Kurt Göttsch: Wutbürger sollen Mitmachbürger werden!

Die Wählergemeinschaft für Bürgermitbestimmung macht ihrem Namen alle Ehre. Sie richtet einen offenen Verkehrsarbeitskreis ein, bei dem jedermann mitmachen kann. „Hier kann jeder mitarbeiten, der an dem Thema interessiert ist und den eigenen Sachverstand einbringen. Wir geben ‚Wutbürgern’ die Möglichkeit ‚Mitmachbürger’ zu werden“, sagt Gemeindevertreter Kurt Göttsch.

Hintergrund der Aktion ist das viel zitierte Verkehrsstrukturgutachten, das mittlerweile offenbar fertiggestellt ist und in der kommenden Woche im Umwelt – und Planungsausschuss vorgestellt werden soll. „Schon jetzt ist erkennbar, dass die Themen sehr vielschichtig sind. Wir reden unter anderem über den öffentlichen Nahverkehr, über Fahrradkonzepte, über die Rechte und Erwartungen der nichtmotorisierten Bevölkerung, über den Individualverkehr sowie die Verknüpfungen der unterschiedlichen Interessen und auch über Vorschläge für Einschränkungen des Individualverkehrs aus dem Lärmaktionsplan“, sagt WHU-Verkehrsexpertin Christiane Schwarz. Geleitet wird der Arbeitskreis – der öffentlich tagen wird – von Christiane Schwarz und Kurt Göttsch (Telefon 04193 3275 / kurt.goettsch@t-online.de).

Die Verwaltung hatte vor einem Jahr das Verkehrsgutachten für etwa 200.000 Euro bei der VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH, ein Tochterunternehmen der Berliner Verkehrsbetriebe, in Auftrag gegeben. Die Firma hatte sich den Zuschlag in einem Ausschreibungsverfahren erkämpft. Mit Verweis auf das Gutachten hatten Henstedt-Ulzburgs Entscheider zahlreiche Verkehrsprojekte in die Warteschleife geschickt. So liegt derzeit etwa der Aus- und Umbau der Wilstedter Straße auf Eis, weil  erst einmal die Ergebnisse des Gutachten abgewartet werden sollen. Im Mai wurde mit derselben Begründung ein Beschluss zum Kreiselbau an der Kreuzung Kisdorfer Straße/Bürgermeister Steenbock-Straße vertagt.

Christian Meeder

17. Juni 2014

53 thoughts on "Kurt Göttsch: Wutbürger sollen Mitmachbürger werden!"

    1. Ich habe die Diskussion mit wachsendem Vergnügen verfolgt und bin ein wenig stolz auf alle Schreiber.
      Es wurde sehr konträr auf wirklich hohem Niveau kommentiert.
      Dafür meinen Dank (Entschuldigung, aber so etwas muss auch mal gesagt werden).

  1. Nee, für die Ausgabe von „göttlichen Ratschlüssen“ fühle ich mich nicht zuständig.

    Wenn sich aber sanfte Bestrebungen zeigen, die Laustärke derjenigen Mitbürger, die ihre Stimme erheben, reduzieren zu wollen, so muss man auch diesen Einhalt gebieten.

    Die Bürger, die sich aktiv an der politischen Willensbildung beteiligen wollen als Berater von Mitentscheidern, sollen das tun. Aller Ehren wert. Aber bitte: das darf nicht dazu führen, mehr oder minder (wodurch auch immer) verpflichtet zu sein, zukünftig die Klappe zu halten.

    Politiker aller Coleur haben es gerne „kuschelig“, es ist ihnen jedes Mittel recht, um diesen Zustand zu halten.
    Ich werde mich wohl kaum vor diesen „Karren“ spannen lassen.

  2. Die Kommentare kommen vom eigentlichen Thema ab. Eigentlich war es ja unsere glorreiche F.D.P., die sich als „Mitmachpartei“ neu erfunden hat. Ich weiß aber nicht so richtig, ob das hilft. Für mich hört sich das eher wie eine Art „Hilferuf“ an. Die Gemeinderäte sind gewählt worden, damit sie für die Gemeinschaft aller Bürger beste Wege finden, die die Verwaltung dann umsetzt. Wenn sie aber nun merken, dass das Volk aufmüpfig wird und beginnt, die Entscheidungen zu hinterfragen, dann muss man das Volk mit ins Boot holen. Und das geht am besten, wenn man die vermeintlichen „Wutbürger“ halbwegs an den Entscheidungsprozessen mitwirken lässt. Und die „Wutbürger“ meckern auch nicht mehr an den Entscheidungen rum, weil sie ja selbst mitgewirkt haben.
    Wenn ich Politiker wäre, diese Idee hätte ich dann wohl auch haben müssen. Besser und einfacher kann man das Volk auch nicht mundtot machen….

