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Proppenvolle Papiercontainer und wilde Müllkippen – Der WZV hat alle Hände voll zu tun | Henstedt-Ulzburger
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Proppenvolle Papiercontainer und wilde Müllkippen – Der WZV hat alle Hände voll zu tun

Anfang des Jahres sorgte eine wilde Müllkippe für viel Aufregung im Beckersbergring

Anfang des Jahres sorgte eine wilde Müllkippe für viel Aufregung im Beckersbergring

Der brave Henstedt-Ulzburger Bürger sortiert es zu Hause und karrt es dann zu den Sammelcontainern: Glas, Pappen und Altkleider. Doch des Bürgers Fleiss ist oft auch des Bürgers Frust. Steht er leider viel zu oft vor berstend vollen Boxen, aus denen bereits der Inhalt herausquillt. Mit ein wenig Ortskenntnis und einem fahrbaren Untersatz unter dem Hintern, fährt man also den nächsten Containerstandort an, in der Hoffnung, dort seine gesammelten Werke entsorgen zu können. Sind auch dort die Sammelbehälter voll, kann sich die Tour jedoch schnell zur ungewollten Ortsrundfahrt entwickeln.

Aus Frust und Hilflosigkeit stellen viele Entsorgungswillige manchmal Papier & Co. gleich neben die Container und lassen es nicht erst darauf ankommen, weiter durch den Ort tingeln zu müssen. Diese Unsitte, im Fachchinesisch auch als „Wildablagerung“ bezeichnet, ist durch die Entsorgungsunternehmen zwar ungern gesehen, wird jedoch im kleinen Rahmen als eine Art Kavaliersdelikt geduldet.

Volle Papiercontainer in Ulzburg-Süd warten auf Abholung, Wertstoffcontainer-Plätze des Wege-Zweckverbandes des Kreises Segeberg befinden sich in Henstedt-Ulzburg an folgenden Standorten: Henstedt / Götzberger Straße, Einmündung Krummacker Henstedt / Maurepasstraße, Parkplatz Schulzentrum Henstedt-Rhen / Matthias-Claudius-Straße, hinter Rhen-Center Henstedt-Rhen / Wilstedter Straße 134, Paracelsus-Klinik Henstedt-Rhen / Wilstedter Straße, Nähe Moorkate Henstedt-Süd / Kranichstraße, P&R-Parkplatz Ulzburg-Süd Ulzburg / Autobahnzubringer, Mitfahrer-Parkplatz Ulzburg / Hamburger Straße, nördlich Pinnaubrücke

Volle Papiercontainer in Ulzburg-Süd warten auf Abholung

Dennoch stellt sich die Frage nach der leider viel zu oft vorkommenden Überfüllung. Auf Nachfrage beim Wege-Zweckverband bekamen die Henstedt-Ulzburger Nachrichten dazu folgenden Hinweis: Unter anderem landen besonders in den Sammelbehältern für Papier und Pappen größere Mengen, die aus gewerblichen Quellen stammen. Viele kleinere Gewerbebetriebe fahren die Recyclinghöfe nicht an, um dort ihre teilweise nicht unerheblichen gesammelten Werke abzugeben. Ein wesentlicher Grund dafür dürften die Öffnungszeiten der Entsorgungszentren im Kreis Segeberg sein: Kollidieren sie z.B. mit denen des Einzelhandels. Bleibt also vielfach nur die Entsorgung auf einem der Wertstoffcontainer-Plätze.

Ärgern braucht sich aber niemand über volle Container. Denn eigentlich ist es sogar mehr dem Zufall geschuldet, wenn man seine Pappen wieder mitnehmen muss. „Mindesten einmal wöchentlich werden unsere Altkleider-, Glas-, und Papiercontainer ausgewechselt“, so Silke Possekel vom Wegezweckverband.

Magenschmerzen bereiten dem Wege-Zweckverband des Kreises Segeberg jedoch immer wieder illegal entsorgte Hinterlassenschaften von beispielsweise Gartenschnitt, Elektroschrott, Sperr- und sonstigem Restmüll jeglicher Art. Mindestens dreimal wöchentlich macht der Standortplatzreinigungssvervice des WZV seine Runde, um auch auf den Henstedt-Ulzburger Sammelplätzen „Klar Schiff“ zu machen.

