Genussvoll essen – Zehn Gesundheitstipps zu den Feiertagen

Knuspriger Gänsebraten – ein Anblick, der Appetit macht, den Magen jedoch ganz schön belastet
Knuspriger Gänsebraten – ein Anblick, der Appetit macht, den Magen jedoch ganz schön belastet

Über die Weihnachtstage locken zahlreiche kulinarische Verführungen – und spätestens an Neujahr folgt der Kater beim Blick auf die Waage. Das muss nicht so sein. Professor Dr. Jürgen Pohl, Magen-Darm-Spezialist und Chefarzt der Gastroenterologie und Endoskopie der Asklepios Klinik, gibt zehn Tipps, wie man die Feiertage genussvoll und zugleich gesund verbringen kann.

„Während der Feiertage kann man leicht zu viel und zu ungesund essen; denn verführerische Speisen sind allgegenwärtig“, sagt Pohl. Ein paar Pfund hat man dann schnell zugelegt. Dass Kleidungsstücke nicht mehr passen oder der Blick in den Spiegel für Frust sorgt, ist dabei nur ein Aspekt – und aus ärztlicher Sicht nicht so bedeutsam. „Die gesundheitlichen Folgen können oft gravierender sein“, sagt der Mediziner. „Völlerei belastet die Leber, vor allem dann, wenn zugleich auch Alkohol getrunken wird. Diese Kombination kann den Magen bis zu Sodbrennen und Gastritis reizen.“ Der sprichwörtliche „Verdauungsschnaps“ ist übrigens eine „Mär“; denn die Magenentleerung wird nachgewiesenermaßen durch Tee mehr gefördert als durch Alkohol. Das wissen die Schweizer, die den schwarzen Tee zu einem traditionellen Bestandteil des Fonduefestmahls gemacht haben, schon lange. Sehr wohl fördert Alkohol aber die Säureausschüttung, die wir dann oft als lästiges Sodbrennen wahrnehmen. Genuss an den Festtagen ist trotzdem möglich, auch ohne sich zu über(fr)essen. Dazu hat Professor Pohl zehn Tipps zusammengestellt:

  1. Ein Glas kaltes Wasser als Aperitif vor jeder Mahlzeit – füllt den Magen, und der Körper verbraucht Energie beim Erwärmen; langfristig kann man so abnehmen.
  2. Eine ballaststoffreiche und eiweißreiche Vorspeise – beispielsweise Salat mit Fisch – füllt nach dem „Volumen-Trick“-Prinzip den Magen und sättigt.
  3. Ein Weihnachtsmenü mit Fisch statt Gänsebraten ist gesünder und hat viel weniger Kalorien.
  4. Beeren als Alternative zu Süßigkeiten ausprobieren. Sie haben auch weniger Kalorien, außerdem enthalten Beeren viele gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien und Flavonoide.
  5. Gewürze: Statt in Plätzchen oder Lebkuchen mal Zimt in den Joghurt geben. Gewürze haben vielfältige Wirkungen: So soll Zimt Blutzucker und -fette senken.
  6. Alkohol nur in Maßen. Zum Beispiels statt Schnaps Ingwertee trinken. Der wärmt besser und ist gesünder. Ingwer enthält zahlreiche Antioxidantien und ätherische Öle; dadurch wirkt er unter anderem durchblutungsfördernd.
  7. Tee statt Verdauungsschnaps – Tee fördert die Magenentleerung viel besser, wie nachgewiesen werden konnte
  8. Auf Körpersignale wie das Sättigungsgefühl achten und auf den Hunger warten, statt den Teller leer und nach Uhrzeit zu essen.. Bei Übergewicht und Diabetes Typ 2 ist die Wahrnehmung dieser Körpersignale gestört. Und wer wieder isst, bevor er Hunger hat, muss sich nicht wundern, dass der Körper die überschüssigen Kalorien in Fett umwandelt.
  9. Auch an den Feiertagen die Bewegung nicht vergessen. Häufiger einen Spaziergang machen. Sport und Bewegung haben viele gesundheitsfördernde Wirkungen. Zu den wichtigsten gehört das Training von Herz und Kreislauf sowie das Verbrennen überflüssiger Kalorien.
  10. Die freie Zeit zum Ausschlafen nutzen. Schlafmangel verändert die Hormonausschüttungen im Körper. So werden weniger schlankmachendes Wachstumshormon und mehr Übergewicht förderndes Cortison in die Blutbahn gegeben.

Dennoch: „Niemand soll die Feiertage wie ein Asket verbringen“, erklärt Professor Pohl. „Oft sind es kleine Änderungen im Verhalten, die, vor allem wenn sie zur positiven Gewohnheit werden, auf lange Sicht große Veränderungen bewirken können.“ So können die Feiertage dennoch genossen werden – und statt eines Katers beim Blick in den Spiegel so zum ersten Schritt in ein gesünderes Leben werden.

Gabriele David

21. Dezember 2015

3 thoughts on "Genussvoll essen – Zehn Gesundheitstipps zu den Feiertagen"

  1. Vielleicht haben Sie ja Lust auf meine Weihnachtsessenempfehlung:

    Erntedank, nach harter Arbeit das Jahr über ist die Ernte eingebracht. Die Früchte des Herbstes werden eingelagert oder eingemacht. Das Schwein, welches man das ganze Jahr gemästet hat, wird nochmal durch den Wald gescheucht, sich mit Eicheln den Bauch vollschlagen. Die Adventszeit beginnt, voll Vorfreude auf Weihnachten mit allen Vorbereitungen.

    Endlich Weihnachten, Speisen und Schmausen mit Familie und Freunden. Hier darf es an nichts fehlen. Die Speisekammern sind gefüllt und man nimmt vom Feinsten und Leckersten. Wohl wissend, das ab Januar die saure Gurken Zeit beginnt. Die erst mit dem Fasten zum Osterfest endet.

    Ernährung kann man nicht an einem Tag oder einer Woche festmachen. Es gibt Zeiten der Völlerei und die soll man genießen, allerdings abgelöst von Zeiten des Verzichts, auch die gehören dazu. Insofern, langen Sie Weihnachten tüchtig zu, genießen Sie zusammen mit Familie oder Freunden, so wie es die Menschen seit Generationen bereits getan haben. Lassen Sie sich diese Weihnachtsfreude nicht madig machen.

    Und erinnern Sie sich an die kulinarischen Freuden, wenn dann ab Januar Schmalhans Küchenmeister ist. Auch so kann eine gesunde Ernährung funktionieren. Frohe Weihnachten!

  2. In der Tat sieht die Speise von etwas – zumindest teilweise – vorgekaut aus. Wer sonst – wenn nicht ein Magen-Darm-Spezialist – sollte sich zu diesem Foto wohl äußern? Rein journalistisch gesehen ist das sehr, sehr passend.

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