    1. Was mir bei Ihrem Kommentar fehlt, ist die Angabe, wie es denn RICHTIG geht! Der Bürger ist unzufrieden und wird ignoriert: falsch. Der Bürger ist unzufrieden und wird beteiligt (klar meckert er hinterher nicht mehr, denn er wird zwei Dinge lernen: 1. ohne Kompromisse geht nichts im Leben, dafür gibt es zu unterschiedliche Menschen, und 2. viele Köche verderben den Brei): das haben Sie jetzt auch als falsch definiert. Und nun?

      1. meiner Meinung nach gibt es nur eine Lösung……..
        zurückrudern…..
        alternative Wege zum System gehen….
        alle bisher gegangenen Wege haben zu dem heutigen Desaster geführt……
        ein Umdenken ist dringend erforderlich….
        um einen Erfolg zu erziehlen ist es notwendig, nicht mehr in Parteistrukturen zu denken, sondern Lösungsorientiert…..
        In jeder Partei habe ich gute Lösungen gesehen, die aber nicht umgesetzt werden können weil die Parteistrukturen es nicht zulassen.
        Oder es scheitert an der Finanzlage HU´s.
        Auch dafür gibt es eine Lösung!

  3. wie sagte Einstein?
    die Dummheit der Menschen und das Universum sind unendlich, wobei ich mir beim Universum nicht sicher bin….

  4. mal was zum Nachdenken:
    ich wurde mal gefragt, wie lange das mit dem Wirtschaftswachstum noch weitergeht.
    Meine Antwort heute:
    bis wir uns alle selbst zerstört haben um damit Platz für wirklich intelligentes Leben zu schaffen.

    1. Da könnte was dran sein.
      Denn wenn erstmal solche Technologien serienreif werden wie das selbstfahrende Auto (=Ersatz von Berufsfahrern, und im Fahrwasser auch Ersatz sehr vieler anderer Tätigkeiten, die letztlich stark standardisierbar sind), dann stellen sich fundamentale Fragen der Verteilung von Arbeit und Wohlstand. Wenn da irgendwann der Punkt ohne Wiederkehr erreicht ist, wird unsere Kreativität, Gemeinsinn und Kooperationsfähigkeit auf eine superharte Probe gestellt. Mal schauen, was danach kommt… (etwas langatmig, aber immerhin z.B. hier durchdekliniert: http://215980.umbreitwebshop.de/cgi-bin/umb_shop.exe/show?page=vollanzeige.html&ajaxpage=&session_id=54326B67-83D3-49B8-ABAF-383EEF0B5EF0&titel_id=4786335&action=vollanzeige).

    2. Bezüglich des intelligenten Lebens sprechen Sie hoffentlich nur für sich als Individuum und nicht für die gesamte Spezies, ansonsten würde ich das als Beleidigung auffassen.

      Das Wirtschaftswachstum sehe ich im Übrigen nicht als problematisch an. Natürlich kann es nicht endlos weitergehen, aber das muss es in einer endlichen Welt auch nicht. Da heute ein paar tausend Zeilen Programmcode in der Lage sind ebensoviel Umsatz zu erzielen wie ganze Volkswirtschaften vor ein paar Dekaden sehe ich auch das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht 🙂

        1. Nagut, aber ich persönlich würde Ihnen nicht unbedingt wünschen dass Sie Platz für etwas Intelligenteres machen – das ist nicht meine Art.

          1. Wessen Art ist es schon, sich zu wünschen, daß die Menschheit ausstirbt? Jedes Tier hat schließlich den Instikt, zu überleben, unabhängig von seiner (persönlichen) Intelligenz.

