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AKN-Aufsichtsrat: S-Bahn statt AKN kein guter Deal! | Henstedt-Ulzburger
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AKN-Aufsichtsrat: S-Bahn statt AKN kein guter Deal!

Ab Ende 2015 ist die AKN mit neuen modernen Zügen unterwegs. 14 neue Züge des Typs Lint sind bestellt, Spitzengeschwindigkeit: 120 Kmh.

Ab Ende 2015 ist die AKN mit neuen modernen Zügen unterwegs. 14 neue Züge des Typs Lint sind bestellt, Spitzengeschwindigkeit: 120 Kmh.

Die Landesregierung will zig Millionen in die Hand nehmen, um die AKN auf ihrer Stammstrecke zwischen Hamburg-Eidelstedt und Kaltenkirchen durch eine S-Bahn zu ersetzen. Im Jahre 2020 könnte es so weit sein, hatte Harald Haase, Pressesprecher des Kieler Wirtschafts- und Verkehrsministeriums am Montag den HU-Nachrichten erzählt. Das S-Bahn-Projekt wird schon seit Jahren diskutiert, Kritik an dem Vorhaben war bisher Fehlanzeige. Das ändert sich jetzt. Holger Wilke, AKN-Arbeitsnehmervertreter und Aufsichtsratmitglied des Bahnunternehmens nimmt in einem Protestbrief an Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) und den CDU-Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann kein Blatt vor dem Mund.

Offener Brief von Holger Wilke an Minister Reinhard Meyer und den Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann.

Ein „BRAVO“ an unsere Landespolitik. Nun kann man wieder unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen im großen Stile Monopoly spielen. Wie viele Lügen will man dem normalen Bürger eigentlich zu diesem Thema noch vorsetzen?
Welchen Vorteil verspricht man sich und der Bevölkerung von dem Projekt S21 und welche Nachteile verschweigt man hier ganz gezielt?

1. Die S-Bahn kann größere Fahrgastströme aufnehmen!

  • Falsch!!! Mit unseren vorhandenen Bahnsteiglängen ist die S-Bahn nur in der Lage die Strecke mit Kurzzügen zu bedienen. Hier ist das neue Fahrzeug der AKN ab 2015 in Doppeltraktion ebenbürtig!

2. Die S-Bahn fährt schneller!

  • Falsch!!! Aufgrund der Streckengegebenheiten kann sie in keinem Falle schneller fahren als die AKN (Neue Züge =120 Km/h)

3. Die S-Bahn fährt öfter!

  • Falsch!!! Sie könnte öfter fahren. Aber das könnte die AKN auch. Die Länder müssen das nur bestellen (Vorsicht das kostet Geld). Bisher weigern sich die Länder aber dies zu tun, trotz Umbau A7. Soll so schon mal die AKN als Unternehmen diskreditiert werden, indem nachher gesagt wird: „Seht her, die S-Bahn fährt viel öfter!“

4. Der Fahrplan mit der S-Bahn wird billiger!

  • Falsch!!! Der Besteller zahlt die bestellte Leistung beim einen wie beim anderen auch!

5. Die S-Bahn ist umweltfreundlicher!

  • Der nötige Strom zum Betrieb einer S-Bahn wird nicht gerade von einem Fahrraddynamo erzeugt sondern in Kraftwerken. Somit werden die Emissionen nur verlagert. Die moderne Dieseltechnik hat nichts mehr mit den alten Rußschleudern der achtziger Jahre gemein. Im Gegenteil ist der Vorteil der E-Fahrzeuge im Vergleich mit allen anderen Parametern nur marginal. Für das Projekt wird die Enteignung von Anwohnern der Strecke (Ellerau min.32) notwendig werden. Diese rücken mit Ihren Häusern automatisch dichter an die Oberleitung (Elektrosmog) und erleben dann Eisenbahn noch einmal intensiver (Lärmbelästigung). Ausserdem sind mit der Schaffung der Vorraussetzungen lt. Gutachten, Investitionen im dreistelligen Millionenbereich erforderlich. Und last but not least kostet das Projekt bei der AKN Arbeitsplätze.

