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Wer macht was in der Drogenprävention in Henstedt-Ulzburg? | Henstedt-Ulzburger
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Wer macht was in der Drogenprävention in Henstedt-Ulzburg?

Mitteilung von Bürgermeister Stefan Bauer

Wer macht was in der Drogenprävention in Henstedt-Ulzburg

Im Oktober hat die Bundesregierung den aktuellen Drogen- und Suchtbericht 2018 vorgestellt. Neben dem zu hohen Alkohol- und Tabakkonsum der Deutschen weist der Bericht auf den schädlichen Einfluss von Cannabis (und anderen Drogen) – insbesondere für Jugendliche – hin.

Auch in der Gemeinde Henstedt-Ulzburg ist Cannabiskonsum von Jugendlichen ein Thema. Dem begegnen eine Vielzahl an Menschen und Institutionen, die sich der Aufklärung und Prävention unserer Jugendlichen im Ort verschrieben haben. Zusammen mit dem Kommunalen Rat für Kriminalitätsverhütung hat Bürgermeister Bauer beschlossen, das Thema wieder stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Im Folgenden werden die Akteure, die in der Drogenprävention in Henstedt-Ulzburg aktiv sind, mit ihren Maßnahmen vorgestellt.

Die Präventionslehrer der Polizei

Die Polizei ist beim Thema Alkohol und Drogenkonsum in den Schulen präventiv im Einsatz. Sogenannte Präventionslehrer warnen in den 9. Klassen vor den Gefahren von Drogen und Alkohol, insbesondere auf Gefährdungen, die von berauschenden Substanzen im Straßenverkehr ausgehen. Gerade diese Altersgruppe der 14-16 Jährigen ist Zielgruppe der Prävention der Polizei. Die künftigen Fahrschüler werden einerseits über die Gefahren von Alkohol und Drogen am Steuer aufgeklärt, andererseits werden ihnen die Konsequenzen ihres Handelns vor Augen geführt, wenn sie unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss als Teilnehmende im Straßenverkehr erwischt werden.

Die Präventionslehrer können außerdem kurzfristig von der Schule angesprochen und angefordert werden, wenn Cannabis in Klassen festgestellt wird. Bei konkreten Verdachtsfällen stehen den Schulen und Eltern feste Kontaktbeamte der örtlichen Polizeidienststellen zur Verfügung, die erforderliche Maßnahmen in die Wege leiten können. Dies geschieht immer in Absprache mit der Schulleitung.

Offene Kinder und Jugendarbeit (OKJA) Henstedt-Ulzburg von IN VIA Hamburg e.V.

Die Jugendzentren Tonne und Rhen bieten Jugendlichen die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Hierzu stehen täglich Pädagogen als Ansprechpartner zur Verfügung.
In der offenen Kinder- und Jugendarbeit übernehmen diese u.a. den wichtigen Part der Beziehungsarbeit zu den Jugendlichen. Vertrauensvolle Gespräche sind die Grundlage erfolgreicher Drogenpräventionsarbeit. In diesen Gesprächen wird diskutiert, wie Jugendliche zu Drogen, wie z.B. Cannabis stehen. Risiken und Gefahren werden thematisiert und Hilfe angeboten. Wird diese angenommen, ist eine Weitervermittlung z.B. zur ATS möglich. Mit der ATS kooperiert IN VIA schon seit längerem und führt gemeinsame Aktionen, wie z.B. das jährliche Midnight-Basketball, durch.

Die Jugendzentren sind drogenfrei. Alkoholisierte bzw. unter Drogeneinfluss stehende Jugendliche erhalten keinen Zutritt. „Regelverletzungen“ werden mit den Betroffenen thematisiert. Die Gespräche unterliegen der Schweigepflicht, was den Jugendlichen es erleichtert, sich zu öffnen und Hilfe anzunehmen.

Ambulante und Teilstationäre Suchthilfe (ATS)

Die Ambulante und Teilstationäre Suchthilfe (ATS) bietet Betroffenen und Angehörigen Informationen und Hilfestellungen zum Thema Sucht. Die ATS arbeitet eng mit den örtlichen Schulen zusammen und bietet vielfältige Präventionsmaßnahmen in Henstedt-Ulzburg auch zum Thema Cannabis an. Der Fokus liegt hierbei auf den 5. bis 9. Klassen der weiterführenden Schulen Alstergymnasium, Gemeinschaftsschule Rhen und Olzeborchschule.

Für die 9. Klassen wurde im Schuljahr 2017/18 beispielsweise die „Suchtexperten-Ausbildung“ am Alstergymnasium durchgeführt. Außerdem wurden freiwillige Schülerinnen und Schüler nach dem Peer-to-Peer Ansatz zu Ansprechpersonen für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ausgebildet. Im November ist in der ATS in Kaltenkirchen der „Bereit-Kurs“ für Jugendliche und jungerwachsene Cannabiskonsumenten gestartet. Ziel des Projekts ist, Cannabiskonsumenten anzuleiten ihre Verhaltensmuster zu überprüfen und sie zu motivieren, ihren Konsum zu reduzieren oder komplett auf Cannabis zu verzichten. Auch bietet die ATS derzeit eine „offene Cannabis-Sprechstunde“ an; jeweils wöchentlich dienstags 14-16 Uhr in den Räumen der ATS, in der Konsumenten als auch Angehörige die Möglichkeit haben, sich beraten zu lassen.

Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Kirche in Henstedt-Ulzburg

Süchte entstehen bekanntlich nicht zuletzt durch Sehnsüchte. Die zentrale entwicklungspsychologische Aufgabe im Jugendalter ist das Etablieren und Stärken einer positiven Identität („Bin ich gut so, wie ich bin?“). Um dieses zu erreichen und damit Suchtgefahren frühzeitig zu begegnen, werden im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit der Kreuzkirche Jugendliche kontinuierlich begleitet. Dies z.B. in Form von seelsorgerlichen Gesprächen, Sinnstiftung durch Glauben, spirituelles Leben und allerlei Gemeinschaftsaktionen. Bei Feststellung von akuten Fällen wird u.a. auch die ATS mit einbezogen.

Bürgermeister Stefan Bauer: „Wir sind gut aufgestellt in den Bereichen, wo sich junge Menschen in unserer Gemeinde aufhalten. Doch Betroffene müssen von den Akteuren auch wissen. Scheuen Sie sich nicht diese auch anzusprechen – in letzter Konsequenz werden es ihnen ihre Kinder danken!“

H-UN

28. November 2018

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