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Verkehrsgutachten da: Henstedt-Ulzburg soll massiv in Fahrradwege investieren, die Hamburger Straße durch eine Grüne Welle staufrei gemacht werden! | Henstedt-Ulzburger
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Verkehrsgutachten da: Henstedt-Ulzburg soll massiv in Fahrradwege investieren, die Hamburger Straße durch eine Grüne Welle staufrei gemacht werden!

Vorbild Kopenhagen: großzügiger Radfahrstreifen auf einer Straße der dänischen Haupstadt

Vorbild Kopenhagen: großzügiger Radfahrstreifen auf einer Straße der dänischen Hauptstadt

Henstedt-Ulzburg steht vor einschneidenden verkehrspolitischen Weichenstellungen. Verkehrsplaner von VCDB-VerkehrsConsult präsentieren am Montag ein von der Gemeinde für 200.000 Euro beauftragtes Verkehrsstrukturgutachten. Darin empfehlen die Autoren einen radikalen Umbau der Henstedt-Ulzburger Verkehrslandschaft. Politik und Verwaltung werden aufgefordert, massiv in den Ausbau von Fahrradwegen sowie in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu investieren.

Zwar gehen die Planer in ihrer Analyse auch auf Varianten von Umgehungsstraßen ein, stehen diesen allerdings distanziert gegenüber: „Gesamtkosten der Baumaßnahmen und verkehrliche Wirkung sind kritisch zu sehen“, heißt es in einer PowerPoint-Präsentation, die am Montag im Ratssaal an die Wand geworfen wird.
Stattdessen soll ein umfassendes gemeindliches Radverkehrsnetz geschaffen werden: unter anderem mit zusätzlichen Radverkehrstreifen von 1,85 Meter Breite auf der Hamburger Straße oder einem für den Durchgangsverkehr gesperrten Kirchweg in Ulzburg-Mitte. Die parallel zur Hamburger Straße in den Gewerbepark führende Straße soll Radfahrern und Bussen als „schnelle und staufreie Achse“ dienen. Zudem wird empfohlen, alle 20 Minuten einen Bus durch die Gemeinde rollen zu lassen. Mit den Maßnahmen, die auch einen Ausbau der P&R-Anlagen in Ulzburg-Süd und Meeschensee vorsehen, soll sich der Anteil von Fahrradfahrern und ÖPNV-Nutzern auf Henstedt-Ulzburgs Straßen bis zum Jahr 2025 verdoppeln.

Gleichzeitig wird allerdings auch eine staufreie Hamburger Straße versprochen – und zwar sofort und nicht erst wenn die Straßen der Großgemeinde Fahrrad- und ÖPNV-gerecht umgebaut worden sind. Möglich gemacht werden soll das flüssige Fahren auf Henstedt-Ulzburgs Hauptverkehrsachse durch eine optimierte Grüne Welle. An allen Ampel-Kreuzungen auf der Hamburger Straße könne dann für den Nord-Süd-Verkehr eine Qualitätsstufe von A (sehr gut) bis B (gut) erreicht werden. Um die Qualitätsstufen einordnen zu können: Die Skala für die Leistungsfähigkeit von Ampelanlangen reicht von A bis F. Bei einer Tüchtigkeitsprüfung im Jahr 2011 waren für fast sämtliche Kreuzungen im Ulzburger Zentrum für die Hauptrichtung die Noten E und F ermittelt worden.

Am Montag kommt es nun im Ratssaal zu einer ersten Reaktion der Politik auf das Gutachten, in dem bisher aber noch keinerlei Kosten für den Umbau zu einer Fahrradfahrer- und ÖPNV-freundlichen Gemeinde benannt sind.

Christian Meeder

22. Juni 2014

Hier geht es zum Gutachten

19 Kommentare zu "Verkehrsgutachten da: Henstedt-Ulzburg soll massiv in Fahrradwege investieren, die Hamburger Straße durch eine Grüne Welle staufrei gemacht werden!"