Angesichts der Verschuldung des Landes und seiner maroden Infrastruktur, ist schwer nachvollziehbar das etwas Gutes für viel Geld nicht besser sondern nur anders gemacht werden soll.
Fragt sich doch, was hat es für einen Nutzen eine gut funktionierende Eisenbahn, bei der ich als Betreiber in der Lage bin alles (Fahrplan, Häufigkeit der Fahrten und vor allem die Kosten) selbst zu steuern, zu zerstören. Und da wundern Sie sich über Politikverdrossenheit.

Soweit der Protestbrief von AKN-Mitarbeiter Holger Wilke

H-UN

18. 12. 2014

25 Kommentare zu "AKN-Aufsichtsrat: S-Bahn statt AKN kein guter Deal!"

  1. Stefan Schneider sagt:

    Headline: AKN-Aufsichtsrat. Da denkt man leicht: Ups, schon die Führung der AKN AG steht nicht hinter der S-Bahn-Werdung. Im Kleingedruckten dann: AKN-Arbeitsnehmervertreter. Also ein Aufsichtsrats-Mitglied, das nicht von oben berufen, sondern dem Unternehmen gesetzlich „aufgedrängt“ wurde. Das kann ja dennoch fruchtbar sein und dient dem Arbeitnehmerschutz, aber sollte schon besser differenziert dargestellt werden!
    ——————————-
    Letztlich stellt das Statement demnach nur eine Fortsetzung der Arbeitnehmer-Interessenvertretung dar, die schon dem letzten AKN-Streik durch die GDL zugrunde lag:
    Man fürchtet die Veränderung, wie einen möglichen Übergang von Mitarbeitern von der AKN zur S-Bahn-HH. Möglicherweise zu recht, schwer zu sagen. Aber
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    Die Argumente im Bericht klingen so erstmal sinnvoll, aber war nicht das Totschlagsargument für die S-Bahn die Möglichkeit, sie bis zum Hbf. HH durchzubinden, weil sie als S21 fahren würde? Ginge das auch anders, mit den LINTen etwa? Ich hatte gerade gelernt, dass die gar keine Stromkomponente haben und deshalb schon jetzt nicht mal die 2 Durchfahrverbindungen bedienen könnten?
    Das wäre doch abseits von Fragen wie Strom vs. Diesel, S-BAHN-HH vs. AKN AG als Betreiber oder der Fahrgeschwindigkeit das wichtigste: Umsteigefrei ab Kaki zum Hbf. HH, und zumindest nicht langsamer, dafür aber nicht nur 2x am Tag, sondern fortlaufend und auch zurück.
    Die Punkte 1-5 wären für mich als Kunden dabei allesamt nice-2-have. Zumal ich nur herauslese: S-BAHN macht hier nichts besser als AKN/LINT, aber auch nicht schlechter.
    War in der Investitionssumme nicht auch immer Bahnsteigverlängerung enthalten? Dann wäre Nr. 1 entkräftet. Nr.’n 2-4 neutral. Zu Nr. 5: http://www.s-bahn-hamburg.de/s_hamburg/view/service/oekostrom.shtml
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    Und 3-stellige Investitionen sichern auch Jobs, und AKN-Jobs (Zugführer?) würden vermutlich eher umgeschichtet zur S-BAHN, statt wegzufallen. Irgendwer muss die Züge ja noch fahren, und von einer Zugführerschwemme war nichts zu hören.

    • Leon Mund sagt:

      Sehr geehrter Herr Schneider,

      die neuen Fahrzeuge (LINT) werden nicht zum Hbf durchfahren dürfen da sie, wie von Ihnen genannt, keinen Stromabnehmer haben. Die Hbf Touren werden morgens weiter gehend mit Doppeltraktion VTA gefahren. Vielleicht kann man ja noch einen dritten Wagen dran hängen, wenn die neuen da sind.