Dabei muss man wissen, wer dabei erwischt wird, seinen Müll in der Walachei abzuladen, kann mit einem Bußgeld von bis zu 1.500,– Euro rechnen. Die Kosten für eine legale Entsorgung auf einem der Recyclinghöfe des Wege-Zweckverbandes im Kreis Segeberg sind hingegen verschwindend gering: Beispielsweise Elektronikschrott oder Autobatterien kann man dort kostenlos abgeben. Auch hat jeder Haushalt die Möglichkeit, seinen Sperrmüll nach vorheriger Anmeldung beim WZV einmal jährlich bequem vor die Haustür zu stellen und kostenlos abholen zu lassen.

Den Wege-Zweckverband des Kreises Segeberg erreicht man über das Internet unter www.wzv.de oder werktags telefonisch unter 04551 – 90 90.

Die Recyclinghöfe des WZV sind Montag bis Freitag von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Donnerstags sogar bis 18:00 Uhr. Zusätzlich am Samstag von 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr (Norderstedt-Oststraße nur bis 12:00 Uhr).

gw

9. Oktober 2017

9 Kommentare zu "Proppenvolle Papiercontainer und wilde Müllkippen – Der WZV hat alle Hände voll zu tun"

  1. Jan Kirmse sagt:

    Vielleicht sollte der WZV mal seine Gebühren überdenken! Inzwischen kostet auf dem Recyclinghof ALLES (außer Pappe) Geld. Einmal im Jahr ist Sperrmüll kostenlos (egal ob Abholung oder Anlieferung), wer ein zweites Mal zum Recyclinghof fährt, zahlt. Logisch, daß mancher, wenn er schon einmal Sperrmüll hatte, seine drei Teile Sperrmüll sonstwo abstellt, wenn inzwischen nicht nur der Weg zum Recyclinghof Zeit und Geld kostet, sondern auch noch das Abgeben. Und während wenigstens Pappe kostenlos abgegeben werden kann, müssen sogar dafür Gewerbetreibende zahlen. Da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn die die Container nutzen. Ebenso braucht man sich nicht über Pappe neben den Containern wundern, wenn diese ständig überfüllt sind. Überfüllt bedeutet doch ziemlich eindeutig, daß der WZV seiner Aufgabe nicht angemessen nach kommt. Oder wird mit Pappe kein Geld mehr verdient, daß der WZV keinen Bock auf die Abholung hat?

    • Christian Hagen sagt:

      Anderen Orts kann man sein Altpapier/Pappe sogar gegen bare Münze eintauschen/abgeben. Was hier „großzügig“ kostenlos oder geringe Gebühren entgegen genommen wird, kann man woanders Geld dafür bekommen. Ein Beispiel? http://www.altpapierkauf.de/ankaufstellen.php
      Schaut man sich die Karte an, ist der gesamte Norden davon ausgenommen. Komisch, oder?

      • Hans Bergmann sagt:

        Ganz privat kann man seinen Haufen Pappe dort auch nicht verkaufen, man muss schon ein Gewerbe haben und größere Mengen zur Verfügung stellen. Die örtlichen Container des WZV sind aber nun eine größere Menge und vermutlich wird der WZV diese Mengen auch verkaufen. Warum aber nur Container in zu knapper Menge aufgestellt werden um möglichst nur einen kleinen Gewinn zu erzielen, weiß wohl niemand so genau. Vielleicht sollte man die Pappe doch Herrn Brockmann überlassen, der könnte sich mit dem Mehrverdienst seine neuen Dienstwagen finanzieren und der WVZ braucht sich keine Arbeit mehr zu machen…

      • Christian Hagen sagt:

        Herr Bergmann, der Link war nur mal ein Beispiel. Aus Berlin kann ich Ihnen sagen, dass es dort diverse Sammelstellen für Altpapier gibt und jede Privatperson kann dort hin und diese für ein paar Cent pro Kilo verkaufen. Es wird also Geld damit verdient. Warum das für die Bürger hier im Kreis so nicht möglich ist, erschließt sich mir nicht.

