Elisabeth von Bressensdorf (zer)bricht eine Lanze für die freie Presse …

Elisabeth von Bressensdorf (CDU), amtierende Bürgermeisterin, schaltet auf stur: Trotz der Aufforderung durch den Deutschen Journalisten-Verband, den Ausschluss der Henstedt-Ulzburger Nachrichten von den gemeindlichen Pressekonferenzen rückgängig zu machen und zur Sachlichkeit zurückzukehren, bleibt die Verwaltungschefin bei ihrer Entscheidung. In einer Pressemitteilung lässt sie wissen, „dass ich zukünftig, persönliche Gespräche mit dem Herausgeber des Internet-Nachrichtenblattes … und seinen Mitarbeitern nicht mehr führen und sie dementsprechend auch nicht mehr zu den Pressekonferenzen einladen werde.“

Elisabeth von Bressensdorf schreibt weiter: “Alleiniger Grund für meine jetzt getroffene Entscheidung ist der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung gegen die bewusst falschen Darstellungen von geschilderten Sachverhalten sowie verfälschten und aus dem Zusammenhang gerissenen mündlichen Aussagen. Als ein Beispiel seien hier nur die durch die Berichterstattung der Henstedt-Ulzburger Nachrichten gezielten unterschwelligen Korruptionsanschuldigungen gegenüber der Verwaltung genannt.“ – Anmerkung der Redaktion: Wir haben niemals Mitarbeiter der Verwaltung unter Korruptionsverdacht gestellt. Wir verwahren uns gegen die Unterstellung von bewusst falschen Darstellungen.

Weiter bemängelt die Bürgermeisterin „das Desinteresse der Henstedt-Ulzburger Nachrichtern an den Inhalten der Pressekonferenzen. So haben alle zur Presserundfahrt eingeladenen Journalisten über die dort vorgestellten Themen berichtet. In den Henstedt-Ulzburger Nachrichten ist hierüber kein einziger Artikel zu finden.“ – Anmerkung der Redaktion: Über die meisten der bei der Rundfahrt angesteuerten Ziele (beispielsweise Bauhof, Wagenhuber, Wöddel-Brunnen) hatten die Henstedt-Ulzburger Nachrichten schon vorher berichtet. Mit „ollen Kamellen“ langweilen wir unsere Leser nicht.

Und dann stellt sich Elisabeth von Bressensdorf als Verfechterin einer freien Presse dar: „Ich stelle hiermit ausdrücklich klar, dass ich nichts gegen eine kritische Berichterstattung in der Presse habe. Ganz im Gegenteil befürworte ich diese sogar und halte sie für zwingend erforderlich. Wie auch in der Pressefreiheit insgesamt sehe ich darin vielmehr eine Stütze der Demokratie und unseres Staates. Von daher liegt es mir auch völlig fern, die Henstedt-Ulzburger Nachrichten „mundtot“ zu machen, wie fälschlicherweise … behauptet wird.“

Dann aber läßt die Bürgermeisterin die Einschränkungen für die Henstedt-Ulzburger Nachrichten folgen: Wir bekommen nur noch schriftliche Mitteilungen. Nachfragen sind nicht mehr möglich – nur noch schriftlich. Sie werden dann „schnellstmöglich“ beantwortet. Anmerkung der Redaktion: absolut inakzeptabel für eine Zeitung und deren Leser! Die Henstedt-Ulzburger Nachrichten sind schließlich nicht das Mitteilungsorgan der Gemeinde! Diese von der Bürgermeisterin verhängten Restriktionen sind sehr wohl dazu angetan, die Henstedt-Ulzburger Nachrichten mundtot zu machen.

Aber die Bürgermeisterin ist ja gar nicht so und gestattet „Zugang zu den öffentlichen Sitzungen der gemeindlichen Gremien ist selbstverständlich weiterhin uneingeschränkt möglich.“ Na, wenn das nichts ist!

Jörg Schlömann

17.8.2012

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