      Und Herr Schneider, es sind immer noch die Triebfahrzeugführer, die die Triebwagen fahren.

      • Leon Mund sagt:

        Anhang:

        Man erinnere sich zurück an das Jahr 2007, wo die AKN morgens und abends (ich glaube) alle 40 Minuten zum Hbf durch gefahren ist.

        • Stefan Schneider sagt:

          Bin erst 2011 zugezogen. Was war 2007?

          • H. Sazmann sagt:

            Bis Dezember 2009 gab es weitere Durchfahrer zum Hbf:

            Mo-Fr nach Hamburg ab 18.29 Uhr alle 40 Min bis Betriebsschluss
            Mo-Fr aus Hamburg Hbf ab 20.25 Uhr alle 40 Min bis Betriebsschluss
            + einige Touren am Samstag

            Gefahren wurde (mit einer Ausnahme) in Einzeltraktion,

            Die wurden eingestellt, weil Hamburg die Betriebskosten für zu hoch hielt. Im Gegenzug wurde damals der 20-Minuten-Takt verlängert. Bis 2009 war Richtung Hamburg ab Ulzburg Mo-Fr um 19.49 Uhr 40-Minuten-Takt angesagt, am Samstag ab kurz nach 15.00 Uhr.

            • Stefan Schneider sagt:

              Das mit dem 20-Minuten-Takt war eine gute Idee. Bei 40-Minuten-Taktwäre bei mir die Akzeptanz erledigt. Ich jedenfalls würde dann zuverlässig jeden morgen im Auto sitzen, welches ich in der gegenwärtigen Situation bislang nicht mehr besitze, auch wenn noch Luft nach oben reichlich vorhanden ist.
              Manch anderer ist da bequemer, Umsteigerei halten nach meiner Beobachtung viele für eine Zumutung zuviel. Die vollen Durchfahrer sprechen ja auch schon eine deutliche Sprache.
              Würde man nun mit S-BAHN | anderem Zugtyp das Dieselgedöhne abschaffen, dabei durchfahren, und dann noch die A1 nach Norderstedt-Mitte umbiegen, also einen S21+A1-Parallelverkehr zw. KaKi und U-Süd anbieten, dann wäre doch alles tiptop. Das MUSS doch signifikanten Marktanteilsgewinn am Pendlerverkehr bringen, schon ohne A7-Stau. Sicherlich, man muss auch zum Bhf. kommen, dass P+R | Bus-Angebot müsste dazu passen…
              Mir wäre übrigens auch recht, wenn die AKN der Betreiber bleibt, im Rahmen der Möglichkeiten arbeiten sie ja verlässlich (wenn nicht gerade gestreikt wird). Ist es denn ausgeschlossen, auf der AKN-Strecke eine S-Bahn zu betreiben, die nicht zur S-BAHN-HH gehört? Ggf. als S32 statt S21, wenn die DB die Altstrecke nicht rausrücken will?

              • H. Sazmann sagt:

                „Ist es denn ausgeschlossen, auf der AKN-Strecke eine S-Bahn zu betreiben, die nicht zur S-BAHN-HH gehört?“

                Wenn man will, gehts.

                Praktisch soll das gesamte Hamburger S-Bahn-Netz von einem Betreiber gefahren werden, und das ist nach Ausschreibung die DB/S-Bahn Hamburg GmbH. Die Ausschreibung enthielt schon als Option die S21 Kaltenkirchen und ging um den Zeitraum bis 203x.

                Übrigens würde die AKN wohl weiter Betreiberin des Gleisnetzes bleiben, die DB müsste sich einmieten.

