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Der Friedwald: die individuelle Beisetzung in einem Wald voller Buchen – wie in einer riesigen grünen Kathedrale | Henstedt-Ulzburger
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Der Friedwald: die individuelle Beisetzung in einem Wald voller Buchen – wie in einer riesigen grünen Kathedrale

Bestattet wird in einer biologisch abbaubaren Friedwald-Urne an den Baumwurzeln

Bestattet wird in einer biologisch abbaubaren Friedwald-Urne an den Baumwurzeln

Der Friedwald in Kisdorf (neben vielen Alternativen im gesamten Bundesgebiet) ist seit seinem Bestehen vor 15 Jahren die beruhigende Alternative zum Friedhof für all jene, die sich mit dem wohltuenden Gedanken vertraut machen, ihr Leben tief unter Bäumen zu verbringen. Bei Vogelgezwitscher und Blätterrauschen, kühlem Regen und Sonnenschein. Anteil zu haben am Werden und Vergehen der Natur. Ohne Angst vor dem Tod, weil man sich seine letzte Ruhestätte ja noch zu Lebzeiten selbst aussuchen kann. Bei guter Gesundheit ,ganz bewusst und meist sogar mit Familienangehörigen vor Ort, denen im Todesfall des Angehörigen genügend Zeit für die Trauer bleibt, weil der Familie die oft hektischen Vorbereitungen erspart bleiben, da bereits alles in Ruhe organisiert wurde.

Richard Hovorka erklärt den Friedwaldbesuchern die aktuelle Bestattungskultur

Richard Hovorka erklärt den Friedwaldbesuchern die aktuelle Bestattungskultur

Und hier kommt der Henstedt-Ulzburger Bestatter Richard Hovorka ins Spiel, der vor dem Hintergrund der KuKuHU ein Treffen interessierter Besucher im Friedwald organisiert hatte, begleitet vom Förster des Friedwalds, der nicht nur das Procedere, sondern auch die Vorzüge einer Baum-Bestattung erläuterte. Ob zu Fuß oder per Fahrrad – sie alle trafen sich auf der Wiese unter Buchen, wo normalerweise auch die Trauerfeiern stattfinden, sofern man aufgrund zu vieler Trauergäste nicht eine separate Halle gemietet hat. Nach mehreren verregneten Bestattungen im Friedwald hatte Richard Hovorka sich um einen Regenschutz bemüht, den man ihm in Form eines großen Sonnensegels zur Verfügung stellte. Und der die Bankreihen mit den Trauergästen nunvor zuviel Nass von oben bewahrt. Begleitet wurde sein Vortrag vom Landesjugend-Posaunenchor, den Dietmar Pfotenhauer von der Erlöserkirche (als Kümmerer) im Rahmen der KuKuHU organisiert hatte. Sehr passend zu diesem Anlass, da die Posaunenkänge feierlich durch den Wald wehten, der in seinem satten Grün wie eine riesige Natur-Kathedrale wirkte.

Zurück von der Waldführung mit dem Förster

Zurück von der Waldführung mit dem Förster

„Leben und Tod sind in unserer Gesellschaft ja nach wie vor ein Tabu-Thema “, begann der Bestatter seinen Vortrag. „Inzwischen hat sich aber die gesamte Bestattungskultur gewandelt. Zum Beispiel, wie wir Abschied nehmen wollen. Aber da gibt es auch in der neueren Zeit immer noch Regeln. So ist der Bestatter heute zwar der Dienstleister für Sie, aber es liegt in Ihrer Verantwortung, sich um alles andere zu kümmern, was nicht von uns geleistet werden kann. Zum Beispiel den Arzt holen, der nach Feststellung des Todes den Totenschein ausfüllt. Früher gab es sehr viele Hausaufbahrungen. Heute macht das der Bestatter. Und da gibt es Rituale, die wiederum der Familie obliegen, Zum Beispiel ein Fenster zu öffnen, damit die Seele hinausfliegen kann. Zu Hause aufgebahrt werden kann der Tote bis zu 36 Stunden.“

Der Friedwald ist ein individueller Platz, wo Natur und Ruhe einander ergänzen. Ein Vater, der aus gesundheitlichen Gründe irgendwann mit einem plötzlichen Tod rechnen muss, hat sich ganz bewusst für ein Baumgrab im Friedwald entschieden und es mit seiner Tochter besucht, um ihr die Angst vor seinem Tod zu nehmen. „ Es ist die schönste Art, beerdigt zu werden, die ich mir vorstellen kann.“ Und das, nachdem er sich ein Leben lang vor dem Sterben seiner Eltern gefürchtet hat.

Man kann sich als Einzelperson für ein Basisgrab entscheiden, das man allerdings mit fünf anderen teilen muss. Dafür kostet es auch nur rund 500 Euro. In den Bestattungskosten des Friedwald von derzeit 275 Euro ist auch die biologisch abbaubare Friedwald-Urne enthalten, die an den Wurzeln des Baumes vergraben wird. Wer einen Baum für sich allein haben möchte, muss zwei Grabplätze kaufen. Familiengräber und Gemeinschaftsgräber gibt es in allen Variationen. An allen Bäumen, vorwiegend Buchen, wird ein kleines Schild mit dem Namen des Verstorbenen befestigt. Dazu kommen natürlich noch die Bestattungskosten des offiziellen Bestatters wie Richard Hovorka (Tel. 04193-4915), die ganz individuell berechnet werden. Eine ausführliche Beschreibung der unbegrenzen Möglichkeit sind auf der website www.friedwald.de, per Telefon unter 06155 848-100 oder per E-Mail info@friedwald.de zu erfahren.

Gabriele David

12. Juni 2017

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