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Kommunalwahl-Programm: Die SPD buddelt das Bauvorhaben Beckershof wieder aus! | Henstedt-Ulzburger
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Kommunalwahl-Programm: Die SPD buddelt das Bauvorhaben Beckershof wieder aus!

Fünf Jahre ist es jetzt her: Gegen Ende der Wahlperiode 2003/2008 verabschiedete sich die SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung vom Neubauprojekt Beckershof als „nicht finanzierbar“, wie es heute heißt. Die CDU hielt an dem Vorhaben fest und kassierte die Quittung: Vorbei war es von 2008 an mit der absoluten Mehrheit, nicht einmal stärkste Fraktion wurde die Union. Die Einwohner, angeführt von einer rasch gegründeten Bürgerinitiative, wollten Beckershof mit den angepeilten 5.000 Neubürgern nicht.

Und nun buddelt die SPD Beckershof wieder aus, zieht damit in den Kommunalwahlkampf: „In Ulzburg-Süd stehen wir einem verdichteten Wohnungsbau in Bahnhofsnähe positiv gegenüber“, heißt es im Wahlprogramm der Sozialdemokraten. Fraktionsvorsitzender Horst Ostwald beschwichtigt aber sogleich: „Natürlich soll das nicht die früher angedachten Ausmaße haben.“ Einige Wohnblocks kann sich die SPD aber schon vorstellen, wenn sich ein Investor findet. Die Verkehrsanbindung sollte nach ihrem Willen über vorhandene Straßen erfolgen – Kadener Chaussee oder Beckershof.

Außerdem will die SPD „das Zentrum um Rathaus, Bahnhof und Marktplatz zu einem erkennbaren attraktiven Mittelpunkt mit Aufenthaltsqualität entwickeln.“ Ob das CCU dazu beitragen wird, muss die Zukunft zeigen. Für den Ortsteil Henstedt wollen die Sozialdemokraten keine Bebauung über die bestehenden Baugrenzen hinaus. Und Götzberg soll als Dorfgebiet erhalten werden.

Prüfen will die künftige SPD-Fraktion, ob eine AKN-Haltestelle der Linie A3 (Ulzburg-Süd – Elmshorn) am Rand des Gewerbegebiets oder im Bereich Lindenstraße sinnvoll ist, und den Rhen will sie vom Durchgangsverkehr befreien – über den Kiefernweg zur Hamburger Straße. Das Wagenhuber-Gelände wollen die Sozialdemokraten nur bebauen, wenn der „Rhen verkehrlich nicht zusätzlich belastet“ wird.

Schließlich denken die Sozialdemokraten daran, sich „auf den Weg in Richtung eigener Energieversorgung zu machen, wenn die Verträge mit den Energieunternehmen auslaufen. Wir wollen klären, wo dieser Weg enden soll: eigene Stadtwerke oder Kooperation mit einem bestehenden benachbarten Werk.“

Allerdings schickt die SPD ihren Vorhaben eine wesentliche Einschränkung voraus: „Unsere Vorschläge sind immer mit dem Vorbehalt versehen, dass die finanzielle Lage bestimmt, was in welcher Reihenfolge umgesetzt werden kann. Sparen ist für uns nicht Selbstzweck. Zu unserer Politik gehört auch der ‚Sozialvorbehalt’, dem wir jede Entscheidung unterziehen werden.“

Verwirklicht werden soll das Wahlprogramm unter Führung von Fraktionschef Horst Ostwald, der seit nunmehr 26 Jahren in der Gemeindevertretung sitzt. An seiner Seite – privat wie politisch: seine Lebensgefährtin Edda Lessing, die auch wieder für den Kreistag kandidiert. Mit Dietmar Bittner, Klaus Kasch, Siegfried Ramcke, Rudi Hennecke und Dieter Pemöller setzen die Sozialdemokraten weiter auf „alte Hasen“.

Jörg Schlömann

14. Februar 2013

49 Kommentare zu "Kommunalwahl-Programm: Die SPD buddelt das Bauvorhaben Beckershof wieder aus!"

  1. Stefan Schneider sagt:

    Das mit der AKN-Haltestelle wäre sicherlich eine gute Idee, jeder Bewohner aus Lindenstraße/Schulstraße/Gebieten drumherum, der dort schon zusteigen kann, spart sich dann ggf. eine KFZ-Kurzfahrt nach Ulzburg-Süd (um dort eh in die A2 umzusteigen) und belegt auch keinen P+R-Platz. Es würde ja erstmal eine Bedarfshaltestelle reichen.
    Aus dem gleichen Motiv könnte auch eine Bebauung beim Bhf. Ulzburg-Süd Sinn machen, man kann ja auch hier klein anfangen. Wundert mich eh, daß man gerade da alles brach liegen lässt, wenngleich die 5000-Neubürger-Idee sicherlich übertrieben war.
    Für die bessere Aufenthaltsqualität am Zentrum wären sicherlich weitere Gastro-Angebote mit Außensitzen (und weniger Parkraum auf dem Markt) hilfreich, aber das entscheidet ja mehr oder weniger nun das CCU. Auf den bekannten Visualisierungen sieht es danach aus…aber wenn man dann da sitzt und vollgedieselt wird, wird man sein Eis wieder im Supermarkt kaufen und zuhause essen.

  2. Hallo Herr Schlömann,
    leider haben Sie vergessen zu erwähnen, dass die SPD nicht nur auf „alte Hasen“, sondern auch auf Kandidaten, die bisher noch nicht als Gemeindevertreter tätig waren, setzt. Mit Heidi Colmorgen (Listenplatz 4), Marco Pemöller (Listenplatz 8) und Klaus Otterstetter (Listenplatz 9) sind drei Kandidaten dabei, die bisher bereits als Bürgerliche Mitglieder für die Gemeinde tätig waren; und mit Christian Schäfer (Listenplatz 6), Bernd Utecht (Listenplatz 13), Dieter Riemenschneider (Listenplatz 15) und mir (Listenplatz 10) sind Kandidaten dabei, die bisher noch überhaupt nicht in gemeindlichen Gremien tätig waren. Alle vorgenannten Kandidaten sind auch Wahlkreiskandidaten und stellen sich dem direkten Bürgervotum. Also kann nicht nur von „alten Hasen“ sprechen. Eine gute Mannschaft besteht eben immer aus, um in Ihrem Bild zu bleiben, „alten Hasen“ und „neuen Hasen“.
    Mit freundlichen Grüßen
    Reinhard Kunde
    SPD Ortsverein Henstedt-Ulzburg

  3. Unser Kandidat Marco Pemöller kandidiert natürlich auf dem Listenplatz 8; wie der Smiley da hinein kommen konnte, weiss ich nicht!