    • H. Sazmann sagt:

      Oh, es gäbe andere Wege als den S-Bahn-Ausbau, um durchgehende Züge von Kaltenkirchen zum Hbf zu kriegen. Ohne Investitionen, ohne voraussehbar überflüssige Betriebsleistungen, ohne Sonderwege ohne Nebenwirkungen geht keine mir bekannte. Die Vollintegration ins S-Bahn-Netz ist schon ein guter Weg.

      Zu den LINTs:
      Das sind Züge, die für Regionalbahnen entworfen wurden, nicht für S-Bahnen. Fehlende E-Traktion, halb soviel Türen wie bei der S-Bahn, etc.

  2. Volker Westphal sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich bin auch dafür das die AKN weiterhin fährt und keine S-Bahn kommt.

    Ich fahre seit Jahren regelmäßig mit der S-Bahn und der AKN und es kommt immer mal wieder zu Verspätungen bei der AKN. Bei der S-Bahn kommt es aber regelmäßig zu Verspätungen. die hatte sogar Verspätungen als nur ein Notfahrplan während des Streiks der GdL existierte. Man muß sich schon Fragen wie dieses Unternehmen es schafft, selbst wenn nur ein drittel der Züge fährt, Verspätungen zu erzeugen. Außerdem stört mich an der S-Bahn, dass deren Wagen, sowohl innen als auch außen, grundsätzlich wesentlich stärker verschmutz sind als die der AKN.

    Eine Verbesserung durch die AKN wäre ohne Probleme möglich gewesen, sofern eine vernünftig und zukunftsgerichtet Planung stattgefunden hätte. Was möglich wäre, zeigt die Nordbahn, ein Tochterunternehmen der AKN. Sie hat seit dem Fahrplanwechsel im Dezember, den Verkehr zwischen Itzehoe / Wrist und Hamburg übernommen. Nicht mit Dieseltriebwagen, nein mit modernen elektrischen Oberleitungstriebwagen. Die Leistungen auf den Verbindungen zwischen Hamburg und Itzehoe / Wrist wurden vom Land Schleswig-Holstein ausgeschrieben und das günstigste Angebot hat gewonnen! Daraus ergibt sich, dass die Nordbahn günstiger als die DB, zu der auch die S-Bahn gehört, war!

    Im Zusammenhang mit der zukunftsgerichteten Planung möchte ich die CDU und FDP Politiker, die lange Zeit das Land regiert und die Mehrzahl der Gemeinden entlang der AKN regiert haben oder regieren, etwas Fragen? Was haben sie vor 10 Jahren unternommen, um die verkehrstechnische Anbindung der Gemeinden an Hamburg mit der AKN zu verbessern? Warum kamen keine Aufforderungen zum Ausbau und zur Modernisierung der AKN als schon bekannt war ab wann die A7 ausgebaut wird. Die Planung des Ausbaues der A7 stand schon vor dem Regierungsverlust der CDU und FDP statt! Ich kann mich lediglich daran erinnern, dass es Pläne gab die AKN zu verkaufen!

    Herr Schneider haben sie eigentlcih schon mal etwas von Grundrechten gehört? Zu diesen gehört das Recht auf freie Meinungsäußerung und auch das Streikrecht! Selbst wenn die Arbeitnehmer Angst vor einer Veränderung haben, kann ich sie verstehen. Wie würde es ihnen denn gehen, wenn ihr Arbeitsplatz oder ihre Firma bedroht ist?
    Eins scheint eindeutig zu sein, Solidarität und Mitgefühl sind ihnen unbekannt. Von den Fünf von Herrn Wilke angeführten Punkten kann ich vier nachvollziehen. Lediglich beim fünften fehlen mir die nötigen Informationen. Das Herr Wilke der Meinung ist, dass die AKN ein gut funktinierendes Eisenbahnunternehmen ist, kann ich nur bestätigen.

