „DHL Paketkopter“ auf Probeflüge geschickt. Hermes dagegen setzt nicht auf Drohnen, sondern auf das Gefährt des estnischen Unternehmens Starship Technologies, geführt vom Skype-Mitgründer Ahti Heinla. Der Lieferroboter 6D9 wird im Rahmen der Lounge von der Hermes-Projektleiterin Daniela Kirchner präsentiert.

    Frau Kirchner studierte an der Technischen Universität in Dresden und ist bereits seit 2009 bei der Hermes Germany GmbH tätig.
    Weitere Informationen finden Sie u.a. hier:
    http://www.ottogroupunterwegs.com/blog/blog/posts/Paketroboter-in-Hamburg-Mit-6D9-durch-Ottensen.php

    • Stefan Schneider sagt:

      Den Lieferroboter 6D9 habe ich schon mal in „Natura“ erlebt. Nettes Gadged, aber für enge Gehwegsituationen ungeeignet, so wie auch HU nicht gerade immer in Boulevard-Breite ausgebaut ist. Von Vandalismus mal ganz abgesehen. Drohnen werden es wohl auch schwer haben, einfach mal querfeldein über die Privatgrundstück zu brummsen ist ja nicht drin. Müssten also sauber den öfftl. Wegen folgen, dann verstehen, was eine Zufahrt ist und was nicht… eher was für menschenleere Gegenden, damit der Lieferfahrer nicht viel Zeit verbraucht mit Fahrten zu zurückgesetzten Häusern. Der ließe dann von der Hauptstraße ein paar Drohnen ausschwärmen.
      In Sachen Rewe wäre noch interessanter was zur Lagerlogistik a la Industrie 4.0 , da könnte man sehen, wie sich die vielen Rewe-Jobs in wenigen Jahren verflüchtigen werden ( die ja eh nicht neu sind, sondern von Norderstedt verlagert werden).
      Was uns dann bleibt, ist der LKW-Schaden, der in roboterisiert nicht angenehmer wird. Sind es Daimler-Trucks, weiß man dann: Die bremsen nicht für unsere Kinder: http://blog.caranddriver.com/self-driving-mercedes-will-prioritize-occupant-safety-over-pedestrians/
      Unsere Straßen werden sie auch als Roboter kaputtfahren. Bessere Schulausstattung, damit unsere Kinder lernen können, wie das Roboterzeitalter gestaltet, statt nur drunter zu leiden? Kein Geld, es müssen schon wieder Fahrbahndecken erneuert werden… mit Umleitung der Rewe&Netto-Laster durch unsere Wohngebiete während der Bauzeit.
      Toll…

      • Koßmehl sagt:

        …ich denke mal, dass es kein Problem ist Drohnen quer über Privatgrundstücke zu schicken…. die Luft über dem Grundstück gehört nicht dem Grundstückseigentümer.
        (finde persönlich aber Drohnen für die Auslieferung etwas sehr utopisch…hoffentlich)

        nochmal… WARUM plant Rewe 134 LKW quer durch HU zu schicken? Wohin fahren die dann weiter?? Vielleicht muss das nicht sein, dann ließe sich schon eher über die Ansiedlung reden.

      • Hans-Jürgen Maass sagt:

        Hallo Herr Schneider,
        ich hoffe ich kann Ihre Bedenken zerstreuen:
        1. Der Lieferroboter 6D9 ist „für enge Gehwegsituationen ungeeignet“.
        > Eine enge Gehwegsituation ist für JEDEN Verkehrsteilnehmer ein Problem, da macht der kleine Lieferroboter keine Ausnahme. Höchstens in der Weise, dass man ihm verbietet kann da zu bestimmten Zeiten durchzufahren. Die „Welt am Sonntag“ beschreibt auf https://www.welt.de/wirtschaft/article158603688/Paketroboter-6D9-faehrt-durch-Hamburgs-Strassen.html sehr anschaulich wie rücksichtsvoll und umsichtig sich der kleine Geselle im Verkehr bewegt. Der Vorteil der Paketauslieferung mit extrem kleinen Lieferfahrzeugen liegt im geringeren Energieverbrauch und der Möglichkeit den Kunden genau zum gewünschten Zeitpunkt zu beliefern. Die Alternative dazu ist die Benachrichtigungskarte im Briefkasten. Wenn das passiert, dann entsteht nach dem 1. Weg des 3,5-Tonners von DHL&Co. zum Kunden ein 2. Weg mit dem 1,2 t-PkW zur Post und ein 3. zurück nach Hause.