    Reinhard Kunde
    SPD Ortsverein Henstedt-Ulzburg

  4. Heinrich Winckelmann sagt:

    Allerdings schickt die SPD ihren Vorhaben eine wesentliche Einschränkung voraus: „Unsere Vorschläge sind immer mit dem Vorbehalt versehen, dass die finanzielle Lage bestimmt, was in welcher Reihenfolge umgesetzt werden kann.

    Das ist eine Wort. – Hülse “ a la : Bla, Bla, Bla “ !

    Wenn ich den Vorschlag mache, dass mir die Gemeinde eine monatliche Rente von 10 TDM Euro zahlt, kann dieser Vorschlag – eingedenk der SPD-Vorbehalte – schon deshalb nie verwirklicht werden, weil die finanzielle Lage mit ihrer Bestimmung der Reihenfolge, diesen Vorschlag auf ewig an das Ende setzen würde.
    Mein Vorschlag wäre unter der geschilderten Prämisse vollkommen sinnfrei !

  5. Dirk Barckmann sagt:

    „Kommunalwahl-Programm: SPD buddelt Bauvorhaben Beckershof wieder aus!“

    Das kann doch nicht war sein. Geht dieser Irrsinn schon wieder los?
    Schade, mit solchen Äusserungen disqualifiziert sich leider die nächste Partei.
    Die Infrastruktur, der Verkehr, die Finanzen, Alles pfeift aus dem letzten Loch und dann sowas. Sorry, geht gar nicht.

  6. Hallo Herr Barckmann,
    keiner in der SPD will das Bauvorhaben Beckershof wieder aufleben lassen, ihre Reaktion ist aber verständlich bei dieser reisserischen Überschrift. Es geht lediglich darum, dass im Bereich des AKN-Bahnhofes bezahlbarer Wohnraum entstehen soll. Eine Gigantomanie wie damals geplant wird es mit der SPD nicht geben. Direkt am Bahnhof bietet sich Wohnungsbau allerdingd geradezu an, dies könnte den gesamten Ort entlasten, da durch die dann günstige Verkehrsanbindung Quellverkehre wegfallen können, die die Infrastruktur der Gemeinde deutlich belasten. Darum geht es: Seitens der SPD ist keine Schaffung von Wohnraum für 5000 Menschen geplant. Sie können dies auch nachlesen in unserem Wahlprogramm unter:
    http://www.spd-hu.de

    • Karin Honerlah sagt:

      Moin Herr Kunde,
      ein bisschen bezahlbarer Wohnraum, nur ein paar Blocks, das klingt fast niedlich. Wie aber soll die Bahntrasse auf Höhe der Haltestelle Ulzburg-Süd fußläufig, per Fahrrad und behindertengerecht überquert werden, wie soll die Straße Beckershof für den zusätzlichen Verkehr ausgebaut werden? Es gibt dort nicht einmal einen Gehweg, auch keinen Radweg, nur Notlösungen für die Befahrung der Banketten für den motorisierten Verkehr.
      Für wie viele Menschen plant die SPD denn Wohnraum? Ich kann es dem Programmm nicht entnehmen. Der Bedarf ist nicht benannt, alles bleibt vage
      und dasErgebnis ebenso.
      Übrigens, die Verkehrsströme durch eine Besiedlung in Beckershof werden bleiben,oder geht die SPD davon aus, dass die zukünftigen Bewohner per Bahn zum Kindergarten, zur Schule und von diesem dezentralen Ort per Bahn zum Einkaufen fahren?
      Die Infrastrukturkosten und -folgekosten „rechnen“ sich für ein paar zusätzliche Häuser wohl nicht. Und wir können den Bedarf an Wohnungsbau zudem anders realisieren.
      Übrigens: Für die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum gab es in den letzten Jahren, fast Jahrzehnten, genügend Gelegenheiten. Die Vokabel geförderter Wohnraum (oder genauer: Sozialwohnungsbau) ist den hiesigen Sozialdemokraten jedoch mindestens seit 1991 gänzlich ungeläufig; jetzt kommt der Korrekturansatz an falschem Ort. Ortsentwicklung mit Konzept sieht meiner Meinung nach anders aus.
      Aber es werden ja ohnehin alle Vorschläge der SPD unter den Vorbehalt gestellt, sofern finanziell leistbar…. ,das beantwortet das Wesentliche.

      • Herbert Sazmann sagt:

        „Übrigens, die Verkehrsströme durch eine Besiedlung in Beckershof werden bleiben,oder geht die SPD davon aus, dass die zukünftigen Bewohner per Bahn zum Kindergarten, zur Schule und von diesem dezentralen Ort per Bahn zum Einkaufen fahren?“

        Dieser „dezentrale Ort“ wäre etwa 250 m entfernt vom nächsten Kindergarten, 800 m von der nächsten Grundschule, 700 m von den kleinen Geschäften an der Hamburger Str./Ecke Dammstücken, 3 Minuten mit der Bahn vom CCU und der Ulzburger Mitte, zwischen 16-17 Uhr zum Beispiel nach aktuellem Fahrplan 7x stündlich, zusammen mit dem 293er Bus auf gleicher Route jedenfalls mindestens 4x stündlich zwischen 5 und 21 Uhr.

        Liebe Frau Honerlah, für Menschen ohne zwei-drei Autos gibt es kaum einen zentraleren Ort in Henstedt-Ulzburg bezogen auf diverse Infrastruktur als die Umgebung des Bahnhofs Ulzburg Süd!

