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Fast pikant: Neue Badeordnung für das Naturbad Beckersberg | Henstedt-Ulzburger
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Fast pikant: Neue Badeordnung für das Naturbad Beckersberg

Baderegeln im Freibad - Auszug aus der Badeordnung

Baderegeln im Freibad – Auszug aus der Badeordnung

Die moderne Zeit erfordert es. Was vor 30 Jahren noch selbstverständlich war, muss heute mitunter sehr detailliert beschrieben werden.

Claus Rommerskirchen, Anwohner des Sportplatzes in der Theodor-Storm-Straße auf dem Rhen, stellte es schon jüngst fest: Zäune allein halten nicht mehr vom Betreten von Grundstücken ab. Wie die Henstedt-Ulzburger Nachrichten kürzlich berichteten, hält er dort eine zusätzliche Beschilderung für erforderlich.

Ähnlich scheint es auch im Naturbad Beckersberg zuzugehen. Dies bringt zumindest eine neue, deutlich ausgedehntere Badesatzung zum Ausdruck, die pünktlich vor den Sommerferien von der Gemeindevertretung beschlossen wurde.

Rücksichtnahme und Respekt scheinen nicht mehr so sehr selbstverständlich zu sein, wie noch 1987, als die alte Badeordnung ins Leben gerufen wurde. So haben sich offensichtlich „Unarten“ bei einigen Besuchern über die Jahre eingeschlichen, die jetzt ausdrücklich untersagt sind.

Besonders genannt sind in dieser Hinsicht beispielsweise das „unverhältnismäßig laute Musik hören“, Ausspucken, Konsumieren berauschender Mittel oder Rasieren, Nägel schneiden und Haare färben.

Neu sind auch die „Wurstparagraphen“: Die Nutzung von Grills oder Feuerkörben ist ausdrücklich verboten, wie auch das Verrichten der Notdurft in anderen Bereichen, als den Sanitäranlagen.

Inflationär ist heute im Vergleich zu vergangenen Tagen der Umgang mit Fotos und Filmen durch übereifrige Handynutzer. Was besonders unter Badegästen ungern gesehen ist, die befürchten müssen, sich auf einschlägigen Internetseiten wiederfinden zu müssen. Deshalb findet auch dieser Punkt nun erstmals einschränkende Berücksichtigung. So muss man die unbekannte Schönheit erst fragen, bevor man das I-Phone auf sie richtet.

Noch deutlicher lässt sich jedoch der gesellschaftliche Wandel in folgendem Punkt anhand der neuen Badesatzung ablesen: „Sexuelle Belästigung wird in keiner Form geduldet, egal, ob durch anzügliche Gesten, Äußerungen, Berührungen, körperliche Annäherungen oder Handlungen.“

Gernot Willsch

3. August 2017

5 Kommentare zu "Fast pikant: Neue Badeordnung für das Naturbad Beckersberg"

  1. Hauptsache es wird dann auch durchgesetzt. Papiertiger gibts ja schon genug in Henstedt-Ulzburg.

  2. Jens Daberkow sagt:

    Ich finde es sollte hier noch erwähnt werden wie wichtig es ist das Schwimmunterricht angeboten wird. Es gibt leider immer mehr Menschen die nicht Schwimmen können.

    • Auch in der Funarena. 8 Monate um, meine Tochter hat nun Seepferdchen und Freischwimmer. Die Lehrerin dort pflegt einen motivierenden Umgang mit den Kiddies.
      Und hier im Ort!

  3. Oliver Blau sagt:

    Also bitte, früher war alles besser. Komisch nur, das ich aus meiner eigenen Jugendzeit im Freibad Beckersberg andere Erinnerungen habe. Meine Clique (also auch ich selbst) hatte immer einen lauten Kassettenrecorder mit, auf dem ausschließlich Heavy Metal lief. Die Mädels nebenan hörten praktisch als Gegenentwurf lautstark die NDW. Dann gab es die rüden Jungs und Mädels, die auf der Waldseite liegend laut Mucke hörten, rumsoffen, grölten, und merkwürdig riechenden Tabakqualm verbreiteten. Es gab so manche Konfliksituationen, die nicht selten in handfeste Hauereien ausarteten. Die Großen haben die Kleinen rücksichtslos geärgert. Die Bademeister waren autoritäre Typen mit Durchsetzungskraft. Ach ja, und Fahrraddiebstahl oder -beschädigung war an der Tagungsordnung, besser, man ging zu Fuß dort hin (auch komisch, uns hat eine 3km-Strecke nicht abgeschreckt).
    Heute wird eine uralte Verordnung erneuert, was sicherlich auch aus Haftungs- und Rechtsansprüchen ratsam ist, und schon stellt die Gesellschaft die weitere Verrohung derselben fest.
    P.S.: Stelle immer mehr fest, dass vor allem sog. Erwachsene ständig ihr Handy in der Hand haben. Und u. a. von jeder Kleinigkeit Fotos machen, und das rumsenden. Aber nein, die heutige Jugend, meine Güte …

  4. Ja, ja, die heutige Jugend. Ich muss heute ganz fest mein Mündchen halten, wenn ich überlege,
    was wir Ende der 60er/Anfang der 70er so alles getrieben haben.
    Das was Herr Blau über das damalige Freibad schreibt, war in meiner Heimatstadt Elmshorn genau so.

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