    • Stefan Schneider sagt:

      AKN funktioniert, sicher. Man könnte auch mit den FLIRT-Bahnen als Quasi-S-Bahn 32 bis Harburg durchfahren, wär auch gut. Hauptsache durchgefunden!
      Meinungsäußerung ist respektiert, nur sollte seitens H-UN und dem Hr. Wilke klar gestellt sein: Das sagt ein AN-Vertreter, und nicht das Unternehmen AKN (dessen AR-Mitglied).

  3. Stefan Kunze sagt:

    Sollte die S-Bahn kommen hat die DB hier alles in der Hand und dann kommen noch mehr Schwierigkeiten. Die DB hat schon mehr Streik als die Ortsgebundenen Bahnbetriebe geführt. Dann kommt man ja garnicht mehr in die Stadtmitte vom Hamburg weil die DB wieder nehrere Tage streiken muss. Das wird dann nicht bedacht. Sage nur die 5 Tage Streick in den Medien (TV) und das Thema DB Mitarbeiter Streiken mal wieder. Armes Deutschland. DIE AKN MUSS BLEIBEN!! Am besten wäre es ja, eine Unterschriftensammlung zu starten, die für den Erhalt der AKN in unseren Gemeinden bleibt!

    • H. Sazmann sagt:

      Moin Herr Kunze,

      ich weiß nicht, wo Sie 2011 waren. Oder in diesem Sommer. Die AKN-Lokführer haben eindrucksvoll und über Wochen gezeigt, dass sie mindestens genauso streiken können wie die der DB.

      Sei es drum. Bei dem angedachten S21-Konzept würde die DB sicher erst einmal nur die heutige Linie Kaltenkirchen-Eidelstedt übernehmen. Zusätzlich würde die heutige A2 Norderstedt Mitte-Ulzburg Süd mit dem nördlichen Teil der heutigen A1 verbunden. Also eine Linie Norderstedt-Ulzburg-Neumünster. Wenn ein anderes Unternehmen als die DB – zum Beispiel die AKN – diese Linie fährt, hätte man einen zweiten Weg in die Hamburger Innenstadt.
      Und den dritten gibt es eh: Der 293er Bus der VHH bis U Norderstedt Mitte, im Berufsverkehr alle 20 Minuten.

      Mal davon abgesehen ist eine S-Bahn eine Infrastruktur für Jahrzehnte. Sie urteilen nach Erfahrungen aus den letzten 4-5 Jahren.