    • Dirk Barckmann sagt:

      Von wieviel Wohnungen gehen Sie denn aus? Und glauben Sie allen Ernstes an Entlastung des Verkehrs? Meinen Sie, nur wegen der Bahnhofsnähe steigen alle auf die Bahn um und fahren dann zum Einkaufen mit der AKN? Sorry, das finde ich doch ein bisschen durch die rosarote Brille geschaut.
      Aber egal, irgendwie müssen solche Wahlprogramme ja verkauft werden. Und ja. ich habe mir Ihr Wahlprogramm angesehen. Viel Erfolg, und das Sie sich dann die nächsten 30 Jahre an der Spitze halten, um das umzusetzen.

      • Herbert Sazmann sagt:

        Lieber Herr Barckmann,

        wenn Henstedt-Ulzburg grundsätzlich diese Wohnungen will, dann werden Sie mit guter ÖV-/Fuß-Infrastruktur jedenfalls nicht mehr Autoverkehr erzeugen als beispielsweise bei Wagenhubers oder auf den Pinnau-Wiesen oder nördlich des Wanderwegs in Henstedt oder hinter der Feuerwehr.

        Es ist unverständlich, dass diese Standorte weniger in der Kritik stehen als die Westseite des Bahnhofs Ulzburg Süd. Henstedt-Ulzburg hat ein Problem mit dem Kfz-Aufkommen. Das lösen Sie nicht, wenn Sie es – wie bisher praktiziert – einfach in jeder Hinsicht ignorieren und weitermachen, als wäre 1980.

        • Dirk Barckmann sagt:

          Lieber Herr Sazmann,

          Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu. Aber hier ist doch das Problem. Von einer gesunden Infrastruktur ist HU meiner Meinung nach weit entfernt. Es wird gebaut, was die Flächen hergeben, aber VORHER erstmal eine gesunde Infrastruktur schaffen, findet hier einfach nicht statt.

  7. Wolfgang Sievers sagt:

    Zur Erinnerung: Für Beckershof sollten auf der anderen Seite des Bahnhofs Geschäfte entstehen. Mit „ein bischen“ Bebauung schafft man jede Menge neuen PKW Verkehr zu den Geschäften in Ulzburg oder Ulzburg Süd. Ganz zu schweigen von Kindergärten und Schulen, etc.,etc..
    Ein wenig Beckershof ist wie ein wenig schwanger.
    Geht nicht.
    Ganz oder gar nicht.
    Ich war und bin immer noch für: Gar nicht!!!

    • Dirk Barckmann sagt:

      … „Ganz oder gar nicht.
      Ich war und bin immer noch für: Gar nicht!!!“ …

      Ganz genau!

  8. Oliver Grube sagt:

    Das Wahlprogramm steckt voller lieber netter Worte und Ansichten. Ein Wahlprogramm, das Vertrauen erwecken und überzeugen soll. Doch so leicht bin ich nicht zufrieden zu stellen.

    Am Anfang steht etwas von Transparenz und später auch ein Abschnitt „Mitmachen für alle“.

    Zum Beispiel steht da folgender Satz:
    „Beteiligung kann nur dann funktionieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger einen umfassenden und rechtzeitigen Zugang zu den Informationen haben, die sie und ihre Zukunft betreffen.“

    Gut nicht wahr?

    Aber da steht eine nette kleine Einschränkung: „..die sie und ihre Zukunft betreffen.“ Das ist die Hintertür mit der uns weiterhin nur Teile der Informationen angeboten werden.

    Der Bürger weiß ja nicht selbst, was Ihn betrifft, sondern freut sich über die zuvorkommende Filterung durch die Partei.

    Der Transparenzanspruch der hier definiert wird, ist schwammig. In diesem Zusammenhang erinnere ich gerne an die gerade erst erfolgte Ablehnung von abgeordnetenwatch.de.

    Es gibt kein Wort über Forderungen nach öffentlich zugängliche Aufzeichnungen von Ausschusssitzungen, Wort- statt Ergebnisprotokolle, Audioaufzeichnungen oder ein vollständiges Bekenntnis zur Informationsfreiheit.

    Ich glaube deshalb nicht, dass erkannt wurde, wie das Internet unsere Gesellschaft von einer Dienstleistungsgesellschaft zu einer Informations- und Wissensgesellschaft verändert.

    Hierzu zählt es dann auch, nicht nur die bewährten Methoden von Festen, Fahrradtouren und Gesellschaftsabenden zu setzen. (Als Pirat gebe ich gerne zu, dass hierbei ein wenig Neid mitschwingt. Ich denke, dass wir sowas ebenfalls ergänzend machen würden, wenn wir die Mittel hätten.)

    Nein, nur Ehrlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Offenheit und Transparenz schafft Vertrauen. Vertrauen kann man nicht mehr einfordern und man kann es auch nicht mehr durch salbungsvolle Worte erwecken. Man muss es sich wieder erarbeiten.

    Das sollte in unser aller Interesse liegen, wenn wir die Menschen wieder für Politik begeistern wollen.

    Oliver Grube

  9. Bernd Utecht sagt:

    Hallo Herr Schlömann,
    in letzter Zeit hat Ihre Zeitung mit den Headlines keine gute Hand. Im Text widersprechen sie Sich oft selbst und haben bereits ihre Headlines nachträglich geändert. Die SPD buddelt das Baugebiet Beckershof nicht erneut aus. Ein Teil der Fläche könnte bei einem entsprechenden Investor für bezahlbaren Wohnraum genutzt werden. Gerade bei diesen Benzinpreisen ist Wohnraum in der Nähe von Bahnhöfen interessant. Ich verstehe nicht, wie sie dies falsch verstehen konnte, da Herr Oswald als Sprecher der SPD Ortsverein Henstedt-Ulzburg auf dieser Veranstaltung dies auch nie so geäußert hat. Waren Sie auf der gleichen Veranstaltung? Meine Bitte: Dire Headline muss auch weiterhin den Leser anlocken, aber soll der Wahrheit entsprechen. Vielleicht üben Sie noch ein bisschen.

  10. Jan Kirmse sagt:

    Das darf doch wohl nicht wahr sein! Es fing doch so gut an, als das Wahlprogramm der anderen Parteien vorgestellt wurde. Bei jeder Partei wurden erstmal die (vermeintlich) positiven Aspekte angepriesen und dann „der Rest“ umrissen. Und warum wird jetzt plötzlich, wo es sich um eine „große“ Partei handelt, sofort wertend drauf gehauen, anstatt genauso unparteiisch einfach vorzustellen? DAS finde ich den eigentlichen Skandal!

