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Rathaus: Drogenkonsum an jeder Schule Henstedt-Ulzburgs | Henstedt-Ulzburger
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Rathaus: Drogenkonsum an jeder Schule Henstedt-Ulzburgs

Die Mitgleider des Rats für Kriminalitätsverhütung kämpfen gegen Drogen an den Schulen

Die Mitglieder des Rats für Kriminalitätsverhütung kämpfen gegen Drogen an den Schulen

Ganz schön berauschende Drogenbilanz aus dem Rathaus. Offenbar gibt es kaum einen Platz in der Großgemeinde, wo nicht gekifft wird. Die Gemeindeverwaltung nannte jetzt in einer Pressemitteilung zahlreiche Orte, wo insbesondere Jugendliche Cannabis konsumieren. Das Rathaus: „In und an allen Schulen, an öffentlichen Plätzen wie dem Marktplatz und größeren Parkplätzen an Supermärkten oder auch im öffentlichen Raum wie den Wanderwegen (z.B. Korl-Barmstedt-Weg, Pinnau-Biotop) und Spielplätzen und nicht zuletzt auch in Diskotheken. Offensichtlich wird es insbesondere dort, wo kleine Plastiktütchen „Baggies“ oder eindeutige „Kippenstummel“ herumliegen oder aber auch der süßliche Geruch intensiv in der Luft liegt, der durch das Verbrennen von Terpenen entsteht.“

Die Orte sind bekannt, jetzt soll gegengesteuert werden – mit Aufklärung. Die Rathausverwaltung: „Zusammen mit dem Kommunalen Rat zur Kriminalitätsverhütung (KRK) in Henstedt-Ulzburg hat es sich Bürgermeister Stefan Bauer zur Aufgabe gemacht, unterhalb der Eingriffsschwelle der Polizei in den Bereichen Umfeldverbesserung und Gewaltprävention an Schulen, Aufklärungsarbeit zu leisten, um auf die Gefahren im Umgang mit Cannabis hinzuweisen. Ziel ist es, zusammen mit verantwortlichen Akteuren an Schlüsselpositionen (Eltern, Lehrern, Sozialpädagogen) Aktionen einzuleiten, aber auch den Bürgerinnen und Bürgerinnen in unserem Ort Hilfestellungen anzubieten.“

Cannabis ist in Deutschland anders als Alkohol oder Tabak illegal, in anderen Teilen der Welt kann Hasch bzw. Marihuana aber legal konsumiert werden. Unter anderem fordern die Grünen und die FDP eine Legalisierung von Cannabis – freilich nicht für Kinder. Die Gemeindeverwaltung: „Ungeachtet der öffentlichen Diskussion zur Legalisierung von Cannabis und aller Begleitprodukte ist festzuhalten, dass der Konsum für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende ausgesprochen schädlich ist, unterbunden bleiben sollte und wir eine gesellschaftliche Verpflichtung haben, unsere Kinder davor zu schützen.“

H-UN

9. September 2018

13 Kommentare zu "Rathaus: Drogenkonsum an jeder Schule Henstedt-Ulzburgs"

  1. Heinrich Winckelmann sagt:

    Es ist bekannt, dass jahrelanger Cannabiskonsum im Alter die Demenz stark fördert. Nicht auszudenken, was dieser Konsum im Entwicklungsalter bei Jugendlichen bereits bewirken kann/wird.

    • Jan Kirmse sagt:

      Herr Winckelmann, ich gehe davon aus, daß Herr Bauer Aufklärung nach Datenlage meinte, nicht nach Bauchgefühl. 😉 Aktueller Stand der Forschung vermutet ja eher das Gegenteil Ihres ersten Satzes… Zu Ihrem zweiten Satz gibt es durchaus eine entsprechende Datenlage, wobei selbst das aktuell angezweifelt wird, aber das kann ja jeder selbst googlen. Ich finde Aufklärung auf jeden Fall richtig, nur ob damit die Zielsetzung „weniger Konsum“ erreicht werden kann, erscheint mir fraglich.

