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Bauer: „Wir können nachweisen, dass Aussagen der Tennet nicht stimmen“ | Henstedt-Ulzburger
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Bauer: „Wir können nachweisen, dass Aussagen der Tennet nicht stimmen“

Unterschriften und Händeabdrücke von KitaKindern für den grünen Umweltminister

Unterschriften und Händeabdrücke von Kita-Kindern für den grünen Umweltminister, Foto: Gemeindeverwaltung

Auftrag ausgeführt. Bürgermeister Stefan Bauer hat gestern Umweltminister Robert Habeck 3.600 Protestunterschriften Henstedt-Ulzburger Bürgerinnen und Bürger gegen den geplanten Super-Stromtrassenbau in die Hand gedrückt. Bauer war dafür extra nach Kiel gereist, ihm zur Seite stand sein persönlicher Assistent Malte Pohlmann.

Der Minister habe sich, so der Verwaltungchef in einer Mitteilung, von der Menge der Unterschriften beeindruckt gezeigt. Zugleich aber habe der Politiker auch deutlich gemacht, dass die Ost-West-Starkstromtrasse weiterhin durch Henstedt-Ulzburg verlaufen soll.

Der holländische Stromnetzbetreiber Tennet hatte im April bekanntgegeben, dass sich in einer Untersuchung die Streckenvariante über Ulzburg-Süd und Beckershof mit dazugehörigem Umspannwerk im Raum Beckershof als die konfliktärmste Route für die Ostküsten-Stromautobahn herausgestellt habe. Henstedt-Ulzburgs Politik und Verwaltung zweifeln die Tennet-Angaben an. Der Bürgermeister hatte im Mai den Auftrag erhalten, „alle Möglichkeiten – auch unter Zuhilfenahme geeigneter Rechtsmittel – zu nutzen, um die geplante Trasse der Ostküstenleitung sowie des Umspannwerks im Planfeststellungsverfahren zu verhindern“.

Am Dienstag hat das Gemeindeparlament nun auf Antrag von Bauer beschlossen, sich mit externem Sachverstand zu verstärken. Ein unabhängiger Gutachter soll eine Expertise erstellen, ob sich insbesondere das Umspannwerk Friedrichgabe als Anknüpfungspunkt für die Ostküstenleitung eignet. Der Stromnetzbetreiber Tennet sagt Nein, die Gemeinde glaubt dem Unternehmen kein Wort. Der Bürgermeister am Montag im Ratssaal: „Wir können nachweisen, dass Aussagen der Tennet nicht stimmen.“ Wäre Friedrichsgabe für eine Erweiterung geeignet, könnte die Stromautobahn an den Waldkindergartenflächen vorbeigeführt werden, das zehn Hektar große Umspannwerk auf Beckershoflächen bliebe Henstedt-Ulzburg erspart.

Im Raum Beckershof sind übrigens jetzt schon Stromtrassen-Bauarbeiten im Gange. Die Henstedt-Ulzburger Nachrichten wurden in den vergangenen Tagen mehrfach angesprochen, dass der Trassenbau doch schon begonnen habe. Tatsächlich werden dort Riesenmasten für eine 380-kv-Höchststromleitung aufgestellt, allerdings für eine bereits genehmigte zweite Stromautobahn. Von dieser Trasse ist ebenfalls der Rantzauer Forst zwischen Ulzburg-Süd und Quickborn-Heide betroffen, in den kommenden Wochen fallen dort die ersten Bäume.

Christian Meeder
17. Dezember 2015

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