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Kommentar: Ist die Gemeindeverwaltung überfordert?

Der Zustand der Henstedt-Ulzburger Gemeindeverwaltung ist desaströs! Es ist gerade 14 Tage her, dass der Hauptausschuss den Stellenplan gebilligt hat, in dem das Rathaus 35 neue Stellen für Kinderbetreuung beantragt hat. Da war kein Wort davon zu hören, dass Personalnotstand in den Kitas herrscht. Jetzt kommt die Fachbereichsleiterin damit heraus, verlangt – noch dazu im falschen Gremium – eine halbe Million Euro für den Nachschlag.

Reden die im Rathaus nicht mehr miteinander? Wusste der büroleitende Beamte Jens Richter, zuständig für das Personalwesen, von dem angeblichen Personalmangel? Wenn nicht, warum hat die Fachbereichsleiterin ihn nicht informiert? Ist hier jemand überfordert, sind es gar mehrere? War eigentlich die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth von Bressensdorf (CDU) in die Situation eingeweiht?

Die ehrenamtlichen Politiker jedenfalls sind von der Zustandsbeschreibung kalt erwischt worden, müssen jetzt die Suppe auslöffeln. Wenn das überhaupt möglich ist angesichts der angespannten Haushaltslage. Es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass Henstedt-Ulzburg einen hauptamtlichen Bürgermeister bekommt.

Jörg Schlömann

26.11.2013

 

Ein Kommentar zu "Kommentar: Ist die Gemeindeverwaltung überfordert?"

  1. Stefan Schneider sagt:

    Hier setzt sich wohl die Malaise bei den Bauprojekten nahtlos fort. Es ist ja im Prinzip anerkennenswert, wenn die Verantwortlichen in der Verwaltung nicht bei jeder Schwierigkeit kapitulieren und darum ringen, die Entwicklungen eigenständig im Griff zu behalten. Bei jedem Widerstand sogleich den GR zu fragen: „Was soll ich jetzt machen?“ wäre auch ein Armutszeugnis. Umgekehrt aber sehen wir nun die Folgen, wenn man zunehmend auf verlorenem Posten gegen eine solche Problem-Hydra kämpft, es sich also nicht zu leicht macht, dann aber mit einer vollendeten Katastrophe am Ende doch im GR antreten muß, um dort eine regelrechte Bombe platzen zu lassen.
    Mir scheint, es braucht dringend ganzheitliche Konzepte für die einzelnen Arbeitsfelder, die iterativ ausgearbeitet und gemeinsam auf den Weg gebracht werden. Ohne sich die Situation vorweg zu einfach vorzustellen (Risikobetrachtung!) und mit klaren Meßpunkten und Meßabständen sowie vordefinierten Interpretations-Bandbreiten, die für ein fortlaufendes Monitoring dieser Meßpunkte genutzt werden, was sicherlich wieder das Rechnungsprüfungsamt in den Mittelpunkt rückt (welches hoffentlich auch so konzipiert sein wird!).
    Ein Beispiel: Der Ist-Betreuungsschlüssel (real anwesende KindergärtnerInnen pro real anwesende Kinder) könnte täglich erhoben und ans Rathaus durchgemeldet werden, zzgl. einer Vorausberechnung für den Folgezeitraum, der für Reaktionen benötigt wird, z.B. 4 Monate: Soll-Betreuungsschlüssel aus Personalbestand – Abgänge – Krankschreibungen/Urlaub/Fortbildung – typische Kurzfristabgänge + Zugänge : angemeldete Kinder – Abgänge- typische Kurzfristabgänge – Kinder im Urlaub + Zugänge + typische Kurzfristzugänge, wobei „typisch“ einer fortlaufenden Statistik entstammen sollte.
    Dann kann man eine Bandbreite definieren, die besagt, wie tief der Betreuungsschlüssel nach unten variieren darf, bis man das beobachten („Ampel auf gelb“) oder gar schnell aktiv werden muß („Ampel auf rot“), und wie hoch er steigen darf, bis man prüfen müsste, ob entweder das Absinken der Kinderzahl geprüft werden muß (so wie im Jugendforum) oder ob einfach der Personalbestand zu groß wird (das scheint ja eher utopisch zu sein, derzeit).
    „Ampel gelb“: Oberflächliche Ursachenbetrachtung und Erwähnung gegenüber dem Vorgesetzten, „Ampel rot“: Vertiefte Untersuchung, Chef alarmieren, Erarbeitung Lösungsvarianten, Mitteilung an GR.
    Macht man sowas fortlaufend und solide, erlebt man „Ampel rot“ eher selten und wir müssten heute nicht erneut über solche Entwicklungen staunen!
    So gesehen sollte auch der/die neue BürgermeisterIn nicht nur rein buchhalterisch orientiert sein, sonst könnte das Prüfungsamt ein ungehörter Prophet bleiben.

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