    • Hans-Jörg Kroemer sagt:

      Offenbar haben Sie,Herr Kirmse,noch gar nicht mitgekriegt,daß wir auch in
      Henstedt-Ulzburg Wahlkampf haben und keine Volksbeglückungsveran-
      staltung!
      Wer haut denn hier „drauf“und auf wen?
      Die Parteien stellen ihr Wahlprogramm vor und stellen sich der öffentlichen

      Diskussion im Streit um die beste Lösung zum Wohle unserer Kommune .
      Was soll denn hier der Skandal sein?

      • Jan Kirmse sagt:

        Können Sie meinen Beitrag vielleicht erst lesen?! Der Skandal ist für mich, daß bislang alle Parteien in den H-U Nachrichten völlig wertungsfrei bzw eher positiv vorgestellt wurden, ein schlichtes „das und das ist das Wahlprogramm“. In diesem Artikel hier steht aber kein schlichtes „die SPD macht sich für ein geändertes Bebauungsprojekt Beckershof stark“ (in der Art wurde das Wahlprogramm der anderen Parteien nämlich vorgestellt), sondern der Autor stellt sofort klar, was für eine ablehnende Haltung er zu dem kompletten Wahlprogramm der SPD hat. So etwas kann man in einer Klatschspalte tun, aber nicht in einem Artikel, in dem einfach nur das Programm vorgestellt wird! Ich kritisiere hier schließlich nicht die Diskussion, sondern nur den „Artikel“.

      • Jan Kirmse sagt:

        Noch eine kleine Anmerkung: ich habe mich noch nicht entschieden, wen ich wähle und ich habe mich auch in der Vergangenheit dabei noch nie auf eine bestimmte Partei versteift! Auch bin ich keiner Partei angehörig und ich habe auch keine besondere Tendenz zur SPD, ich habe einfach eine Tendenz zu einer objektiven Berichterstattung, die mir hier mal wieder total fehlte!

  11. Hans-Jörg Kroemer sagt:

    Auch noch eine kleine Anmerkung von mir:
    Überflüssig darauf zu verweisen,daß wir Pressefreiheit und Meinungsfreiheit
    genießen-also akzeptiere ich Ihre Meinung,obwohl ich sie nicht teile.

  12. G. Willsch sagt:

    „Schließlich denken die Sozialdemokraten daran, sich „auf den Weg in Richtung eigener Energieversorgung zu machen, …“

    Das ist eine gute Sache. Ich hoffe, dass diese Idee auch noch nach der Kommunalwahl konsequent verfolgt wird, und zusätzlich auch durch andere Parteien Unterstützung erhält.

  13. Hallo Frau Honerlah,
    ja, man kann anderer Meinung sein! Darum geht es ja auch im Wahlkampf. Aber die SPD in Henstedt-Ulzburg macht einen interessanten Vorschlag und was passiert: es werden schon wieder von Ihrer Seite aus nur Gründe gesucht, diesen sofort wieder abzuschmettern.
    Sie schreiben: „Übrigens, die Verkehrsströme durch eine Besiedlung in Beckershof werden bleiben, oder geht die SPD davon aus, dass die zukünftigen Bewohner per Bahn zum Kindergarten, zur Schule und von diesem dezentralen Ort per Bahn zum Einkaufen fahren?“ Also gehen Sie davon aus, dass die Bewohner der Gemeinde so ein Angebot nicht annehmen würden? Selbst wenn der von uns vorgeschlagene Standort durch eine gute Anbindung an den ÖPNV ein erhöhtes Maß an Flexibilität bietet? Ich hoffe, Sie schließen da nicht von sich auf andere! Wenn es gelingen soll die Quellverkehre in der Gemeinde zu reduzieren, dann muss es legal sein über solche Standortangebote nachzudenken. Und nicht nur deshalb alles zu diskreditieren, weil es ihnen nicht selbst eingefallen ist oder aus irgendwelchen anderen Gründen nicht ins Programm passt, wie in der Vergangenheit oft genug versucht. Was nützt der beste Ausbau des ÖPNV wenn er von den Menschen in der Gemeinde nicht angenommen wird? Sie setzen dies aber scheinbar voraus. Sind Sie schon so resignativ in ihren Einstellungen, dass sie zwar selbst in ihrem Wahlprogramm die Verbesserung des ÖPNV (Ringbus) fordern, aber an eine Nachhaltigkeit ihrer eigenen Forderung nicht glauben? Mitarbeit zum Wohle der Gemeinde sieht dann doch anders aus.
    Sie schreiben: “Die Infrastrukturkosten und -folgekosten “rechnen” sich für ein paar zusätzliche Häuser wohl nicht. Und wir können den Bedarf an Wohnungsbau zudem anders realisieren.“ Also: sie gehen selbst von einem weiteren Bedarf an Wohnungsbau aus. Gut so! Auch die SPD spricht sich für eine verantwortungsvolle Einwohnerentwicklung aus. Nach Ihrer Meinung kann man den Bedarf an Wohnungsbau anders realisieren. Dann bleiben Sie doch nicht so vage, sondern teilen uns Bürgern der Gemeinde einmal mit, wie sie sich das genau vorstellen.Wir haben ein Angebot gemacht! So ein Stochern im Nebel ist nicht besonders aussagekräftig.
    Sie schreiben: „Aber es werden ja ohnehin alle Vorschläge der SPD unter den Vorbehalt gestellt, sofern finanziell leistbar…., das beantwortet das Wesentliche.“ Natürlich ist das wesentlich, selbstverständlich werden unsere Vorschläge auf die finanzielle Machbarkeit hin überprüft, alles andere wäre auch völlig verantwortungslos. Sie selbst schreiben doch in ihrem Wahlprogramm, dass die Schulden der Gemeinde kurzfristig abgebaut werden sollen.
    Also Frau Honerlah, lassen Sie uns doch zum Wohle der Gemeinde Probleme lösen und zusammenarbeiten und nicht wie bei der WHU in der Vergangenheit in Ermangelung eines Wahlkampfthemas eine Art Opposition aufzubauen und sich gegen Alles zu stellen wie es gerade so passte.

