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Rewe könnte loslegen – auch wenn die Kisdorf-Kreuzung noch gar nicht ertüchtigt ist | Henstedt-Ulzburger
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Rewe könnte loslegen – auch wenn die Kisdorf-Kreuzung noch gar nicht ertüchtigt ist

Dieser Artikel war zuerst in der jüngsten Druckausgabe zu lesen, die Ende März verteilt wurde

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Dicke Überraschung bei der Verkehrsplanung für das Rewe-Logistikzentrum. Anders als bisher kommuniziert, könnte Rewe mit seiner Warendrehscheibe im Gewerbegebiet loslegen, bevor die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Konkret muss die Kisdorf-Kreuzung – im Fachjargon Knotenpunkt 1 – nicht mehr zwingend vor Inbetriebnahme des Logistikzentrums für den erwarteten Mehrverkehr ertüchtigt werden.

Wie der Kieler Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr den HU-Nachrichten mitteilte, darf das Rewe-Logistikzentrum nun bereits vor einem Umbau der Kisdorf-Kreuzung an das gemeindliche Straßennetz angeschlossen werden. Das Amt habe damit einer Bitte der Gemeinde sowie Rewe entsprochen, heißt es in einer Stellungnahme der Kieler Behörde. Das Amt: „Da die Grunderwerbsverhandlungen noch nicht abgeschlossen sind und ein Planfeststellungsbeschluss nicht vor dem geplanten Baubeginn des REWE-Logistikzentrums erreicht werden kann, hat der LBV.SH auf Bitten von Rewe und der Gemeinde Henstedt-Ulzburg zugestimmt, den Ausbau des Knotenpunktes 1 im Nachgang der REWE-Anbindung zuzulassen.“

In der Konsequenz könnte Rewe nun mit seiner Warendrehscheibe loslegen, ohne dass das gemeindliche Straßennetz dafür ausgelegt ist. Bürgermeister Bauer räumte gegenüber den HU-Nachrichten ein, dass das Rewe-Verteilzentrum vor der Ertüchtigung der Kisdorf-Kreuzung in Betrieb gehen könnte.

Hintergrund: Der Knotenpunkt Gutenbergstraße/Hamburger Straße/Ulzburger Straße beim Möbelhaus Hesebeck mit der Abzweigung Richtung Kisdorf ist die einzige bestehende Kreuzung, die im Zuge der Ansiedlung des Rewe-Logistikzentrums ausgebaut werden soll. Gutachter hatten festgestellt, dass sie dem erwarteten Rewe-Mehrverkehr nicht gewachsen ist und zusätzliche Abbiegespuren braucht. Weitere südliche Knotenpunkte waren nicht untersucht worden. Zwar hatte Rewe zugesagt, sämtliche Kreuzungen auf der Hamburger Straße zu untersuchen, ob sie den zusätzlichen Schwerlastverkehr abwickeln können. Nachdem die Supermarktkette der Gemeinde aber versprochen hatte, dass für die Rewe-Laster spätestens ab der Kisdorf-Kreuzung der Weg durch Henstedt-Ulzburg versperrt ist, hatten die Ortsentscheider darauf verzichtet. Die Idee ist, dass der Rewe-Schwerlastverkehr spätestens an der Kreuzung die Biege macht und in Richtung Kisdorf weiterdieselt.

Welche Konsequenzen hat die neue Rewe-Überraschung?

