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Dicker Stromtrassen-Klops der Tennet – Alles auf Anfang! | Henstedt-Ulzburger
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Dicker Stromtrassen-Klops der Tennet – Alles auf Anfang!

Tennet-Projektleiter Till Klages

Er stellte sich gestern als Projektleiter für den Trassenbau vor: Tennet-Mann Till Klages

Riesen-Desaster für den holländischen Stromnetzbetreiber Tennet. Das Unternehmen will bekanntlich quer durch Henstedt-Ulzburg eine weitere Starkstromleitung bauen und an der Autobahn im Bereich Beckershof ein neues Umspannwerk hochziehen. Weil die Holländer aber die Belange des Konkurrenzunternehmens ‚Schleswig-Holstein Netz AG‘ nicht berücksichtigt haben, muss die Firma mit der Routenplanung von vorne beginnen. Möglich, dass der Patzer dazu führt, dass Henstedt-Ulzburg nun von Trasse und Umspannwerk doch noch verschont bleibt.

Gestern waren Vertreter von Tennet und der ‚Schleswig-Holstein Netz AG‘ im Ratssaal, Marco Voß von der SH-Netz AG sagte: „Ich erzähle Ihnen heute mal, was passiert, wenn die Tennet an der A7 ihr neues Umspannwerk baut. Dann müssen wir eine Verbindung vom Rhener Umspannwerk an der Edisonstraße bis zum neuen Umspannwerk an der Autobahn bauen.“ Voß präsentierte dann Schaubilder die wahlweise einen oberirdischen oder unterirdischen Trassenverlauf zeigten. Oberirdisch würde es unter anderem über die Habichtstraße hinweg gehen, unterirdisch würden die zusätzlichen Stromkabel unter dem Milanweg verbuddelt werden. Diese Konsequenzen müssten mit in die Abwägung über die Tennet-Pläne einfließen, sagte Voß.

Stromnetzbetreiber Tennet hatte erst vor zwei Wochen per Pressemitteilung verbreitet, dass die Antragsunterlagen für die sogenannte Ostküsten-Trassenplanung wegen neuer Rechtssprechung überarbeitet werden müssten, auf Nachfrage aber erklärt, dass es auf jeden Fall bei der Erdverkabelung unter den Pinnauwiesen bleiben solle.

Gestern nun völlig neue Töne: Zwar kein Wort von  Tennet-Mann Till Klages davon, dass wegen der Nichtberücksichtigung der Schleswig-Holstein Netz AG schwer gepatzt wurde, dafür aber die Aussage, dass alle möglichen Trassenvarianten  – inklusive dem Standort für das Umspannwerk – neu bewertet werden müssten und damit wieder alles offen sei – einschließlich der bisher verworfenen Trassenführung der Ostküstenleitung an der geplanten Autobahn A20. Zur Erinnerung: Bisher hatte es immer geheißen, dass man diese Variante gar nicht vernünftig ins Kalkül ziehen könne, weil die Autobahn ja noch gar nicht gebaut sei. Gestern erzählte Klages nun, dass bei der neuen Variantenprüfung so getan werde, als sei die A20 schon vorhanden. Klages: „Wir tun so, als ob die A20 schon gebaut ist, und prüfen die Trasse.“

Eins wurde klar gestern: Die Holländer haben den Trassenbau durch die Großgemeinde erst einmal gründlich vermurkst. CDU-Gemeinderat Andre Martin gestern über die Nichtberücksichtigung der Konsequenzen des Trassen- und Umspannwerkbaus für die Leitungen des regionalen Netzbetreibers ‚Schleswig-Holstein Netz AG‘: „Mein Eindruck ist, dass da überhaupt keine Zusammenarbeit stattgefunden hat.“

cm

18. Juni 2019

Ein Kommentar zu "Dicker Stromtrassen-Klops der Tennet – Alles auf Anfang!"

  1. Oliver Blau sagt:

    Uff, das reiht sich ja toll ein in die stümperhaften Projektumsetzungen. Das die A20 auch nicht vorankommt (bin da immer noch auf die Einhaltung der CDU-Wahlversprechen der letzten Landtagswahlen gespannt, da war Herr Günther ziemlich vollmundig), ist ja schon ein „normaler“ Dauerzustand. Dann kommt die Trassenplanung für die laut berufene Energiewende eben einfach noch dazu, egal. Hauptsache, man setzt überall in die Welt, dass man begriffen hätte, und alles auf den Weg gebracht sei. Natürlich, ist klar. So wird das aber nichts: Die Politik lässt nur noch thematisch treiben. Erst wird das Thema Flucht / Asyl rauf und runter diskutiert, dann bringt irgendwer den Feinstaub ins Spiel, dann ist es die Nachhaltigkeit und Umwelt, die alles andere in den Schatten stellt. Selbstverständlich, dass zu jedem Thema immer eiligst Maßnahmen ergriffen werden, um die jeweilige Kompetenz zu beweisen, auch wenn z. T. nur kleine Gruppen befriedigt werden. Das die Menschen irgendwann ungläubig und ohne Vertrauen sind, manche verloren gehen, und schließlich die große Masse hin und her schwingt, sieht man Umfragen und Wahlergebnissen. Das bekommt man nur noch mit glaubhafter Politik eingefangen. Und dazu braucht es Verlässlichkeit, langfristige Ausrichtungen und eine gute Kommunikation zu den Menschen. Im Bund, im Land, kommunal. Sonst wird es immer schwerer, unser Land modern und dynamisch auszurichten. Das ist es nämlich, was die Menschen sehnlichst suchen, und keine Schnelle-Themen- und Klientel-Politik!

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