  1. Annemarie Wenk sagt:

    Heute wird das Gutachten im Umwelt- u. Planungsausschuss vorgestellt!
    Die Präsentation ist bereits auf der Seite der Gemeinde veröffentlicht.
    Interessierte können sich also schon mal vorbereiten.
    Mit Sicherheit ein umfangreiches und auch interessantes Projekt.
    Einige Straßen und werden jedoch nicht im Ganzen betrachtet und
    werden im Gutachten nicht erwähnt.
    Bin gespannt auf die Reaktion der Politik!

  2. Brigitte Tegeder sagt:

    das schöne Geld…was man alles mit 200 000 Euro alles hätte machen können. Und wieviele Gutachten soll es eigentlich noch geben. Da hat mal wieder einer eine neue Idee…super und am Ende ändert sich eh nix

    • Uwe Schulze sagt:

      dies ist ebenfalls auch meine Einschätzung zu diesem Gutachten.
      Bitte überlegt doch einmal, in aller Ruhe, was dieses Gutachten gekostet hat.
      Es kann nicht wahr sein !!
      Schon als dieses Gutachten in Auftrag gegeben wurde, war ich völlig schockiert, welche Summen von unserer Gemeinde, einfach mal so, bereitgestellt werden.
      (es ist ja nicht das erste Gutachten dieser Art)
      Die „grüne Welle“ auf der Hamburger Straße durch Optimierung der Ampelphasen,sollte ja schon mit Hilfe des vorherigen Gutachtens, welches ja auch nicht preiswert war, realisiert werden.
      Ich kann nur an alle Verantwortlichen appelieren, endlich einmal fachkundige nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Wir wollen „Ergebnisse“, denn der Verkehrskollaps naht. Ich denke nur an die halbherzige Verkehrsplanung in Bezug auf das CCU.

  3. Reinhard Föh sagt:

    Komme gerad vom Rathaus….und bin klüger.
    In Wahrheit liegt nun das wirkliche Gutachten noch gar nicht vor ! – Wir haben es noch zu erwarten !
    Was heute 4 (vier) Gutachtern präsentierten, wurde ob der Qualität des Gebotenen vom Ausschuß umtituliert in „Präsentation“.
    Famos, es war auch in der Tat ein noch dazu subjektiv (von den Gutachtern !!) ausgesuchtes Sammelsurium – von heute der Öffentlichkeit präsentierten Verkehrs-Vorschlägen.
    Keine Angst, es wird nächstzukünfig noch mehr Material der Öffentlchkeit zur Verfügung gestellt werden.
    Die Gutachter werden jetzt Frühsommer noch mit Hochdruck daran arbeiten. Jedenfalls haben wir heute aus Herrn Dudas (von der H.U. Verwaltung) Mund garantiert mit bekommen, daß die fehlenden, jetzt vom Ausschuß angeforderten Unterlagen, bis zum 10 Juli 2014 eingereicht werden. Toll, er sagt das einfach so !! – Rechtzeitig zum Termin, denn dann wird das „richtige Gutachten“ für die Bürger zur veritablen Präsentation in einer Einwohnerversammlung bereitstehen ( so ganz eben vor Ferienbeginn, auch toll ). Vorher muß aber auch noch Verkehrsexpertenrat eingeholt werden.

    Im Ernst, das war heute nicht nur ein erbärmliches Gutachten Gehangel, – auch politisch kann es einen gewaltigen Knacks geben, wenn ein frisch vom Bürger gewähler Bürgermeister an einem solchen geplanten Schweinsgallop für die Öffentlichkeits- Präsentation sehenden Auges festhalten wollen sollte.
    Hier müssen wohl doch Leute an die Kandare genommen werden. Aber eben ganz rechtzeitig.
    Reinhard Föh, Alternative für Deutschland (AfD), Ortsverband Henstedt-Ulzburg

    • Rolf Liebe sagt:

      „Rechtzeitig zum Termin, denn dann wird das “richtige Gutachten” für die Bürger zur veritablen Präsentation in einer Einwohnerversammlung bereitstehen. …..Vorher muß aber auch noch Verkehrsexpertenrat eingeholt werden.“

      Das bedeutet, das Gutachten stammt von „Nicht-Experten“ ??? Für 200.000,- Euro ???