Das Ausmaß wird davon abhängen, in welchem zeitlichen Abstand der Umbau der Kisdorf-Kreuzung erfolgen würde. Im Worst-Case-Fall klappt das gar nicht, weil sich Kisdorf und private Grundeigentümer erfolgreich dagegen wehren. Um die Kreuzung auszubauen, sind Flächen auf Kisdorfer Gemeindegebiet nötig, die darüber hinaus privaten Personen gehören. Am Ende könnte es auf Enteignungen hinauslaufen, ein Rechtsstreit könnte sich jahrelang hinziehen. Der Landesbetrieb Verkehr rechnet schon jetzt damit, dass das von der Gemeinde auf den Weg gebrachte gemeinsame Bebauungsplanverfahren mit Kisdorf nicht klappt, sondern ein übergeordnetes Verfahren notwendig wird. Die Behörde: „Aufgrund des notwendigen Grunderwerbs zeichnet sich ein Planfeststellungsverfahren nach dem Straßen- und Wegegesetz ab.“

Christian Meeder

8. April 2019

13 Kommentare zu "Rewe könnte loslegen – auch wenn die Kisdorf-Kreuzung noch gar nicht ertüchtigt ist"

  1. Alfred Simader sagt:

    Und wieder einmal zeigt sich, des Volkes Wille ist den Bau-und Stau-Parteien egal. Hoffentlich lassen sich die betroffenen Bürger von Kisdorf nicht über den Tisch ziehen.Die Lärm-und Umweltbelastung ist schon jetzt grenzwertig. Und dann wird auch noch mit Enteignung gedroht-wer wundert sich noch über die Politikverdrossenheit der Bevölkerung?
    Bürger wehrt euch!

  2. Harald Witte sagt:

    Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele.

    Ich glaube wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende,

    und ich glaube ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage.

    Das ist das Wahnsinnige daran.

    [John Lennon]

  3. Axel Grimm sagt:

    Das Problem wäre ganz einfach zu lösen. Einfach an der Kreuzung A7/Kaltenkirchen/H-U in Richtung Ulzburg das schöne Verkehrszeichen 253 aufstellen und die REWE-LKWs können nur noch in Richtung Autobahn fahren. Man muß es nur wollen und da habe ich bei unserer Gemeinde so meine Zweifel.

  4. Manfred Ram sagt:

    Wenn die LKW durcj Kisdorf fahren sollen mit dem Ziel/Zwischenziel Bad Segeberg, dann ebträgt der Unterschied 8 Km zu der Strecke über die A7, Bad Bramsted auf die B206. Es ist ja nicht nur Kisdorf, sondern auch die folgendem Ortschaften (Oering usw) betroffen. Jedenfalls bin ich mal gespannt…
    Gruss Manfred Ram

  5. Manfred Ram sagt:

    Korrektur
    Wenn die LKW durch Kisdorf fahren sollen mit dem Ziel/Zwischenziel Bad Segeberg, dann beträgt der Unterschied 8 Km zu der Strecke über die A7, Bad Bramsted auf die B206. Es ist ja übrigens nicht nur Kisdorf, sondern auch die folgendem Ortschaften (Oering usw) betroffen. Jedenfalls bin ich mal gespannt…
    Gruss Manfred Ram

    • Klaus Worthmann sagt:

      Die Kilometer sind nicht das Problem. Die Strecke über A7 und B206 ist jedoch in ganzer Länge mautpflichtig. Wir sehen es jeden Tag in Henstedt, dass die bekannten LKW’s des in Wahlstedt ansässigen Lohnfuhrunternehmers diese Ausweichstrecke nutzen. Die Maut kann man bei einer Streckenführung ab Anschlußstelle Quickborn/Henstedt/Kisdorf/Kisdorfer Wohld Struvenhütten usw. bis Wahlstedt wunderbar sparen, da es dort keine Mautkontrollsäulen gibt. Entgegengesetzt natürlich auch. Der Unternehmer spart monatlich etliche tausend Euro Maut und muss sich auch nicht mit Straßenbaulasten oder Verkehrsproblemen auseinandersetzen. Also für ihn alles in Ordnung. Ich nehme an, dass andere Unternehmen ebenfalls rechnen können.