            1. Ein Auszug aus dem Film Matrix verdeutlicht vielleicht unsere Intelligenz….
              Ich kam zu einer interessanten Entdeckung, seit ich in der Matrix bin. Es fiel mir auf, als ich versuchte, eure Spezies zu klassifizieren. Ihr seid im eigentlichen Sinne keine richtigen Säugetiere. Jedwede Art von Säuger auf diesem Planeten entwickelt instinktiv ein natürliches Gleichgewicht mit der Umgebung. Ihr Menschen aber tut dies nicht. Ihr zieht in ein bestimmtes Gebiet und vermehrt euch, und vermehrt euch, bis alle natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Und der einzige Weg zu überleben ist die Ausbreitung auf ein anderes Gebiet. Es gibt noch einen Organismus auf diesem Planeten, der genauso verfährt. Wissen Sie welcher? Das Virus. Der Mensch ist eine Krankheit, das Geschwür dieses Planeten. Ihr seid wie die Pest.

              Wenn man sich ansieht, wie tagtäglich ‚zig Millionen Menschen aus dem Haus gehen mit dem Auftrag, das Kapital der Wirtschaft zu verzinsen und wenn man sieht, wie diese Menschen im sinnlosen Konsumrausch ihr Geld verschwenden, wie sie mit Hilfe von Massenmedien und Unterhaltungsindustrie narkotisiert und regelrecht verblöded werden, dann wird der Vergleich der Matrix mit unserem Gesellschaftssystem immer zwingender…

              1. Matrix ist ein guter Film, aber seien wir mal ehrlich: Mit Biologie hatten es die Wachowski-Geschwister nicht wirklich. Glauben Sie wirklich dass „jedes Säugetier ein natürliches Gleichgewicht mit der Umgebung“ eingeht? Dass der Wolf lieber die letzten Hasen davonlaufen lässt und verhungert anstatt sie zu fressen? Alles für die Gute Sache? Ich denke nicht.
                Sie haben diesen Matrix-Vergleich bereits mehrfach gebracht, aber er ist immer noch falsch: Jedes andere Säugetiert breitet sich aus solange es nicht durch äußere Umstände (Fressfeinde, Nahrungsmangel, Platzmangel,…) zum Innehalten gezwungen wird. Das Gleiche gilt für den Menschen, mit der Ausnahme dass wir in der Lage sind weiter vorauszuschauen und im Gegensatz zum Wolf darauf achten auch in einem Jahr (wenn auch nicht unbedingt in einem Jahrhundert) noch etwas zu Essen zu haben – wo der Wolf die letzten Hasen frißt macht der Mensch eine Zucht auf und hat auch nächstes Jahr noch etwas zu Essen.
                Es wirkt immer sehr aufgeklärt auf die Menschen hinabzublicken und den Kopf zu schütteln, aber hier ist es unangebracht: hier sind wir mal besser als der Rest 🙂

                1. Das mag im Grossen und Ganzen bei uns noch zutreffen. Aber fahren Sie mal in ein Land mit hohem Korruptionsindex (http://cpi.transparency.org/cpi2013/results/) und tauchen Sie mal ins normale Alltagsleben ein, statt nur Strand und klimatisierte Tourbusse zu benutzen. Kontakte mit Behörden kann man hier besonders „empfehlen“, wenn wenig Zeit ist…
                  Da denkt man dann schnell doch wieder an die Wölfe und nicht an die Kaninchenzucht.

                2. auch wenn sie es nicht sehen wollen Herr Berg….
                  wir sind dabei, nicht nur uns, sondern die ganze Natur zu zerstören……
                  ist das inelligent???

                  1. Auch intelligente Menschen machen manchmal dumme Sachen, aber ja: Ich halte uns für intelligent – nicht so intelligent wie ich es gerne hätte aber andererseits lebe ich lieber in einer Welt in der wir nicht so klug sind wie wir es uns wünschen als in einer in der wir klüger sind als wir es uns wünschen 🙂

                    Haben Sie schon einen Wolf gefunden der lieber verhungert als die letzten Hasen in der Gegend zu fressen oder sehen Sie inzwischen ein dass das Matrix-Zitat mehr ein Stilelement als eine ernstzunehmende Theorie ist?