  4. Peter Borchert sagt:

    Ich kann Herrn Wilke voll verstehen, dass er für seine AKN kämpft und Sachargumente für den Erhalt der A1 auf den Tisch legt. Aber politisch ist der „Deal“ zwischen HH, S.-H., der DB und dem Bund wohl gelaufen. Ich gehe davon aus, dass die betroffenen AKN-Mitarbeiter entweder bei der AKN und/oder der S-Bahn einen Job bekommen werden. Bei einer wesentlichen Änderung der Planung und Trägerschaft müsste eine neue Machbarkeitsstudie erarbeitet, abgestimmt und beraten werden, dass erneut 2-3 Jahre ohne Planfeststellung ins Land gehen würden.
    Die Forderung nach einer Durchfahrt der A1/S21 bis HH-Hbf. kann ich nachvollziehen, aber wenn ich an die A2 und U1 denke, sehe ich als Fahrgast überhaupt kein Problem des Umsteigens auf einem Bahnsteig in Norderstedt-Mitte und auch anderswo. Mit der Maximalforderung der Durchfahrt der A1 zum Hbf. hat man wohl letztlich das Ende der A1 und die Übergabe an die S-Bahn bewirkt.
    Ich stimme Herrn Wilke voll zu, dass eine elektrifizierte Bahn heute und noch etliche Jahre ökologisch nicht sinnvoller ist, als eine moderne Diesel-Bahn mit Rußfilter. Durch unsere E-Leitungen fließt ein Strommix weit überwiegend aus Kernenergie, Kohle, Öl und Gas erzeugt. Bei der Kohleverstromung beträgt der Wirkungsgrad, also das Verhältnis von Primärenergieaufwand zu gelieferter Energie ca. 3,5 zu 1. Bei direkter Energieerzeugung im Motor entfallen die Transportleitungs- und Transformationsverluste und damit wird ein höherer Wirkungsgrad erzielt.
    Die Herstellung der 2-Gleisigkeit im Bereich Ellerau-Bahnstraße ist unabhängig von der Elektrifizierung auch bei Dieselbetrieb erforderlich. Allerdings kommt noch der Platzbedarf für die Oberleitungsmasten hinzu. Das sind dann 4-5 m zusätzliche Breite für Gleis und Masten und die Bahn fährt dann direkt (fast auf!) an den Terrassen der ca. 30 Wohnhäuser vorbei. Da ist wohl mit der Forderung auf Totalentschädigung zu rechnen. Auf der anderen Seite befindet sich die Bahnstraße und damit ist dort auch kein Platz. Das wird sicher so einfach nicht funktionieren und den Fortgang des Planfesstellungsverfahrens und den Flächenerwerb mindestens erheblich verzögern. Und im Bereich Quickborn ist die Landwirtschaft betroffen, die in der Regel arrondierte Ersatzflächen benötigt, wenn durch die Bahnnutzung viele 1000m² Fläche verloren gehen und damit z. B. das Recht auf Eigenjagd, das an mindestens 75ha arrondierte Fläche gebunden ist. Das wird man nicht ersatzlos aufgeben wollen. Hat man schon mit den Landwirten und den 30 Wohneigentümern gesprochen?
    Die Planunterlagen für das Planfeststellungsverfahren liegen noch gar nicht vor und Politiker sprechen schon von der ersten Fahrt in 2019/2020. Da kann ich nur ungläubig staunen. Was werden die Grundeigentümer bei solchen Pressemeldungen wohl denken?

  5. H. Sazmann sagt:

    „Bei direkter Energieerzeugung im Motor entfallen die Transportleitungs- und Transformationsverluste und damit wird ein höherer Wirkungsgrad erzielt.“

    Moin,

    bei Betrachtung der kompletten Kette ergibt sich ein ganz leichter Energieverbrauchsvorteil für Dieseltraktion bei Regionalzügen. Schaut man nur auf den Energieverbrauch im Fahrzeug selbst, ist die Elektrotraktion haushoch überlegen, da die Technik viel effizienter läuft.

    vgl. http://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/342234/

    Vorteil E-Traktion: deren Energie stellen wir heute schon teilweise mit Erneuerbaren her. Bei Diesel geht das schlecht, nachdem man sich vom Biodiesel wieder weitgehend verabschiedet hat. Da verbrennt man weiter fossile Brennstoffe.

    • Peter Borchert sagt:

      Na ja, Herr Sazmann, nur auf den Energieverbrauch im Fahrzeug zu schauen ist doch energetisch und ökologisch unzureichend. Wenn bei der Betrachtung der gesamten Energiegewinnungs- und Verbrauchskette und des steigenden Anteils der erneuerbaren Energie der Vorteil der Dieseltraktion nur noch gering ist, dann stimme ich Ihnen zu.

  6. Helmut Schmitz sagt:

    Ich bin auch für die AKN, einfach weil sie funktioniert.
    Kürzere Taktzeiten müssen so oder so bezahlt werden.
    Vielleicht besteht ja die Möglichkeit einer Durchfahrt zum Altonaer S-Bahnhof.
    Dort könnte man in diverse S-Bahnen und Busse umsteigen und ist vor der Witterung besser geschützt als in Eidelstedt.

