VHS: Bei uns lernen Sie, einen Streit zu schlichten

Mit der Verabschiedung des Mediationsgesetzes am 26. Juli 2012 ist die Mediation als Verfahren der außergerichtlichen Konfliktlösung deutlich gestärkt worden. Ziel des Gesetzes war es zum einen, Gerichte beispielsweise bei Scheidungsverfahren zu entlasten, zum anderen, die Ausbildungsstandards auch von nicht juristisch vorgebildeten Mediatoren zu regeln. Denn Streit zwischen zwei Parteien kommt überall vor: in Schulen und öffentlichen Verwaltungen genauso wie in Wirtschaftsbetrieben, Krankenhäusern oder Eigentümergemeinschaften. Hier können gut ausgebildete Konflikthelfer schon vor dem Gang zu einem Anwalt vermitteln und damit den Betroffenen viel Ärger und Geld ersparen.

In der Mediation geht es nicht um richtig oder falsch, um Recht oder Unrecht. Vielmehr sollen beide Streitparteien dabei unterstützt werden, wieder ins Gespräch zu kommen, ihre eigentlichen Interessen und Bedürfnisse herauszuarbeiten und schließlich miteinander bestmögliche Lösungen zu verhandeln. Denn zumeist geht es beim klassischen „Streit um den Gartenzaun“ weniger um die Sache an sich, sondern eher um Themen wie „verletzter Stolz“ oder Uneinigkeit darüber, was gute Umgangsformen bedeuten. Und das ist selten durch ein Gerichtsurteil zu klären.

Die Volkshochschule Henstedt-Ulzburg bildet seit 2009 Mediatoren aus und richtet sich dabei auch nach den Vorgaben des Mediationsgesetzes. „Mittlerweile sind die Bedingungen für eine staatlich anerkannte Zertifizierung durch eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bundesjustizministeriums erarbeitet worden. Und die sind, ebenso wie die inhaltlichen Richtlinien des Bundesverbandes Mediation, in den Ausbildungsgängen der VHS Henstedt-Ulzburg mehr als erfüllt“, verspricht deren Leiter Dr. Jochen Brems. An insgesamt elf Ausbildungswochenenden und unter fachlicher Supervision erleben die Teilnehmer/innen, dass die fachliche und persönliche Entwicklung bei dieser Ausbildung nicht zu trennen sind. Das bestätigt auch Lehrgangsleiterin Angéla Hennemann, die neben der Mediation auch eine gestalttherapeutische Ausbildung absolviert hat: „Mediation ist nicht nur eine Technik der Konfliktmoderation, sondern sie ist vor allem eine Haltung, die den Umgang der Menschen miteinander insgesamt verändern kann.“

Wer Interesse hat, sich als Mediator oder Mediatorin ausbilden zu lassen, kann sich jetzt unter der Telefonnummer 7 553 000 oder unter www.vhs-henstedt-ulzburg.de informieren.

Der nächste Lehrgang beginnt am 30. August. Ein kostenloser und unverbindlicher Informationsabend findet am 24. Juni um 19 Uhr, im Seminarhaus, Lindenstraße 93, statt. Um Anmeldung wird gebeten.

H-UN

26. Mai 2014

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