                3. das Matrix Zitat stimmt immernoch:
                  die Natur hat dafür gesorgt, das mehr Hasen als Wölfe geboren werden….
                  natürlicher Ausgleich……
                  Wir verhalten uns nicht natürlich, weil unser Geldsystem so eingerichtet wurde, das es nur durch immer währenden Wachstum bestehen kann.
                  Doch mitlerweile ist der Markt gesättigt, die Erde überbevölkert und um uns weiter ernähren zu können, braucht man schon die Genmanipulation.
                  Aber zum Glück haben wir uns ja selbst als Feind!
                  http://www.epochtimes.de/Journalist-Brasilien-ermordet-Strassenkinder-wegen-Fussball-WM-a1160128.html

                  1. Sie müssen mir natürlich erklären was einen Wolf der frißt und sich ausbreitet soviel er kann besser macht als einen Virus der selbiges tut. Und vom „instiktiven Eingehen eines Gleichgewichts“ ist in Ihrer Erläuterung auch nicht mehr viel von zu sehen. Höchstens in der Form in der ein dickes Kind ein instinktives Gleichgewicht mit der Süßwarenabteilung eingeht da es nicht schneller essen kann als nachgefüllt wird

                    Ihr Argument erinnert mich irgendwie an den Witz dass der Ackermann versucht hat über seine Verhältnisse zu leben, es aber leider nicht geschafft hat.

                4. ich merke schon, sie wollen oder können nicht verstehen….

                  der Tellerrand ist für Sie vielleicht zu breit….

                  1. Herr Witte, kann es sein, daß Sie sich gerade an Begrifflichkeiten aufhängen? Ob Sie nun sagen, der Mensch ist unintelligent, weil er seine Umwelt zerstört oder Herr Berg sagt, der Mensch ist intelligent, weil er immerhin darum weiß, daß er seine Umwelt zerstört, richtig ist am Ende doch beides.

      1. Da die besagten Zeilen Programmcode hauptsächlich theoretischen Umsatz generieren, würde ich ja eher vermuten, daß wir bereits über das Ende der Fahnenstange hinaus sind. Aber das nur als Ergänzung, muß jeder selbst wissen, wie er das sieht, hat ja mit dem eigentlichen Thema auch nichts mehr zu tun.

        1. Ob Software einen tatsächlichen Mehrwert für die Menschen bringt kann diskutiert werden – wenn Sie es im Internet diskutieren wird gibt es da allerdings nur eine mögliche Antwort^^

  5. so sehe ich das auch Herr Kirmse,
    es ist ein Umdenken, auch bei den Bürgern erforderlich.
    Ein Umdenken geht aber am Einfachsten wenn man die Rahmenbedingungen schafft.
    An welchen Querstraßen zur HHstr. kann man noch gefahrlos Fahrrad fahren?
    Vom südlichen Kirchweg will ich gar nicht erst reden…..
    Hier würde z.B. Shared Place im Gemeindekern helfen können…
    dieses würde aber, nach meiner Meinung, nur in Verbindung einer Umgehungsstraße gelingen.
    Eine 2.te Autobahnauffahrt wäre in dem Zusammenhang (zwischen Quickborn und HU) auch für Alveslohe und Ellerau nicht schlecht.

    1. Die VCDB wird insbesondere ein verbessertes Radwegekonzept vorschlagen. Die Effekte einer Umgehungsstraße haben sie, soweit ich das sehe, in einer Simulation durchgerechnet. Sinnvoll scheint demnach nur eine Westumgehung, die aber auch vorwiegend in Ulzburg Süd die Hamburger Straße entlasten würde. In Ulzburg käme es teilweise nur zu 25 % weniger Fahrzeugen. Aktuell sind es in Ulzburg 1.500 Kfz/h in der Spitzenstunde auf der Hamburger Straße.

        1. Heißt umgedreht, dass selbst mit der teuren Umgehungsstraße quer durch die Natur in der Spitzenstunde alle 3 Sekunden ein Auto durch Ulzburg rollt.

          Interessant ist, dass man an der gleichen Stelle (Hamburger Str./Maurepasstraße) nur etwa 100 Radfahrer bzw. Fußgänger in der Spitzenstunde beobachtete.

            1. „was wieder einmal mehr zeigt, das in der Vergangenheit völlig falsch geplant wurde….“

              Das stimmt.

              Nur, bevor Sie Ihre Fehlschlüsse daraus ziehen: Ein zu locker bebauter Ort wie H-U, der nur durch exzessiven Autoverkehr funktioniert, ist aus Sicht des „Gleichgewichts mit der Natur“ eine noch größere Fehlplanung. Versuchen Sie mal, in H-U den Ressourcenverbrauch (Verkehrsaufkommen, Energieverbrauch, Flächenverbrauch) zu machen, den man in einer Stadtwohnung schafft. Sie müssten eigentlich ganz flott umziehen.

