Mit 200.000 Euro gegen den Verkehrsinfarkt

Vier Fragen der Leser hatten wir ausgewählt und zum Pressegespräch der Verwaltung eingereicht. Neben Fragen zur langfristigen Schuldenentwicklung, zum Netto-Logistikzentrum und zum gemeindlichen Brandschutz auch eine zum aktuellen Stand des Verkehrsstrukturgutachtens. Dazu muss man wissen: Die Gemeinde will der gemeindlichen Verkehrsmisere mit einem ganzheitlichen Konzept, das auch den Fahrrad- und ÖPNV-Verkehr einschließt, begegnen.

18 Expertenteams hatten sich auf eine europaweite Ausschreibung hin bei der Gemeinde für die Erarbeitung der Expertise beworben, sechs kamen in die engere Auswahl, durften sich hinter verschlossenen Türen den Freizeitpolitikern präsentieren. Und ein Planungsbüro soll nun tatsächlich den Zuschlag für die – hoffentlich – rettende Idee erhalten.

Der Auftrag sei so gut wie erteilt, es müssten nur noch letzte Einzelheiten festgezurrt werden, erklärte Bauamtsleiter Jörn Mohr beim Pressegespräch vorige Woche. Mohr rechnet damit, dass die gut 200.000 Euro teure Studie Anfang 2014 fertiggestellt sein wird. Doch schon jetzt hat die Ausarbeitung Einfluss auf das gemeindliche Handeln: Der Ausbau und die Sanierung der Wilstedter Straße sind erst einmal auf Eis gelegt. Auf Druck der Anwohner: Vielleicht, so deren Hoffnung, öffne das Gutachten ja die Augen für eine andere Verkehrslenkung und mache einen Ausbau überflüssig. Der Durchgangsverkehr gehöre schließlich auf die Schleswig-Holstein-Straße.

Christian Meeder

21. Februar 2013

Für die Anlieger der Wilstedter Straße geht es um mehr, als um eine Handvoll Euros

8 thoughts on "Mit 200.000 Euro gegen den Verkehrsinfarkt"

  1. Ich wohne seit 1974 im „Dorf“.

    Schon damals war von einer Umgehungsstraße die Rede, um für den sich abzeichnenden Verkehr – speziell auf der HH Str. – gewappnet zu sein.

    Die CDU wollte sie im Osten bauen, die SPD im Westen.
    Ergebnis: Stillstand.

    Später sah ich irgendwann eine “ Trasse“ in einer Skizze, die mit „Überlegungen“ der Landesplanung in Übereinstimmung stehen soll.

    Diese Trasse verläuft von der Kadener Chaussee durch die Pinnau Wiesen im Westen der Gemeinde, zwischen dem Golfplatz und dem „Ortsteil“ Eichberg in Richtung Schulstraße / AKN im Norden

    Eine offizielle Aufnahme dieser Trasse und der Planung in die Bundesverkehrswegeplanung habe ich nirgends gefunden.

    In der ganzen Zeit waren von SPD und CDU beherrschte Regierungen in Schleswig-Holstein im Amt. Parteien, die im Ort immer die Umgehungsstraßen gefordert haben oder noch fordern.

    Haben deren Landtagskandidaten aus dem Kreis Segeberg oder später unser auf Zeit tätige Staatssekretär im Innenministerium ( Altbürgermeister Dornquast ) nie dazu Anträge gestellt oder sich mit Nachdruck für eine Aufnahme einer Trassenplanung stark gemacht ?

    Waren die Forderungen nach einer Umgehungsstraße immer nur „ Sand in die Augen streuen“.??
    Wollte man damit die Hoffnung hoch halten, das die Probleme schon irgendwann gelöst werden.
    Wollte man keine Wahrheiten vermitteln, weil die Menschen sonst manche Bauvorhaben torpediert hätten?? So konnte man ja immer mehr links und rechts der Hamburger Straße bauen und auf die große Lösung verweisen oder im Falle CCU auf bezahlte Gutachter und auf die Hoffnung auf eine grüne Welle.

    Ist „man“ nun davon überzeugt gewesen, dass die oder mehrere Umgehungsstraßen nicht die Lösung bringt oder scheut man sich vor den Kosten, vor der Auseinandersetzung mit Naturschützern / Anliegern Eichberg etc.

    Was auch immer: bei der Verkehrsplanung für den Ort haben die etablierten Parteien versagt und wahrscheinlich scheuen sie sich auch vor dieser Wahrheit.

    Fakt ist, dass die aktuelle Landesregierung für den noch zu beschließenden Bundesverkehrswegeplan 2015 in Summe 25 Straßenneubauten in S-H auch aus Kostengründen gestrichen hat.

