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Personal-Crash bei Paracelsus-Klinik – jede fünfte Stelle weg | Henstedt-Ulzburger
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Personal-Crash bei Paracelsus-Klinik – jede fünfte Stelle weg

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Wichels, zweiter von rechts, verkündet den Personal-Crash

Mitarbeiter-Aderlass bei der Rhener Paracelsus-Klinik. Das Krankenhaus soll in Zukunft mit 20 Prozent weniger Personal auskommen. Derzeit gibt es in der Klinik 290 Vollzeitstellen, 60 davon sollen gestrichen werden. Das kündigte Para-General Reinhard Wichels am Nachmittag an. Der Generalbevollmächtigte der Paracelsus-Gruppe  vor Pressevertretern: Anfang März werden die Kündigungen ausgesprochen.“

Der Sanierungsexperte will mit den Stellenkürzungen die Klinik aus den roten Zahlen bringen, ohne Abteilungen gänzlich aufzugeben. Das bisher angebotene medizinische Leistungsspektrum am Rhener Standort werde erhalten bleiben, sagte Wichels. Und weiter: Wir werden eine Struktur finden, um mit weniger Personal klarzukommen, wir werden effizienter werden müssen.“

Der frühere McKinsey-Mann hatte in den vergangenen Wochen an einem Sanierungskonzept gewerkelt und bereits im Januar von effizienterem Personaleinsatz gesprochen. Neu hinzugekommen ist nun, dass auch die Kranken effizienter werden müssen. Wichels forderte, dass die Klinik die Verweildauer der Patienten in den Griff kriegen müsse. Der Gesundheitsökonom: Die sollen solange verweilen, wie das im Gesundheitssystem vorgesehen wird.“

Wichels wird sein Sanierungskonzept nun den Gläubigern vorstellen, später könnte der gesamte Klinikverbund verkauft werden. Es gebe großes Interesse von Investoren, sagte Wichels.

Kritik an der Idee, mit weniger Personal das gleiche Arbeitspensum zu bewältigen, kommt vom Ärzteverband Marburger Bund. Der Landesvorsitzende Henrik Herrmann: „Personalabbau und Zukunftsfähigkeit passen nicht zusammen. Wie in vielen Kliniken ist die Personaldecke in der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg bereits jetzt schon dünn. Personalkürzungen und die dadurch erhöhte Arbeitsverdichtung belasten das Krankenhauspersonal, mindern die Arbeitszufriedenheit und führen zu erhöhtem Krankenstand.“

Christian Meeder

14. Februar 2018

25 Kommentare zu "Personal-Crash bei Paracelsus-Klinik – jede fünfte Stelle weg"

  1. Stefan Kubath sagt:

    Da haben ja die „Richtigen“ Entscheidungen getroffen. Eine Ankündigung, dass Anfang März die Kündigungen ausgesprochen werden, ist natürlich an der Praxis und den Gesetzen vorbei. Trotz einer Insolvenz gibt es innerbetriebliche Mitspracheregelungen. Ich bin gespannt, wie hier nunmehr ein Interessen- und Sozialplan geschnürrt wird und nach welchen Gesichtspunkten dann betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden sollen. Aber das ist typisch für Berater- auch wenn diese dann in anderer Funktion „hier Generalbevollmächtigter“ agieren. Vorschläge und Entscheidungen zu treffen, dann aber für Konsequenzen nicht verantwortlich zu sein, ist leider die Realität. Es bleibt nur zu hoffen, dass hier nicht das Prinzip Schnelligkeit Wirkung entfaltet sondern Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung. Das geht aber nur, wenn hier sorgsam auch mit Interessenvertretern der Mitarbeiter und Gewerkschaften umgegangen wird.

  2. Stephan Henning sagt:

    Ich glaub ich spinne !?! Die wollen ernsthaft noch mehr Personal kürzen? Das Personal ist heute schon stark über belastet worunter die Patienten leiden müssen. Das ist kein Vorwurf an die Mitarbeiter, sondern an die Gesamtsituation, die von oben gesteuert wird!