      • Unternehmer müssen und können wirtschaftlich denken und rechnen. Unsere Politiker können und lernen es niemals. Was hier an Steuern in der Gemeoidnekasse vor Ort in Sachen REWE und NETTO bleibt deckt nicht die Instandsetzungskosten unserer Infrastruktur der Straßen mit Haupt und Schleichwegen, egal ob LKW oder PKW.
        Hier wurde und wird viel Geld für Gutachten ausgegeben, aber umgesetzt wird nichts, höchstens umgeblättert, bevor es in Schubladen und Alt-Archiv verstaubt.
        Verkehrsbelästigung Usedormer Straße: der zum Glück der Gemeinde ausscheidende Oberamtsrat lehnte Maßnahmen mit Zustimmung des Bgm.(Amtseid ist „zum Wohle der Bürger“) ab, weil man dafür in den Amtstuben arbeiten müßte. Aber, aber die Bürger wehrten sich….. Nun wurde die Politik geweckt, die ja eigentlich das Ohr am Wahlvolk quer durch alle Parteien haben sollten…..wie bekannt aber nicht alle, sondern unter Initiative eines Politikers.
        Hamburg mausert sich zur Radfahrer freundlichen Stadt, genau wie andere Städte. Hier in H-U wird das mangels der bekannten Situation nie so passieren mangels Möglichkeiten auf den Straßen und Wegen. Stadtradeln hier auf Strecken, wo sie von Jahr zu Jahr nichts verbessert. Dafür demnächst wieder mal ein Foto vom Bgm. auf dem Rad……
        Aus Hamburg heraus soll ein Fahrrad-Highway bis nach Bad Bramstedt laufen. In Norderstedt beschäftigt man sich mit dem Thema. Und danach…..geistige Stille.
        In Norderstedt wird die Straße „Beim Umspannwerk“ weitergeführt am Gelände der Fa. Jungheinrich vorbei bis Richtung Rathausalle, an der Einmündung Waldweg vorbei, eine Strecke wo schon eine neue fertige Straße benutzt wird als Umleitung.
        Und was plant hier unsere Planungsspitze: nichts….. hat ja Tradition.
        Das Thema Umgehungsstraße schläft nun ungestört in den Programmen der SPD und BfB (die hatten versprochen Unterstände an der Bushaltestelle in Götzberg, gebaut wurde aber nur eine Seite – also wieder mal „halber Kram“).

  6. Manuel Held sagt:

    machen wir es doch wie Stuttgart: Feinstaubzone einrichten und das Problem ist vom Tisch. Evtl. noch Maut auf der Hamburger Straße einführen, fertig.

  7. Alfred Simader sagt:

    ..und wie erfolgt die Belieferung in den Osten Hamburgs, Richtung Barsbüttel, Ahrensburg etc?
    Zusätzlich muß ja auch das neue Warenlager in HU beliefert werden- das heißt Verkehr in alle Richtungen!
    Eine Lärm- und CO2- Messung in Kisdorf könnte vielleicht die verantwortlichen Politiker zum Nachdenken bringen.

  8. R. Finsterbusch sagt:

    „Bei einer Vollsperrung der A7 werden wir die B4 nutzen. Wir haben kein Interesse daran, die angespannte Verkehrslage in Henstedt-Ulzburg in diesem Fall noch weiter zu belasten, in dem wir unsere Verkehre durch den Ort schicken. (www-rewe-hu.de)“
    – – –
    Im „Städtebauliche Vertrag“ wurde das m. W. nicht vereinbart.

  9. R. Finsterbusch sagt:

    In Anbetracht einer weiter zunehmenden Mehrbelastung – der bereits heute angespannten Verkehrslage Henstedt-Ulzburg’s – dürfte m. E. eine Verkehrs-Untersuchung der südlichen Hamburger Straße schon alleine deshalb unverzichtbar sein.

    • Dirk Barckmann sagt:

      Verkehrsuntersuchung? Ganz einfach: Mal mit offenen Augen aus dem Rathaus-Fenster schauen oder mit ner Tasse Kaffee sich ’ne halbe Stunde an die Strasse stellen. Kost nix mehr (bis auf den Kaffee) und sollte genauso effektiv sein. 😉

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