    • H. Sazmann sagt:

      Mojn Herr Schmitz,

      auch der S-Bahnhof Altona ist im Tunnel – da kommt man mit Dieselantrieb nicht rein. Schließlich hätte man auch da das gleiche Problem:

      Die S-Bahn fährt bereits zwischen Eidelstedt und der Hamburger Innenstadt. Sie hat überwiegend noch Platz. Die AKN könnte keine der beiden Linien ersetzen, die müssten in jedem Fall voll weiter verkehren. Damit entstehen zusätzliche Betriebskosten für die AKN-Durchfahrer, die unterm Strich für zusätzlichen Platz ausgegeben werden, den man gar nicht braucht.

      • M. Hüning sagt:

        Auf den Zeitskalen, die wir hier zu beachten haben, dürfte sich am Diebsteich ja auch einiges tun. Das Hauptproblem mit dem Umsteigen in Eidelstedt dürfte vor allem das fehlende dritte Gleis sein. In Norderstedt-Mitte und Ulzburg-Süd ist die Situation deutlich komfortabler und folgerichtig fordert dort niemand eine durchgehende Verbindung.
        Abgesehen davon denke ich jetzt schon mit Grausen an das Gedrängel, wenn die LINTs mit ihrer halbierten Türenzahl in Eidelstedt bestiegen werden sollen.

        • H. Sazmann sagt:

          Moin,

          Diebsteich muss man abwarten. Was die DB da hochziehen will, ist eine Sparvariante, die rein aus betrieblichen Gründen da stünde. Eine Art bessere Gelegenheit zum Räumen der Fernzüge, bevor sie in die Wartung bzw. Abstellung in Langenfelde/Eidelstedt kommen.

          Sicher wäre die AKN bis dort besser als nichts. Doch: Weder ist um Diebsteich herum nennenswert Verkehrsnachfrage, noch hätte man dort aus heutiger Sicht einen großen Knotenpunkt mit dem Hamburger Nahverkehrsnetz. Das würde sich vielleicht ändern, wenn die U5 über Diebsteich geführt oder das Metrobusnetz großflächig überplant würde. Alles jedoch: völlige Spekulation.

          Eidelstedt schließlich ist einfach ein Graus. Man merkt, dass seit Jahren alles in der Schwebe hängt. Die Station ist in Hochlage, extrem zugig und hat nicht einmal einen vernünftigen Windschutz – bis auf zwei kleine Glasverschläge auf dem 200 Meter langen Bahnsteig. Selbst für einen geheizten Warteraum hat es in 40 Jahren AKN dort nie gereicht. So lässt man die AKN-Fahrgäste eben planmäßig bis zu 8 Minuten im Kalten ausharren. Irgendwie scheint niemand mitbekommen zu haben, dass der Konkurrent „Auto“ heißt, nicht nur schneller ist und direkt ans Ziel fährt, sondern im Regelfall auch eine funktionierende Heizung besitzt.

          „Abgesehen davon denke ich jetzt schon mit Grausen an das Gedrängel, wenn die LINTs mit ihrer halbierten Türenzahl in Eidelstedt bestiegen werden sollen.“

          Der Ein-/Ausstieg wird halt etwas länger dauern.

          • Stefan Schneider sagt:

            Waren auch mal die FLIRT-Fahrzeuge in der engeren Auswahl, die nun bei der Nordbahn Altona mit Itzehoe/Wrist verbinden? Die kenne ich aus Süddeutschland. Sehr angenehm. Was sprach gegen diese Züge? Wartung ja wohl nicht, sonst hätte die Nordbahn ja auch LINTe genommen…

            • H. Sazmann sagt:

              Für die Strecke Kaltenkirchen – Eidelstedt, meinen Sie? Weiß ich gar nicht, was da ausgewählt wurde. Nur soviel:

              Die FLIRT bekommen ihren Strom aus der Oberleitung, die es in Eidelstedt nicht gibt. Ein Gleis mit Gleichstrom (für die S-Bahn) und Wechselstrom (FLIRT) gleichzeitig auszustatten, ist wohl machbar, aber alles andere als trivial. Für mehr Informationen dazu fragen Sie den nächsten Elektrotechniker 🙂

              Für eine Fortführung im S-Bahn-Netz könnten die FLIRT dann auch noch zu hoch sein. Das Hamburger S-Bahn-Netz hat ein sohenanntes eingeschränktes Lichtraumprofil. Die Tunnel sind etwas schmaler und niedriger gebaut worden, als man das mit Standardstrecken (die AKN ist eine) macht. Einen ICE bekäme man durch den Ulzburger Tunnel nach Kaltenkirchen schleppen – den Jungfernstieg würde er nur abrasiert erreichen. Die FLIRT-Maße sind so groß, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass es ihm ähnlich erginge.