    PS: ich bin weder verwandt noch verschwägert mit irgend einem Mitarbeiter oder einer verantwortlichen Person. Ich war dort schon Patient und habe es live mit erleben dürfen beziehungsweise müssen …

  3. Westermann sagt:

    Vielleicht sollte man mal in der Konzern Führung den rotstift als erstes ansetzen. Da wurden doch auch die Fehler gemacht, die zur Insolvenz führen. Des weiteren müssten dort weniger Stellen gekürzt werden als in den unteren Etagen, da das einsparen Potential in Sachen lohnkosten in der Führung am größten ist… Das wäre mal wirklich sozialvertraglich….

  4. V. Geruschkat sagt:

    …wie war das noch gleich mit dem „Geruch“ und dem Fisch?

  5. Iris Geruschkat sagt:

    Ich kenne die Klinik schon, als sie noch „Nordland-Klinik“ hieß und bereits vor fünfzehn Jahren musste ich leider die total überlasteten Pflegekräfte in der Paracelsus-Klinik ertragen! Ich mag mir nicht ausmalen, wie sich die Situation nach dem meiner Meinung nach indiskutablen „Sanierungskonzept“ darstellen wird. Für mich hat dieses Konzept auf jeden Fall eine klare Konsequenz – ich werde in Zukunft möglichst einen großen Bogen um dieses Haus machen und auch alle Menschen in meinem Umfeld vor dieser haarsträubenden Sanierungsmaßnahme warnen.

  6. Ulla Jurzok sagt:

    Ok……nach meinen Erlebnissen heute passt es……
    Ich hatte einen Termin zur OP Sprechstunde…….in der Fachabteilung!
    Diese Sprechstunde hat der Notarzt gemacht….aus Personalmangel!
    Nichts gegen diesen netten Notarzt, aber es war schon etwas erschreckend…..
    Für mich nicht so tragisch, da ich als mündiger Patient schon vergangenen Mittwoch
    zu einem Fachvortrag bei Herrn Dr. Roggendorf in der Klinik war und diese Sprechstunde
    nicht mehr wirklich gebraucht hätte! Nun frage ich mich aber gerade, ob mich denn in der kommenden Woche der Fachchirurg operiert oder evtl. auch der Notarzt?
    Fängt hier schon das Sparprogramm an?
    Ich wünsche mir ggggd, dass diese Sparfüchse, die diese dämlichen Entscheidungen
    treffen, demnächst in die Lage einer dringenden OP kommen und die Früchte ihrer
    Entscheidung ernten…….Es ist einfach nur zum K………

  7. Frithjof Lücht sagt:

    Diese Leute sind doch nicht so blöd und gehen ins eigene Klinikum.

  8. Rolf Michelsen sagt:

    Eine altes chin. Sprichtwort sagt: der Fisch stinkt immer zuerst am Kopf.
    Wir alten Hamburge drücken das anders aus: Beim Schiff sitzen die größten Nieten unten, die Dünnsten oben. In einigen Betrieben ist das leider vielfach umgekehrt.
    Hier liegen Managementfehler vor. Man hat die Zukunft „verschlafen“ und keine Pläne entwickelt. Kaki und HU hatten große Kapazitäten, schon rein räumlich, und für die Breite des Angebotes für die Patienten. Im Umfeld haben die anderen Krankenhäuser sich auf allen Ebenen vergrößert und modernisiert.
    Das (z.Zt. noch) vorhandene Personal bemüht sich und arbeitet so gut es die Kräfte (und die Motivation) zulassen. Wer einmal eine Insolvenz überstanden hat, der weiß, wie man nachts schläft und mit welchem Elan man am nächsten Tag zum Dienst geht.
    Die Patienten merken das auch ein wenig.
    Wer einen Unfall hier erleidet hat kaum eine Wahl, wo er dann behandelt wird.
    Für Patienten, die sich den Ort einer OP aussuchen können, ist die Para wohl leider zukünftig alles andere als attrraktiv. Das bedeutet ggf. auch weitere Anfahrten.
    Sollte die Para verkauft werden an Helios, Asklepios, Regio, Schön etc. darf man gespannt sein, was aus der Klinik hier vor Ort wird. Asklepios Ochsenzoll und Heidberg werden mehr Patienten hier aus der Region sehen.
    Teure Unternehmensberater empfehlen immer Personaleinsparungen, aber keine neuen Felder. Nun ja, ein gutes Honorar ist ihnen sicher, so manchem Beschäftigen droht das leider das Gegenteil in Zukunft. Wie ein gggf. neuer Eigentümer das Personal entlohnt bleibt abzuwarten. Kürzungen an Grundentgeld und Nebenleistungen sind üblich.

