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Total-Abriss ohne uns: WHU stellt sich hinter Forderungen der Beckersbergring-Bewohner – CDU, SPD und BFB für Abriss | Henstedt-Ulzburger
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Total-Abriss ohne uns: WHU stellt sich hinter Forderungen der Beckersbergring-Bewohner – CDU, SPD und BFB für Abriss

Wohnsiedlung Beckersbergring, Archivbild

Wohnsiedlung Beckersbergring, Archivbild

Einsamer Zuspruch für die verbliebenden Beckersbergring-Mieter vor dem Urnengang am 6. Mai. Die WHU hat sich drei Wochen vor der Wahl erneut gegen einen Abriss der Reihenhaus-Siedlung ausgesprochen. Die überwiegende Anzahl der Reihenhäuser soll nach WHU-Meinung erhalten bleiben. WHU-Gemeindevertreter Kurt Göttsch: „Wir wären unter bestimmten Voraussetzungen bereit, einem Teilabriss von 2-3 Reihenhauszeilen im Bereich des Wiking-Hotels zuzustimmen. Hier können wir uns bezahlbare (öffentlich geförderte) Wohnungen für Senioren und Singles vorstellen. Damit würden wir auch dem Wunsch älterer Bewohner des Rings gerecht, die gerne im Quartier bleiben möchten, aber zu bezahlbaren Mieten.“

Die WHU stellt sich damit hinter die Forderungen der Altmieter, die mitunter schon Jahrzehnte in der Wohnstraße ihr Zuhause haben. Eine politische Mehrheit für eine Zukunft der Reihenhaussiedlung ist allerdings auch nach der Wahl am 6. Mai schwer vorstellbar. Denn nachdem zuletzt CDU und SPD bekräftigt hatten, die Häuser abzureißen, um Platz für mehrstöckige Wohnblocks zu schaffen, erklärte heute auch BFB-Kandidat Bernd Packulat sein grundsätzliches Ja zu den Soka-Plänen.

Die BFB befürworte die Innenverdichtung des Zentrums, damit die Flächenausdehnung von Henstedt-Ulzburg nicht ins Unermessliche steige, sagte Packulat, der im Beckersbergring-Wahlkreis antritt, den Henstedt-Ulzburger Nachrichten. Nachbessern sollte die Soka aber noch, was den Anteil von bezahlbaren Wohnungen angehe. Das Unternehmen hatte sich zuletzt mit CDU und SPD auf einen Sozialwohnungs-Anteil von 13 Prozent verständigt. „Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war da mal ne Zahl von 30 Prozent in unseren Forderungen“ so der BFB-Vertreter.  Zielstellung der Wählervereinigung sei deswegen, einen höheren Anteil von Sozialwohnungen durchzusetzen.

Packulat tritt im Wahlkreis fünf an, der unter anderem den Beckersbergring und den Kronskamp beinhaltet. 2013 holte den Bezirk die CDU, mit deutlichem Abstand folgten WHU, SPD und BFB. Die HU-Nachrichten prognostizieren für den Wahlkreis deutliche Prozentverschiebungen bei der Kommunalwahl.

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16. April 2018

7 Kommentare zu "Total-Abriss ohne uns: WHU stellt sich hinter Forderungen der Beckersbergring-Bewohner – CDU, SPD und BFB für Abriss"

  1. Seit nunmehr drei Jahren werden die Altmieter vergrault mit Hilfe von Kommunalpolitikern und Bürgermeister. Herzinfarkte und sogar einen Todesfall haben die Beckersberger zu beklagen – wer solche „Vertreter“ in der Gemeinde hat, braucht keine Feinde mehr….

    Man kann geteilter Meinung zum Beckersbergring sein — nur darf man einem Miethai (und so benimmt sich der öffentlich geförderte Eigentümer) nicht Tür und Tor öffnen und die Alt–Gemeinde–Mitglieder derart im Stich lassen.

    Wir fordern den Rücktritt der Herren Ostwald und Iwersen.

    • Uwe Eimers sagt:

      Hallo! Wir leben in Henstedt-Ulzburg, da interressiert es niemanden besonders, was die Menschen denken, die schon lange hier leben!

  2. Bernd Utecht sagt:

    Die SPD begrüßt es ausdrücklich, dass die Anwohner des Beckersbergrings sich gemeinsam für Ihre Interessen einsetzen.

    In der Vergangenheit haben wir in mehreren Gesprächen mit den Mieterinnen und Mietern des Quartiers „Beckersbergring“ immer wieder darauf hingewiesen, dass wir unsere Vorstellungen und Forderungen – auch zum Umgang mit den dort wohnenden Mieterinnen und Mieter – einbringen werden, wenn die Eigentümer ihre Planungen auf den Tisch legen.

    Und genau das hat unsere Fraktion in Verhandlungen mit den Eigentümern getan, nachdem die SOKA am 11. September im Umwelt- und Planungsausschuss ihre ersten Pläne vorgestellt hat.

    Natürlich haben wir neben den Rechten der Mieter in mehreren Gesprächen auch die Rechte der Eigentümer zu berücksichtigen gehabt. Städtebauliche Aspekte waren ein wesentlicher Gesprächspunkt mit der SOKA.

    Es war für uns wichtig, ein Paket zu schnüren, dass von allen Beteiligten akzeptiert werden kann. Und wir glauben, dass es uns gelungen ist, mit dem Ergebnis eine gute Grundlage für das B-Plan-Verfahren geschaffen zu haben.

    Folgendes haben wir für die Anwohner erreicht:

    – Jeder „Bestandsmieter“ mit unbefristetem Mietverhältnis kann bei einem Umzug in eine neu erstellte Wohnung im Beckersbergring seine aktuelle Miete – und damit ist die Miete pro qm gemeint – „mitnehmen“.

