Pinnau-Wiesen Ausgleichsfläche wird Wald – alle zufrieden, nur der Naturschutzbeauftragte nicht!

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Henstedt-Ulzburgs „Naturschutz“-Beauftragter liest seine Forderung vor

Nach langem Ringen kommt er nun – der von der WHU vor zwei Jahren beantragte Klimawald. Die Wählervereinigung will mit  Bäumen zum Klimaschutz beitragen. Die Verwaltung hat eine Ausgleichsfläche für die angedachte P+R-Platzerweiterung am AKN-Bahnhof Meeschensee gesucht. Gefunden für beide Zwecke ist nun eine Fläche an der Achterkoppel zwischen Henstedt und Götzberg. Bauamtsleiter Jörn Mohr sprach vergangene Woche davon, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Alf Jark, Vorstand der Stiftung Klimawald, machte klar, dass seine Organisation bereits Erfahrungen damit habe, Wald auf Ausgleichsflächen anzulegen.

Viele zufriedene Gesichter vergangene Woche im Ratssaal. Nur einer war überhaupt nicht mit dem gefundenen Standort einverstanden; ausgerechnetet der Mann, der im Mai 2014 den Auftrag bekommen hatte, einen Standort für Neuwaldbildung zu finden: Henstedt-Ulzburgs Naturschutzbeauftragter Johannes Engelbrecht, der seit seinem Eintreten für die Bebauung der Pinnauwiesen hinter vorgehaltener Hand auch ‚Naturweg-Beauftragter‘ genannt wird. Er nannte die Ackerfläche landwirtschaftlich zu wertvoll, um dort einen Wald anzupflanzen, schlug ersatzweise eine am Wohldweg unter Naturschutz stehende Feuchtwiese vor, erntete dafür aber nur ungläubiges Kopfschütteln. Bauamtsleiter Mohr sprach von einem „schizophrenen“ Vorschlag, Jens Iversen (BFB) nannte die Idee „total daneben“.

Der von der Verwaltung jetzt gefundene Standort ist übrigens kein unbeschriebenes Blatt. Die im Gemeindebesitz stehende Ackerfläche war bereits als Ausgleichsfläche für die geplante Bebauung der Pinnauwiesen vorgesehen.  Nun soll im Herbst mit der Aufforstungsmaßnahme begonnen werden, die Kosten dafür übernimmt die Stiftung Klimawald. Verena Grützbach (WHU): „Wir sind stolz, nun die Voraussetzungen für die Anpflanzung eines Klimawaldes/Bürgerwaldes auch in Henstedt-Ulzburg zu schaffen, und hoffen auf eine zeitnahe Umsetzung. Wir alle tragen doch die Verantwortung für kommende Generationen und sollten nachhaltig handeln. Wälder bieten dafür fantastische Möglichkeiten, sie bieten Lebensraum, filtern die Luft, produzieren Sauerstoff und binden Kohlenstoffdioxid. Ein richtiger Schritt also in Sachen Klimaschutz und Naturschutz – auch für unsere Kinder und Enkel! “

Christian Meeder

15. Mai 2016

12 thoughts on "Pinnau-Wiesen Ausgleichsfläche wird Wald – alle zufrieden, nur der Naturschutzbeauftragte nicht!"

  1. Die Gemeindeverwaltung hatte seinerzeit sieben ortsansässige Gartenbaubetriebe und Gärtnereien angeschrieben. Daraufhin hatten sich zwei Betriebe gemeldet, die Interesse an einer solchen Eigenwerbung auf öffentlichen Grünflächen hatten.

    Leider sind aus dem Bürgerhaushalt keine weiteren Informationen bekannt.

  2. Der „Bürgerwald“ kommt.

    Die Stiftung Klimawald wird auf ihre Kosten das Grundstück an der Acherkoppel bepflanzen und mit Wegen gestalten. Und auch die weitere Pflege der neuen Waldfläche geschieht auf Stiftungskosten. Klasse!!!!!!!!!!

    Was ist eigentlich daraus geworden?:

    „Gartenbaubetriebe sollen für Eigenwerbung Gemeindeflächen bepflanzen (Vorschlag aus dem Bürgerhaushalt)“.

    Der Umwelt- und Planungsausschuss vom 08.12.2014 dazu:

    Der Umwelt- und Planungsausschuss erklärt sich damit einverstanden, dass die Verwaltung mit Gartenbaubetrieben Kontakt aufnimmt, die eine öffentliche Grünfläche pflegen und zur Eigenwerbung nutzen wollen.

    Die Verwaltung wird beauftragt, nach geeigneten Grünflächen zu suchen und entsprechende Patenschaftsverträge mit den Gartenbaubetrieben abzuschließen.

    Man hat leider nie wieder etwas von gehört!!!!!!!!!