        2. „Vandalismus“
        > ist kaum ein Problem, weil die Fahrzeuge sofort Alarm geben würden. Auch andere Verkehrsteilnehmer (Züge, Autos, Fahrräder) sind vor Vandalismus nicht 100%ig gefeit, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.

        3. „Was uns … bleibt, ist der LKW-Schaden, der in roboterisiert nicht angenehmer wird.“
        > Der Lieferroboter 6D9 ist ein schönes Bespiel dafür, wie automatisierter Güter-Verkehr „entschleunigter“ wird, weil der teuerste Zeitfaktor (der Fahrer) entfällt. Damit rücken andere Kosten wie das Unfallgeschehen, die Energiekosten und der Verschleiß stärker in den Vordergrund. Das bewirkt den Trend zu geringeren Geschwindigkeiten und das wird man auch bei größeren Gefäßen (für Europaletten oder für Seecontainer) beobachten können. Bekanntlich steigen die Kräfte mit der Geschwindigkeit in’s Quadrat und die dabei erzeugten Straßenschäden in’s Kubik. Von daher wird eine Geschwindigkeitsabsenkung beim Güterverkehr positive Auswirkungen auf die Lebensdauer von Brücken und Straßen haben.

        4. „Sind es Daimler-Trucks, weiß man dann: Die bremsen nicht für unsere Kinder: http://blog.caranddriver.com/self-driving-mercedes-will-prioritize-occupant-safety-over-pedestrians/ „.
        > Sorry, aber selbstverständlich bremst ein autonomes Fahrzeug für ein Kind! Es geht vielmehr um die Frage ob, wenn Bremsen nicht mehr reicht, ein autonomes Fahrzeug seine Insassen gegen einen Baum fahren muss. Ich drehe den Spieß mal um: Familie mit Kindern mit Haus an einer Bundesstraße. Seit da ausschließlich autonom gefahren wird, steht neuerdings die Gartenpforte immer offen, weil sich die Eltern sagen: die Autos bremsen ja und notfalls sterben die Insassen eben den Märtyrertod am nächsten Baum. Das kann’s ja wohl auch nicht sein. Kein Zug springt aus der Schiene, kein gewöhnlicher Fahrer fährt absichtlich in den Tod, um einen Unfall zu verhindern.

        Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn von einem neuen Verkehrssystem bereits im Anfangsstadium Wunder zu erwarten, die andere, ältere Systeme (Pferdekutsche, Fahrrad, Eisenbahn, Auto, Flugzeug) in z.Zt. über 100 Jahren Entwicklungszeit nicht geschafft haben: nämlich null Unfälle zu bauen, keinen Platz zu verbrauchen, keine Geräusche zu erzeugen, quasi unsichtbar zu sein und auch keine Energie zu verbrauchen.


        Verkehrssysteme auf der Basis autonomer E-Fahrzeuge sind nach den bisherigen Erfahrungen um 90% sicherer, verbrauchen weniger Platz, erzeugen kaum Geräusche, haben niedrigere Kosten und verbrauchen weniger Energie, die zudem regenerativ erzeugt werden KANN; das alles muss für den Anfang reichen. Das heutige Verkehrssystem so zu belassen wie es, ist kostet in D. jährlich ca. 8.000 Menschen das Leben. Diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten durch autonomes Fahren auf unter 1.000 abzusenken ist der richtige Weg. Danach sehen wir weiter.

        • Stefan schneider sagt:

          Im Prinzip gebe ich Ihnen ja Recht, solche neuen Ansätze haben ihren Charme. Und es werden sich praktikable Einsatzszenarien für jedes herauskristallisieren. Eben durch solche Testläufe.
          Bei dem bodengebundenen Lieferroboter hatten wir im Kollegenkreis bei einer Vorführung schon gefeixt: Selbst wenn er rücksichtsvoll stoppt, sobald er die Füße seines Gegenübers „erblickt“ und als Hindernis identifiziert: Was dann? Roboter wartet, Mensch wartet. Einer müsste den Weg zurück nehmen bis zur nächsten Einfahrt, wo man ausweichen könnte. Oder auf die Straße ausweichen. Letzteres kann man wohl kaum erwarten, für den Mensch zu gefährlich, der Roboter kippt am Kantstein potentiell um oder müsste bis zur nächsten Auffahrt auf der Straße fahren (was er laut Bedienpersonal nicht darf).
          Fährt er dann also zurück? Ich würde meine Fußwege sicher nicht um die Bedürfnisse von Lieferdiensten und ihre Roboter herum gestalten. Und auch andere werden nach den ersten Begegnungen genervt reagieren. Wir waren uns nahezu alle einig: Der Roboter wird dann recht bald eine Tritt kassieren und in der Hecke landen… Oder die Leute steigen einfach drauf, dann ist der Deckelmechanismus bald kaputt. Und die Kamera nutzt dabei wenig: Die darf im öffentlichen Raum nur den Boden (max. Unterschenkelhöhe) filmen, Datenschutz.
          Insofern kann ich mir das Teil eher auf einem Firmengelände oder in einer Shoppingmall vorstellen, um z.B. für Click&Collect-Abholsendungen von der Laderampe des Centers aus die Pakete in die Shops zu bringen. Vielleicht noch mit Werbung von Läden beklebt, die in dem Center ansässig sind.

          „kein gewöhnlicher Fahrer fährt absichtlich in den Tod, um einen Unfall zu verhindern“: Ja, wie ist das eigentlich: Ich erkenne, dass meine Bremse nicht mehr tut (und die Hupe auch keinen Mucks macht) und kann noch die Entscheidung treffen, gegen den Baum zu rollen (ich tot) oder weiter Richtung Zebrastreifen, wo gerade viele Fußgänger rübergehen. Darf ich mich selbst bevorzugen? Oder ist das dann Totschlag oder zumindest fahrlässige Tötung, wenn ich das tue und ein Fußgänger dabei das zeitliche segnet? Vermutlich ist die Option, sich selbst zu opfern, nicht zumutbar. Aber wie würde das im Nachgang bewertet werden?

          • Hans-Jürgen Maass sagt:

            Hallo Herr Schneider,
            was mögliche Unfallszenarien angeht, so macht es aus meiner Sicht keinen Sinn sich jetzt schon allzu viele Gedanken darüber zu machen wie man die Technik des automatisierten Fahrens noch weiter verbessern kann. Die bislang zur Verfügung stehende Technik wird das Unfallgeschehen um ca. 90% reduzieren; das sollte für den Anfang reichen. Ich zweifle nicht daran, dass man autonome Fahrzeuge – insbesondere wenn sich keine Menschen an Bord befinden – eines Tages so programmieren wird, dass die Unfallfolgen blitzschnell abgeschätzt werden und ggf. ein Ausweichmanöver eingeleitet wird, von dem der geringste Schaden zu erwarten ist. Momentan ist der geringste Schaden in dem Fall zu erwarten in dem man die Technik des autonomen Fahrens einführt. Ergo macht es keinen Sinn Regelungen einzuführen, welche die Insassen eines automatisierten Fahrzeugs grundsätzlich benachteiligen, denn ein solches Fahrzeug würde wohl kaum jemand kaufen.

            Der Lieferroboter 6D9 kann durchaus höher „sehen“ als nur bis Kniehöhe, denn er ist in der Lage zu erkennen ob eine Fußgängerampel rot oder grün zeigt, so jedenfalls steht es in dem verlinkten „Welt“-Artikel. Werden diese Kamerabilder gesendet, dann werden sie zuvor verpixelt. Wie das im Detail gehandhabt wird ist mir allerdings (noch) nicht bekannt.

            Ich denke nicht, dass der 6D9 einen sehr großen Beitrag zur Lösung der vielen Probleme leisten kann, die unser Verkehr erzeugt. Es handelt sich schließlich nur um eine Nischenanwendung im KEP-Segment und auch dort nur auf der letzten Meile. Güterverkehr erzeugt 1/3 aller CO2-Emissionen im Verkehrsbereich und der Anteil von KEP-Fracht ist gering, wenngleich auch kräftig steigend. Angenommen die durchschnittliche Transportweite von KEP-Fracht beträgt 100 km und der Lieferroboter übernimmt davon 3 km, dann ist klar, wir reden hier über deutlich weniger als 1% des Verkehrsaufkommens. ABER: diese letzte Meile zum Kunden verursacht 50% der Transportkosten des Pakets. Das ist das Geniale an der Idee ein besonders kleines autonomes Fahrzeug anzubieten. Dazu kommt noch dass keine eigene Infrastruktur erforderlich ist. Das ist beim Transport von Seecontainern hoffentlich anders.

            Ich lese, Sie haben einer Vorführung des 6D9 im Kollegenkreis zugeschaut. Das klingt ja spannend! Erzählen Sie doch mal!

            • Stefan Schneider sagt:

              Von außen wie eine ovale Kühlbox, oben ein Plastikdeckel, der nur per Funk aufgeht (Auslösung durch Operator und durch Empfangsberechtigten via Hermes-App).
              Dann eine lange Antenna, Manni Manta würden nen Fuchsschwanz dranhängen 😉 Ob die nicht dauernd abgebrochen werden, fragten viele die Präsentatoren. Die hofften dabei auf das Gute im Menschen…
              Innen Platz für ca. 2 typische Otto-Pakete. Allerdings ist nicht angedacht, ggf. 2 Empfänger pro Fahrt zu beliefern, da der 1. Empfänger prinzipiell ja beide Sendungen entnehmen kann.
              Und der muss nach Paketentnahme den Deckel schließen (Hoffnung auf das Gute…). Gute Gelegenheit, erst noch die Umverpackung ( und leere Batterien) loszuwerden 😛

              • Hans-Jürgen Maass sagt:

                Hallo Herr Schneider, vielen Dank für Ihre Einschätzung! Ich war auf der DVWG-Veranstaltung am 27.1. in der Handelskammer, kam aber leider mit gehöriger Verspätung dort an, so dass ich vermutlich das Beste verpasst habe. 80-100 Leute waren da, zu meiner Verwunderung davon 4/5 studentisches Publikum, während bekannte Gesichter nur spärlich vertreten waren. Ein lockerer junger Mann, der seit über 4 Monate als Aufpasser in Ottensen hinter 6D9 herläuft, beantwortete Fragen aus dem Publikum. Er berichtete schlagfertig und humorvoll aus seiner Praxis, von Erlebnissen mit Hunden und Menschen. Er hält meist etwas Abstand zum Lieferroboter, so dass er nicht immer sofort als Begleiter erkennbar ist. Es gab in dieser Zeit einen einzigen Fall von Vandalismus, einen Schlag mit einem Hammer, der keinen Schaden anrichtete. Hunde reagieren auf den Lieferroboter meist neugierig und schließen spätestens beim 2. Treffen Freundschaft, indem sie ihn zur Begrüßung freudig ablecken, was der geduldige Geselle sich auch brav gefallen lässt. / Über eine Aufstockung um weitere Fächer wird nachgedacht. / Fahrten mit U- und S-Bahnen wurden bereits schon mal angedacht, / Obwohl der Roboter drei verschiedene Mobilfunknetze nutzten kann, erweist sich in der Praxis die schlechte Mobilfunkabdeckung als ein Problem. Wenn er den Kontakt zum Netz verliert bleibt der Lieferroboter stehen, außer er überquert gerade eine Straße. Dann fährt er weiter bis auf den Gehweg und bleibt dort stehen. Die schlechte Netzabdeckung löst in Tallin immer wieder Verwunderung aus, das ist man in Estland nicht gewohnt. Anschließend, bei Wein und Brezel am Stehtisch meinte einer: es war ein Kardinalfehler bei der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen einseitig auf den Erlös – er sprach von 8 Mrd. – zu achten und keine Mindeststandards festgelegt zu haben. Mag sein, aber ich kann das nicht beurteilen.

                Auch meine 1. Reaktion auf den Paketroboter war: Spielkram! Wir lösen unsere Verkehrsprobleme nicht, indem wenn wir ein paar kleine Lieferroboter einsetzen. Diese Lösung ist allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. ABER: Man kann mit diesen kleinen Kisten sehr viele Erfahrungen sammeln, die man später auf die Beförderung von Seecontainern, Europaletten und Menschen übertragen kann. Wenn die kleinen Kisten erst einmal in größeren Stückzahlen gebaut werden, dann werden die Bauteile für autonomes Fahren billiger. Das wichtigste aber ist, dass diese neue Technik sichtbar wird, in das allgemeine Bewusstsein dringt und die Gesellschaft anfängt sich auszumalen, was man mit dieser Technik alles machen kann. / Aus dem Publikum nannte jemand einen paar Firmen, die sich bereits Gedanken über autonomes Fahren machen. Dabei fiel unter anderem auch der Name REWE. Man würde bei REWE demnach wohl nicht gleich aus allen Wolken fallen, gäbe man für H-U die Losung aus:
                „REWE-Ansiedlung JA – aber nicht mehr mit dieselgetriebenen LKW“.