              • Volker Westphal sagt:

                Soweit mir bekannt ist, hat die gesamte Strecke der AKN keine Einschränkungen hinsichtlich des Lichtraumprofils.
                Es haben auf der Strecke, Tunnel in Henstedt-Ulzburg und der neue Bahnhof in Kaltenkirchen gab es bereits, sogar Fahrten mit der Dampflok 18 201 stattgefunden. Die AKN-Strecke war und ist immer mit dem normalen Lichtraumprofil befahrbar gewesen, wegen der in Boostedt stationierten Panzer der Bundeswehr.

                • H. Sazmann sagt:

                  Richtig, habe ich ja oben auch geschrieben. Das eingeschränkte Lichtraumprofil gilt bei der S-Bahn.

                  Übrigens, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, sind auch die LINTs schon zu groß dafür – laut Datenblatt knapp einen halben Meter höher, als es im S-Bahn-Netz vorgesehen ist.

                  Die erste „Engstelle“ wäre dann bereits vor Holstenstraße, wo das Einfädelungsbauwerk Altona/DiebsteichHolstenstraße aus dem Kopf sehr eng auf Kante gebaut wurde, mithin wenig Luft haben dürfte. Wäre der LINT bereits dafür zu hoch, dann kämen die neuen AKN-Züge auf dem S-Bahn-Netz maximal bis Diebsteich ohne Dachschaden.

  7. Holger Wilke sagt:

    Meine Herren,
    auch die Durchfahrt zum neuen Bahnhof Altona (Diebsteich) wurde von uns ins Gespräch gebracht und sogleich rundweg wieder abgelehnt. Man will einfach aus politischen Gründen unsere feine, kleine Bahn, die von Mitarbeitern mit teilweise sehr viel Herzblut betrieben wird kaputt machen. Kaltenkirchen ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange. Auf die A2 schielt schon mal die Hamburger Hochbahn und was dann noch bleibt ist zum Überleben der AKN nicht ausreichend. Ich habe die Politik immer wieder gefragt, ob sie überhaupt weiß welches Schmuckstück sie in ihrem Besitz haben? Wir sind in allen Belangen Autark. Eigene Werkstatt, die auch bei anderen Bahnen hohes Ansehen genießt, eigene Signaltechniker und Werkstätten die Störungen binnen kürzester Zeit beseitigen, eine Instandhaltungstruppe die Tag für Tag dafür sorgt, dass der Fahrgast ein angenehmes Erscheinungsbild erhält. Wir sind auch mal im Güterverkehr tätig gewesen,im Auftrag der großen Deutschen Bahn. Die haben schließlich die Vergütung so lange nach unten geschraubt, bis es für uns nicht mehr lohnte. Uns wird gesagt, das wir Wartungsleistungen für die S-Bahn übernehmen könnten. Wie lange? Bis sie uns auch da die Luft abgechnürt haben. Zu guter letzt noch ein Hinweis zur Pünktlichkeit und Sauberkeit. Seit Jahren führen wir die Pünktlichkeitsstatistig in Schleswig Holstein an. Und für die Qualität und Sauberkeit haben wir auch schon etliche Auszeichnungen bekommen. Ich habe wirklich tolle Arbeitskollegen mit denen ich Tag für Tag zusammen arbeite. Dafür lohnt es sich zu kämpfen!!!

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