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Kommt der Megakabelstollen im Erdreich Henstedt-Ulzburgs? Tennet: Wir prüfen immer noch | Henstedt-Ulzburger
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Kommt der Megakabelstollen im Erdreich Henstedt-Ulzburgs? Tennet: Wir prüfen immer noch

Der holländische Stromnetzbetreiber Tennet hatte im vergangenen Jahr angekündigt. auf eine Länge von 4200 Metern Henstedt-Ulzburg im großen Stil untertunneln zu wollen, doch ob die vorgestellten Erdkabelpläne Wirklichkeit werden, ist nach wie vor unsicher.

„Nach heutigem Stand der Planung ist zu 80% davon auszugehen, dass die Erdverkabelung technisch umsetzbar ist“, hatte Tennet-Vertreter John karl Herrmann vor einem Jahr in den Henstedt-Ulzburger Nachrichten erklärt. In der vergangenen Woche machte nun Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer klar, dass das Unternehmen bei den Planungen ganz offenbar keinen Deut weiter gekommen ist. Er in einem Statement gegenüber den HU-Nachrichten: „Die Bestätigung der technischen Machbarkeit dauert gegenwärtig aufgrund von Baugrunduntersuchungen noch an… Derzeit gehen wir zu 80% davon aus, dass sich der Erdkabelteilabschnitt realisieren lässt. Jedoch können wir erst nach vollständigem Abschluss und  Auswertung der Baugrunderkundungen auf allen Flächen die Frage der technischen Machbarkeit endgültig bewerten.“

Dieser Bericht stammt aus der neuesten Printausgabe

Dieser Bericht stammt aus der neuesten Printausgabe

Auf 80 Prozent schätzte der Stromnetzbetreiber vor einem Jahr die Wahrscheinlichkeit ein, dass keine Hindernisse im Henstedt-Ulzburger Erdreich stecken, die ein Verbuddeln der Stromkabel unmöglich machen. Bei der Prozentangabe ist es geblieben und auch bei dem Ziel, noch in diesem Dezennium mit dem Bau zu beginnen, gibt es keine Veränderung. Pressesprecher Fischer: „Baustart soll 2019 sein. Die Inbetriebnahme ist für 2021 geplant.“

Die Henstedt-Ulzburger Nachrichten haben immer wieder über die Buddelpläne berichtet, erinnern noch einmal an den angedachten Verlauf des Kabelstollens: Weit vor dem Pinnaubiotop soll die aus Lübeck kommende 380kv-Starkstromleitung ins Erdreich abtauchen, sämtliche Biotop-Gewässer untertunneln, dann ebenfalls unterirdisch vorbei an der Villa in Noch-Alleinlage auf den Pinnau-Wiesen. Auch die Hamburger Straße, die Usedomer Straße, die Kadener Chaussee und die AKN sollen unterbuddelt werden. Erst ganz am Rand Henstedt-Ulzburgs, an der Autobahn, soll die Trasse wieder auftauchen und dort an ein neu zu bauendes Umspannwerk anknüpfen. Insgesamt könnte die tiefergelegte Stromautobahn 4.200 Meter lang werden. Zum Vergleich: Die AKN wird in der Ortsmitte auf 600 Metern zur U-Bahn.

Was übrigens passiert, wenn es nicht klappt mit der Erdverkabelung der Ostküstenleitung, kann man sich am westlichen Ortsrand anschauen. Dort ragen 60 Meter hohe Stahlgerippe in den Himmel. Die Ungetüme waren im Frühjahr und im Winter unter ohrenbetäubenden Lärm in den Boden gerammt worden und sollen ab Ende des Jahres Strom von Nord nach Süd transportieren. Scheitern die Erdkabelpläne, soll der Strom auch in Ost-West-Richtung mittels Riesenmasten über die Gemeinde hinweg transportiert werden.

H-UN

27. Oktober 2017

4 Kommentare zu "Kommt der Megakabelstollen im Erdreich Henstedt-Ulzburgs? Tennet: Wir prüfen immer noch"

  1. Wolfgang Sievers sagt:

    …. kann man sich am westlichen Ortsrand….
    Danke für den Hinweis, die Redaktion

  2. Kurt Göttsch sagt:

    H-U hat jetzt zwei Landtagsabgeordnete in Kiel, Ole Plambeck (CDU) und Stephan Holowaty (FDP) .
    Beide Abgeordnete gehören zur Regierungskoalition in Kiel. Sie haben also erheblichen Einfluss um die Interessen von H-U zu unterstützen
    Beide haben sich im Wahlkampf dafür ausgesprochen, dass die Trasse an die A 20 angedockt werden muss, um H-U damit zu entlasten.
    Ich habe zu der Trassenführung aber keine Aussagen im Koalitionsvertrag gefunden.
    Auch ansonsten halten sich beide Abgeordneten merklich mit Erklärungen dazu zurück.
    Oder habe ich etwas überlesen ??

    Mich würde mal interessieren, wie der Stand der politischen Diskussion in Kiel ist.
    Vllt. geben die Herren hier mal ein Statement ab.

  3. Jutta Nanninga sagt:

    Eine Erdverkabelung schützt nicht vor dem Magnetfeld. Im Gegenteil: Die Kabel sind näher an uns dran.

    • Axel Grimm sagt:

      Das gilt aber nur, wenn das Kabel unter Ihrem Garten hindurchläuft. Außerdem schirmt Erdreich wesentlich besser ab als Luft.
      Wer sagt eigentlich, daß Magnetfelder schädlich sind? Es gibt keinerlei Studien, die über jeden Zweifel erhaben sind. Was wollen wir in Deutschland jetzt, raus aus Kohle und Atomkraft ODER keine Kabel oder evtl. gar keinen Strom? Sie haben die Wahl…

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