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„Der Brüderhof – eine jüdische Ausbildungsstätte von 1934 bis 1939“ | Henstedt-Ulzburger
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„Der Brüderhof – eine jüdische Ausbildungsstätte von 1934 bis 1939“

Das Bild zeigt jüdische Jugendliche beim Torfabbau im Harksheider Zwickmoor um 1936 (Quelle: Sammlung Bußenius).

Das Bild zeigt jüdische Jugendliche beim Torfabbau im Harksheider Zwickmoor um 1936 (Quelle: Sammlung Bußenius).

Mitteilung aus dem Rathaus

Am Mittwoch, den 14. August 2019 um 18 Uhr im Kerinnes-Haus, Kringelweg 99 in Tangstedt hält der Diakon und Sozialpädagoge Sieghard Bußenius seinen Vortrag „Der Brüderhof – eine jüdische Ausbildungsstätte von 1934 bis 1939“. Veranstalterin ist die Volkshochschule Tangstedt in Zusammenarbeit mit den Gemeindearchiven Tangstedt und Henstedt-Ulzburg sowie dem Stadtarchiv Norderstedt.

Es ist wenig bekannt, dass sich auf dem „Brüderhof“, einer Außenstation der evangelischen Einrichtung Rauhes Haus, in den ersten Jahren des NS-Regimes eine jüdische Ausbildungsstätte befand. Der abgelegene Bauernhof lag auf Harksheider Gebiet, heute Norderstedt, nahe bei den Siedlungen Wilstedt-Kringel und Henstedt-Rhen. Die zionistische Jugendorganisation Hechaluz (hebr. Der Pionier) bildete dort junge jüdische Deutsche aus Hamburg und anderen Städten in der Landwirtschaft aus. Diese bereiteten sich damit auf ihre Auswanderung ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina und auf ein Leben in einem Kibbuz vor. Auch der Brüderhof wurde entsprechend Kibbuz genannt. Die Kontrolle aber hatten die Nationalsozialisten, denn die jüdische Auswanderung lag in diesen Jahren noch im Interesse des NS-Regimes. Nach der weiteren Verschärfung der antijüdischen Maßnahmen – beginnend mit den Novemberpogromen von 1938 – musste die Ausbildungsstätte im Frühjahr 1939 geschlossen werden.
Der Sozialpädagoge und Diakon Sieghard Bußenius hat die Geschichte dieser jüdischen Einrichtung intensiv erforscht. Er konnte in den 1980er Jahren auch ehemalige Pionierinnen und Pioniere vom Brüderhof als Zeitzeugen befragen. An diesem Abend stellt er seine Ergebnisse vor.

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 8. August 2019 bei der VHS Tangstedt, Hauptstraße 93, Tel. 04109/5142 oder per e-mail: info@vhs-tangstedt.de erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt 5,00 Euro.

pm

2. August 2019

Ein Kommentar zu "„Der Brüderhof – eine jüdische Ausbildungsstätte von 1934 bis 1939“"

  1. Peter Borchert sagt:

    Ein kleiner Gedenkstein zu dieser jüdischen Ausbildungsstelle befindet sich an der Südostecke des Grundstückes „Versandbuchhandel Rauhes Haus“ an der Straße beim Brüderhof/Ecke Stichstraße zum seit einigen Jahren abgebrochenen Gebäude Brüderhof.

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