    • Hallo Herr Kunde.
      Ich möchte vorweg sagen, dass ich völlig parteilos bin und hier nur meine eigene Bürgermeinung vertrete. Ich kenne auch die Beckershof-Diskussion aus der Vergangenheit nicht, da ich hier zugezogen bin. Aber eines dürfte doch wohl klar sein: ein Neubaugebiet, egal wo in H.-U. und auch egal mit welcher Infrastruktur umgeben, dürfte wohl die wenigsten H.-U.-Bewohner dazu bewegen umzuziehen, sondern lockt eher Neubürger an. Und dann ist die Rechnung einfach, wie in der Grundschule… zusätzliche Bürger = zusätzlicher Verkehr.
      Zumindest würde ich das so sehen.

      • Niels Warnecke sagt:

        Christian, so ist es. Ganz davon zu schweigen, dass wir in Henstedt-Ulzburg nun nicht unbedingt unter Wohnungsnotstand leiden…

        Die Nummer war vor 5 Jahren so überflüssig wie ein kropf und ist es auch heute noch.

      • Jan Kirmse sagt:

        JEGLICHER Neubau generiert Verkehr! Es ist doch völlig unerheblich, ob ein Henstedt-Ulzburger in den Neubau zieht oder jemand von außerhalb. Der von außerhalb zieht ansonsten eben in das leerstehende Haus, aus dem der H-Uler raus ist und generiert dort den neuen Verkehr. Gehupft wie gesprungen.

  14. Karin Honerlah sagt:

    Hallo Herr Kunde,
    mit der Haltung zu Beckershof hat die WHU keine Opposition aufbebaut, sondern hat klar Position bezogen zu einer völlig überdimensionierten Planung. Die SPD ist uns ja beigesprungen und hat diesen Standpunkt ebenfalls vertreten, wir haben also zusammengearbeitet, wie so häufig. Auch in dieser Wahlperiode haben WHU und SPD z.B. die Baumschutzsatzung gemeinsam auf den Weg gebracht.
    Lieber Herr Kunde, sie können natürlich weiterhin darstellen, wir seien wie die Maus mit dem Schild überall dagegen. Sie sehen auch in den vielen Protokollen, wie häufig wir konstruktive Vorschläge unterbreiten und wofür wir uns einsetzen. Und zur Bevölkerungsentwicklung und den nur noch bedingt gegebenen Wachstumspotentialen der kommenden Jahre kann ich Ihnen gern Informationen geben. Wir haben keine Statistiken oder Vorausberechnungen in unser Wahlprogramm eingestellt.

  15. Hallo Herr Warnecke, hallo Herr Hagen,
    es ist ein Angebot, das wir hier unterbreiten. Einen Wohnungsnotstand gibt es hier nicht, schreiben Sie. Was aber in Henstedt-Ulzburg auf jeden Fall fehlt ist bezahlbarer Wohnraum. Nicht jeder ist in der Lage sich Eigentum zu kaufen. Außerdem gibt es hier eine Menge älterer Mitbürger, die nicht mehr in der Lage sind ihre doch zum Teil recht großen Häuser und Grundstücke zu versorgen und sich nach, auch im Alter, bezahlbaren Wohnraum umsehen. Auch für diese ist es ein Angebot weiterhin hier im Ort wohnen bleiben zu können. Und da kann doch ein recht zentral gelegener Ort mit einer guten Anbindung an den ÖPNV nur von Vorteil sein. Ich lade Sie sehr herzlich ein mit uns über das Thema zu sprechen in unserer BÜRGERSPRECHSTUNDE am 26.04.2013, ab 19.00 Uhr im Bürgerhaus Raum 11

    • Oliver Grube sagt:

      Ich bin verwundert über den Begriff „BÜRGERSPRECHSTUNDE“.

      Ärzte haben „SPRECHSTUNDEN“. Doch dort erwarte ich den Dialog zwischen Laie und Experte… nicht den Dialog auf Augenhöhe.

      Darf ich vermuten, dass Ihre Partei diese Bezeichnung absichtlich gewählt hat?
      Ich befürchte fast, die Sprache spiegelt da eine Haltung wieder. Ich würde mich freuen, wenn ich mich irrte.

      • Jan Kirmse sagt:

        Das ist aber spitzfindig. Bei der BfB heißt die Bürgersprechstunde doch „Stammtisch“, unterstellen Sie dort dann, daß es nur um Nichtigkeiten, Klischees, Parolen und Halbwissen (kurz: „dummes Gewäsch“) geht, wie an Stammtischen so üblich?
        Wie nennen es die Piraten? Bürgerdialog, so ganz pc?

        • Twitter-Runde 🙂 🙂 🙂

        • Oliver Grube sagt:

          Ich gebe zu, es ist spitzfindig. Doch gerade die Worte sind es, die durchaus eine Gundeinstellung verraten können. Jemand, der zum Beispiel von „Human Resources“ spricht und diesen Begriff unreflektiert verwendet, hat noch nicht die menschenverachtende Sichtweise erkannt, die diesem Begriff innewohnt.

          Auch die Piraten haben keinen guten und einheitlichen Begriff. Es gibt „Stammtische“ aber auch „Crew-Treffen“, „PIT’s – Piraten Info Treffs“ und ähnliches. Ich hoffe aber, das wir nicht auf die Idee kommen werden von einer Sprechstunde zu reden…

      • GernotWillsch sagt:

        Schade, Herr Grube. Ich hätte mir mehr Fingerspitzengefühl von Ihnen versprochen. Wirklich schade …

        Freundlicher Gruss,
        G. Willsch

        • Oliver Grube sagt:

          Es tut mir leid, Ihren Erwartungen -noch- nicht zu entsprechen. Doch ich danke Ihnen auch für die hohen Erwartungen, die sie in mich setzten. Ich lerne kontinuierlich hinzu und behaupte niemals von mir, perfekt zu sein. Dafür ist unsere Welt zu groß, die Menschen zu unterschiedlich und das Wissen zu vielfältig.