  9. Harald Witte sagt:

    es ist wie überall
    Manager stecken sich die Taschen voll und Arbeiter/Angestellte, in diesem Fallsogar Patienten, müssen es ausbaden.

    Zitat von Henry Ford 1971, als das FIAT Geld eingeführt wurde:
    Würden die Menschen das Gelkdsystem verstehen, hätten wir eine Revulotion vor morgen Früh.

  10. Uwe Eimers sagt:

    Gleiche Arbeitsleistung mit 20% weniger Personal! So etwas können sich auch nur
    Manager ausdenken! Vielleicht sollten die Herren einmal eine Schicht in der Pflege
    arbeiten, damit sie wissen, worüber sie reden.
    Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, und sind nicht in der Lage, für ein vernünftiges System im Bereich Kranken- und Altenpflege zu sorgen.

    • Klingt für mich so, als bewertete man die 20% als Personalüberhang, also Leute, die sich auf den Fluren däumchendrehend gelangweilt haben. Die Berichte der Patienten klingen hier aber nicht so… Entweder, Personalplanung und Personaleinsatz waren ein Fiasko (Managementaufgaben) oder der Leistungserstellungsprozess war nicht kosten- und/oder marktgerecht (den zu gestalten: Managementaufgabe). Kann es helfen, an den Symptomen rumzudoktern, indem man die Ressourcen abbaut? Ja, aber nur anderen Kliniken, die hier möglicherweise die Gelegenheit nutzen und Fachkräfte abwerben. Schade für H-U.

      Der Kreis SE sollte jetzt wohl aktiv werden und ein Kreiskrankenhaus draus machen. Kann der Kreis SE die Gemeinde vorschalten, um im Falle der Verwertung der Konkursmasse das Vorkaufsrecht auszuüben und dann das Grundstück mitsamt Klinikgebäude gleich gegen Kaufpreiserstattung an den Kreis weiterzureichen? Dann sollte man den Bediensteten evtl. schon mal signalisieren, das nach dem großen Knall noch was kommt. Sonst ist es am Ende wirklich nur noch ein Gebäude…

  11. Heiner Winckelmann sagt:

    Ich werde einmal bei meiner Krankenkasse nach einem Lehrgang fragen, wie es mir als möglichem Patienten gelingt, effizienter zu werden. Da da Wort Patient aus dem Latenischen stammt und der “ Geduldige “ heißt. müssen wir wohl nur etwas geduldiger in der Para werden. So um die 20 %.

  12. Peter Borchert sagt:

    Bisher hatte Herr Wichels dargestellt, dass nach „Sanierung“ mit dem Ziel einer mindestens schwarzen Null in der Bilanz eine Verkauf angestrebt wird. Im Artikel finden sich darüber keine Ausführungen mehr. Ein Verkauf ist allerdings bereits vor einigen Jahren gescheitert. Sollte dennoch ein Verkauf gelingen, ist alles wieder offen von späterer Schließung bis völliger Umstrukturierung.
    Bei personellen Einsparungen sollte man über die m.E. überflüssigen Regionaldirektoren nachdenken und über die Angemessenheit der Gehaltsentnahmen des Eigentümers aus jeder der Paracelsuskliniken. Darüber wird natürlich nicht öffentlich diskutiert.
    Die öffentliche Darstellung der Personalreduzierung im Pflegebereich verschlechtert den Ruf der Klinik und kann dazu führen, dass weniger Patienten die Klinik in Anspruch nehmen und noch mehr Pflegepersonal und Ärzte das Haus freiwillig verlassen werden, zumal Pfleger und Ärzte hervorragende Chancen haben in anderen Krankenhäusern eine Anstellung zu finden. Chefärzte werden es damit etwas schwieriger haben. Die Albertinen-Gruppe (Schnelsen und Volksdorf) hat bereits in den hiesigen Kommunalblättern/Zeitungen entsprechende Stellenangebote inseriert. Sollte das der Anfang vom Ende der Klinik sein?

  13. St. Egenolf sagt:

    Üblicherweise ist die Geburtshilfe eine der ersten Abteilungen, die geschlossen werden. Dies würde auch zum bundesweiten Trend passen, kleinere Kreissäle zu schließen.

