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Runder Tisch zur ärztlichen Versorgung: Grüne enttäuscht über WHU | Henstedt-Ulzburger
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Runder Tisch zur ärztlichen Versorgung: Grüne enttäuscht über WHU

Pressemitteilung der örlichen Grünen

Wir haben eine Verantwortung für eine umfassende, qualitative ärztliche Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger. Auch Henstedt-Ulzburg muss sich dem Thema ärztliche Versorgung stellen. Unsere Bevölkerung wird älter, das führt zu neuen Herausforderungen auch der ärztlichen Versorgung, lautet die Begründung der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der CDU in ihrem gemeinsamen Antrag.

Die Fraktionen machen deutlich, dass Verwaltung und Politik das Thema hinsichtlich möglicher Alternativen nicht nachhaltig verfolgt haben. So erinnern beide Fraktionen an die Diskussion vieler Bürger*innen, die einen Hautarzt für H-U und weitere Kinderärzte fordern. Es werden lange Warteseiten – speziell bei Fachärzten – bemängelt. Zum Teil werden verstärkt Hausarztbesuche gefordert. „Wir verfolgen die Diskussionen junger Ärzte die aus Risikogründen die Selbstständigkeit scheuen, was ggf. auch zu Nachfolgeprobleme von im Ort niedergelassenen Ärzten führen kann. „heißt es weiter in der Begründung. Beide Parteien wollen, das Experten in einem „Runden Tisch“ die Situation der ärztliche Versorgung in Henstedt-Ulzburg aufarbeiten und eine Bestandsaufnahme der aktuellen medizinischen Versorgung im Ort erstellen.

„ Letztlich soll ein Konzept für die Sicherstellung und den Ausbau der ärztlichen Versorgung in Henstedt-Ulzburg entwickelt werden“, erklärt Thorsten Möhrcken, Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzender des Fachausschusses Soziales, Senioren und Gleichstellung der Gemeinde das Vorhaben. „Wir erwarten eine Bedarfsanalyse über fehlende Ärzte, aber auch Aussagen zu Belastungsfragen der örtlichen Ärzte, Informationen zu Nachfolgefragen der im Ort tätigen Ärzte, Aussagen zur Zusammenarbeit der örtlichen Ärzte untereinander und mit der Paracelsus Klinik. Auch die Vor- und Nachteile von Ärzte- und Medizinischen Versorgungszentren sollten besprochen werden, wie auch die in manchen Kommunen erfolgten Einstellungen von Fachärzten (z.B. Kinderärzte) durch die Gemeinde.“ Die Verwaltung soll jetzt bis zur nächsten Sitzung ein Konzept über den „Runden Tisch“ und die Teilnehmer dem Ausschuss zur Entscheidung vorlegen.

Dabei soll eine initiale Runde mit wenigen Organisationen einberufen werden, die das Thema gemeinsam bearbeiten und dann weitere Organisationen und Experten – wie z.B. auch den Seniorenbeirat und die Behindertenbeauftragten – nach Bedarf einbinden können. Die Expertenrunde soll sich wie folgt zusammensetzen: Eine Person pro Fraktion sowie bis zu 3 Personen aus der Verwaltung, ein Vertreter des Ärztenetzwerkes HANN-HUK (Vorschlag: Dr. Gerlach), ein Vertreter der Ärztegenossenschaft Nord (Vorschlag: Dr. Gehring), dem Koordinator ambulante ärztliche Versorgung (Hr. Stender), einem Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein sowie einem Vertreter der Paracelsus-Klinik (Vorschlag: Dr. Helt).
Erfreulich die Haltung der SPD und BFB, die dem Antrag der Grünen und der CDU vorbehaltlos zugestimmt haben. Der FDP-Vertreter im Ausschuss, Klaus-Peter Eberhardt hat nicht für den Antrag gestimmt. „Wir haben keine Probleme mit der ärztlichen Versorgung im Ort, diese Probleme haben wir auf dem Land im östlichen Kreis Segeberg“, war sein überraschendes Statement zur Situation der ärztlichen Versorgung in HU.

Auch die WHU hat sich nicht für die Annahme des Antrags und den Auftrag an die Expertenrunde  ausgesprochen. „Das hat uns dann schon sehr gewundert und ist sehr enttäuschend“ , so Möhrcken. „zumal die WHU dann auch noch ihren Antrag zurückgezogen hat, dass die Gemeinde Henstedt-Ulzburg sich den Bemühungen um die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in Bad Bramstedt, Kaltenkirchen und Norderstedt anschließen soll“.

pm

3. September 2019

2 Kommentare zu "Runder Tisch zur ärztlichen Versorgung: Grüne enttäuscht über WHU"

  1. Liane Lirutti sagt:

    Das große Problem dieses Ärtemangels ist die Kassenärztrliche Vereinigung, die die Ärzte buthetiert und reglementiert. Arbeitet der Arzt zuviel, muss er Strafe zahlen. Welcher Arzt will sich das antun und auch noch Geld dazu packen. Die Politik und die Vereine und Verbände müssen ein individuelles, ihrer Kommune passendes Paket schnüren, denn auf Hilfe aus Berlin braucht keiner warten.
    Die Ärzte müssen frei entscheiden können, wieviel sie leisten können und wollen bei lohnendem Einkommen, damit das Arbeiten wieder Spaß macht und wir Patienten davon provitieren können.

    • Christoph Abel sagt:

      Das System der Ärzteentlohnung ist leider nicht ganz so einfach. Nehmen wir mal an wir binden die Entlohnung stärker an die geleistete Arbeit (und selbst das ist bewertungsseitig schon ein Albtraum für sich), was machen wir dann mit Ärzten die auf dem Land wohnen aber schlichtweg nicht genügend Patienten haben um mehr zu arbeiten um mit den Kollegen in der Stadt gleichzuziehen? Das würde den Standortfaktor noch stärker gewichten und die Versorgungsschieflage zwischen Land und Stadt zusätzlich forcieren.
      .
      Ansonsten verdienen Ärzte bereits jetzt anständig. Was angesichts der überwiegend guten geleisteten Arbeit auch angemessen ist

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