          Ich lasse mich ungern in Detaildiskussionen ein, da ich weiß, dass mein Wissen begrenzt ist. Mir geht es eher um Grundsätzliches und ich zeige auf, wo meines Erachtens Fehler gemacht werden. Und diese sind eben durchaus eher tieferer Natur. Wie zum Beispiel in der verwendeten Sprache. Wer hiermit zu leichtfertig umgeht, verkennt die Macht und den Einfluß, die Worte haben können.
          Wenn wir durch hinterfragen zum Nachdenken angeregt werden, finden wir auf jeden Fall gemeinsam die richtigen Ansätze.

          • Katrin Iwersen sagt:

            Kleiner Grundkurs in NLP hier oder wie?

            Hauptsache wir behalten dabei alle das Dorf im Auge und das was für viele vielleicht den Charme ( noch) ausmacht!

          • Also Herr Grube, entweder so oder so…
            Auf der einen Seite sagen Sie […Ich lasse mich ungern in Detaildiskussionen ein…] und auf der anderen Seite sagen Sie […Und diese sind eben durchaus eher tieferer Natur…].

            Wenn Sie aber in der Tiefe oder sogar über die Tiefe diskutieren wollen, bleiben nun mal Details nicht aus! Es sei denn, Sie wollen oberflächlich bleiben?! 😉

            • Oliver Grube sagt:

              Danke, dass sie mich darauf aufmerksam machen! Ich habe mich missverständlich ausgedrückt.

              Mit „Detaildiskussion“ bezog ich mich auf die inhaltliche Tiefe in einer konkreten Fragestellung. Im diesem Rahmen möchte ich selten – es sei denn es handelt sich wirklich um ein Fachgebiet von mir – tiefer gehen.

              Was ich aber anmerkte, bezog sich eher auf etwas Grundsätzliches, etwas „tiefer“ liegendes, etwas, was in vielen Detailthemen und -diskussionen Einfluß nimmt.

              So zum Beispiel der Gebrauch von Sprache und welche Assoziationen bestimmte Begrifflichkeiten wecken können. Bei mir eben die Arztsprechstunde und die Bürgersprechstunde.

  16. Hallo Frau Honerlah,
    vielen Dank für Ihre Antwort. Das Thema Beckershof ist eine Geschichte aus der Vergangenheit, es besteht mittlerweile bei allen Parteien und Gruppierungen Konsens das damals angestrebte Projekt nicht mehr weiter zu betreiben. Und das ist auch gut so! Allerdings schließt das ja in keinem Fall aus, dass die Gemeinde eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung betreibt. Und dazu gehört natürlich auch die weitere Ausweisung von Baugebieten, ausdrücklich nicht um weitere Eigenheime aufzustellen, sondern um bezahlbaren Wohnraum auch für einkommensschwächere Bevölkerungsschichten oder ältere Mitbürger, die ihre Häuser und großen Grundstücke nicht mehr vernünftig bewirtschaften können und deshalb bezahlbaren Wohnraum in der Gemeinde suchen,zu schaffen. Und wenn dann die planerische Möglichkeit besteht, diese an Orte zu legen die sehr gut über den ÖPNV erschlossen sind: umso besser. Sie schreiben: „Und wir können den Bedarf an Wohnungsbau zudem anders realisieren.“. Das klingt erst einmal gut, aber es bedeutet erst einmal garnichts. Für eine selbst ernannte „Klartextpartei“ ist das jedenfalls zu wenig. Wir haben ein Angebot zur Diskussion gestellt. Das wurde geradezu reflexartig von Ihnen verworfen, ohne es scheinbar überhaupt zu überdenken. Das ist gemeint, wenn ich von Opposition spreche, nicht ihre Einstellung zum Thema Beckershof aus dem Jahr 2007/2008 die ich auch weiterhin begrüße.

    Mit freundlichen Grüßen
    Reinhard Kunde

    • Karin Honerlah sagt:

      Moin Herr Kunde,
      wir haben in B-Plänen, die noch nicht umgesetzt sind, viele freie Bauflächen, so dass es einer weiteren Überplanung freier Fläche am Beckershof nicht bedarf (auch wenn sie öpnv-technisch gut auf der anderen Seite eines dort nicht erschlossenen Bahnhofs liegen), dies widerspricht auch den im BauGB aufgestellten Grundsätzen des sparsamens Umgang mit Grund und Boden.
      Warum schlagen Sie den mietpreisgünstigen Wohnraum nicht auf Birkenau? Dort ist der B-Plan doch gerade in Überarbeitung.
      Wir haben uns mit dem Thema Neubauflächen intensiv auseinandergesetzt, so dass wir zu Ihrem Thema Beckershof eine fundierte Meinung haben und nicht auf „Reflexe“ angewiesen sind.

      Wie viele Wohneinheiten sollen denn nach Ihrem Diskussionsvorschlag „Beckershof“ dort entstehen?

      Die WHU lädt am 7. Mai zu einem Themenabend „Was bedeutet Wachstum für Henstedt-Ulzburg“ ein, 19.30 Uhr im Bürgerhaus.

      • Jan Kirmse sagt:

        Hallo Frau Honerlah,

        Herr Kunde wirft Ihnen vor, daß Sie einerseits den ÖPNV ausbauen wollen, sich andrerseits aber gegen Neubauten direkt an der vorhandenen ÖPNV-Struktur verweigern. Gleichzeitig haben Sie selbst Pläne für Neubebauung und das von Ihnen nun benannte Gebiet ist ja fernab der Bahnhöfe und weitere Bebauung dort zerstört Grünflächen ebenso wie am Beckershof. Können Sie mir das bitte erklären? Mir erschließt sich nicht, warum es besser sein soll, eine Grünfläche kaputt zu machen und dann zu versuchen, einen Bus einzuführen, anstatt eine andere Grünfläche kaputt zu machen und die dort bereits vorhandene Bahn zu nutzen. Zumal die Akzeptanz einer Bahn in der Bevölkerung ganz erheblich höher ist als die eines Busses!