  6. Ich denke, man sollte erst einmal das Ergebnis des Verkehrsstrukturgutachtens abwarten. Schlimm genug, dass dieses überhaupt erforderlich ist.
    Ich hoffe, dass das Verkehrsstrukturgutachten auch in aller Deutlichkeit die angedachte Bebauung anmahnen wird. Denn da wo hohe und breite Massenwohnquartiere auf engstem Raum dicht an dicht an ein ohnehin nicht mehr zeitgemäßes Straßen- und Wegesystem gebaut werden, kommt es zwangsläufig früher oder später zu einer Art verkehrlichen Kollaps.

    http://www.hu-transparent.de/

    1. Sie können die Präsentation schon in Allris finden.

      „Ich hoffe, dass das Verkehrsstrukturgutachten auch in aller Deutlichkeit die angedachte Bebauung anmahnen wird.“

      Wird es nicht.

      „Denn da wo hohe und breite Massenwohnquartiere auf engstem Raum dicht an dicht an ein ohnehin nicht mehr zeitgemäßes Straßen- und Wegesystem gebaut werden, kommt es zwangsläufig früher oder später zu einer Art verkehrlichen Kollaps.“

      In H-U sollen keine weiteren Plattenbau-Wohn-Hochhäuser errichtet werden, soweit ich weiß.

      Die Gutachter machen insbesondere den sehr hohen Anteil des Autoverkehrs in H-U als Stellschraube aus. Er liegt bei 67 % an allen Wegen und damit vergleichsweise hoch. (Fahrten mit P+R zur Arbeit zählen dabei übrigens zu den 7 % ÖPNV in H-U, denn es der Verkehrsträger für solche Statistiken genommen, der den größten Anteil auf einem Weg leistete.)

      Wenn zwei Drittel der Wege mit dem Auto gemacht werden, dann würde auch eine Ansammlung von Reihenhäusern irgendwann einfach im Stau ersticken.

      1. … okay, habe verstanden ;-).
        Dann ersetzen wir doch einfach mal die Begrifflichkeit „Massenwohnquartiere“ durch „Mehrfamilienhäuser“.

        1. Ersetzen von Begrifflichkeiten ändert nichts, wie Herr Sazmann in seinem letztem Satz schön auf den Punkt gebracht hat.

  7. @ Herr Witte, ich bin seit einem Jahr als Gemeindevertreter dabei. Ich war auch „Wutbürger“ ( wegen der CCU -Thematik ) und jetzt Mitmachbürger. Für die über 40 Jahre andauernde Diskussion über die Verkehrsprobleme bin ich nicht verantwortlich. ich habe nur erlebt, dass links und rechts der Hamburger Straße und im Norden der Gemeinde immer mehr Flächen zugebaut wurden und man sich wunderte, dass die Erstellung von Wohngebieten Gewerbegebieten auch etwas mit der Infrastruktur zu tun hat.
    In Henstedt erleben wir jetzt, dass die Kisdorfer Straße als eine Art “ Umgehungsstraße “ für den zunehmenden LKW Verkehr und als Ausweichstraße genutzt wird.
    Jetzt gilt es die Chancen zu nutzen eine Generaldebatte „ Verkehr“ zu führen. Um auszuloten, welche bezahlbaren und ökologisch verträglichen Lösungen möglich sind .
    Nicht nach hinten sehen: mitmachen .
    Nicht lamentieren über „die“ Politiker : unser Angebot nutzen.
    Ich freue mich auf die Bereitschaft vieler Menschen im Ort. Insbesondere auf die der Herren Borchert, Kirmse, Schneider, Sazmann ( ihr Modell ist erscheint sehr interessant , bitte mehr Infos ) und weiterer Sachkundiger, die in der H-U Nachrichten stets zu „Verkehr“ ihre Meinung äußern : meine Telefonnummer 3275.

    1. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß das Verkehrsproblem wirklich gelöst werden kann. Wenn ich am Wochenende bei schönem Wetter schon meine ganzen Nachbarn die 500m zum Bäcker mit dem Auto fahren sehe, habe ich keine Hoffnung mehr auf weniger Verkehr.