    Das würde für die Frauen vor Ort bedeuten, nur noch die Wahl zwischen Hamburg oder Neumünster als Geburtsklinik zu haben mit entsprechenden Anfahrtswegen.
    Ich hoffe, dass unsere Kommunalpolitiker hier rechtzeitig aktiv werden, sobald dies Thema wird!

    • Christian Hagen sagt:

      Zumal das eine der wenigen Abteilungen ist, die gut läuft und von vielen Müttern positives Feedback kommt.

  14. Martin Becker sagt:

    Nur auf das Management zu schimpfen greift zu kurz. Auf Gewinnerzielung ausgerichtete Unternehmen laufen nun mal in diese Richtung, denn da steht der wirtschaftliche Zweck im Vordergrund. Meiner Ansicht nach gehören Einrichtungen der Daseinsvorsorge (Krankenhäuser, Energie, Wasser…) nicht in dem Ausmaß in private Hände, wie wir es in den letzten Jahren erlebt haben. Eine staatliche Grundsicherung muß gewährleistet bleiben. Vielleicht ist die Para jetzt die Glegenheit dem Kreis ein Kreiskrankenhaus zu geben..? Wenn der politische Wille dazu da ist, läßt sich sicher auch ein Weg der Finanzierung finden (Kreis-/Landes-/Bundesebene?).

    Sollte ich mich geplant in ein Krankenhaus begeben müssen und hätte die Wahl in welches, würde ich mich nicht für ein gewinnorientiertes Haus entscheiden. Da würde ich auch eine längere Anfahrt in Kauf nehmen.

    • Rolf Michelsen sagt:

      Der Artikel ist aus dem Leben gegriffen. Überstunden ohne Ende, schon heute ohne Personaleinsparung. Kürzlich persönlich miterlebt: erst Tagschicht, dann nahtlos wegen akutem aktuellem Personalmangel durchgearbeitet bis nachts um 3 h. Das war an dem Tag, wo und der Winter besuchte……und Straßen und Wege (incl. Radwege) nur schrittweise geräumt wurden, auch hier im Ort. Hamburger Straße ab HU-Süd in beiden Richtungen bis HU Center Stau (wegen Glätte an den Ampeln, LKW die auf der kleinen Steigung vor der Schulstraße Probleme hatten, der Rettungsdienst, der auch langsam fahren musste und kaum durchkam….).
      Wenn dann wegen Übermüdung Fehler passieren ist das Geschrei groß. Wer drängt sicht schon danach von überarbeitetem, müden Personal behandelt und versorgt zu werden – vermutlich niemand.

  15. Jan Kirmse sagt:

    Ich kann den Kommentatoren nur empfehlen, mal an anderer Stelle die Nachrichten zur Paracelsusklinik zu lesen! Alles, was hier so gemutmaßt wird, ist bereits beantwortet, kommt halt nur mal wieder in den HU-Nachrichten nicht zur Sprache.

    • V. Geruschkat sagt:

      nicht dumm rumlabern, wo sind die Links? Ansonsten: Klappe halten!

  16. Stefan Kubath sagt:

    Stimmt, in anderen Medien wird etwas sachlicher berichtet, aber alle schreiben, dass 60 Vollzeitstellen entfallen, auch wenn dann final „nur“ 20 Mitarbeiter gekündigt werden. Aber 40 Stellen nicht nachzubesetzen geht zu Lasten der übrigen Mitarbeiter sowie Patienten Die meisten Eigenkündigungen erfolgten in den OP-Bereichen sowie in der Pflege. Diese Mitarbeiter werden überall eine neue Stelle finden. Anzeigen anderer Kliniken in unseren Medien finden sich ausreichend. Aber genau diese Mitarbeiter sollen ja nach Willen der Geschäftsführer nicht gehen. Paradox

