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Machtbeben in der WHU

Ulf Klüver sorgt für Furore bei der WHU

Ulf Klüver, hier am Abend der Kommunalwahl im Mai, sorgt für Furore bei der WHU

Riesenaufregung bei der stärksten politischen Kraft in Henstedt-Ulzburg. Gewählte Abgeordnete der WHU, darunter Kurt Göttsch, haben angekündigt im Januar einen Ortsverband der Grünen gründen zu wollen, um in vier Jahren bei der Kommunalwahl dann als Bündnis90/die Grünen anzutreten. Bis dahin wolle man weiter ein Teil der WHU-Fraktion sein, heißt es bei Göttsch und Co.. Die amtierende WHU-Spitze hält das für schwer vereinbar mit den WHU-Grundsätzen und schreibt in einer Stellungnahme: „Die WHU will kommunalpolitisch nur in Henstedt-Ulzburg tätig sein und hier das Votum ihrer Wähler vertreten, und zwar ausschließlich.“

Ob es allerdings zu der angekündigten „Grün-Aktion“ überhaupt kommt oder es nicht doch noch allein bei der WHU bleibt, steht nach Lage der Dinge, wie sie die HU-Nachrichten derzeit überblicken können, alles andere als fest: Denn Hintergrund der „Grün-Aktion“ ist ein Machtkampf in der WHU, den die Wählervereinigung bisher unter der Decke gehalten hat, der aber weiter brodelt. Wie die HU-Nachrichten erfuhren, wollte Wahl-Held Ulf Klüver, der Mann, der bei der Kommunalwahl im Mai die meisten Stimmen für die Wählervereinigung eingefahren hat, auf der jüngsten Jahreshauptversammlung WHU-Chef werden, unterlag aber gegen Amtsinhaber Wilhelm Dahmen. Das Ergebnis hatte Folgen. Klüver und auch Kurt Göttsch gaben nur wenige Tage später ihre Ämter ab, traten als Fraktionsvorstandsmitglieder zurück.

Die Abstimmung fand bereits im November statt, zu Beginn des grauen Monats hatte sich die WHU zur Jahreshauptversammlung im Vereinsraum der Schützengilde Beckersberg getroffen. Das Versammlungsprotokoll vermerkt 31 anwesende Mitglieder, in geheimer Abstimmung habe Klüver 13 Stimmen und Amtsinhaber Dahmen 18 Stimmen erhalten. Uwe-Köhlmann-Thater der als Wahlleiter fungierte, zu den HU-Nachrichten: „Klüver hat klar verloren, aber einen guten Achtungserfolg erreicht.“

Das Brisante: Klüver hat die Abstimmung zum Parteichef zwar verloren, die aktiven Mitglieder der WHU stehen aber nach seinen Angaben hinter ihm: „Ich habe eine Mehrheit in der Fraktion“, sagte Klüver kurz vor Weihnachten den HU-Nachrichten, und setzte auf Nachfrage hinzu: „Fraktionschef zu werden ist eine gangbare Idee, das haben wir aber noch nicht besprochen.“ Dazu muss man wissen: In der Gemeindevertretung und in den verschiedenen Ratshausausschüssen sitzen die aktiven WHU-Mitglieder, bilden die 22-köpfige WHU-Fraktion. Die bestimmt den oder die Fraktionsvorsitzende. Den Posten hat aktuell Karin Honerlah inne.

Klüver wollte also Chef der Wählervereinigung werden, wurde dabei unterstützt von WHU-Schwergewicht Kurt Göttsch: Unklar ist für die HU-Nachrichten zur Stunde, ob und was die beiden verändern wollten bzw. wollen. Weder Karin Honerlah oder Verena Grützbach, noch Kurt Göttsch oder Ulf Klüver konnten das in der Woche vor Weihnachten den HU-Nachrichten erklären.

Die nächste WHU-Fraktionssitzung ist am 3. Januar. Die Sitzung sei öffentlich, heißt es aus der WHU – wenn man sich vorher anmelde, dürfe man dabei sein. Die HU-Nachrichten melden sich hiermit an.

Christian Meeder

26. Dezember 2018

5 Kommentare zu "Machtbeben in der WHU"

  1. A. Grimm sagt:

    Bitte unbedingt weiter berichten!!! Sollten Teile der WHU die Partei wechseln, halte ich ich eine sofortige Niederlegung des Mandats dieser GVler für zwingend. Alles andere wäre Wählertäuschung.

  2. Ilona Sievers sagt:

    Es ist für mich empörend, dass sich mit Hilfe der WHU Wählerstimmen eine neue Partei in H.U. gründen kann und in die Gemeindevertretung einzieht. Das ist Betrug am Wähler!

  3. Mathias Schultz sagt:

    @Hr. Grimm: so wie Mariano Cordova unser heutiger Bürgervorsteher, als er vor 1 1/2 Jahren jeden Anstand und Moral hat missen lassen, als er von der CDU zur WHU sein Mandat mitgenommen hat?

    • A. Grimm sagt:

      Natürlich Herr Schultz! Es werden schließlich nicht nur „Köpfe“ gewählt, sondern auch Parteiprogramme. Der saubere Weg wäre Parteiwechsel -> Amt niederlegen/ ruhen lassen -> bei der nächsten Wahl unter neuer Flagge antreten.
      Für diesen Fall gibt es schließlich Nachrücker in den Listen.

  4. Hans Bergmann sagt:

    So einen Fall habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehabt. Natürlich hat es immer wieder Abgeordnete gegeben, die von einer Partei in eine andere gewechselt haben. Ich kann mich gar nicht erinnern, dass mal jemand seinen Sitz nicht mitgenommen hat. Und sonst ging ein Wechsel auch immer schnell – heute Mitgliedschaft gekündigt, morgen in neuer Partei aufgetaucht.
    Hier ist das anders.
    Man lässt verlauten, dass man die Gemeinschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt verlassen wird um dann erst eine neue Partei für H.-U. ins Leben zu rufen. Bis dahin aber unterwirft man sich schon der Parteidisziplin. Der WHU entsteht letztlich kein Schaden, zumindest auf dem Papier nicht.
    Moralisch finde ich die schon frühzeitig erklärte Absicht eines Parteiwechsels angebracht. Was hatten wir damals ein Geschrei, als sich BfB abspaltete, man erninnre sich. Und? Die Abweichler von damals stehen heute auch als ehrenwerte Politiker da.
    Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter

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