      1. Diese ganzen Kurzfahrten, um 100m nicht zu Fuss gehen zu müssen, sind in der Tat ein Unding. Das kann man aber wohl nur entweder durch Einsicht lösen, oder -wenn man solange nicht draufg warten möchte- durch stark verbesserte Möglichkeiten für Fußgänger/Fahrradfahrer/Buspassagiere und z.B. viel umfangreichere Ausweisung vorhandener Parkflächen für Behinderte/Alte/Schwangere. Mit der Folge, dass man irgendwann selbst merkt: Zu Fuss oder mit dem Fahrrad spare ich das Gekurve für die Parkplatzsuche und sitze schneller wieder am Frühstückstisch. Sollte sich die Einsicht, auf so ausgewiesenen Parkplätzen nicht parken zu dürfen, wenn man nicht betroffen ist, nicht so recht durchsetzen, müsste man das begleitend kontrollieren und mit Knöllchen und Abschleppaktionen unterstreichen. Ruft dann aber wieder entweder die Faustrechtler oder die Kontrollaversen auf den Plan. So ganz total super-einträchtig wird sich das also nicht lösen lassen… 😉

      2. Sehr geehrter Herr Kirmse, Ihrer Beobachtung der Kurzstreckenfahrten zum Bäcker etc. kann ich voll zustimmen. Oft erfolgen die Fahrten mit den SUV, die auch noch halbachsig auf dem Gehweg abgestellt werden. In Anliegerstraßen (auch Tempo 30) beachten Autofahrer nicht die Vorfahrt des Radfahrers wenn sie auf Grund von parkenden Fahrzeugen auf ihrer Seite wartepflichtig sind, dass der Radfahrer auf den Gehweg „flüchten“ muss. Radfahrer werden „hautnah“ von Autos überholt, usw. Das sind alles Vorfälle, die sich nicht mit verkehrsplanerischen Ansätzen lösen lassen. Ich neige auch nicht dazu, das Radwegenetz in HU grundsätzlich schlecht zu reden, denn in anderen Kommunen ist es auch nicht entscheidend besser, aber es ist durchaus verbesserungsfähig. In dem Verkehrsgutachten (Allris) ist auch der Vorschlag enthalten, die Überbreite der Fahrbahn der Hamburger Straße zu Gunsten der Geh- und Radwege zu reduzieren. Ich habe den gleichen Vorschlag im Bürgerhaushalt gemacht, leider ohne positive Resonanz (..so sind die Bürger in HU eingestellt…) Herr Halowaty war in seinem Kommentar der Auffassung, dass dadurch die Leistungsfähigkeit der Straße gemindert würde, was fachlich nicht zutreffend ist. Die Fahrstreifen sind zwischen 3,5 und 3,75m breit und entsprechen somit der Fahrstreifenbreite von Autobahnen (3,75m). Eine Reduzierung auf 3,25m (für Mehrbreite von Geh- und Radwegen) wie im Verkehrsgutachten vorgeschlagen, würde gleichsam die städtebauliche Situation in der Weise verbessern, dass insbesondere in Ulzburg-Süd diese starke Zäsur der überbreiten Straße auf ein erträgliches Maß reduziert würde. Außerdem sind Abbiegespuren in Überlänge (Habichtstraße,Edisonstraße) zu reduzieren und fehlende Abbiegespuren (Kranichstraße) herzustellen. Eigentlich müsste das in diesem Jahr insbesondere aus Gründen der Kostenersparnis im Einklang mit der Fahrbahndeckensanierung erfolgen. Evtl. kann Herr Göttsch das im Ausschuss am Montag anregen. Ich habe anlässlich einer Bürgerinfo für Verkehrsangelegenheiten im Rathaus vor ca. 2-3 Jahren alle Fraktionen gebeten initiativ zu werden, um in der Bevölkerung ein verändertes, mehr ökologisches Bewußtsein zu erzeugen, dass Verkehrswege im Ort mehr zu Fuß und per Rad vorgenommen und Autofahrten sinnvoll gebündelt und damit reduziert werden, auch leider ohne Erfolg. Ich vermute, dass so ein Ansinnen keine oder wenig Wählerstimmen erbringen würde. Die Autolobby in HU ist eine „harte Nuss“.