      Klasse !

  4. Peter Borchert sagt:

    Die Erwartungshaltung der Ausschussmitglieder war hoch und fiel tief, ebenfalls meine als interessierter Besucher der Ausschusssitzung Es wurde ein fertiges, abgestimmtes und abschließendes Gutachten erwartet. Präsentiert wurde nur ein 2. Zwischenbericht, dem wohl noch 2 weitere Verfahrensschritte folgen werden. Darauf hätte in der vom Bürgermeister unterzeichneten Vorlage hingewiesen werden müssen, leider Fehlanzeige. Es fehlt weiterhin eine klar strukturierte Vorgehensweise. Die vom Ausschussvorsitzenden avisierte Einwohner-Infoveranstaltung am 10.07.2014 ist damit hinfällig und war wohl auch nicht mit den Gemeindevertretern abgestimmt, wie ich heute erfahren habe. Der vom Gutachter erfolgte Vorschlag des Teilrückbaus der Fahrbahnbreite und Teilverlagerung des Fahrbahnquerschnittes der Hamburger Straße in Ulzburg für die Verbesserung der Geh- und Radwege in den westlichen Grünstreifen steht im Konflikt-Kontext mit der vom Land noch in diesem Jahr geplanten Grundinstandsetzung der Fahrbahn im Aufwand von mehr als €1Mio. Das bedeutet, dass nach dieser Generalüberholung es nicht mehr wirtschaftlich vertertbar ist, die Fahrbahn erneut umzubauen. Der Vorschlag ist also realistisch betrachtet in den kommenden 20 Jahren nicht umsetzbar. Zwar soll auf der Ostseite nur durch Abmarkierung ein Radweg von 1,85m Breite geschaffen werden, aber auf der Westseite der Grünstreifen in einer Breite von 1,35m (1,85m – 0,5m Breitengewinn durch beide Fahrstreifenreduzierungen von 3,5m auf normengerechte 3,25m) für die neue Fahrbahnbefestigung einschließlich Umbau der Fahrbahnentwässerung, Versetzung von Verkehrsschildern, Ampelmasten und Kabelumlegungen sowie entsprechenden Folgearbeiten in den anschließenden Seitenstraßen in Anspruch genommen werden. Auf diesen Konflikt hätte auch in der Vorlage hingewiesen werden müssen.
    Hinsichtlich der grenzwertigen Verkehrsbelastung der Hamburger Straße (südlich Kiefernweg Ulzburger Straße), der Bewertung dieser Belastung und noch zusätzlich geplanter Belastungen hat der Gutachter sich In Widersprüche begeben. Die stärkste Belastung liegt im südlichen Bereich (Rhen) mit 22000Kfz/24h und wird einerseits als Belastungsgrenze und andererseits mit der guten Verkehrsfluss-Qualitätsstufe A-B bezeichnet. Durch Verkehrsberuhigung der Norderstedter Straße und der Wilstedter Straße soll die Ulzburger Straße weitere 3000 bis 5000Kfz/24h aufnehmen, wie soll das funktionieren? Leider gar nicht. Oder steckt der Gedanke dahinter, die Autofahrer zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu bewegen (zwingen). Hätte ich nichts dagegen. Nur dann sollte man das offen sagen. Übrigens ist die ampelgesteuerte Verkehrszwangsführung über den Kieferweg ein alter Hut und hat zur Verkehrsberuhigung der Norderstedter Straße bis dato nichts gebracht. Am Besten hat mir der Vortrag von HC über das Buslinien-Konzept gefallen, sachlich und fachlich fundiert und von der Art des Vortrages überzeugend. Ebenfalls fundiert und überzeugend die Beantwortung von Fragen.
    €200.000 für das Gutachten sind viel Geld, aber es wurde bisher auch nur ca. 60-70% geliefert, warten wir als noch geduldig(?) ab. Vorschläge wie mehr ÖPNV, P+R, B+R, Radwegenetz, über Zentralrechner gesteuerte verkehrsmengenabhängige Grüne Welle Hamburger Straße, Verkehrsberuhigung mit Verkehrsverlagerung sind hier in der Gemeinde hinreichend bekannt, müssen aber vom Gutachter in einem schlüssigen Gesamtkonzept zusammengefasst werden. Grundsätzliche Möglichkeiten einer Umgehungsstraße mit den Auswirkungen von Verkehrsentlastungen und -umlagerungen an anderer Stelle m u s s der Gutachter darstellen, sonst hat er seine Aufgabe nicht erfüllt. Das die Gemeinde auf dem Gemeindegebiet eine entsprechende Straßenführung praktisch verbaut hat, ist nicht Schuld des Gutachters. Da die Verkehrsprobleme im Wesentlichen hausgemacht sind, fehlt mir ein deutlicher Hinweis des Gutachters auf mögliche Einflussnahmen zur Änderung der Bewusstseinshaltung der BürgerInnen zumindest den motorisierten Binnenverkehr einzuschränken, z.B. durch Einrichtung von Workshops, Diskussionsforen etc. Aber vielleicht kommt das ja noch, auch evtl. Initiativen von Gemeindevertretern.