  17. R. Finsterbusch sagt:

    Lokale Abgeordnete der Wählergemeinschaft WHU haben uns gebeten eine Anfrage an den Landrat zur gesundheitlichen Versorgung zu stellen. Hier finden Sie die Anfrage und die Antwort des Landrats.
    Unsere Anfrage an den Landrat:
    Anfrage der Fraktion WI-SE an den Landrat des Kreises Segeberg, mit Weiterleitung an den Vorsitz und die Mitglieder des OVG-A und der Bitte einer zusätzlichen Beantwortung in der OVG-Ausschusssitzung am 05.03.2018 durch den Landrat zur vorherigen schriftlichen:
    Zur Schließung der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg hinsichtlich der ambulanten und stationären Grund- und Regelversorgung von Verunfallten und Erkrankten im süd-westlichen Kreisgebiet
    Ob ein Krankenhaus geschlossen wird oder nicht ist eine unternehmerische Entscheidung der Krankenhausträger, die auf der Grundlage eines Gutachtens eines Sachverständigen im Zuge der Krankenhausplanung einen Versorgungsauftrag erhalten haben.
    Mit freundlichen Grüßen
    Maren Berger
    Mitglied im Ausschuss Ordnung, Gesundheit, Verkehr
    – – – –
    Die Antwort von Landrat Schröder vom 9.2.2018
    Anfrage der Fraktion WI-SE an den Landrat zur „Schließung der Paracelsus- Klinik in Henstedt-Ulzburg hinsichtlich der ambulanten und stationären Grund- und Regelversorgung von Verunfallten und Erkrankten im süd- westlichen Kreisgebiet“ vom 31.01.2018
    Sehr geehrte Frau Berger,
    gerne beantworte ich in diesem Schreiben Ihre Anfrage vom 31.01.2018, in der es um die „Schließung der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg hinsichtlich der ambulanten und stationären Grund- und Regelversorgung von Verunfallten und Erkrankten im süd-westlichen Kreisgebiet“ geht.
    1. Wäre im Fall der Schließung des Akut-Krankenhauses Paracelsus-Klinik die Versorgung der Bevölkerung im südwestlichen Teil des Kreises Segeberg, nördlich von Henstedt-Ulzburg in den Bereichen Erstversorgung, Innere Medizin und Chirurgie noch gewährleistet?
    Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsministerium SH wären die genannten Bereiche im hypothetischen Fall einer Schließung der Paracelsus-Klinik in Henstedt- Ulzburg (PKH) durch die umliegenden Kliniken gewährleistet. Dazu gehören die Schwerpunktkrankenhäuser Neumünster, Elmshorn, Itzehoe, der Maximalversorger AK Nord Heidberg sowie die Klinik der Grund- und Regelversorgung AK Bad Segeberg inkl. Kardiozentrum Norderstedt und weitere Kliniken am Hamburger Stadtrand wie das Albertinen-Krankenhaus (auch wenn diese nicht wie das AK Nord im Landeskrankenhausplan SH gelistet sind).
    2. Wäre die adäquate Versorgung z.B. von Schlaganfall- und Infarktpatienten durch den Wegfall der Paracelsus-Klinik aus den (Umkreisen der) Gemeinden Alveslohe, Kaltenkirchen, Bad Bramstedt, Bimöhlen, Kisdorf, Oering usw. im Hinblick auf die Entfernungen zu den Krankenhausstandorten Hamburg-Langenhorn oder Neumünster bzw. Bad Segeberg innerhalb von 30 Minuten sichergestellt?
    Genau diese zeitkritischen Notfälle werden auch jetzt schon in andere Kliniken verbracht: Sogenannte ST-Hebungsinfarkte erfordern eine Herzkatheter- Untersuchung. Schlaganfälle erfordern im Regelfall Diagnostik und Weiterbehandlung auf einer Stroke Unit (Spezialstationen für Schlaganfall- Patienten). Demzufolge werden diese Patienten in geeignete Schwerpunktkrankenhäuser bzw. ins Kardiozentrum Norderstedt transportiert und in der Regel nicht in die Paracelsus-Klinik. ähnliches gilt für andere zeitkritische Notfälle, z.B. kritisch Verunfallte, die erkennbar einer Behandlung in einem Traumazentrum oder spezialchirurgischer Versorgung bedürfen, etwa in der Hand- oder Neurochirurgie.
    3. Welchen Einfluss wird und kann der Kreis Segeberg geltend machen, um auf die Krankenhausbedarfsplanung des Landes Schleswig-Holstein ab 2018 ff Einfluss zu nehmen, damit diese betroffenen Gebiete (vgl. Pkt. 2) mit langfristig abgesicherten Versorgungen abgedeckt werden?
    Der Kreis Segeberg ist als vollwertiges und stimmberechtigtes Mitglied über den Landkreistag vertreten, wird bei der Krankenhausbedarfsplanung des Landes Schleswig-Holstein regelmäßig angehört und nimmt Stellung.
    4. Welche Ausgleichsfunktion oder Maßnahmen muss der Kreis Segeberg übernehmen, wenn die Grund- und Regelversorgung durch den Wegfall der Paracelsus-Klinik in Teilen des Kreises Segeberg nicht gewährleistet wird?
    Für den hypothetischen Fall einer Schließung der Paracelsus-Klinik müssten der Kreis Segeberg und das Land, genauer das Gesundheitsministerium SH, als gemeinsame Sicherstellungsträger nach Krankenhausfinanzierungsgesetz Maßnahmen beschließen. Eine davon wäre es, eine neue Trägerschaft zu regeln.
    5. Inwiefern hat oder beabsichtigt der Kreis Segeberg sowohl bei den zukünftigen Verhandlungen des Krankenhausplanungsausschusses des Landes Schleswig- Holstein als auch bei ggf. anderen Verhandlungen hinsichtlich der Schließung der Paracelsus-Klinik eine Mitwirkung?
    Wie unter 3 ausgeführt, ist der Kreis Segeberg über den Landkreistag vertreten und wird bei der Krankenhausbedarfsplanung des Landes Schleswig-Holstein regelmäßig angehört.
    Bezüglich des Sicherstellungsauftrages, bezogen auf die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg, steht der Kreis mit dem Land in Verbindung – und mit der Klinik.
    Auf kürzliche Nachfrage teilte die Klinik mit, dass die medizinischen und pflegerischen Leistungen gewährleistet seien. änderungen bzw. anderweitige Entwicklungen würden durch die Paracelsus-Gruppe unaufgefordert und zeitnah an den Kreis kommuniziert.
    Die Frage nach einer möglichen Schließung wurde vom Kreis am 6. Februar 2018 mit dem Ministerium besprochen bzw. an die Verwaltungsdirektion der PKH adressiert: Von einer beabsichtigten Schließung – als schlechtester Fall von änderungen im Sicherstellungsauftrag der stationären Versorgung – ist dem Kreis weiterhin nichts bekannt.
    Sollten Sie hierzu Rückfragen haben oder noch Unklarheiten bestehen, können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Jan Peter Schröder