      • Jan Kirmse sagt:

        Nachtrag (bevor es irgendwer falsch versteht): ich bin NICHT dafür, daß Minderjährige kiffen!

  2. Olaf Knüppel sagt:

    Die Entwicklung in Henstedt-Ulzburg ist eine sehr logische, es wird schlimmer und es wurde bereits Jahre zuvor vorausgesagt. Der oft wiederholte Satz bereits 2010 war stets der, dass die Gemeinde erst den ersten Drogentoten erleben muss, bevor etwas Wesentliches passiert.

    Die Sportvereine insbesondere der SVHU haben den Kindern und Jugendlichen die Zuwendung und die Perspektiven gegeben bzw. hätten dies gemäss ihrer Aufgabe tun sollen, dass genau diese Situation nicht eintritt.

    Die Gemeinde, die mehr und mehr von militanten Rentnern geführt wird, mag keine Kinder und Jugendliche und lässt es diese auch stets über Jahre mehr und mehr spüren.
    Schauen Sie sich unsere Schulen an! Erbärmlich.

    Die riesige soziale Aufgabe, die die Sportvereine wahrnehmen, wurde belächelt. Vielmehr wurden Bürgerbegehren ins Leben gerufen, um den „Krach der Gören fernzuhalten“.

    Die Vereine, da Sie nicht Eigentümer sind, sondern die Gemeinde, können die genutzten Sportanlagen nicht sanieren. Auch sind die Mitgliedsbeiträge nicht auskömmlich, notwendige Programme zu entwickeln. Stattdessen wurde ein externer Dienstleister (Tonne) mit 400 TEUR ausgestattet, der erwartungsgemäß versagt hat. Der Sport erhält außer das eine oder andere kostenaufwendige Gutachten keine Hilfe, die etwas bewirkt.

    Die Politik trifft Alibiaussagen und hat über Jahre die Signale nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Man hat erwartet, dass Ehrenamtler unlösbares lösen.

    Ja, lieber Herr Bauer und liebe Politiker, jetzt haben wir den Salat.
    Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass der Prozess nicht mehr umkehrbar ist.
    Wie frustrierend ist das jetzt!

    • Horst Schmidt sagt:

      „Die Gemeinde wird von militanten Rentnern geführt“? Wie kommen Sie denn auf so etwas? 13 der 33 im Mai gewählten Gemeindevertreterinnen/ Gemeindevertreter sind neu in dem Gremium. Fast alle sind junge bis sehr junge, engagierte Menschen. In den Ausschüssen ist es ähnlich. Die werden schon mit vielen guten Ideen ans Werk gehen.
      In der Verwaltung sieht es auch nicht nach Seniorenheim aus. Dort sieht man viele junge motivierte Leute.
      Andere Ihrer Aussagen wären auch zu interpretieren. Sie waren, lieber Olaf Knüppel, -oder sind es vielleicht immer noch – doch ein sehr aktiver Ehrenamtler. Da wissen Sie doch sehr genau, dass Manches geht- und manches eben auch nicht. Trotzdem, Dranbleiben lohnt sich.

      • Horst Schmidt sagt:

        Noch ein kurzer Nachsatz zu den „militanten Rentnern“: Mal gerade 5 von 33 Gemeindevertretern sind im Rentenalter von 65 Jahren = 15 % = deutlich weniger als der Anteil an der Bevölkerung. Aber mit viel Wissen, Erfahrung und vielleicht auch Zeit. Insgesamt also eine gesunde Mischung.