        • Hans Bergmann sagt:

          Altpapier rechnet sich für den Recycler anders als Pappe. Allein vom Transport her gesehen ist Pappe teuerer als Papier, weil man Papier höher versichten kann. Papier lässt sich nicht nur besser wieder aufbereiten als Pappe, das Endprodukt unterscheidet sich auch vom Preis her. Fazit: Papiersammelstellen wird es wohl irgendwann geben, aber bei Pappe habe ich da so Zweifel. Andererseits: Wo immer man auch online bestellt, es kommt im Karton. Und die Garage wird schon als Kartonlager benutzt, Tendenz zunehmend.
          Und wie ich so drüber nachdenke, fällt mir ein, dass es in meiner Jugend Schrottsammler gab, die eben auch Papier mitgenommen haben. Warum? Weil es eben auch damals schon ein Wertstoff war!

          • Rolf Michelsen sagt:

            Papier und Pappe sind ein börsenabhängiger Rohstoff. Es gibt Zeiten, da bekommt man Geld dafür, andere Zeiten – da kostet die Entsorgung Geld. Je nach Nachfrage, Absatz und Bedarf.
            Das gilt sowohl für private als auch für gewerbliche Entsorgung.
            Die Kommunen müssen umfassend für die Entsorgung sorgen. Das können sie entweder selbst oder gewerblichen Entsorgern übertragen.
            Hier in der Region gibt es mehrere gewerbliche Entsorger. Unternehmen nutzen je nach Preissituation (und Menge) die Möglichkeiten und Angebote der gewerblichen Entsorger. In wieweit sich hier kommunale Betriebe einklinken ist reine Marktwirtschaft.
            Unternehmen nutzen bei entsprechender Menge Rollcontainer ab 1,1 cbm. Transport, Miete und Entsorgung je nach Marktlage.
            Große Firmen haben Papierpressen, sofern es wirtschaftlich ist.
            So hat der gewerbliche Entsorger hier in der Region für die „Gelben Säcke“ nach dem dualem System mehrmals gewechselt. Auch hier geht es um Aufwand und Erlöse. Manchmal werden die „Gelben Säcke“ knapp, teilweise werden sie auch gern zweckentfremdet.
            Bürger sind an das kommunale System gebunden. Unternehmen können sich am Markt orientieren, sofern die Menge über die üblichen Haushaltstonnen 120 / 240 Ltr. liegt.
            Wer durch die Industriegebiete fährt und sich umsieht staunt manchmal. Es ändert sich von Ort zu Ort.

  2. Eigentlich gehts doch um eine bekannte Bevölkerungszahl mit N Kilo Altpapieraufkommen pro Einwohner. Das könnte man doch wie beim Rundfunk lösen: Jede Nase zahlt einen Fixbetrag (Kinder weniger, Gewerbe mehr). Und nur für Zusatzabholungen kostets nochmal.
    Dem Großverbraucher (Gewerbe, Schule) stellt man einen eigenen Container hin und holt diese und die öfft. rechtzeitig ab. Den Anreiz, weniger Verpackungsmüll zu erzeugen, müsste man durch eine europaweite Gebühr auf Verpackungen schaffen, die der Recyclingbranche als Zuschuss zugute kommt, der die Gebühr pro Person reduziert.

  3. Gunnar Steincke sagt:

    Zitat: „Mindesten einmal wöchentlich werden unsere Altkleider-, Glas-, und Papiercontainer ausgewechselt“

    Interessant, so sehe ich doch am Alstergymnasium nur alle 2 Wochen mal den Container ausgewechselt vor. Leer ist er dann vornehmlich nur 2-3 Tage und für die Zeit bis zur nächsten Auswechslung stapelt sich der Müll direkt davon.

    Auch hier sehe ich leider um so öfter Kommerzielle Ihren Müll entsorgen. Der Verursacher steht sogar in 80% der Fälle mit Adressdaten auf dem Müll drauf. Wird dem grundsätzlich nicht nachgegangen?

  4. Die müssten einfach mal 2 oder mehr Container hinstellen. Dann sehen sie, wieviele voll werden und der Bedarf ist bekannt.

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