    • Jan Kirmse sagt:

      Wenn der Gemeinde Vorschläge wie B+R (500% Auslastung aber nichts unternehmen ist ja wohl eine Frechheit den Fahrradfahrern gegenüber, wenn man doch möchte, daß der ÖPNV mehr genutzt wird) oder eine verkehrsabhängige grüne Welle bekannt sind, dann frage ich mich doch, warum das seit Jahren, unabhängig von irgendwelchen Gutachten, nicht umgesetzt wird. Das sind dermaßen banale Stellschrauben!

      • Peter Borchert sagt:

        Ja Herr Kirmse, da denke ich genau wie Sie! Die entsprechenden Untersuchungen mit Gutachten und Anträge und Anfragen von Bürgern liegen seit Jahren vor. Die zusätzlich erforderlichen B+R- und P+R-Plätze für Meeschensee habe ich der Gemeinde schon lange aufgegeben. Der Gutachter hat das noch einmal getan. HU, der Bürgermeister, muss initiativ werden und mit Norderstedt und Quickborn das „dicke Brett bohren“, da dies eine Bahnstation ist, die weit überwiegend von HU-Einwohnern genutzt wird, auch wenn sie nicht auf HU-Gebiet liegt.

        • H. Sazmann sagt:

          „müssen aber vom Gutachter in einem schlüssigen Gesamtkonzept zusammengefasst werden“

          Das war m.W. nicht gefordert. Es wäre auch etwas komisch. Wesentlicher Faktor wären die Kosten. Und dazu hat sich die Politik noch gar nicht entschieden. Was sollen die Gutachter ein Konzept erstellen, bei dem weder Ziel- noch Kostenrahmen von der Gemeinde gesetzt werden?

          • Peter Borchert sagt:

            Ok, Herr Sazmann, dann haben Sie mehr Hintergrund-Infos als ich. Wenn Sie in der Ausschusssitzung gewesen sein sollten, haben Sie sicherlich gemerkt, dass etliche Verständigungsprobleme (ziemlich chaotisch) zwischen Politik und Gutachtern bestanden, wie: Soll das schon der Abschlussbericht sein? Hohe Kosten der Umgestaltung der Hamburger Straße? Ist die Westumgehung schon in Planung? Es wurde für den Besucher nicht deutlich ersichtlich, welche Ziel- und Rahmenbedingungen seitens der Gemeinde für die Gutachter gestellt wurden. Dieses Chaos entand insbesondere dadurch, dass in der Verwaltungsvorlage keine diesbezügliche Struktur aufgezeigt wurde und damit die Freizeitpolitiker ziemlich hilflos eigentlich überflüssige Fragen stellten.
            Ich empfehle den Kommentar „Analyse und Wunschkonzert“ und den Artikel „Staufrei mit Radwegen, Bus und grüner Welle“ von Herrn Knittermeyer in der Norderstedter Zeitung des H-Abendblattes zu lesen, http://www.abendblatt.de/region/norderstedt.
            Nebenbei: Den Vorschlag zur Reduzierung der Fahrstreifenbreiten in der Hambg.-Str., um mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger zu erzielen, hatte ich schon zum Bürgerhaushalt (Nr.402) angemeldet. Der ist bei den mitwirkenden Bürgern in der Bewertung ganz hinten gelandet. -0,83. Also ab damit in die Tonne. Ich hatte allerdings diesen Vorschlag auch aus Gründen der Geschwindigkeitsdämpfung und in Verbindung mit der Schaffung fehlender Abbiegespuren für die Kranichstraße, den Rhinkatenweg und Lütte School sowie den Teilrückbau viel zu langer Abbbiegespuren für die Querstraßen Galgenweg-Süd,Habichtsraße-Süd, Kiefernweg-Nord und Edisonstraße-Nord. Diese überlangen Abbiegespuren werden von unseren gern schnell fahrenden Mitbürgern als Überholfahrstreifen mit Tempo 80 und mehr genutzt. Da das wohl recht viele Fahrer sind und die sich durch meinen Vorschlag in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, ist wohl mein Vorschlag in der Tonne gelandet.
            Wenn die Gutachter, wie Herr Knittermeyer richtig darstellt, ihren Vortrag in der geplanten Einwohner-Info ähnlich öde und einschläfernd gestalten, dann ist eine positive Weichenstellung für den „Verkauf“ der zumindest teilweisen Umkehr vom MIV auf ÖPNV, Fahrrad und zu Fuß in HU kaum an die Menschen zu bringen. Der Bürgermeister sollte sich Gedanken machen einen Moderator (z.B. von Metaplan, Quickborn), der für „Verkauf“, Struktur und Verhandlungsgeschick sorgt für die Info zu engagieren, damit das „Szenario +90% ÖPNV?“ bis 2025 (so die Gutachter) wenigstens zu 10% erfüllt wird, denn die HU-BürgerInnen präferieren den PKW/SUV.

            • H. Sazmann sagt:

              Ich war nicht im Ausschuss – ich bin allgemein und gerade besonders nicht in der Nähe des Ulzburger Rathauses 🙂

              In der Ausschreibung war gefordert:

              „Umfang der Leistungen:
              1. Grundlagenermittlung: Beschaffung von Unterlagen und Plänen, Übernahme und Auswertung von Bestandsdaten, Darstellung der Projektabwicklung.
              2. Bestandsaufnahmen: Befragungen, Begehungen, Erfassung der Straßenzustände mit Ausstattungen, Lokalisierung von Verkehrserzeugern.
              3. Verkehrserhebungen: Datenermittlung nach Vorschlag des Bieters.
              4. Verkehrsanalysen:Übernahme, Auswertung und Ergänzung von Daten, Simulationsmodelle, Darstellung der Belastungen, getrennt nach MIV, ÖPNV und Rad- und Fußgängerverkehren.
              5. Verkehrsprognosen.
              6. Schwachstellenanalyse: Darstellung von Mängeln und Konfliktpunkten getrennt nach MIV, ÖPNV und Rad- und Fußgängerverkehren.
              7. Maßnahmenkonzept: Entwicklung und Darstellung von Manßnahmen in Teilkonzepten für MIV, ÖPNV und Rad- und Fußgängerverkehren.
              8. Stufenkonzept: Darstellung von Maßnahmen hinsichtlich ihrer kurz und langfristigen Realisierbarkeit, ihrem Nutzen und Dringlichkeit sowie dem zeitlichen und finanziellen Aufwand.
              9. Dokumentation: Zusammenstellung aller Unterlagen.
              10. Teilnahme an Projektterminen: Erörterungs- und Vorstellungstermine.“