      • Olaf Knüppel sagt:

        Hallo Herr Schmidt,
        Ihre Antwort hat mich motiviert, mir die Gremien, Ausschüsse und Beiräte mal anzuschauen und kann sagen, dass erwartungsgemäß Ihre Annahme nicht richtig ist.
        Schauen Sie sich die Gremien, Ausschüsse und Ihre Mitglieder selbst an. In den wesentlichen Gremien sitzen die „langjährigen führenden Köpfe“ der Gemeinde, die in diesen Ausschüssen auch die beherrschenden Rollen einnehmen. Junge Menschen gibt es nur sehr vereinzelt. Die „Alten Zöpfe“ werden sich hier auch nicht in die Suppe spucken lassen.
        Dem gegenüber schauen Sie sich die Ausschüsse für Kinder/Jugend/Sport an. Bei allem Respekt diesen Personen gegenüber – aber in diesen Ausschüssen finden Sie die wenigsten „wirklichen Entscheider und Meinungsmacher“. Warum? Weil die in diesen Ausschüssen diskutierten Fragen vollkommen egal sind.

        Die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung führen die Gemeinde ja nicht, sondern Sie müssen den Sinn und oft auch Unsinn der Politik lediglich umsetzen.

        Finden Sie es nicht auch bemerkenswert, dass in den Themen REWE, Straßenverkehr und anderen Diskussionen in diesem Forum heißblütig diskutiert wird, währen die Frage, dass „Drogen und Kriminalität bei Jugendlichen in Henstedt-Ulzburg angekommen“ ist, niemand interessiert? Das wird sich auch erst ändern, wenn etwas Schlimmes passiert, bei dem ein Senior (Ü50) der Gemeinde zu Schaden kommt.

  3. Heinrich Winckelmann sagt:

    Herr Kirmse. Das scheint die aktuelle Lage zu Cannabis bei Demenz zu sein:
    Zitat:
    Geringe Dosen des Cannabis-Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) verbessern Studienergebnissen zufolge die nachlassende Gehirnleistung von alten Mäusen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Wirkstoff THC den Alterungsprozess des Gehirns von Mäusen verändert, berichten Bonner Forscher (Nat Med 2017, DOI: 10.1038/nm.4311). In einer klinischen Studie wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, ob THC auch die Gehirnfunktion von älteren Menschen mit einer beginnenden Alzheimer-Demenz oder einer milden Altersdemenz normalisieren kann.,
    Ob andauerndes Kiffen im Alter für nur geringe Dosen sorgt, scheint mir zweifelhaft.

    • Jan Kirmse sagt:

      Hallo Herr Winckelmann. Abgesehen davon, daß Ihre Aussagen reine Spekulation sind (darum ging es mir), schreiben Sie erst von „jahrelangem Cannabiskonsum“, jetzt von „andauerndem Kiffen“, aber darum geht es im Artikel nicht. Es geht doch um den grundsätzlichen Konsum (und der muß doch weder jahrelang noch andauernd sein) und vor allem dem damit verbundenen strafbaren Handel und Besitz. In einer Debatte um Alkohol betrachtet man ja auch nicht ausschließlich die Alkoholiker, sondern den Alkoholkonsumenten im Durchschnitt.

  4. Liebe alte Menschen, lasst uns Kiffen.
    Schnell beim Haschisch zugegriffen.

    Über den Senioren-Residenzen wabert bald ein süßer Duft.
    Und das Kiffen verschönt das lange Warten auf die Gruft.

    Johann Wolfgang von Schiller

  5. Heinrich Winckelmann sagt:

    Hallo Herr Kirmse,

    mehr als Spekulation. Ich habe direkte Fälle im seniorellen Bekanntenkreis, wo jahrelanger täglicher Konsum von Cannabis zu Ausfällen führt, die eher nicht demenziell sind. Sagt zumindest der Facharzt in einem bedauerlichen konkreten Fall.
    Genau deswegen befürchte ich, dass es bei Jugendlichen bei langem regelmäßigen Genuss von Cannabis ebenfalls zu Ausfällen kommen kann. Eine Befürchtung ist noch lange keine Spekulation. Bei Senioren mit bestimmten Krankheitsbilder scheint Cannabis, als Medikament eingesetzt, positive Wirkungen haben. Jedoch als Medikament unter ärztlicher Kontrolle.

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