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Gemeinde schafft Ausgleichsfläche | Henstedt-Ulzburger

Gemeinde schafft Ausgleichsfläche

Einrichtung einer Ökokontofläche zwischen Schniederkoppel und Am Wischhof

Einrichtung einer Ökokontofläche zwischen Schniederkoppel und Am Wischhof

Mitteilung aus dem Rathaus

Die am 19.04.2019 angekündigten Untersuchungen der Fläche sind abgeschlossen und ein Konzept für die Naturschutzmaßnahmen wurde erstellt. Die Gemeinde hat beantragt, die Fläche in das Ökokonto gem. § 16 Bundesnaturschutzgesetz aufzunehmen.

Geplant sind Maßnahmen für den Artenschutz insbesondere für Insekten (Wildbienen, Wespen, Tagfalter und Libellen), Amphibien und Reptilien. Die Fläche soll sich langfristig zu mesophilem Grünland einer Form des arten- und strukturreichen Dauergrünlands entwickeln, welches ein geschütztes Biotop gem. § 21 Abs. 1 Ziff. 6 Landesnaturschutzgesetz darstellt.

Angrenzend wurde bereits letztes Jahr eine Streuobstwiese im Rahmen des Einheitsbuddelns angelegt, welche u.a. eine Nahrungsquelle für die Insekten bieten soll. Ebenso wurde angefangen einen Knick anzulegen, der später diese Fläche von der Ökokontofläche abgrenzen soll und dessen Saumstreifen für die Insekten ökologisch wertvoll ist.

Auf der Fläche selbst werden jetzt nach und nach einzelne Maßnahmen umgesetzt. Am 31.03.2020 ist die Einsaat von speziellem Regiosaatgut in drei Streifen erfolgt, diese Saat hat einen besonderen Wert für den Artenschutz. Da diese Regiosaat aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe ab 2020 bei vielen Maßnahmen notwendig ist, besteht ein großer Mangel und es ist nicht möglich diese Saat zeitnah wieder zu beschaffen. Daher ist es besonders wichtig, dass diese Saat sich ungestört entwickeln kann. Es werden Schilder rund um die Fläche aufgestellt. Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger sich an diese Schilder zu halten, die Flächen nicht zu betreten und insbesondere keine Hunde dort frei laufen zu lassen. Dies dient dazu, dass sich die Fläche entwickeln kann und die Schutzmaßnahmen für die Tiere und Pflanzen wirken können.

Die Fläche zwischen dem Ökokontogebiet und der Bebauung bleibt als Wanderweg für die Öffentlichkeit erhalten. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es Führungen auf der Fläche geben, welche über den Natur- und den Artenschutz aufklären.

Für die angrenzende Streuobstwiese werden verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für die Zukunft erwogen, wie z.B. die Öffnung der Fläche als Bildungsangebot für Kindergärten und Schulen oder/und die Einrichtung spezieller „Pflücktage“ für die Bevölkerung.

pm

6. April 2020

8 Kommentare zu "Gemeinde schafft Ausgleichsfläche"

  1. Britta de Camp-Zang sagt:

    Eine wunderbare Nachricht in schwierigen Zeiten!
    Der PM kann man entnehmen, wie aufwändig es ist, der Natur ein Stück Lebensraum zurückzugeben.
    Vielen Dank an unsere Verwaltung, den Bauhof und die Politik, die diese Umweltschutzmaßnahme beschlossen, geplant und umgesetzt haben bzw. noch weiter umsetzen werden!

  2. Oliver Blau sagt:

    Das sollte man hervorheben: Es wurde mehrfach versucht (und zwar auch durchaus polemisch) diese Fläche als Bauland durchzubringen. Vergeblich, sämtliche Versuche wurden von der Verwaltung abgelehnt (ob das jemals in der GV zur Diskussion vorlag, weiß ich nicht). Stattdessen wird ein ohnehin schönes Stück Natur erhalten, und sinnvoll aufgewertet. Das Verhalten entspricht nicht der weitläufigen Meinung, dass hier in der Gemeinde alles Grün rücksichtslos vernichtet wird.

    • Benno Colmorgen sagt:

      Eine erfreuliche Nachricht: Ausgleichsflächen enstehen auf dem Gebiet unserer Gemeinde und nicht irgendwo weit weg. Dieses ist der richtige Weg, wahrscheinlich schwierig in der Umsetzung, aber für uns Bürger*innen ein positives Zeichen.

  3. Thomas Joost sagt:

    Ich hoffe, das sich das Gebiet auch in Gemeindeeigentum befindet, wenn nicht, dann möchte ich gerne alle hier fragen, ob sie die gleichen Kommentare schreiben würden, wenn sie die Eigentümer wären…….ich bin der festen Überzeugung das es nein NEIN sein wird…. einfach mal nachdenken…..