    1. …. höchstwahrscheinlich hört man nix mehr davon ,weil kein Garten- und Landschaftsbaubetrieb Interesse an solchen Aktionen hat?!?

    1. Ist es das Grundstück auf dem mittendrin ein Hochspannungmast steht? Wenn ja, würde das bedeuten, dass ein Stück Wald getrennt durch eine Schneise für die Leitungen entstehen würde. Oder habe ich da falsche Vorstellungen?

      1. Ja, Herr Rerop, über das künftige Waldgrundstück führt eine 110KV-Leitung mit einem Mast. In den Beratungsvorlagen wird dieser Sachverhalt nicht beschrieben, ist aber in einer Anlage erkennbar. Ich glaube, dass diese Leitung in Verbindung mit der geplanten 380KV-Leitung abgebaut werden soll. Da aber HU die 380KV-Leitung auf keinen Fall haben will, ergibt sich für mich ein Fragezeichen. Evtl. kann Frau Grützbach hier für Aufklärung sorgen.
        Sehr geeignet finde ich dieses Flurstück für eine Aufforstung nicht, da es keine vorhandene Waldfläche arrondierend ergänzt und somit nur eine Insellösung darstellt. Also auch wenig ökologische Vernetzung ergibt. Aber evtl. soll dort in den folgenden 100 Jahren (?) noch mehr aufgeforstet werden.

        1. Hallo, Herr Borchert und Herr Rerop, auch wir fanden das Grundstück an der Achterkoppel nur bedingt geeignet. Unser Vorschlag, das gemeindeeigne Grundstück „Mattenborn“ – direkt am Biotop und dem Pinnau Quellgebiet gelegen- aufzuforsten fand jedoch bei den anderen Fraktionen keine Zustimmung.
          Die Stiftung Klimawald fand das Grundstück an der Achterkoppel letztlich geeignet. Deshalb stimmten auch wir dem zu, damit nach nun 2 Jahren überhaupt endlich ein Klimawald bei uns entstehen kann.
          Die 110 kV Leitung dort wird vermutlich bleiben. Man wird das bei einer Aufforstung berücksichtigen müssen und unter der Leitung Bäume auswählen, die diese Höhe nicht erreichen. Geplant ist, so hieß es seitens der Verwaltung, später weitere Waldflächen dort zu schaffen, so dass ein größeres Waldgebiet entstehen kann.

          1. Hallo Frau Grützbach, eine Bepflanzung unterhalb der Leitungen ist aus meinen Erfahrungen mit den Betreibern von entsprechenden Leitungen nicht zulässig. Ebenso ist ein Sicherheitsabstand der Bepflanzungen links und rechts der Leitungen einzuhalten. Gibt es den von der Stiftung Klimawald einen Bepflanzungsplan?

            1. Da kann ich Herrn Rerop nur zustimmen. Eine Bepflanzung unterhalb einer Hochspannungsleitung wird bestenfalls nur aus niedrigen Büschen bestehen können. Wald aus Eichen, Buchen etc. kann man das nicht nennen. Hat die Gemeinde das vor der Beschlussfassung mit dem Betreiber der Hochspannungsleitung abgestimmt? Erstaunlich ist, dass darüber keine Erläuterung in den Beratungsvorlagen erfogt ist. Hat auch kein Gemeindevertreter diesbezüglich Fragen gestellt?.

  3. Im sog. „Käseblatt“ MARKT Extra war die Flächenmarkierung zu sehen, ein toller Platz meiner Meinung nach. In der weiteren Gegend finden sich ja noch ein paar kleine Waldstücke. Jetzt sollte man bei der Aufforstung meiner Meinung nach aufpassen. Ein Tannenwald mag zwar relativ zügig ein Waldgefühl verschaffen, gilt aber als minderwertig, und ist es auch. Geschichtlich passt in unsere Gegend ohnehin eine Mischung vor allem aus Eichen und Buchen, zzgl. weiterer Laubbäume, viel besser hinein. Diese Bäume bestimmten vor der Besiedlung unsere Landschaft, deren Laub findet man in den Wahrzeichen vieler umliegender Ortschaften (auch in unserem). Oh, und es gab auch viele Waldflächen, die aus sog. Bruchholz-Bäumen bestanden – diese fanden sich in den vielen Feucht- und Moorgebieten. Wäre schön, wenn der Wald neben Hinweisen auf die darin stattfindende Ökologie auch unsere lokale Geschichte aufzeigt. Es gibt so viele interessante Geschichten darum, die sogar bis in die Namensgebung des Hamburger Millerntors hinein reichen.

  4. Ich lese bzw hörte im Ausschuss immer nur P+R Anlage liest sich beinahe als ob die B+R Anlage schon abgehakt ist…..

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