Erfolgs-Serie hält an – Frogs-Ladies verjagen Raubmöwen

Das mit Spannung erwartete Handball-Derby zwischen dem SV Henstedt-Ulzburg und dem TSV Travemünde endete mit einem deutlichen Ausrufezeichen. Die Frogs-Ladies ließen den Raubmöwen aus Travemünde vor 340 Zuschauern jedoch nur in der Anfangsphase mitspielen und holten am Ende den fünften Sieg im fünften Spiel.
In der Trainingswoche ging es schon richtig zur Sache bei den Frogs-Ladies. Die Spielerinnen um SVHU-Kapitänin Tina Pejic wollten ihre tolle Serie in der 3. Liga Nord unbedingt fortsetzen. Für Annika Jordt und Karen Wessoly sollte es ein besonderes Spiel sein, denn schließlich ging es gegen ihren alten Verein. Auf Travemünder Seite liefen mit Mirlinda Hani und Laura Neu zwei ehemalige Frogs auf. „Wir haben das natürlich thematisiert und wussten, dass Linda und Laura mit extrem hoher Motivation auflaufen werden“, so SVHU-Trainer Frank Hamann. Dementsprechend aufmerksam agierte die Frogs-Abwehr und ließ beide Gegenspielerinnen nicht zur Entfaltung kommen. Das eigene Spiel sollte im Mittelpunkt stehen und diese Rechnung ging am Ende auch auf.

Nach dem 5:5 in der 10. Spielminute übernahmen die SVHU-Frauen das Kommando und agierten zeitweise auf hohem Niveau. Die Abwehr hatte mit Merline Wünsche einen starken Rückhalt im Tor und zeigte sich auch sonst verbessert. Im Angriff wurde die offensive Abwehr des Gegners immer wieder mit gezielten Aktionen geknackt. Tina Pejic und Marleen Kadenbach erhöhten in dieser Phase auf 9:5, Marleen Völzke und Janicke Bielfeldt dann sogar zum 14:7-Pausenstand.

In der Kabine wurde es richtig laut. Das lag aber an Gäste-Trainer Olaf Schimpf, der nebenan sehr deutliche Worte fand und seine Unzufriedenheit in entsprechender Lautstärke formulierte. Das SVHU-Trainerteam Amen Gafsi und Frank Hamann stellte seinem Angriff neue Aufgaben und forderte auch in der zweiten Spielhälfte volle Konzentration.
Nach Wiederanpfiff blieben die Frogs-Ladies am Drücker und erhöhten schnell auf 17:7. Marleen Völzke traf erneut per Siebenmeter-Strafwurf und Janicke Bielfeldt zeigte einen sehenswerten Heber von der linken Außenposition. Die Gegenwehr der Raubmöwen ließ zunehmend nach und auch als Amen Gafsi munter durch wechselte, änderte sich das nicht mehr. Die heimischen Fans bejubelten in der Schlussphase die Treffer der beiden A-Jugendlichen Kristin Bahde und Maren Gajewski, die jeweils zweimal einnetzten. Celina Meißner hatte mittlerweile die sehr gute Merline Wünsche im Tor abgelöst und entschärfte neben einigen freien Würfen auch noch einen Siebenmeter von Laura Neu. Im Rückraum agierte nun der schwedische Neuzugang Helen Andersson. Das junge Handballtalent musste lange auf ihre Spielberechtigung warten und sollte nun vor einer tollen Kulisse ihren ersten Aktionen im SVHU-Trikot zeigen. Sie führte sich mit einem blitzsauberen Rückraumtor und guten Zuspielen ein. Das war ein Einstand nach Maß, der nach dem Schlusspfiff gebührend mit allen Mitspielerinnen gefeiert wurde.

„Wir hatten mit einem engeren Spiel gerechnet, nehmen das deutliche 29:14 aber sehr wohlwollend zur Kenntnis“, fasste SVHU-Trainer Amen Gafsi nach dem Spiel augenzwinkernd zusammen. Gafsi und Hamann lobten neben der Einstellung auch die sehr gute Abwehrleistung des Teams. Mit der Angriffsleistung waren beide Trainer nur bedingt einverstanden. „Im Angriff sind uns viele Dinge gut gelungen. Dennoch sehen wir hier noch Luft nach oben. In manchen Phasen ist die Anzahl der einfachen Fehler immer noch zu hoch“ so Gafsi und Hamann unisono.

Nachdem die SVHU-Fans am Vorabend einen Krimi der Bundesliga-Männer erleben durften, gab es bei den Frauen weniger Spannung aber dafür einige sehenswerte Handball-Aktionen. Der kleine Werbeauftritt der Ladies vor dem Heimspiel der Männer hatte sich also ausgezahlt. Die 340 Fans dürfen gerne wiederkommen und die Frogs-Ladies mit Pauken und Trompeten begleiten.

H-UN

25. Oktober 2015

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