              […]

              „denn die HU-BürgerInnen präferieren den PKW/SUV.“

              Ja, das haben die Gutachter nun auch herausgefunden (2/3 MIV-Anteil an allen Wegen im Ort, das ist wahnsinnig viel). Das liegt aber oft nicht daran, dass die Menschen in einem Ort so autovernarrt sind, sondern an den Rahmenfaktoren:

              – Ortsstruktur: H-U hat wenig Infrastruktur, wo die Menschen leben oder wo man schnell fußläufig hinkommt. H-U ist städtebaulich gesehen ein fast schon Paradebeispiel für eine weitgehend funktionsgetrennte Stadt: Wohnen hier, Arbeiten dort, Einkaufen wieder woanders. Keine Vermischung, klare Trennung, heißt dann auch: lange Wege dazwischen. Das war das Leitbild der 1950er und 1960er Jahre in vielen Großstädten. Man gab es schon in den 1970ern wieder auf, weil es zu unbeherrschbaren Verkehrsaufkommen führte. H-U ist mittlerweile so groß, dass die Probleme sichtbar werden. Man hat sich in genau den gleichen Fehler hinein verplant, den Großstädte vor 50 Jahren erkannten.

              – Völlige Ignoranz des ÖV bei der Ortsexpansion: Wenn es an neue Baugebiete ging, war die Erreichbarkeit für den ÖV uninteressant. So sind heute das Gebiet um die Große Lohe, die Gegend hinter der Paracelsus Klinik, der Süden Henstedts und absehbar Teile des Gewerbeparks über 500 m von der nächsten Bushaltestelle des de-facto Ortsbusses 293/196 entfernt. Einige Gebiete liegen so ungünstig, dass man sie auch nicht so einfach wirtschaftlich oder betrieblich sinnvoll anschließen kann. Das war auch nie ein Kriterium bei der Erschließung. Die Menschen in diesen Häusern kriegt H-U wohl auch in Zukunft nicht in den ÖPNV, weil es keinen Anschluss gibt.

              – Chaos auf Radwegen: Radfahrer spielen bei der Planung ebenso keine Rolle. H-U wäre eigentlich prädestiniert für eine tolle, fahrradfreundliche Gemeinde. Der Ort ist platt wie eine Flunder, die Entfernungen sind zwar oft zu groß für einen Fußweg, aber andererseits mit dem Fahrrad problemlos in maximal 10-15 Minuten zu machen. Kaum ein Haus in Henstedt-Ulzburg ist mehr als 10 Minuten mit dem Rad vom nächsten Bahnhof entfernt. Mit den beiden abgebauten Bahnstrecken hat man topfebene, breite Wege zwischen den Ortsteilen abseits von Hauptstraßen.

              Was macht H-U aber draus? Nichts.

              Es bleibt das Auto als Alternative. Und das nutzen die Henstedt-Ulzburger.

  5. jens Daberkow sagt:

    Eine gute Präsentation sieht wohl anders aus .
    Von der Redequalität ganz zu schweigen.

    Manches lässt sich hier nicht verwirklichen aber es ist ja nur ein Konzept mit Möglichkeiten die hier aufgezeigt wurden.

    Für mich als Radfahrer sieht es recht mau aus mit den derzeitigen Gegebenheiten dazu noch die Pflicht Rad/Gehwegkombinationen nutzen zu müssen die nicht einmal die Mindestvoraussetzung erfüllen .
    Für mich würde als Sofortmaßnahme Abbau der Gebotsschilder 240 dafür Zusatzzeichen Fahrräder frei und Warnzeichen für den MIV(tolles Wort für Motorisierter Individual Verkehr)
    Das Fahrradfahrer die Fahrbahn nutzen.
    Mein Fazit es kann nur besser werden also bei jeder Neuanlage eines Fußweges muss ein Radweg eingeplant werden desgleichen bei Neubaugebieten.

    • H. Sazmann sagt:

      „Für mich als Radfahrer sieht es recht mau aus mit den derzeitigen Gegebenheiten“

      Beschönigen Sie es doch nicht 😉 Radfahrern bietet H-U völlig überlastete Abstellmöglichkeiten an den Bahnhöfen, kaum Wegweiser, mutmaßlich rechtswidrige Benutzungspflichten auf aberwitzig schmalen Radwegen, Bettelampeln, noch immer viele Umlaufsperren und manchmal gar nicht regelkonform benutzbare Wege. (Wie komme ich von der Beckerbergstraße, sagen wir: Höhe Hausnummer 16, zum Bahnhof, ohne zwischendurch eigentlich schieben zu müssen?)

      • Peter Borchert sagt:

        Sehr richtig Herr Sazmann, seit x-Jahren mahnen BürgerInnen diese von Ihnen beschriebenen unhaltbaren Missstände an. Verbesserung durch Politik und Verwaltung? Nein, 0,0!

  6. Kurt Göttsch sagt:

    Dann nutzen wir doch diese Chance und schauen uns das ( Teil- ) Konzept einmal gemeinsam durch. Ich habe an einem Seminar über P&R und P& B teilgenommen und viele Erkenntnisse gewonnen.Ausserdem habe ich auch viel über Fördermöglichkeitenn erfahren !
    Ich melde mich.

    • Peter Borchert sagt:

      OK, Herr Göttsch, ich habe darüberhinaus mich, was den Radverkehr angeht, in Münster, Lüneburg, Uelzen, Elmshorn und Tornesch schlau gemacht. Was hilft das für HU? Norderstedt will jetzt auch wie die vorgenannten Städte ein Fahrradhaus in Nordst.-Mitte bauen. HU? Seit Jahren liegen alle einschlägigen Erkenntnisse vor. Hier wird sich, da wird das Gutachten auch nichts ändern, für Radfahrer kaum etwas tun. Aber irgendwo habe ich noch etwas Hoffnung…….,

    • Peter Borchert sagt:

      Herr Göttsch, das Wichtigste ist jetzt eine gute Vorbereitung der Einwohner-Info. Setzen Sie sich als Gemeindevertreter bitte, bitte, bitte dafür ein, dass ein professioneller Moderator ( z.B. http://www.metaplan.de ) für eine überzeugende, sich auf das Wesentliche konzentrierende, für die fachlich nicht versierten Bürger verständliche Sprache Sorge trägt und die Gutachter entprechend brieft. Wenn Herr Bgm Bauer sich das schon zutraut, soll er das machen, zumal er ja für den „Schrott“ der Vergangenheit keine Verantwortung trägt. Hinsichtlich der Vortragsqualität der Gutachter (Ausnahme der Herr von HC) habe ich mich in der obigen Antwort an Herrn Sazmann schon geäußert, andere Kommentatoren sehen das analog. Es wäre jammerschade, wenn eine Chance besteht, durch überzeugende Vortragsstruktur, -gestaltung und Rhetorik die BürgerInnen auf dem Weg mitzunehmen „weniger Auto, mehr Bus, Bahn und Fahrrad für eine umweltfreundliche Gemeinde“ und das auf Grund mangelhaften „Verkaufs“ dieses wichtigen Themas die Chance vertan wird.

      • Peter Borchert sagt:

        Herr Göttsch, analog ist eine gute Moderation für die geplante Info bauliche Verdichtung „City“-Ulzburg ebenfalls angeraten.

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