        • Jan Kirmse sagt:

          Zum Thema ÖPNV möchte ich, auch wenn es gerade nicht zum Thema gehört, gerne noch anhängen: 1x Kaki hin und zurück macht €5,80, mitsamt Familie €10,40! Dafür kann ich mit dem Auto 2x bzw 4x nach Kaki und zurück (reine Spritkosten, rechnet man alle Kosten (20-30Cent/km), dann sind es immer noch 1-2x hin und zurück), habe einen Kofferraum zum Transportieren und bin erheblich schneller, selbst im dicksten Stau in H-U und Kaki. Solange sich daran nichts ändert, sehe ich für den ÖPNV rabenschwarz!

  17. Hallo Herr Grube,
    erst einmal vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Wahlprogramm und unseren Veranstaltungen.
    Sie schreiben: „Ich glaube deshalb nicht, dass erkannt wurde, wie das Internet unsere Gesellschaft von einer Dienstleistungsgesellschaft zu einer Informations- und Wissensgesellschaft verändert.“ Ganz grundsätzlich möchte ich Ihnen meine ganz persönliche Meinung zum Thema Internet mitteilen: selbstverständlich ist das Internet ein Medium das die Welt in den letzten Jahren dramatisch geändert hat. Es ist jetzt nahezu jederzeit möglich an alle möglichen Informationen zu kommen. Ich nutze es auch und will auch nicht mehr darauf verzichten. Für die Piraten ist das Internet aber so etwas wie der „Heilige Gral“, für mich ist ein Werkzeug. Nennen Sie mich gerne altmodisch, aber ich diskutiere lieber live mit einem Gegenüber als in Echtzeit mit Leuten die ich nicht sehen oder nur auf einem Bildschirm sehen kann. Deshalb gehe ich auch lieber in die Gremien um einen Eindruck zu bekommen (das steht übrigens jedem Bürger frei) als mich durch Protokolle zu lesen. Wenn man aber lieber zuhause bleibt und sich seine Informationen aus dem Netz holen möchte, dann ist das auch in Ordnung. Wenn man als Partei wie die Piraten nicht zu einer Wahl antritt (und das ist ebenfalls ihr gutes Recht) dann kann man natürlich nicht so gut mitgestalten als wenn ein man ein Teil der Gemeindevertretung ist. Ihr Verhalten ist leider heute sehr modern: kritisieren statt mitgestalten, fordern statt mitarbeiten. Ich kann mich daran erinnern, dass Sie damals, als sie hier in der Gemeinde aktiv wurden, von den politisch interessierten Menschen Themen eingefordert haben, weil sie selbst keine Ideen von den Problemen der Gemeinde hatten. Alles kann man dann eben doch nicht im Internet erfahren.
    Sie schreiben: „Nein, nur Ehrlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Offenheit und Transparenz schafft Vertrauen. Vertrauen kann man nicht mehr einfordern und man kann es auch nicht mehr durch salbungsvolle Worte erwecken. Man muss es sich wieder erarbeiten Das sollte in unser aller Interesse liegen, wenn wir die Menschen wieder für Politik begeistern wollen.“
    Da gebe ich Ihnen Recht, das Vertrauen in die Politik ist verloren gegangen. Was besonders in der Kommunalpolitik sehr schade ist, da alle unmittelbar von den Entscheidungen dort betroffen sind. Und gerade in der Kommunalpolitik besteht die Möglichkeit sich einzubringen. Aber ob die Piratenart mit ganz viel Elektronik der beste Weg ist, ist eine reine Glaubensfrage. Ich möchte so nicht arbeiten. Für mich steht die Kommunikation von Mensch zu Mensch im Vordergrund. Aber wie gesagt: Sie dürfen mich gerne altmodisch nennen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Reinhard Kunde

    • Oliver Grube sagt:

      Hallo Herr Kunde,

      ich danke für Ihre guten und nachdenklichen Worte. Ich lerne unter anderem daraus, dass wir Piraten es bisher nicht geschafft haben, den Kern zu vermitteln:

      „Für die Piraten ist das Internet aber so etwas wie der „Heilige Gral“, für mich ist ein Werkzeug.“

      Für die Piraten ist weder das eine, noch das andere. Es ist viel tiefer in den Alltag (junger) Menschen integriert, als das man es sich wie einen Hammer vorstellen könnte, den man hin und wieder mal braucht, um einen Nagel in die Wand zu schlagen.
      Wir verehren es aber auch nicht wie einen „heiligen Gral“, sondern verteidigen seine Freiheit, Offenheit und Neutralität. Nur so werden wir die Informations- und Wissensgesellschaft für ALLE Menschen offen und zugänglich gestalten können.

      „Ihr Verhalten ist leider heute sehr modern: kritisieren statt mitgestalten, fordern statt mitarbeiten.“

      Das moderne Verhalten wäre wohl eher, die Politik zu ignorieren. Wenn Sie von „kritisieren statt mitgestalten, fordern statt mitarbeiten“ sprechen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich diese Metaphern in meiner Wahrnehmung durchaus auch auf den Umgang politischer Parteien miteinander anwenden kann…
      Die Mitarbeit einzufordern ist zudem sehr einfach, wenn man sich den alternativ möglichen Mitarbeitswegen nicht stellt. (abgeordnetenwatch, LiveStreams, OpenData etc.). Zu einer wirklichen Änderung gehört auch die Bereitschaft wirklich Neues anzufangen und über die eigenen Grenzen hinaus zu denken. Bitte bedenken Sie dabei, dass die Hürden für eine direkte Teilnahme an Gremien nicht für jeden Menschen bezwingbar sind.

      „Ich kann mich daran erinnern, dass Sie damals, als sie hier in der Gemeinde aktiv wurden, von den politisch interessierten Menschen Themen eingefordert haben, weil sie selbst keine Ideen von den Problemen der Gemeinde hatten. Alles kann man dann eben doch nicht im Internet erfahren.“

      Wir tun genau das auch heute noch. „Stell Dir vor, man fragt dich!“. Wir haben nicht die Lösungen zu allen Problemen, wir stellen Fragen und regen zum Mitmachen und Nachdenken an. Übrigens geht es genau um die Tatsache, dass man nicht alles im Internet erfahren kann. Warum nicht? Stichwort: OpenData, OpenGovernment- Transparenz.