        1. Entschuldigen Sie meine Schwarzmalerei, aber die vermutlich sinnvolle Verbreiterung der Fuß- und Fahrradwege speziell in Ulzburg Süd, wird doch garantiert nicht kostengünstig im Zuge der Fahrbahnsanierung dieses Jahr umgesetzt. Zum einen zweifel ich daran, daß die Landesregierung verständnisvoll zustimmt, zum anderen zweifel ich an einer zeitnahen Planung um bis Sanierungsbeginn exakt zu wissen, was wo wie gebaut werden muß. Allerdings freue ich mich natürlich, wenn ich mich da irren sollte. 😉

    2. es kann nicht jeder in einer Partei mitmachen……
      wofür es vielerlei Gründe gibt…..
      dafür gibt es ja bereitwillige Politiker, die sich berufen fühlen und auch die Zeit haben.
      Nur das viele der Politiker lieber ihre eigenen Interessen und Ego vertreten, als sich mal bei den Bürgern umzuhören, was diese wirklich wollen.
      Meines Wissens ist es so, das Politiker den Bürgerwillen umsetzen sollen.
      Dafür müssen sie sich aber auch beim Bürger umhören und nicht darauf warten, das erst „Wutbürger“ entstehen, um dann sagen zu können, ihr könnt ja bei uns mitmachen….

      1. und jetzt kommen wieder einige Politiker und sagen, ich bin dafür nicht verantwortlich…….
        dann sage ich ihnen…..
        erfüllen sie ihren Wählerauftrag….
        nennen sie die Verantwortlichen beim Namen…
        korrigieren sie die Mißstände…..
        auch dazu haben sie sich dem Wähler verpflichtet…..
        und hören sie auf von Wutbürgern zu reden, diese wollen nur ihr Bürgerrecht, das ihnen zusteht und nicht von Verwaltung und Politik belogen und betrogen werden.
        jetzt höre ich lieber auf zu schreiben, bevor ich ganz wütend werde!

            1. wenn Politiker einer Partei so wütend werden wie ich und den Verantwortlichen, auch in der eigenen Partei die Meinung geigen, anstatt sich zu ducken, würde ich mir das noch einmal überlegen…..

  8. zuerst muß man einmal festhalten, das „Wutbürger“ Mitmachbürger sind.
    Wäre in HU nicht so desolat geplant und umgesetzt worden, gäbe es keine „Wutbürger“
    Dieses Prinzip nennt man Ursache und Wirkung!
    Die Verwaltung und Politik in HU hat dem Bürger keine Wahl gelassen, da selbst nach aufmerksam Machen der Mißstände durch die Bürger sich etwas bewegte.
    Die Verwaltung und Politik hat mit lapidaren Antworten versucht den Bürger mundtod zu machen.
    z.B. mit: Das ist schon beschlossen, tut uns ja leid, ist aber nicht mehr zu Ändern.
    Erst durch die „Wutbürger“ ist zu merken das doch etwas geändert werden kann.
    Nur durch die „Wutbürger“ werden jetzt auch Lügen und Halbwahrheiten aufgedeckt.
    z. B. Zuletzt durch die CDU Veranstaltung und vorher schon durch Herrn Schäfer von der BfB geäußerte Behauptung zum Thema Innenverdichtung, die angeblich eine Bringeschuld an die AKN Finanzierung ist.
    Alles in allem kann man nur sagen, das es wichtig ist, das es „Wutbürger“ gibt.
    Und ich hoffe, das diese „Wut“ solange anhält, bis die Verwaltung und Politik einsieht, das sie des Bürgers Willen umzusetzen haben.

    1. Wutbürger sind Mitmachbürger? Das würde mich aber sehr überraschen. Im S21-Projekt (hier wurde der Begriff maßgeblich geprägt) war der Wutbürger jemand der sich über eine Dekade nicht für ein Projekt interessiert hat, dann aber angefeuert von dem tiefen Gefühl von Selbstgerechtigkeit und der skurrilen Demokratievorstellung dass 100.000 laute Bürger in Proteststimmung jawohl mehr zählen müssen als 1.000.000 die zur Wahl gegangen sind beschlossen hat plötzlich nochmal einen auf 68er zu machen.
      Ich persönlich kann auf jeden einzelnen „Wutbürger“ dankend verzichten.
      Wen ich explizit ausnehmen möchte ist die Variante die Herr Göttsch hier anspricht: Wer unzufrieden mit dem Status Quo ist und sich konstruktiv (!) und idealerweise sogar demokratisch legitimiert engagiert hat meinen vollen Respekt – leider ist das vielen zu anstrengend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert