Werbeschild vor Köpp abgelehnt…“Wollen keine amerikanischen Verhältnisse“…Postagentur: Gleiches Recht für Alle!

Werbegoldgrube Hamburger Straße
Werbegoldgrube Hamburger Straße

Man muss Prioritäten setzen. Über den Abriss des Billard Cafes im Virchowring hat im Rathaus allein die Verwaltungsführung entschieden, dafür durften jetzt die Ortspolitiker über das Aufstellen einer Werbeanlage befinden…

Am Montag wurde dem gemeindlichen Umwelt- und Planungsausschuss ein Antrag auf Aufstellen einer „Monofuß-Werbeanlage“ vor dem Köpp-Postshop an der Hamburger Straße in Ulzburg-Süd vorgelegt. Die Verwaltung empfahl den Antrag abzulehnen. Derzeit soll das Gebiet westlich der Hamburger Straße in Ulzburg-Süd nachverdichtungsfit gemacht werden, das Bauamt befürchtet, das Aufstellen der Werbeanlage auf dem Vorplatz der Postagentur könnte das Vorhaben ausbremsen. Der Beschlussvorschlag von Bürgermeister Bauer im Wortlaut:

Für das Gebiet südlich der Kranichstraße, westlich der Hamburger Straße und nördlich der Straße Adlerhorst soll nach Nachverdichtungsmöglichkeiten gesucht werden,  das würde erschwert, wenn bei Köpp (kleiner schwarzer Pfeil) eine Werbeanlage aufgestllt würde, glaubt die Verwaltung
Für das Gebiet südlich der Kranichstraße, westlich der Hamburger Straße und nördlich der Straße Adlerhorst soll nach Nachverdichtungsmöglichkeiten gesucht werden, das würde erschwert, wenn bei Köpp (kleiner schwarzer Pfeil) eine Werbeanlage aufgestellt würde, findet die Verwaltung

„Der Umwelt- und Planungsausschuss nimmt den vorliegenden Bauantrag zur Errichtung einer doppelseitigen, beleuchteten Monofuß-Werbeanlage auf dem Grundstück Hamburger Straße 94 zur Kenntnis. Da zu befürchten ist, dass die Durchführung der Planung durch das Vorhaben unmöglich gemacht oder wesentlich erschwert werden würde, wird die Verwaltung beauftragt, die Zurückstellung der Entscheidung über die Zulässigkeit des Vorhabens gem. § 15 BauGB zu beantragen.“

Die Christdemokraten reagierten mit Kopfschütteln: Seine Fraktion könne nicht erkennen, dass das Aufstellen der Werbeanlage die Planung in dem Bereich gefährde, die CDU sehe deshalb keinen Hinderungsgrund für das Aufstellen der Werbung, erklärte Gemeinderat Jens Müller.

Die WHU sagte hingegen Nein zur Werbeanlage – aus ästhetischen Gründen. Uwe-Köhlmann-Thater: „Wir kriegen dort High-Way-Verhältnisse wie in den USA“, an der Hamburger Straße werde ein Werbeschild nach dem anderen aus dem Boden gestampft, so der Politiker weiter.

SPD-Fraktionschef Horst Ostwald zum Thater-Statement: „So sehen wir das auch:“

Ohne eigene Begründung folgten FDP und BFB dem Ablehnungsvorschlag des Bürgermeisters, die Postagentur Köpp ist auf Zinne. Der Inhaber zu den HU-Nachrichten: „Die können doch nicht 20 Meter weiter ein Schild genehmigen und hier nicht, es muss doch gleiches Recht für alle geben.“

Beantragt hat die Werbeanlage nicht die Postagentur, sondern die Gesellschaft für Außenwerbung ( GFA). „Köpp’s Tabakshop und Zeitschriftenwelt“ muss jetzt auf eine schöne Nebeneinnahme verzichten. Frage an den Inhaber: “ Wie viel entgeht Ihnen jetzt, 1.000 Euro im Jahr ?“ Die Antwort: „Mehr.“

cm

11. September 2015

9 thoughts on "Werbeschild vor Köpp abgelehnt…“Wollen keine amerikanischen Verhältnisse“…Postagentur: Gleiches Recht für Alle!"

  1. In HU ticken die Uhren anders!
    In Norderstedt und Kaltenkirchen werden z. B. die Baeder großräumig mit grossen Schildern ausgeschildert. Das war in HU beim Tierheim nicht möglich. Selbst die zielfuehrenden kleinen Schilder wurden inzwischen entfernt!
    Die Begründung der WHU zum „Koepp-Schild“ kann man verstehen, die der Verwaltung hingegen nicht ( wieder Beamtendeutsch ).
    Haben wir nicht schon fast amerikanische Verhältnisse? Zwischen Suhlenkamp und Abschiedskoppel stehen derzeit alleine ( auf geschätzt 500 Metern ) 5 Werbeschilder.

    1. Und genau diese Fülle von Werbeschildern allein im Ortsteil Süd muss man mal auf sich wirken lassen. Deswegen kann leider nicht gleiches Recht für alle gelten, sondern die Schilderflut gilt es einzudämmen. Meiner Meinung nach hat dies nichts mit „Wirtschaftsfreundlichkeit“ zu tun, vielmehr muss darauf geachtet werden, dass das Orts-, Straßen- oder Landschaftsbild nicht verunstaltet wird (so auch ein verwaltungsgerichtlicher Leitsatz).

      1. vielmehr muss darauf geachtet werden, dass das Orts-, Straßen- oder Landschaftsbild nicht verunstaltet wird (so auch ein verwaltungsgerichtlicher Leitsatz).

        Ah ja, aber Wohnblock in einer Siedlung von Einfamilienhäusern geht.
        Wieder was gelernt. Nicht, dass ich den Unterschied zwischen Werbeschild und Wohnblock nicht kenne; aber hier handelt es sich vermutlich wieder mal um eine Auslegungssache. Supi.

        1. Hundertprozentig genau das ging mir auch durch den Kopf. Sorry, aber es klingt schon etwas lächerlich, diese Begründung, gerade hier in HU.

    2. Jetzt sind die kleinen Hinweisschilder zum Tierheim an der Hamburger Straße und Heidekoppel auch abmontiert. Dafür jede Menge Hinweisschilder zum CCU, auch zusätzlich für den Anlieferverkehr CCU.

  2. Ich kann den Gemeindevertretern und der Verwaltung nur empfehlen eine Satzung über Werbeanlagen für das ganze Gemeindegebiet, differenziert nach den unterschiedlichen Strukturen in den Ortsteilen und verschiedenen baulichen Nutzungen zu erlassen. Dann würde Objektivität und nicht „Bauchgefühl“ bei der gemeindlichen Entscheidung über Zustimmung oder Ablehnung bestehen und dem bereits vorhandenem Werbe-Wildwuchs Einhalt geboten.

  3. ……noch viele Freiflächen, viele große Grundstücke, aus einem mach zwei, oder auf einem Großen, höher,breiter und länger, kreative Flächen für Beton ….da geht noch was !

  4. „Nahverdichtungsfit?“ Was bedeutet das,
    fragt eine Anwohnerin im auf dem Bebauungsplan markierten Bereich.
    Klingt nicht gut. ..

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