    – Parterrewohnungen mit Gartenanteil werden auf Wunsch bevorzugt den „Bestandsmietern“ angeboten.

    – Umzugskostenhilfen sind vorgesehen.

    Städtebaulich haben wir durchsetzen können, dass:

    – Die Baumasse reduziert wird durch die Herabsetzung der Gebäudehöhen und eine reduzierte Gebäudeanzahl (12 Wohngebäude). Wir wollten damit eine Absenkung der Gebäudehöhen von West nach Ost erreichen und größere Grünflächen für Spielplätze und eine Fläche für eine Kindertagesstätte ermöglichen.

    – Es ein hohes Angebot an kleineren Wohnungen bis zu 50qm geben wird.

    – Die Einrichtung einer Kindertagesstätte vorgesehen ist.

    (Die BI Beckersbergring bedankt sich ironisch dafür, „Dass ein weiterer Kindergarten auch die letzten Altbewohner vergraulen soll.“)

    – Die KFZ-Stellplatzsatzung zwingend eingehalten wird, u.a. durch den Bau einer Tiefgarage.

    Unsere Forderung, durch soziale Wohnraumförderung am Beckersbergring Wohnraum zu schaffen, der im Mietpreis unterhalb dem des freien Wohnungsmarktes liegt, ist nur teilweise gelungen. Wir mussten akzeptieren, dass die SOKA als Pensionskasse zur Schaffung von Immobilieneigentum keine Kredite aufnehmen darf. So kommt es im Ergebnis zu einem 13% tigen Anteil sozialen und geförderten Wohnraums.

    So, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sieht praktische sozialdemokratische Politik vor Ort aus. Wir haben die Interessen abgewogen und für die Betroffenen nach einer akzeptablen Regelung gesucht – und gefunden!

    • Wollen oder können Sie es nicht begreifen, sehr geehrter Herr Utecht: Hier schießt ein Miethai mit Hilfe der Gemeinde die Altmieterschaft klein. Da haben Sie (SPD) gar nichts – NullKommaNull – rausgeholt.

      Und wenn Sie, bzw. Ihre Partei, nicht einmal hier – bei einem sozial geförderten Bauträger – 30% Quote durchsetzen können, wo dann!

      Und nein, Sie müssen gar nichts akzeptieren – die Soka macht das alles aus dem Cash – Sie und Ihresgleichen haben sich über den Tisch ziehen lassen – so einfach ist das.

      Kleine Hausaufgabe zum Abschluß: Rechnen Sie einmal die Mietzahlungen und Renovierungsleistungen der Gemeinde im Rahmen der „Flüchtlingskrise“ hoch – der BBR ist ein hochprofitables Geschäft für die Soka.

      • Dirk Barckmann sagt:

        WAHLKAMPF!!! In 4 Wochen wird hier wahrscheinlich gar nicht mehr geantwortet. 😉

  3. Oliver Blau sagt:

    Leider scheint das Thema inzwischen ausschließlich rein populistisch genutzt zu sein. Das sogar Herzinfarkte von Bewohnern ursächlich den SOKA-Plänen zugeordnet werden, hilft der Sachlichkeit überhaupt nicht mehr, sondern verschliesst Ohren. Das die Sorgen der Menschen dort erhört werden müssen, versteht sich (eigentlich). Das man den Wünschen folgt, ist aber nicht selbstverständlich, und letztlich in der Hand der Organe und des Eigentümers. Letztlich kosten die Wünsche der Bewohner Geld: Entweder verzichtet die SOKA auf Margen durch Vermarktung von besseren Immobilien, oder die Bewohner müssen zwingend notwendige Restaurierungsarbeiten und zwischenzeitlich gestiegene Immobilienpreise selbst tragen, und zwar durch Erhöhung der Mieten. Oder die Gemeinde übernimmt das? Nein, die Gemeinde muss als Kommune dafür Sorge tragen, dass Bedürftige (Hartz IV etc.) sozial geförderten Wohnraum finden. Wo dieser Wohnraum entsteht, darf die Gemeinde schließlich noch selbst entscheiden. Alle derzeitigen Mieter können leider nicht davon ausgehen, dass alles bleibt, wie es ist. Was übrigens für mich bei vielen öffentlichen Diskussionen unbeachtet bleibt, ist auch hier erkennbar: Man kümmert sich einfach nicht um die Belange derjenigen, die weder vermögend, noch arm sind, sondern einfach nur begrenzte Möglichkeiten haben, aber den Platz in der Gesellschaft behalten möchten.
    Leider ist es so. Ich verstehe vollkommen, dass man seine Heimat nicht einfach aufgeben mag, und letztlich auch unnachgiebig für den Erhalt seiner vier Wände kämpft. Was mich aber bestürzt, ist einerseits das knallharte Vorgehen der einen, aber auf der anderen Seite auch die populistische Nutzung jedweden Themas als selbsternannter Samariter. Und dann darf man die Frage stellen, was erreichbar gewesen wäre, wenn nicht immer von „Gegen-Alles“-Personen und Parteien polemisch Stellung bezogen wäre, sondern ausschließlich um die Sache kämpfend zumindest Teilerfolge für die Bewohner erreicht worden wären.
    Sehr verfahren, das alles. Und unzufriedenstellend. Schade.

    • Sehr geehrter Herr Blau,

      nach drei Jahren Ungewissheit und anhaltender „Nicht-Information“ – ist jeder der kann, aus dem BBR geflüchtet.
      Welche Dramatik – und auch gesundheitliche Belastung – sich hinter den Einzelschicksalen verbirgt können Ihnen die Betroffenen gern darlegen – ich stelle gern den Kontakt her.

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