  18. „änderungen bzw. anderweitige Entwicklungen würden durch die Paracelsus-Gruppe unaufgefordert und zeitnah an den Kreis kommuniziert.“
    ——
    Vertrauen ist gut. Kontrolle wär aber besser. Damit das Vertrauen sich dann auch als berechtigt erweist.

  19. Karin Richter sagt:

    ….. es ist eine Skandal, was aus diesem ehemals rennomierten Haus der Grund- und Regelversorgeworden ist ….
    Wie gesagt, der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.
    Verschwiegen wird in sämtlichen Medien, ob von NDR, Spiegel , Abendblatt usw., dass Paracels-Klinik seit Dez. 2017 auch keine Betriebsrente an ehemalige Mitrarbeiter zahlt. Das ist eine Sauerei, paßt aber mittlerweile zu diesem Laden. Bin eimal gespannt, wie sie sich aus der Affäre ziehen wollen. Nichtzahlung der Betriebsrente hat nichts mit Insolvenz zu tun, denn die Gelder kommen aus einem anderen „Topf“!
    Eine Ehemalige (1976 noch bei Nordland angefangen)

    • Peter Borchert sagt:

      Hallo Frau Richter, Sie haben Recht, die Betriebsrenten sind gesetzlich gesichert und werden aufgrund des Betriebsrentensicherungsgesetzes aus einem unabhängigen Sicherungsfonds geleistet. Auch bei einer „Totalpleite“ des Konzern muss der Sicherungsfonds die Zahlungen leisten. Es ist anzunehmen, dass der Para-Konzern dieses den Betriebsrentnern zustehendes Geld behält und damit seine Bilanz für einen evtl. Verkauf oder Beitritt eines neuen Gesellschafters/Investors aufbessern will. Den Betriebsrentnern bleibt wohl nur die Klage, um zu ihren Recht zu gelangen.

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