    Straßen in H-U brauchte man nicht zu streichen, dafür gab es ja offensichtlich nie eine konkrete Planung.

    Wer jetzt eine Umgehungsstraße fordert, wird sie wohl aus Gemeindemittel ( unsere Steuern !! ) bezahlen müssen.
    Kosten von 30-50 Mio € sind schnell verbaut, woher nehmen ??.
    Da bin ich mal gespannt, wer diese Forderung in sein Wahlprogramm schreibt.

    Auf einer CDU Wahlveranstaltung zur Bürgermeisterwahl hat Herr Manke seinerzeit sinngemäß und erfolgreich gesagt.

    „Wer eine Umgehungsstraße haben will, der muss Thormählen wählen“.

    Ob das noch einmal gelingt?
    Wer CDU wählt, bekommt eine Umgehungsstraße
    So einfach werden die Bürger solchen Wahlversprechen keinen Glauben schenken.

    Trotzdem ist es richtig ein Verkehrsstrukturkonzept zu erstellen um für den gesamten Ort die Probleme zu begreifen / transparent zumachen .
    Auch um bei weiterer Ausdehnung von Gewerbeflächen / Baugebieten die Probleme des Verkehrs schon früh „auf dem Tisch“ zu haben und nicht erst nach B-Plan Verabschiedung zu erkennen, dass der Verkehr schon wieder ansteigt und eine Lösung nicht möglich ist
    Vielleicht haben die Gutachter ja auch Ideen , die hier noch nicht gedacht wurden..

  2. Herr Stephan Holowaty vom 07.12.12:
    „Henstedt-Ulzburg ist gemäß der Landesplanung auf Wachstum angelegt“.

    Herr Horst Ostwald:
    „… haben wir ein Verkehrsgutachten, das uns deutlich sagt, wir brauchen einen (zusätzlichen) Autobahnzubringer und wir brauchen eigentlich zwei Umgehungsstraßen, …“

    Frau Karin Honerlah sinngemäß oben:
    Landes- und Bundemittel stehen weder für Ortsumgehungen, noch für einen weiteren Autobahnzubringer zur Verfügung.

    Ich verstehe das so:
    Henstedt-Ulzburg soll wachsen, erhält aber keine Hilfe, obwohl es ohne diese nicht geht. Richtig?

    Da frage ich mich, warum dann noch (wachstumsfördernde) Baugenehmigungen erteilt und ewig fortwährend Gelder für Gutachten ausgegeben werden, deren Ergebnisse schon lange bekannt sind!

    1. „Henstedt-Ulzburg soll wachsen, erhält aber keine Hilfe, obwohl es ohne diese nicht geht. Richtig?“

      Es geht kein weiteres Wachstum in der Form, wie es Henstedt-Ulzburg die letzten Jahre getrieben hat. Wenn ein Ort „im Grünen“ von kaum 30.000 Einwohnern neben einer Autobahn und einer Landesstraße noch gleich zwei (!) Umgehungsstraßen bräuchte – hmm, dann ist vielleicht irgendetwas schief gelaufen. Für diese Erkenntnis braucht man in der Tat kein Gutachten, sondern nur den gesunden Menschenverstand.

  3. Autobahnanschluß
    … ich möchte anregen,im Rahmen des Gutachtens auch zu analysieren,
    welche Auswirkungen auf den OST-WEST Verkehr in H-U ein Umbau des
    vorhandenen A7 Anschlusses ( H-U bzw. Kaki-Süd ) hätte –
    so dass hier auch nach Westen Richtung B4 gefahren werden könnte.
    Das wäre dann so etwas wie eine Nordumgehung.
    Dass auch die Alvesloher gern auf kurzem Wege auf die A7 wollen,
    zeigen die Schleichwegrouten via Westerwohld.

  4. Die Landesregierung hat jüngst 25 Ortsumgehungen beerdigt und nicht zum neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet. (H-U war meines Wissens in dieser Liste nicht einmal enthalten.) Der Bund habe auf absehbare Zeit kein Geld, heißt es.
    Ob Henstedt-Ulzburg eine (1) Umgehungsstraße allein finanzieren kann?

    1. Selbst wenn, es wäre eine Kapitulation. Für einen Millionenbetrag könnte man sinnvollere und nachhaltigere Projekte finanzieren als noch eine weitere Straße, die über kurz oder lang wiederum überlastet ist.

  5. Aussage von Herrn Horst Ostwald vom 02.04.2009 in einer TV-Live-Sendung (Hamburg 1) vom Ulzburger Marktplatz zur Verkehrssituation in H-U:

    „… haben wir ein Verkehrsgutachten, das uns deutlich sagt, wir brauchen einen (zusätzlichen) Autobahnzubringer und wir brauchen eigentlich zwei Umgehungsstraßen, …“.

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