Noch ein Versuch: Efeu und Wein für die Rathauspergola

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Verena Grützbach präsentiert das Grünzeug, sorgt für einen Schmunzler beim Bürgermeister

Bürgermeister Stefan Bauer ist kein wirklicher Fan des eisernen Pergolagerüstes vor dem Rathaus. Am liebsten würde er es wohl abreißen lassen. Aber die listigen Mitglieder der Gemeindevertretung haben dem Verwaltungschef einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nicht etwa, dass sie ihm die Mittel für den Abriss der Konstruktion verweigert hätten. Ganz im Gegenteil: Sie haben Bauer etwas geschenkt. Ihr Präsent überreichten ihm Vertreter aller Fraktionen in der ersten Sitzung der Gemeindevertretung nach der Sommerpause: mehrere Container mit Efeupflanzen und wildem Wein. Der Termin konnte gar nicht besser gewählt werden; fiel er doch genau auf den 20. Geburtstag des Rathauses.

Verena Grützbach, Vorsitzende der WHU-Wählergemeinschaft, versicherte, dass man sich intensiv in Gärtnereien darüber sachkundig gemacht habe, ob diese Pflanzen denn auch an einem so ungünstigen Platz im Dauerschatten des Rathauses wachsen würden – in Kübeln wohlgemerkt. Man habe durchweg positive Antworten erhalten: Bei entsprechender Pflege dürfte es keinerlei Probleme geben. Alle bisherigen Versuche, an diesem Standort etwas dauerhaft wachsen zu lassen, waren gescheitert.

Der leicht überrumpelt wirkende Bürgermeister machte gute Miene zum bestimmt nicht böse gemeinten Spiel: Nach einem artigen Dankeschön versicherte Bauer, es solle mit dem Geschenk ein weiterer Versuch zur Begrünung der Pergola gewagt werden. Die Zukunft werde zeigen, ob die Aktion von Erfolg gekrönt sei. Am kommenden Montag wohl sollen Efeu und Wein gepflanzt werden.

Noch ein Kuriosum aus der jüngsten Sitzung der Volksvertreter: Bürgervorsteher Uwe Schmidt (CDU) teilte seinem erstaunten Auditorium mit, dass „die Seniorenunion die Seiten gewechselt“ habe. Diese Worte lösten große Heiterkeit im Ratssaal aus – nicht zuletzt bei Schmidt selbst. Der erste Bürger der Gemeinde hatte, offenbar ganz in Gedanken, den Seniorenbeirat – die überparteiliche Vertretung der älteren Mitbürger – mit der Altenriege der Christdemokraten verwechselt. Die Vertreter der Senioren verfolgen das Geschehen im Ratssaal künftig von ihren neuen Plätzen neben der Eingangstür.

Jörg Schlömann
21. September 2016

One thought on "Noch ein Versuch: Efeu und Wein für die Rathauspergola"

  1. Prima, nun zieht die Gemeinde(verwaltung) nach. Hamburg hat seinen Weinberg unterhalb der Jugendherberge „Am Stintfang“. Der jährlich dort gelesene Wein soll köstlich sein – und nicht gerade im Discounter-Preissigment.
    Ob wir nun „Ulzburger Rotsporn“ als Präsent anbieten – oder verstehe ich da etwas falsch ?
    Wer pflegt dann die Pflanzen ? Die Gemeinde hat lt. Bgm immer viel zu tun.
    Wie war das doch mit der TG und der Pflege und Wartunt des Rathauses?
    In jedem Fall haben wir nun einen „Wein-Bauer“ ( das hat nichts mit Taschentuch zu tun) und soll auch keine Diskriminierung sein..
    Auch nicht, das hier so manches zum Weinen ist, habe ich nicht ausgedrückt.
    Schön ist doch, das hier jetzt etwas Schönes zu sehen sein soll – 20 Jahre stehen diese häßlichen Stahlsegmente nun auf der Nordseite des Gebäudes.
    Hoffentlich werden die Pflanzen in der Dunkelheit nicht von Unholden heimgesucht.
    In jedem Fall passiert hier jetzt etwas ohne Gutachten ohne Etatstreit und Planung.
    Ob die Bewässerung automatisch gesteuert aus dem noch zu erstellenden Brunnen kommen wird weiß ich nicht.
    Ich hoffe, die werte Leserschaft verzieht die Mundwinkel nicht nach unten sondern freudig nach oben…..hier geschieht doch fraktionsübergreifend etwas Gemeinsames und Schönes !!!

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