  15. Stefan schneider sagt:

    Das HA berichtet über Höhenrettung (und was das z.B. mit HU zu tun hat):
    http://bit.ly/2jYblCC
    —-
    „Das geplante Rewe-Auslieferungslager in Henstedt-Ulzburg soll zum Beispiel bis zu 30 Meter hoch werden – mit einer herkömmlichen Drehleiter kann in dieser Höhe nichts mehr ausgerichtet werden.“
    —-
    „Die Gemeindevertretung [von HU] hat bereits im November beschlossen, der Feuerwehr für die Höhenrettung 20.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Noch ist der Haushaltsansatz mit einem Sperrvermerk versehen, aber wenn es ernst wird, steht das Geld sofort zur Verfügung.“

    Mag ja sein, dass dies auch abseits von Rewe benötigt wird. Aber sollte ein Betrieb, der so spezielle Anlagen errichtet, nicht dann auch eine eigene Lösung für die Gefahrenabwehr dafür bereithalten?
    Flughäfen haben eine Flughafenfeuerwehr, Chemiefirmen ebenfalls eine Werksfeuerwehr (in Ingelheim/Rhein hilft so eine sogar bei der freiwilligen Feuerwehr aus, wenn im Werk nichts zu tun ist).

    Wieso soll HU mit Geld und die ehrenamtlichen Feuerwehrleute mit dem Zusatzrisiko für Rewe’s kommerzielle Interessen eintreten? Sollen sie ihre Halle doch flacher bauen, passend zu den gegebenen Möglichkeiten der FW. Oder eine Werkswerk aufbauen. Ist das bei Netto auch alles so hoch, dass man dafür die FW upgraden müsste? Wollen die FW-Leute das?

    • Nils-Peter Schulz sagt:

      Hallo Herr Schneider,
      die Aussage, dass mit einer herkömmlichen Drehleiter in dieser Höhe nichts ausgerichtet werden kann ist falsch, auch die Aussage im HA, dass eine Drehleiter nur eine Höhe von 23 Metern erreicht ist falsch. Richtig dagegen: Eine Drehleiter muss von der Norm her eine Höhe von 23 Metern bei einer Auslage von 12 Metern erreichen, damit sie DL 23/12 heißen darf. Wenn man eine herkömmliche Drehleiter im größtmöglichen Winkel, 75°, aufstellt, kann man bis zu 30 Meter erreichen. Die neuesten Modelle hingegen schaffen durchaus mehr als 23 Meter bei 12 Meter Auslage.
      Ich hoffe, dass ist so einigermaßen verständlich 😉

      Liebe Grüße,
      ein Feuerwehrmann

      • Stefan Schneider sagt:

        Also ist der berichtete Beschluss der GV HU eine Zeitungsente?
        Ist das kein Problem für die FW-Mannschaften, sich mit Höhenrettung befassen zu müssen? (kann ja auch als sportliche Herausforderung wahrgenommen werden)
        Ist das normal, das für neue Risiken, die eine Firma mit neuen Anlagen generiert, dann keine Pflicht damit einhergeht, das selbst abzudecken?

        • Nils-Peter Schulz sagt:

          Meine Aussage bezieht sich nur auf die Drehleitergeschichte… 😉

          Grundsätzlich ist für den Brandschutz die Gemeinde verantwortlich:

          Gesetz über den Brandschutz und die Hilfeleistungen der Feuerwehren
          (Brandschutzgesetz – BrSchG)
          Vom 10. Februar 1996
          § 2
          Aufgaben der Gemeinden

          Die Gemeinden haben als Selbstverwaltungsaufgabe zur Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes und der Technischen Hilfe den örtlichen Verhältnissen angemessene leistungsfähige öffentliche Feuerwehren zu unterhalten, Fernmelde- und Alarmierungseinrichtungen einzurichten sowie für eine ausreichende Löschwasserversorgung zu sorgen.

