Nordhorn: Wir haben vielleicht zu hoch gewonnen

Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg bietet der favorisierten HSG Nordhorn-Lingen einen begeisternden Kampf und unterliegt dem Tabellendritten erst in der Schlussphase mit 22:27 (11:13)

„Wenn man gegen solch eine starke und routinierte Mannschaft gewinnen will, muss alles passen. Wir haben über weite Strecken ein sehr gutes Spiel gemacht und auf Augenhöhe gespielt, aber wir haben am Ende zwei Strafwürfe und vier Freie nicht genutzt und uns in der Abwehr ein, zwei individuelle Fehler zu viel erlaubt“, fasste Amen Gafsi, einer der beiden verantwortlichen Coachs im SVHU-Trainerduo die Partie gegen den ehemaligen EHF-Pokalsieger zusammen. Kollege Matthias Karbowski sprach von einem verdienten Sieg der Gäste. Er machte eine Mischung aus Druck, mangelnder Konzentration im Abschluss und der individuellen Klasse des Gegners für das Ergebnis verantwortlich, war aber grundsätzlich mit dem Auftritt seines Teams zufrieden. „Nordhorn ist als Tabellendritter und Favorit angereist. Insofern ist das Ergebnis keine Überraschung. Wenn wir diese Leistung wie heute konstant bringen, werden wir unsere Saisonziele auch erreichen.“ Nordhorns Kollege Heiner Bültmann schlug in seiner Spielanalyse in die gleiche Kerbe. „Das Spiel stand lange auf des Messers Schneide. Erst in den letzten Minuten konnten wir uns absetzen, haben verdient, wenn auch vielleicht etwas zu hoch gewonnen. Der SVHU wird mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, so Bültmann, der seine Saisonziele trotz des sportlichen Höhenfluges nicht korrigieren möchte. „Wir waren letztes Jahr Sechster und wollen uns verbessern. Zugegeben, es ist ein schönes Gefühl und motiviert Mannschaft und Umfeld, wenn man oben mitspielt“.

Mit Kampf und Leidenschaft und unterstützt von ihrem fantastischen Publikum hatten die „Frogs“ lange ein Duell auf Augenhöhe erzwungen. Mitte der ersten Halbzeit zogen die Grafschafter das erste Mal auf drei Treffer davon (10:7). Unmittelbar vor der Pause sorgte Daniel Eggert mit seinem Treffer für Hoffnung im Lager der „Frogs“. Die erhielten unmittelbar nach dem Wechsel durch einen vergebenen Strafwurf von Kapitän Nico Kibat einen Dämpfer. Nordhorn zog auf 18:14 davon (41.) Leidenschaftlich kämpfende Frösche schafften mit einem starken Jan Peveling zwischen den Pfosten (17 Paraden) erneut den Anschluss, vergaben aber, als sie zwei Tore zurück in Schlagdistanz waren, jeweils beste Wurfchancen frei vor Nordhorns überragendem Keeper Björn Buhrmester. Als Nordhorns Rekordschütze Bobby Schagen bei einem Strafwurf Jan Peveling am Kopf erwischte (51.), kochte die „Froschhölle“. Das Publikum forderte Rot und die Unparteiischen Tim König und Sascha Siebert aus Wuppertal zeigten dem Schützen die rote Karte .Spieler und Offizielle beider Teams indes waren sich nach dem Abpfiff einig, dass die Hinausstellung des Niederländers die falsche Entscheidung war, da sich Peveling bei der Abwehr des Strafwurfes deutlich bewegt hatte.

Die beiden Referees hatten die Partie gut im Griff, legten allerdings das passives Spiel sehr großzügig aus. So hatten die Gäste, bekannt für ihren gemächlichen Spielaufbau, sehr viel zeit, ihre Angriffe aufzubauen und bisweilen schwand nach fast einer Minute Abwehrarbeit die Konzentration im SVHU-Deckungsverbund, so dass die Rückraumshooter Nicky Verjans und Jens Wiese zu leichten Toren kamen.

Joachim Jakstat

12. Oktober 2014

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