      „Nennen Sie mich gerne altmodisch, aber ich diskutiere lieber live mit einem Gegenüber als in Echtzeit mit Leuten die ich nicht sehen oder nur auf einem Bildschirm sehen kann“

      Auch ich freue mich auf den direkten Dialog. Kommunikation ist zu einem Teil auch non-verbal. Allerdings stelle ich dabei oft fest, dass mit kurzfristig nicht überprüfbaren Fakten argumentiert wird und oft auch mehrere Argumente aneinander gereiht werden. Das geschieht, glaube ich, in der Hoffnung die schwächeren Argumente so zu verbergen oder davon abzulenken. Vor allem aber zerstört es den Dialog, so dass das ehrliche Gespräch oft zu einem Schaukampf für Zuhörer verkommt.

      Abschließend noch eines. Das Attribut „altmodisch“ möchte ich weder auf Sie noch auf andere Menschen direkt anwenden. Denn es bewertet etwas, das ich mir nicht erlaube, zu beurteilen. Dafür kenne ich Sie viel zu wenig.

      Ich freue mich, sie hier lesen zu dürfen und würde schon deshalb diesen Begriff nicht anwenden. Übrigens bin auch ich in einigen Dingen konservativ und altmodisch 😉

      Liebe Grüße,

      Oliver Grube

  18. Kurt Göttsch sagt:

    Sehr geehrter Herr Kunde,

    auch bin für eine ehrliche Diskussion zum Thema Ortsentwicklung und würde mich über die Beantwortung der nachfolgenden Fragen freuen, damit wir alle die SPD Überlegungen zur Beckershof Bebauung kennen lernen.

    Auch um zu begreifen, warum Sie von ihrem Wahlziel 2008 ( Verhinderung Beckershof ) abweichen wollen.

    a. wie viele Wohneinheiten wollen Sie konkret erstellen lassen/ zulassen ?
    b. Wo ( räumlich ) soll diese (Teil-) Bebauung konkret stattfinden ?
    c. Welche Mischung ( in % ) soll nach SPD Sicht zwischen Geschosswohnbau / Einzelhäusern / Reihenhäusern bestehen ?
    d. Wie viel Prozent der unter a. genannten Wohneinheiten soll auf den geförderten Wohnungsbau entfallen?
    e. Welche (geförderte) Miete ist aus SPD Sicht die Höchstgrenze ( € je Quadratmeter ) ?
    f. Wir groß sollen diese Einheiten sein ( Anzahl Zimmer / Anzahl Quadratmeter ) ?
    g. An welche Mieterstruktur denken Sie bei den öffentlich geförderten Wohneinheiten ( auch Zuzug Auswärtige oder nur Mieter aus H-U) ?
    h. Wie soll das neue Baugebiet erschlossen werden ( Straßenführung?)
    i. Welche Auswirkungen hat das neue Baugebiet auf die Feuerwehrplanung?

    Ich bin sicher, dass mit der Beantwortung der Fragen durch die SPD mehr Klarheit und Transparenz hergestellt werden kann.

    Ihr Kurt Göttsch

    • Herbert Sazmann sagt:

      Lieber Herr Göttsch,

      interessante Fragen! Aber da muss ich Herrn Kunde zustimmen – das sind Dinge, die man bestenfalls grob beantworten können müsste. Wenn ich mir das WHU-Programm ansehe, sind da ganz andere Ideen ebenso völlig unbestimmt. Ich kenne mich nun mit dem Verkehrsbereich etwas besser aus – nehmen wir den „Ringbus“:

      1. Welche Gebiete sollen damit erschlossen werden?
      1a. Welche Maßgaben (z.B. Einzugsbereich der Haltestellen, akzeptable Zahl an nicht erschlossenen Haushalten) würden Sie den Planern machen?
      2. Welche Vorteile sehen Sie in einem Ring gegenüber dem bestehenden Modell?
      3. Soll der Ring in nur einer oder beiden Richtungen befahren werden?
      4. Welche Intervalle stellen Sie sich vor?
      5. Welchen Betrag sollte die Gemeinde aus Ihrer Sicht jährlich für dieses System ausgeben?

  19. Hallo Herr Göttsch,

    … unter welcher Hausnummer wird Frau Meier wohnen, unter welcher Herr Schulze?
    Die SPD hat ein politisches Angebot gemacht, sie ist nicht der Investor. Nein Herr Göttsch, diese Detailfragen kann die SPD nicht beantworten, weil es keine politisch relevanten Fragen zu diesem Zeitpunkt sind. Die Antworten muss Ihnen ein möglicher interessierter Investor (den es ja momentan noch gar nicht gibt!) geben, sie sind nicht Bestandteil einer poltischen Perspektive. Aber wenn es einmal so weit sein sollte, dann lassen sie uns doch darüber diskutieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Reinhard Kunde

  20. Karin Honerlah sagt:

    Die verkehrlichen Aspekte sind nicht die einzigen, wenn auch derzeit wichtigsten, die bei der Ortsentwicklung zu betrachten sind. Der Unterschied zwischen Neuplanungen auf Beckershof oder sonst wo „auf der grünen Wiese“ und einer Bauweise im bereits erschlossenen Ortsgebiet ist die Notwendigkeit weiterer technischer Infrastruktur.
    1. Es gibt innerorts diverse Flächen, insgesamt sogar viele Hektar groß, die entsprechend ohne kilometerlange Erschließungsmaßnahmen entwickelt werden können.
    2. Daneben gibt es einige Gebiete, für die schon Bebauungspläne existieren (z.B. Birkenau, übrigens allein mit CDU-Stimmen vor mehr als 5 Jahren beschlossen, hinter der Feuerwache etc.) und somit Baurechte vorliegen. Daher ist hier eine politische Gestaltung nur noch begrenzt bei Änderungen möglich.
    Wenn man sich unsere Straßen, die Straßenbeleuchtung, die Berichte über den Zustand der Kanalisation usw. ansieht, muss man zu der Überzeugung gelangen, dass unsere Gemeinde an der dauerhaften Erhaltung der vorhandenen Infrastruktur schon schwer zu schlucken hat. Daher sollte das Infrastrukturnetz für Wohnbebauung nicht unnötig erweitert werden, insbesondere vor dem Hintergrund einer auch bei uns demnächst sinkenden Bevölkerung.

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