    • Benno Colmorgen sagt:

      Nun, es wäre schon merkwürdig, wenn das Grundstück nicht Eigentum der Gemeinde wäre. Das käme dann ja einer Enteignung gleich und erscheint mir sehr unwahrscheinlich.
      Was aber sein könnte: Sie als Eigentümer verkaufen oder nutzen ein Grundstück als Bauland und müssen einen Teil davon als Ausgleichsgebiet herrichten (z. B. Anlage eines Knicks oder einer Obstbaumwiese) Trotzdem scheint das ein gangbarer Weg zu sein, der genauso im Ort schon des öfteren begangen wurde und im zuständigem B-Plan verankert ist.
      So, einfach mal nachgedacht…

      • Britta de Camp-Zang sagt:

        Guten Tag Herr Joost,
        es ist so schade, dass Sie alle Stellungnahmen, die mehr Naturschutz in unserer Gemeinde befürworten, mit kritischen Anmerkungen und Zweifeln begleiten.
        Im Gegensatz zu Ihnen bin ich der festen Überzeugung, dass alle, die sich meinem Appell im Gastbeitrag zu den Baumfällungen auf dem REWE-Gelände vom 02. April 2020 angeschlossen haben und ebenso alle, die sich nun hier über die Naturschutzmaßnahmen der Gemeinde freuen, auch im Privaten versuchen, ihren Teil zum Klima- und Umweltschutz beizutragen.
        Ich weiß, das fällt nicht immer leicht, aber schon kleine Schritte können, wenn sie millionenfach gemacht werden, Großes bewirken.
        Herr Colmorgen schreibt ganz richtig, dass es bereits B-Pläne gibt, die einen Ausgleich für die eigene Wohnbebauung auf dem eigenen Grundstück vorschreiben. Wir wohnen nicht in einem solchen Gebiet (unser B-Plan befindet sich noch im Aufstellungsverfahren), haben aber trotzdem alle bebauten und versiegelten Flächen – Haus, Terrassen, Wege, Einfahrt – zusammengerechnet und eine entsprechend große Fläche in Form einer kleinen Streuobstwiese und einer Wildkräuterwiese quasi als „private“ Ausgleichsfläche geschaffen.
        Lieber Herr Joost, jede/r kann etwas für die Natur tun, es muss nicht gleich die eigene Streuobstwiese sein, es kann in den erwähnten kleinen Schritten beginnen, z.B. mit einem Kübel voller selbstgezogener Wildblumen oder mit der Beseitigung des modern gewordenen, für die Natur aber völlig nutzlosen Kieselvorgartens.
        Erst vor kurzem, wenige Tage vor seinem Tod, sagte Rüdiger Nehberg: „Niemand ist zu gering die Welt zum Positiven zu verändern. Versucht es einfach!“
        Lassen wir uns davon anstecken!

      • Thomas Joost sagt:

        Ich möchte nur zum nachdenken anregen, da es bei vielen Menschen beim eigenem Grundstück aufhört, wir können alle was tun, indem wir unseren Garten auch so gestalten, das es den Bienen und Insekten, die wir sichtlich brauchen, auch einen Lebensraum lassen. Wir können nicht alles immer auf die Gemeinde schieben und nur sagen, wir brauchen Ausgleichsflächen, aber bitte nicht mein Grundstück……wir alle können was tun, nicht nur die Verwaltung…..

  4. R. Finsterbusch sagt:

    Warum diese Maßnahme so wichtig ist und warum wir auf Insekten nicht verzichten können:

    Das „Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit“ hat hierzu eine Broschüre herausgebracht:
    „Aktionsprogramm – Insektenschutz – Gemeinsam wirksam gegen das Insektensterben“

    Ein Auszug hieraus:

    Sowohl die Gesamtmenge der Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten in Deutschland sind stark zurückgegangen. Dies belegen die bundesweiten Roten Listen und zahlreiche wissenschaftliche Studien, auch aus anderen EU-Staaten.

    Wir können auf Insekten nicht verzichten. Insekten sind integraler Teil der biologischen Vielfalt und spielen in unseren Ökosystemen eine wichtige Rolle. Viele Insektenarten erbringen elementare Ökosystemleistungen, zum Beispiel für die Bestäubung von Pflanzen, als Nahrungsgrundlage für andere Insekten und weitere Tiergruppen, für den Abbau organischer Masse, die biologische Kontrolle von Schadorganismen, die Gewässerreinigung oder die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Der Rückgang dieser Insekten und ihrer Ökosystemleistungen hat damit nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf uns Menschen.

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