          Gesetz über den Brandschutz und die Hilfeleistungen der Feuerwehren
          (Brandschutzgesetz – BrSchG)
          Vom 10. Februar 1996
          § 17
          Werkfeuerwehr

          (1) Betriebe und sonstige Einrichtungen können eigene Feuerwehren aufstellen. Das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten kann auf Antrag der Bürgermeisterinnen oder Bürgermeister in den kreisfreien Städten und der Landrätinnen oder Landräte Betriebe und sonstige Einrichtungen verpflichten, eine Feuerwehr aufzustellen und zu unterhalten. Über die Anerkennung als Werkfeuerwehr entscheidet die Aufsichtsbehörde. Für die Anerkennung und ihren Widerruf gilt § 6 Abs. 3 entsprechend.

          (2) Voraussetzung für eine Verpflichtung nach Absatz 1 Satz 2 ist, dass die Betriebsrisiken durch die öffentlichen Feuerwehren nicht oder nicht mehr abgedeckt werden können, insbesondere wegen erhöhter Brand- oder Explosionsgefahren oder anderer gleichwertiger besonderer Gefahren. Benachbarte Betriebe in Industriegebieten können gemeinsam verpflichtet werden, wenn von ihnen als Gesamtheit Gefahren nach Satz 1 ausgehen. Ein Antrag nach Absatz 1 Satz 2 soll erst gestellt werden, wenn kein Einvernehmen mit den Betrieben und sonstigen Einrichtungen erreicht werden konnte.

          (3) Eine Werkfeuerwehr kann von mehreren Betrieben und sonstigen Einrichtungen gemeinsam aufgestellt und unterhalten werden. Die Aufgabe kann ebenso durch geeignete Dritte erfüllt werden.

          (4) Die Aufsichtsbehörde ist befugt, die Leistungsfähigkeit der Werkfeuerwehr jederzeit zu überprüfen.

          (5) Einer Werkfeuerwehr dürfen nur Personen im Alter vom vollendeten 18. Lebensjahr bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze nach dem Sechsten Buch Sozialgesetzbuch angehören. Sie müssen neben der erforderlichen fachlichen Qualifikation insbesondere Kenntnisse über die Örtlichkeit, die Produktions- und Betriebsabläufe, die betrieblichen Gefahren und Schutzmaßnahmen und die besonderen Einsatzmittel besitzen.

          (6) Der Träger der Werkfeuerwehr hat die Werkfeuerwehrführung und ihre Stellvertretung zu bestellen. Die Bestellung bedarf der Bestätigung der Aufsichtsbehörde.

          (7) Die Werkfeuerwehr muß ständig einsatzbereit sein. Sie ist auf Anforderung der Gemeinde verpflichtet, auch außerhalb ihres Einsatzbereiches Hilfe zu leisten, soweit der eigene abwehrende Brandschutz und die eigene Technische Hilfe innerhalb ihres Einsatzbereiches gesichert sind.

          Alles weitere finden sie hier:
          http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/jportal/portal/t/7f5/page/bsshoprod.psml/action/portlets.jw.MainAction?p1=n&eventSubmit_doNavigate=searchInSubtreeTOC&showdoccase=1&doc.hl=0&doc.id=jlr-BrandSchGSHV6P17&doc.part=S&toc.poskey=#focuspoint

  16. Jens Daberkow sagt:

    Außerdem ist die Höhenrettung auch für Unfälle innerhalb eines Hochregallager wichtig.

    Aufgrund von Notfälle innerhalb des Gebäudes sind geschulte Kräfte nötig um im Fall der Fälle den erkrankten/ verunglückten bergen zu können.
    Meines Wissens nach soll die Kaltenkirchener Wehr solche geschulten Kräfte haben.

    • Stefan Schneider sagt:

      Das meinte ich: Eine freiwillige FW stelle ich mir für normale Alltagsrisiken vorgesehen vor, aber doch nicht für (kommerziell veranlasste) Sonderprobleme wie Hochregallager, Strommastbaustellen. Was wäre, wenn sich hier ein Chemiewerk niederliesse? Müsste also die FFW durch jeden brennenden Reifen springen, die Unternehmen vor ihr hochhält?

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